OTTO SKORZENY (1908-1975)

"Die wahren Helden des 2. Weltkriegs
waren die einfachen russischen
und deutschen Landser."

[Otto Skorzeny]

Tabellarischer Lebenslauf
zusammengestellt von
Nikolas Dikigoros

1908
Otto Skorzeny wird am 12. Juni als Sohn des Bau-Ingenieurs Anton Skorzeny und seiner Ehefrau Flora, geb. Sieber, in Wien geboren. Die Familie seines Vaters hat Generationen lang Berufssoldaten an der österreichischen Militärgrenze auf dem Balkan gestellt.1

1914-1926
Skorzeny besucht in Wien zunächst die Volksschule, dann die Staatsrealschule bis zur Matura.

1919
Das erste politische Ereignis, das Skorzeny bewußt miterlebt, ist der Anschluß Deutsch-Österreichs an das Deutsche Reich (Verfassung vom 23. März 1919), der im Oktober 1919 von den alliierten Siegermächten des Ersten Weltkriegs unter Mißachtung des zuvor von ihnen propagierten "Selbstbestimmungsrechts der Völker" verboten wird.


1920-1934
Skorzeny nimmt an den alljährlich am 1. September auf dem Wiener Heldenplatz statt findenden Demonstrationen für die Wiedervereinigung Deutsch-Österreichs mit dem Reich teil.

1921
24. April: Skorzeny erlebt die Volksabstimmung in Tirol mit, deren Ausgang (98,8% für einen Anschluß an das Deutsche Reich) ebenfalls mißachtet wird.

1926
Oktober: Skorzeny beginnt ein Studium der Ingenieurswissenschaften (Fachrichtung Maschinenbau) an der Technischen Hochschule Wien.

1927
April: Skorzeny wird Mitglied der Burschenschaft Markomannia.

[Markomannia Wien]

Beim Fechten holt er sich seine auffälligen "Schmisse" auf der linken Gesichtshälfte. Nebenbei spielt er Fußball und wird ein Freund des späteren Reichs- und Bundestrainers Josef ("Sepp") Herberger.
Juli: Skorzeny erlebt den kommunistischen Umsturzversuch des "Republikanischen Schutzbundes" in Wien mit sowie dessen Niederschlagung durch die "Heimatwehr" des Fürsten Ernst Rüdiger Starhemberg und den "Heimatschutz" des Majors Emil Fey. Angesichts beidseitiger Ausschreitungen hat Skorzeny danach von allen dreien die Nase gestrichen voll (insbesondere von Starhemberg, der vom italienischen "Duce" Benito Mussolini heimlich unterstützt wird) und wird Mitglied der neu gegründeten "Akademischen Legion", die später im "Studentenfreikorps" des "Heimatschutzes" aufgeht.

1931
Dezember: Skorzeny legt sein Examen als Dipl.-Ingenieur ab und wird als solcher inmitten der weltweiten Wirtschaftskriese zunächst arbeitslos. Umso bitterer empfindet er das Verbot selbst eines harmlosen Abkommens über gegenseitige Zollfreiheit zwischen Österreich und dem Deutschen Reich durch die unversöhnlichen alliierten Siegermächte. (Das Verbot wird nach dem Zweiten Weltkrieg erneuert und endet de facto erst mit der Aufnahme Österreichs in die EG.) Skorzeny schlägt sich erst als Kfz-Mechaniker, dann als Gerüstebauer durch.

1932
April: Skorzeny lernt Joseph Goebbels kennen, der in Wien eine Propagandarede hält, und ist so beeindruckt, daß er im folgenden Monat der österreichischen NSDAP beitritt.

1933
Der austro-faschistische Bundeskanzler Engelbert Dollfuß nimmt die Machtergreifung der National-Sozialisten im Deutschen Reich zum Anlaß, das Parlament aufzulösen, alle Parteien - auch die NSDAP - zu verbieten und eine Diktatur nach italienischem Muster zu errichten, der er die eufemistische Bezeichnung "Vaterländische Front" gibt. In der Folge kommt es zu einer Annäherung zwischen ehemaligen Angehörigen der NSDAP, des "Republikanischen Schutzbundes" und anderer verbotener Organisationen.

1934
Februar: Bürgerkriegsähnliche Kämpfe zwischen "Republikanischem Schutzbund" und Regierungstruppen.
Juli: Aufstand gegen die Dollfuß-Diktatur; der Tyrannenmord gelingt, doch der Aufstand scheitert. Dollfuß' Nachfolger Kurt v. Schuschnigg richtet unter National-Sozialisten, Kommunisten und allen anderen unliebsamen Personen ein Blutbad an, das sein Vorbild in der "Nacht der langen Messer" nach dem so genannten "Röhm-Putsch" im Deutschen Reich haben mag. Skorzeny, der sich in Erinnerung an die Ereignisse von 1927 gegen den Aufstand ausgesprochen hatte, vermutet als dessen Drahtzieher Major Fey, den Dollfuß leichtsinnigerweise zum Minister gemacht hatte. Skorzeny selber befindet sich zur Zeit des Aufstands auf einer Privatreise durch Italien. Er lernt Mussolini kennen und gewinnt von ihm einen positiven Eindruck. (Erst später erfährt er, daß Mussolini fünf italienische Divisionen zum Einmarsch nach Österreich an der Grenze hatte aufmarschieren lassen für den Fall, daß der Aufstand gelungen wäre.)

1935
Skorzeny tritt dem - von dem deutsch-nationalen Juden Bruno Weiß als Tarnorganisation der verbotenen Bewegungen gegründeten - "Deutschen Turnerbund" bei, der 60.000 paramilitärisch organisierte Mitglieder hat, und wird dort Zugführer.2

1938
März: Unter wachsendem innen- und außenpolitischem Druck tritt v. Schuschnigg zurück. Bundespräsident Miklas ernennt den dem National-Sozialismus nahe stehenden Innenminister Arthur Seyß-Inquart zum neuen Bundeskanzler. Dennoch droht die Nacht vom 10. auf den 11. März zu einer österreichischen "Nacht der langen Messer" zu werden, als eine SA-Abteilung versucht, das Präsidenten-Palais zu stürmen und Miklas zu entführen, der von seiner Garde verteidigt wird. Skorzeny gelingt es als unbewaffnetem Zivilisten, durch sein Dazwischentreten ein Blutbad zu verhindern. Er erhält einen warmen Händedruck von Seyß-Inquart und verschwindet wieder in der Versenkung. Angesichts des Einrückens deutscher Truppen, der Volksabstimmung und Wiedervereinigung Österreichs mit dem Deutschen Reich ("Anschluß") lernt er die Politiker und Kirchenmänner, die ihr Mäntelchen stets nach dem Wind hängen, zutiefst verachten, allen voran die Wendehälse Innitzer (Erzbischof von Wien und Kardinal) und Renner (Ex-Bundespräsident und SPÖ-Chef).

1939
Skorzeny absolviert eine private Flugzeugführer-Ausbildung. Geschäftlich hat er es inzwischen zum Teilhaber einer Gerüstebaufirma gebracht und ist mit einflußreichen Leuten befreundet, wie dem Ingenieur Ferdinand Porsche und dem Reichsbank-Präsidenten Hjalmar Schacht.
August: Skorzeny heiratet Emmi, geb. Linhard. (Aus der Ehe geht eine Tochter hervor.)

3. September: Zwei Tage nach Beginn des Polenfeldzugs erklären Großbritannien und Frankreich dem Deutschen Reich den Krieg (nicht aber der mit diesem verbündeten Sowjetunion, als auch die Rote Armee in Polen einrückt), der sich später zum Zweiten Weltkrieg ausweitet.

1940
Skorzeny - der noch ungedient ist - bewirbt sich als Pilot bei der Luftwaffe, die ihn jedoch wegen seines "hohen Alters" (31 Jahre) ablehnt. Wäre es nach der Wehrmacht gegangen, wäre er irgendwo als "Schütze Arsch" verheizt worden. Skorzeny beginnt auch die Schlipssoldaten, Etappenhengste und Schreibtischtäter zu verachten und bewirbt sich bei der Waffen-SS. Die nimmt ihn an und steckt ihn als Ingenieur in eine Kfz-Instandsetzungs-Kompanie, bei der er den Frankreich-Feldzug mitmacht. Durch seine unkonventionelle, rücksichts- und respektlose Art, in der er alles mögliche und scheinbar unmögliche "organisiert" - auch unter Gewaltandrohung und -anwendung gegenüber "eigenen" Leuten, Ignorieren von ihm als unsinnig erkannter Befehle usw. - macht er sich nicht wenige Feinde, allen voran seinen obersten Chef Heinrich Himmler. Der abstinente Reichsführer-SS - der in einer öffentlichen Rede gedroht hat, SS-Angehörigen, die "eine Dummheit im Suff" begehen, eine Pistole zu schicken, "damit sie Schluß machen" - verachtet den disziplinlosen Säufer und Kettenraucher; Skorzeny verachtet das unsoldatische Weichei, das kein Blut sehen kann und immer alles pedantisch nach Vorschrift erledigt sehen will.

1941
April: Skorzeny macht - immer noch als Kfz-Mechaniker der "SS-Verfügungstruppe" - den Balkanfeldzug mit und erhält ungewollt seine "Feuertaufe". Im Banat gelingt es ihm erneut, ein Blutbad zu verhindern, als er serbische Einheiten ohne einen Schuß zur Kapitulation bewegt und mit ihnen Verbrüderung feiert. Skorzenys Standartenführer erwirkt daraufhin seine Sprungbeförderung zum Obersturmführer (Oberleutnant) d.R.
Juni: Skorzeny macht auch den Rußland-Feldzug als Kfz-Mechaniker der inzwischen zur "Division das Reich" beförderten SS-Verfügungstruppe mit. Dabei lernt er den russischen Soldaten - einschließlich des nach den Säuberungen der 1930er Jahre neu aufgebauten Offizierskorps - als seinem deutschen Gegner weitgehend ebenbürtig einzuschätzen und gelangt zu der Überzeugung, daß der Krieg mit konventionellen Kampfmitteln nicht zu gewinnen ist. Mit ohnmächtiger Wut verfolgt er von da an, wie die (ihm bekannte) Entwicklung technisch überlegener Waffen (Düsenjäger, Schnorchel-U-Boote, Atombomben) nicht voran getrieben wird und bereits vorhandene "Wunder"-Waffen (Nebelwerfer) nicht eingesetzt werden, und daß die - ebenfalls vorhandenen - Kontakte zu anti-stalinistischen Russen und Ukraïnern (Wlassow, Bandera) nicht oder zu spät genutzt werden, weil Hitler und Himmler Vorbehalte gegenüber "den" Slawen haben. (Immerhin kämpfen am Ende des Krieges 130.000 Ex-Sowjet-Bürger in der Waffen-SS mit.) Frühzeitig bemerkt Skorzeny auch, daß der deutsche Generalstab strategisch und taktisch schlechte Arbeit leistet und daß die Spionage-"Abwehr" unter Admiral Wilhelm Canaris) durch die Bank aus Versagern und/oder Verrätern besteht.
November: Skorzeny wird durch Stalinorgel-Treffer am Kopf verwundet, zieht sich im Lazarett außerdem die Ruhr und Gallenkoliken zu.

1942
Skorzeny wird nach seiner Entlassung aus einem Wiener Lazarett nur noch "GvH" geschrieben und zu einer Wachsoldaten-Einheit (der Reserve der "Leibstandarte Adolf Hitler") nach Berlin abgeschoben. Aus Langeweile meldet er sich zur Panzerwaffe. Als Ingenieurs-Offizier wirkt er an der Umwandlung der SS-Division "Totenkopf" in eine voll motorisierte Panzerdivision mit. Bevor diese jedoch zum Fronteinsatz kommt, erleidet Skorzeny einen Ruhrrückfall und wird erneut zur Reserve der LAH nach Berlin abgeschoben. Seine militärische Karriere scheint beendet.

1943
Skorzeny erreicht durch persönliche Vorsprache bei Obergruppenführer Jüttner, daß ihm der Aufbau einer Spezialeinheit für "Sonderaufgaben" hinter den feindlichen Linien ("Bataillon Friedenthal z.b.V.") übertragen wird. Er wird zum Hauptsturmführer (Hauptmann) d.R. befördert; die meisten von ihm geplanten "unorthodoxen" Aktionen werden jedoch von seinen eigenen Vorgesetzten als "zu riskant" angesehen und verhindert. (Er bezeichnet sie selber später als "Einsätze, die Wunschträume blieben" - von denen jeder einzelne im Erfolgsfall den Krieg hätte entscheiden können.)
Juli: Nach der Landung der Alliierten in Sizilien unter General Patton bereitet die italienische Regierung den Seitenwechsel vor und setzt Mussolini gefangen. Hitler läßt seine versammelten "Sondereinheitsführer" antreten und fragt sie, was sie von Italien und den Italienern halten. Nach allgemeinem Geschwafel seiner Kollegen über den "Stahlpakt", die "Achse Berlin-Rom", die ideologischen Gemeinsamkeiten zwischen Fascismus und National-Sozialismus etc. antwortet Skorzeny - unorthodox und respektlos wie immer - nur: "Ich bin Österreicher, mein Führer." Hitler, der Vorbehalte gegenüber Skorzeny schon wegen seines slawischen Namens hat, erteilt ihm gleichwohl den Auftrag, Mussolini zu befreien, da er der einzige seiner "Sondereinheitsführer" ist, der wenigstens im Privaturlaub schon mal in Italien war - nicht ohne ihm zu drohen, ihn im Falle eines Mißlingens der Aktion für einen eigenmächtig handelnden Verrückten zu erklären, wie schon zwei Jahre zuvor Rudolf Hess nach seinem Schottland-Flug.
September: Skorzeny gelingt die Befreiung Mussolinis vom Gran Sasso gegen erheblichen Widerstand vor allem aus den eigenen Reihen gegen seine erneut unorthodoxen Methoden.3

[Skorzeny hinter Mussolini nach dessen Befreiung vom Gran Sasso]

Nach dem Gelingen der Aktion - wiederum durch Überredungskunst, ohne einen Schuß abzugeben und ohne Blutvergießen - wird Skorzeny von Hitler persönlich empfangen, mit dem Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes ausgezeichnet und zum Sturmbannführer (Major) d.R. befördert.



1944
Mai-Juni: Nachdem die Westalliierten die Exilregierung des jugoslawischen Königs Petar II zugunsten des Kommunistenführers Josip Broz 'Tito' fallen gelassen haben, kämpfen serbische Tschetniks, kroatische Ustascha, bosniakische Totenkopfverbände, deutsche und ungarische Soldaten gemeinsam gegen dessen Partisanen. Die von Skorzeny geplante Entführung Titos scheitert jedoch an internen Querelen zwischen Wehrmacht und Waffen-SS vor Ort; es gelingt ihm lediglich, Randolph Churchill gefangen zu nehmen, den Sohn des britischen Premierministers Winston Churchill, der als Verbindungsoffizier zu Tito fungierte.


Juli: Skorzeny wirkt an der Niederschlagung der "Verschwörung vom 20. Juli" mit; entgegen nachträglich verbreiteten Gerüchten sind jedoch weder er selber noch Major Remer die entscheidenden Handlungsträger, sondern vielmehr der heute weitgehend unbekannte Oberstleutnant Pridun.4
Oktober: Nachdem die Rote Armee die Grenze zu Ungarn überschritten hat, bereitet auch Admiral Horthy den Seitenwechsel vor; er wird von Skorzeny und seiner Sondereinheit in Budapest gefangen genommen und abgesetzt; erneut verhindert Skorzenys Überredungskunst ein größeres Blutvergießen (es gibt ganze sieben Tote).5

[Skorzeny in Budapest]
1945
Januar: Die letzte deutsche Offensive im Westen ("Ardennen-Offensive") - an der Skorzeny maßgeblich beteiligt ist - scheitert nach Anfangserfolgen am energischen Eingreifen General Pattons ("Battle of the Bulge"). Skorzeny wird mit den Resten der noch vorhandenen Waffen-SS-Verbände in Bataillonsstärke nach Schwedt/Oder verlegt.


Februar: Skorzeny bildet binnen einer Woche mit Versprengten aus ganz Europa und von ihm "organisierten" Waffen, die offiziell gar nicht mehr verhanden sind, einen Brückenkopf in Divisionsstärke, der die Offensive der 20-fach überlegenen Roten Armee einen Monat lang aufhält.
März: Skorzeny erhält das Eichenlaub zum Ritterkreuz und wird zum Obersturmbannführer (Oberstleutnant) d.R. befördert.
Mai: Skorzeny begibt sich leichtsinnigerweise in US-amerikanische Kriegsgefangenschaft.


1946
Skorzeny wird nach Nürnberg überstellt, um als "Kriegsverbrecher" angeklagt zu werden. (U.a. wird ihm vorgeworfen, die "Ermordung" des amerikanischen Oberbefehlshabers Eisenhower geplant zu haben - merkwürdige Anklage, einem Soldaten im Krieg die Tötung feindlicher Soldaten als "Kriegsverbrechen" auszulegen.)

1947
September: Nachdem sich die Anklage in allen Punkten als haltlos erwiesen hat, beantragt der jüdische Ankläger, Colonel Rosenfeld, gegen Skorzeny und seine Mitangeklagten wegen erwiesener Unschuld die Todesstrafe. (Eine Freud'sche Fehlleistung, die Wolfgang Staudte, der Vorzeige-Regisseur der Re-education, 1959 in seinem geschmacklosen Streifen "Rosen für den Staatsanwalt" als Schluß-Motiv verwendet. Rosenfeld war 1945-48 Kommandant des Konzentrationslagers Dachau, das von den Amerikanern übernommen worden war. Er ließ fast alle seine Gefangenen bestialisch foltern, um "Geständnisse" für die Nürnberger Prozesse zu erpressen, wie er ganz offen einräumte; viele seiner Opfer starben an den Folgen dieser Folterungen. In den drei Jahren unter seiner Leitung kamen in Dachau - das kein Vernichtungslager gewesen war, bis Rosenfeld "zu Museumszwecken" Gasduschen einbauen ließ, die leichtgläubigen Besuchern bis heute als "Nazi-Einrichtungen" vorgeführt werden - mehr Menschen um als in den 12 Jahren davor unter den Nazis.)
Trotz Freispruchs wird Skorzeny zunächst in einem alliierten Konzentrationslager bei Darmstadt festgehalten, bis über Auslieferungs-Anträge Dänemarks und der Tschecho-Slowakei (zweier Länder, mit denen er nie etwas zu tun hatte) entschieden ist.6

1948
Juli: Vom britischen Oberbefehlshaber Montgomery gewarnt, daß man ihn als den "gefährlichsten Mann Europas" umbringen wolle, flieht Skorzeny, wohl mit stillschweigendem Einverständnis des Lagerkommandanten, in dessen Auto nach Frankreich, wo ihm ein amerikanischer Colonel seine Pariser Wohnung als Unterschlupf zur Verfügung stellt.7

1950
Februar: Skorzeny wird von der Pariser Journaille aufgespürt und taucht vorübergehend in "Österreich" unter.

1951
Skorzeny übersiedelt nach Spanien - wo ihm Franco Asyl gewährt - und eröffnet ein Ingenieursbüro.

1952
Skorzeny wird von einer Spruchkammer in absentia "entnazifiziert" und als "minderbelastet" eingestuft. Er könnte also in die BRD oder nach Österreich zurück kehren, von denen er jedoch die Nase gestrichen voll hat, zumal beide nach wie vor von den Alliierten besetzt sind, die den Kriegszustand noch nicht für beendet erklärt haben. Skorzeny bleibt in Spanien, hält lediglich Kontakt zu einigen anderen berühmten Frontkämpfern (die freilich ebenfalls ins Ausland gegangen sind) wie Oberst Rudel und Standartenführer Degrelle.
Er veröffentlicht seine Kriegserinnerungen in zwei Bänden: "Vive peligrosamente [Lebe gefährlich]" und "Luchamos y perdimos [Wir kämpften und verloren]".


ab 1953
Skorzeny unterhält einen schwunghaften Waffenhandel, wird Berater von Militärmachthabern in aller Welt, von Juan Perón (Argentinien) bis Gamāl 'Abd-al-Nāsir (Ägypten) und wird damit - und mit Immobiliengeschäften - Millionär. (Alle Vermutungen8 über andere Auftraggeber und Geldquellen dementiert Skorzeny zeitlebens.)
Die britischen Autoren Ian Fleming und Frederick Forsyth spinnen Skorzenys Abenteuer zu Romanen aus ("James Bond"9, "The Odessa File [Die Akte Odessa]"), die auch mit großem Erfolg verfilmt werden.
Skorzeny unterstützt seine ehemaligen Kameraden durch großzügige Finanzspritzen an Organisationen wie "Spinne" (die u.a. russischen und ukrainischen Ex-Angehörigen der Waffen-SS zur Flucht verhilft und sie so vor der Auslieferung an Stalin und der sicheren Ermordung rettet) und "HiaG" (die viele deutsche Ex-Angehörige der Waffen-SS, die zunächst Arbeitsverbot haben und auch keine Rente erhalten10, vor dem Hungertod bewahrt). Er wird dafür übel angefeindet.

[Skorzeny in seinem Büro - nie ohne Glimmstengel]

1954
März: Skorzeny heiratet Ilse, geb. Lüthje, gesch. Finck v. Finckenstein (1918-2002).

1959
Der ukraïnische Widerstandskämpfer Bandera, der zusammen mit einigen Ex-Angehörigen der "Friedenthal"-Truppe noch bis 1955 den bewaffneten Kampf gegen Stalin und dessen Epigonen fortgesetzt hatte, wird in seinem Münchner Exil von einem KGB-Agenten ermordet.

1970
Skorzeny erkrankt an Krebs.

1972
Im amerikanischen Ballantine-Verlag erscheint im Rahmen des Projekts "Illustrierte Geschichte des Jahrhunderts der Gewalt" [gemeint ist das 20. Jhdt.] eine Kurz-Biografie Skorzenys von Charles Whiting als 11. von 31 Bänden der Reihe "War Leaders". Er steht dort neben Churchill, Eisenhower, De Gaulle, Goebbels, Göring, Guderian, Halsey, Heydrich, Himmler, MacArthur Montgomery, Mountbatten, Mussolini, Patton, Rommel, Rundstedt, Schukow, Stalin, Stilwell, Student, Tito, Tojo und Yamashita - ein Beleg für die anhaltende Fehleinschätzung eines einfachen Obersturmbannführers der Reserve, der seine militärischen Ziele stets mit einem Minimum an Verlusten zu erreichen suchte (und meist auch erreichte), während an den Händen der meisten anderen - von denen kein Militär weniger als General bzw. Admiral und kein Politiker weniger als Minister war - das Blut von Millionen Toten klebte (wobei das Fehlen von Hirohito und Roosevelt besonders auffallend ist). Das Buch wird gleichwohl - auch in anderen Sprachen - zum Bestseller (wozu freilich auch sein niedriger Preis - 1 US-$ - beigetragen haben dürfte :-).

[englische Ausgabe] [spanische Ausgabe]

1972/73
Skorzeny ist der einzige, der den verzweifelten Aufstand der Ukraïner gegen das Sowjet-Regime und dessen blutige Niederschlagung durch den im Westen allseits hofierten Brezhnew mit Sympathie verfolgt. Während sich noch 1968 alle Welt über den Sowjet-Einmarsch in die Tschecho-Slowakei maßlos aufregte, schweigen die westlichen Medien diesen Aufstand tot, denn inzwischen ist "Entspannung" angesagt und Milliarden-Kredite zur Stützung des maroden Sowjet-Systems. Fortan wird jeder, der anders denkt, als unverbesserlicher ("Alt-" oder "Neo-") Nazi diffamiert und mundtot gemacht. "Anti-Kommunist" wird in der seit 1969 von einer Koalition aus Sozialisten (zunächst Bundeskanzler Brandt, später Bundeskanzler Schmidt) und Linksliberalen (zunächst Vizekanzler Scheel, später Vizekanzler Genscher) regierten BRD zum Schimpfwort, ebenso in der von dem Sozialisten Bruno Kreisky quasi als Alleinherrscher regierten RÖ.

1975
6. Juli: Otto Skorzeny stirbt - in Deutschland und "Österreich" verdrängt, vergessen und/oder verfemt - in Madrid.
Die Urne mit seiner Asche wird zur Grabstätte seiner Familie auf dem Döblinger Friedhof in Wien überführt.11

[Grabstein]

Die Endfassung seiner Kriegserinnerungen erscheint posthum in Frankreich unter dem Titel "La guerre inconnue [Der unbekannte Krieg]". Skorzeny rechnet darin schonungslos mit anderen Memoiren-Schreibern ab, vor allem mit Albert Speer und Baldur v. Schirach, die sich mit ihren Lügenmärchen und geheuchelten Lippenbekenntnissen zur Demokratie die Freilassung aus Spandau erkauft haben, wo 1966 allein Rudolf Hess zurück bleibt, der nach Skorzenys Überzeugung 1941 mit Wissen und Wollen Hitlers nach Schottland geflogen war, um am Vorabend des Rußland-Feldzugs einen Sonderfrieden auszuhandeln. Ein Jahr später wird die deutsche Fassung unter dem Titel "Meine Kommando-Unternehmen" im Limes-Verlag (die Taschenbuch-Ausgabe bei Moewig) veröffentlicht. Sie zeigen Skorzeny als einen der wenigen nicht-verlogenen Schreiber aus "jenen Tagen", nüchtern und sachlich, (fast zu) knapp, mit trockenem Humor und ungeheurer Sachkenntnis.


1987
Charles Foley veröffentlicht eine Skorzeny-Biografie unter dem Titel "Commando Extraordinary [Sonderkommando]".


1998
Whitings 26 Jahre alte - nicht nur durch Skorzenys Memoiren, sondern auch durch Foley längst überholte - Skorzeny-Biografie wird, leicht erweitert und mit dem Untertitel "The Most Dangerous Man in Europe [Der gefährlichste Mann Europas]" versehen, neu aufgelegt und uninformierten Kreisen als "die neueste Erkenntnis" verkauft.



2015
Juli: An Skorzenys 40. Todestag spricht niemand mehr vom "gefährlichsten Mann Europas"; vielmehr macht man sich - auch bei den Angelsachsen - Gedanken über die gefährlichste Frau Europas und wie man den von ihr herauf beschworenen Untergang des Abendlandes abwenden kann.

[Die gefährlichste Frau Europas...] [betreibt den Untergang des Abendlandes]


1So die glaubhafte Selbstauskunft Skorzenys. Andere Behauptungen - Herkunft aus Hinterpommern (weil es dort ein Dorf mit dem Namen "Scorzencin" gab, das die Polen heute "Skorzęcin" schreiben), Ungarn oder Böhmen und Mähren erlaubt sich Dikigoros ins Reich der Fabel zu verweisen. "Skorzeny" ist zu Beginn des 20. Jahrhunderts ein beinah typischer Name für einen Bürger Wiens, wo damals mehr Slawen als Deutsche lebten.

2Auch dies beruht auf Skorzenys eigenen Angaben. Anderswo wird verbreitet, er sei vielmehr 1935 - oder gar schon 1934 - "Mitglied der SS" geworden. Das kann schon deshalb nicht sein, weil diese seit 1933 in "Österreich" verboten war.

350 Jahre später behaupteten ein paar Bw-Schlipssoldaten auf ihrer Webseite, nicht der böse "Kriegsverbrecher" und Nazi Skorzeny habe Mussolini befreit, sondern eine Kompanie "regulärer" Fallschirmjäger. Daran ist so viel richtig, daß die Befreiungsaktion offiziell unter dem Oberkommando des Fallschirmjäger-Generals Karl Student stand, der den Ausgang gemütlich am Schreibtisch abwartete. (Ähnlich wie der Fallschirmjäger-Oberleutnant Rudolf Witzig 1940 offiziell die Eroberung des Forts Eben-Emael kommandierte. Tatsächlich verfolgte er sich bloß aus der Ferne, weil sein Flugzeug wegen eines technischen Defekts irgendwo notgelandet war; erst später kam er nach und ließ sich feiern, heimste Ruhm und Beförderungen ein. In der Bundeswehr brachte er es dort noch bis zum Oberst.) Die Einsatzleitung vor Ort hatte jedoch Skorzeny. Richtig ist ferner, daß Fallschirmjäger die Talstation der Seilbahn eroberten, während Skorzeny auf dem Gran Sasso landete. (Er konnte ja nicht überall gleichzeitig sein :-) Damit allein wäre aber nichts gewonnen gewesen; ohne den Einsatz "von oben" hätten die Italiener dort bloß das Seil zu kappen und abzuwarten brauchen, bis alliierte Truppen die paar deutschen Fallschirmjäger im Tal wieder verjagten. (Sie fuhren schließlich mit der Seilbahn hinauf und ließen sich von dort zurück fliegen.) Und richtig ist schließlich, daß man Skorzeny auch für "oben" höchstvorsorglich eine halbe Kompanie Fallschirmjäger mitgegeben hatte, da seine eigene Kommando-Einheit nur aus einer Handvoll Männer bestand; ob er sie tatsächlich benötigte, erscheint indes angesichts des praktisch kampflos gelungenen Handstreichs mehr als fraglich. Gleichwohl ist das Märchen von den Fallschirmjägern inzwischen herrschende Meinung unter BRDDR-"Historikern". Nur der dumme Mussolini scheint das damals falsch verstanden zu haben, denn er schenkte nicht jenen seinen tapferen Befreiern eine goldene Armbanduhr mit Widmung, sondern dem völlig unbeteiligten MitfliegerMitläufer Skorzeny. (Aber das zeigt letztlich nur, daß Mussolini politisch unkorrekt dachte und handelte - halt ein typischer Fascist :-) Zum Sprachrohr jener neuen Sichtweise macht sich Sven Felix Kellerhoff, der "Leitende Redakteur Geschichte" des Springer-Blatts Die Welt. Er behauptet u.a., die "gleichgeschalteten Zeitungen des Dritten Reiches" hätten "die falsche Selbstdarstellung des SS-Offiziers..." [Skorzeny, daß nicht die Fallschirmjäger, sondern er selber Mussolini befreit habe] "...etabliert." Das genaue Gegenteil ist richtig, wie sich anhand der überlieferten Quellen einwandfrei belegen läßt: Die erste "gleichgeschaltete" Pressemeldung über die Befreiung Mussolinis war ein Dreizeiler vom 13.9.43 folgenden Wortlauts: "Sondermeldung. Führerhauptquartier, 12. September. Deutsche Fallschirmtruppen und Männer des Sicherheitsdienstes und der Waffen-SS führten heute eine Unternehmung zur Befreiung des von der Verräter-Clique in Gefangenschaft gehaltenen Duce durch. Der Handstreich ist gelungen. Der Duce befindet sich in Freiheit." Dikigoros' Großvater hatte diese kurze Notiz entweder übersehen - sein Enkel fand sie auf der Rückseite eines in sein Tagebuch eingeklebten Artikels über die Versorgungslage - oder schlicht ignoriert, da er Erfolgsmeldungen längst nur noch als "Lügenpropaganda" ansah, gerade in Bezug auf Italien. (Dikigoros schreibt darüber an anderer Stelle mehr.) Am 15.9.43 erschien der erste ausführliche Pressebericht über "Die sensationelle Befreiung des Duce" - drei Zeitungsspalten, die Dikigoros' Großvater in sein Tagebuch einklebte - ohne Kommentar, ob er sie für wahr hielt oder nicht oder doch. In dem ganzen langen Artikel taucht der Name "Skorzeny" kein einziges Mal auf; es ist stets nur von dem "[mit der Durchführung des Befreiungsunternehmens beauftragten] SS-Hauptsturmführer" die Rede. (Offenbar klang der Name irgendjemandem zu "undeutsch" :-) Erstmals in der Deutschen Wochenschau Nr. 681 vom 22.9.43 wird Skorzenys Name überhaupt erwähnt. So viel zur Seriosität des Herrn Kellerhoff, der übrigens nur 10 Tage später an gleicher Stelle einen Bericht veröffentlichte über den sagenhaften Goldschatz Mussolinis - analog zu den sagenhaften Goldschätzen Rommels und Yamamotos, über die Dikigoros an anderer Stelle schreibt -, der bei Kriegsende in einem Bunker "verschwand". Und im März 2016 machte sich der selbe Kellerhoff, immer noch an gleicher Stelle, auch zum Sprachrohr des - von ihm als "seriös" bezeichnete - jüdischen Hetzblatts "Haaretz", indem er dessen These breit trat, zahlreiche vom Mossad (dem israelischen [Geheim-]Dienst) verübte Morde seien tatsächlich von Skorzeny ausgeführt worden, u.a. der vom 11. September 1962 an dem Münchner Kaufmann Heinz Krug. Wie tief kann ein Springer-Journalist noch sinken? Nun, nomen atque omen, es muß halt ein sehr tiefer Keller sein... Aber inzwischen war die Verunglimpfung des toten Skorzeny so etwas wie Mode geworden: Im Dezember 2014 hatte der BBC-Schmierfink Peter Crutchley die These aufgestellt, Skorzeny habe seit 1957 in Eire gelebt, wo er eine Farm erwarb, auf der er böse Nazi-Deutsche versteckte und ihnen dann zur weiteren Flucht nach sonstwohin verhalf. Er nannte ihn bei der Gelegenheit "Hitler's scar-faced Henchman [Hitlers narbengesichtigen Henker]", ohne freilich sagen zu können, wen er gehenkt haben sollte. Dies über einen Mann, der wie sonst wohl kein anderer "Commando"-Führer Blutvergießen vermieden hatte - während z.B. britische "Commandos" bei ihren Unternehmungen regelmäßige eine breite Blutspur insbesondere unter der Zivilbevölkerung hinterließen und hinterlassen.
Nachtrag: A propos Quellen: Kürzlich stellte Dikigoros mit gelindem Entsetzen fest, daß diese seine Webseite selbst in "wissenschaftlichen" [Diplom-]Arbeiten als "Quelle" zitiert wird. Aber das ist sie nicht, und das gilt für alle seine - mittlerweile über 500 - tabellarischen Kurzlebensläufe. Sie sind keine [Primär-]Quellen, sondern [Sekundär-]Literatur, denn er hat mit wenigen Ausnahmen keine[n] der hier Vorgestellten persönlich gekannt, und in den wenigen Ausnahmerfällen jedenfalls nicht so gut, daß er sich selber als "Quelle" bezeichnen würde. Er war auch bei keinem der hier geschilderten Ereignisse persönlich dabei, ist also weder Augen- noch Ohrenzeuge. (Das ist natürlich anders bei seinen Reiseberichten, in denen er persönliche Erlebnisse und Eindrücke schildert. Aber die sind, soweit er weiß, bisher noch nicht in "wissenschaftlichen" Arbeiten zitiert worden :-) Er stützt sich vielmehr auf - echte - Quellen [z.B. Skorzenys Memoiren], die er sorgfältig ausgewählt und kritisch ausgewertet hat. Wenn sich Quellen und fremde Sekundär-Literatur widersprechen, dann schreibt er das in der Regel dazu und erklärt, weshalb er der einen Darstellung folgt und der anderen nicht. (Auch Quellen können lügen, gerade Memoiren - Bismarcks "Gedanken und Erinnerungen" sind ein Musterbeispiel, das Historiker gerne erwähnen, ebenso Speers "Erinnerungen". Wer Dikigoros' Webseiten aufmerksam studiert hat, kennt aber noch andere, Anderen weniger bekannte krasse Fälle, wie die von T. E. Lawrence, Felix Graf Luckner, Margaret Mead, Rigoberta Menchú und all diejenigen, die er hier - in Fußnote 4 - zusammen getragen hat; übrigens eine sehr lohnenswerte Lektüre, deren geringer Zeitaufwand in keinem Verhältnis zum immensen Informationsgewinn steht :-) Daraus sollten seine Leser lernen, nicht aber ihm blind vertrauen und einfach abschreiben, als sei er eine "Quelle"! Sie sollen ihn also gerne zitieren, aber bitte richtig, d.h. als "Literatur", und nach Möglichkeit auch erwähnen, daß z.B. die Springer-Presse u.a. Lügenmedien etwas anderes schreiben und begründen, warum sie - nach hoffentlich eigenem, gründlichem Quellenstudium - Dikigoros folgen und nicht letzteren. Nachtrag Ende.

4Dikigoros folgt auch hier der Darstellung Skorzenys, der kein Motiv hatte, seine eigene Rolle - oder die anderer - herunter zu spielen oder aufzubauschen. Pridun dagegen hielt sich wohlweislich zurück, während Remers Bedeutung weit überschätzt wurde und wird. Er war zwar ein tapferer Frontoffizier - in zahlreichen Nahkämpfen bewährt -, aber ansonsten von "einfacher Persönlichkeitsstruktur", wie man heute beschönigend sagt. [Dikigoros' Vater, der ihm einmal persönlich begegnet war, nannte ihn weniger höflich "eine taube Nuß" - eine Bezeichnung, die er sonst nur noch einer anderen "Größe" des "Dritten Reichs" angedeihen ließ, nämlich dem ehemaligen Boxweltmeister Schmeling. Urs mißbrauchtenutzte seinen Job gerne aus, um mit "Promis" ein paar Worte mehr zu wechseln als dienstlich notwendig. Aber er lernte ja nicht alle "alten Kämpfer" kennen; viele waren nicht mehr am Leben, und wenn doch, dann liefen sie nicht unbedingt frei herum. (Auch Remer hatte sich sein Recht auf Freizügigkeit erst vor Gericht erstreiten müssen.) Und vorsichtige Leute stellten sich vielleicht gegenüber einem Zollbeamten absichtlich dumm - es konnte ja sein, daß der sie gar nicht aus persönlicher Neugier ausfragte, sondern um ihnen hinterher einen Strick daraus zu drehen. Speziell Schmeling war in dieser Hinsicht ein gebranntes Kind; der Zoll hatte ihm einst ein Strafverfahren wegen Schmuggels von Devisen und ausländischen Wertpapieren angehängt, das erst auf Hitlers persönliche Intervention nieder geschlageneingestellt wurde.] Remers eigene Darstellung der Ereignisse ist in vielen Punkten unglaubhaft. Richtig ist wohl, daß er nur durch eine Verkettung von Zufällen ins Rampenlicht des 20. Juli geriet: Er war seit kurzem Kommandeur des Berliner Wachbataillons. (Dort landeten - und landen - generell nur die dümmsten Soldaten und Offiziere, mit denen partout nichts anderes anzufangen ist; und Remer war wegen einer schweren Verwundung nicht mehr fronttauglich.) Als solcher hatte er sich von einem Mitverschwörer - Generalleutnant v. Hase - den Bären aufbinden lassen, daß Hitler tödlich verunfallt und daraufhin eine Revolte ausgebrochen sei, die er mithelfen müsse nieder zu schlagen. So sperrte Remer treudoofbefehlsgemäß das Regierungsviertel ab (und schützte so Stauffenberg & Co. vor etwaigen Angriffen von außen). Unterwegs hatte er jedoch nichts von einer Revolte bemerkt, was ihn wunderte, wie er gegenüber seinen Unterführern bemerkte. Zufällig war unter ihnen ein Oberleutnant d.R., der hauptberuflich im Propaganda-Ministerium arbeitete. Der bot an, dorthin zu fahren und Goebbels zu fragen, was los sei. Goebbels zitierte Remer zu sich, erklärte ihm, daß der Führer gar nicht tot sei und vermittelte ihm ein Telefonat mit Hitler. Ein weiterer Zufall wollte es, daß Hitler einige Monate zuvor Remer das Eichenlaub zum Ritterkreuz persönlich verliehen und sich bei dieser Gelegenheit einige Zeit mit ihm unterhalten hatte. Remer erkannte Hitlers Stimme wieder, zog nunmehr - wiederum befehlsgemäß - seine Truppen vom Regierungsviertel ab und holte v. Hase, den er Goebbels vorführte. Während im Propaganda-Ministerium noch herum gelabertdiskutiert wurde, hatten Pridun und ein paar Subalternoffiziere aus dem Stab von General Olbricht - einem Mitverschwörer - den Braten gerochen und beschlossen, dem Spuk ein Ende zu bereiten. Sie nahmen Stauffenberg & Co. fest und führten sie Generaloberst Fromm - einem inzwischen abgesprungenen Mitverschwörer - vor, der sie kurzerhand erschießen ließ, um seine eigene Beteiligung zu vertuschen. Als Skorzeny und Remer - unabhängig von einander - am Schauplatz des Geschehens eintrafen, war schon alles vorbei. Dennoch heimste Remer den Ruhm (und die Beförderungen - erst zum Oberst, dann sogar zum Generalmajor) ein - weil er halt mit Hitler telefoniert hatte -, obwohl er und seine Männer keinen einzigen Schuß abgegeben hatten. Es war auch völlig unerheblich, ob Remers Haufen das Regierungsviertel "abgesperrt" hatte oder nicht; Skorzeny hätte diese Paradesoldaten mit einem Zug seiner Elitetruppe, den er bei sich hatte, an die Wand geklatscht mit Leichtigkeit überwältigt.

5Dennoch muß diese ach-so-"ruchlose" Tat Skorzenys nach dem Krieg als "Rechtfertigung" für die Ermordung oder Vertreibung von rund einer Million ungarischer Volksdeutscher herhalten. [Die offiziellen BRD-Statistiken sind unzutreffend, da sie die "Österreicher" nicht mit zählen. Unter Maria Theresia waren im 18. Jahrhundert hunderttausende Siedler aus dem "Heiligen Römischen Reich deutscher Nation" in das durch die lange Türkenherrschaft völlig verwüstete und stark entvölkerte Ungarn gekommen und hatten es wieder aufgebaut.] Knapp 71 Jahre später haben die USA unter dem Krypto-Muslim Barack Hussein Obama unterstützt von ihren VasallenVerbündeten in London, Paris, Brüssel und Berlin, erneut einen Weltkrieg vom Zaun gebrochen, in dem sie versuchen, die Welt einem fundamental-islamischen Terror-Regime zu unterwerfen, ausgehend von Nordafrika und Nahost. Nachdem als "Flüchtlinge" getarnte Jihadis zu Millionen die Grenze nach Ungarn überschritten haben, bereitet die ungarische Regierung den Seitenwechsel vor, indem sie Abwehrmaßnahmen (Errichtung von Grenzbefestigungen, Zurückschlagen der Invasoren Immivasoren Immigranten) einleitet. Daraufhin sickern deutsche Geheimkommandos (als "zivile Helfer" getarnte Freiwillige) in Budapest ein, wo die Invasoren alle Bahnhöfe besetzt halten, und versorgen die Eindringlinge mit Verpflegung, Medikamenten und Kriegsgerät. Zwar ist weit und breit kein Skorzeny in Sicht, der Ungarn und Europa vor der herein brechenden Katastrofe bewahren könnte - etwa durch handstreichartige Festnahme und Hinrichtung der verantworlichen Politverbrecher an den genannten Orten -, aber die Ungarn haben in Victor Orban einen Führer, der ein anderes Format aufweist als einst Horthy: Er läßt sich nicht absetzen, sondern wirft die deutschen Eindringlinge hinaus und zwingt sie, auch die muslimischen Invasoren mit in die BRDDR zu nehmen, wo sie auf Kosten der deutschen Steuerzahler alimentiert werden bis zur offiziellen Machtergreifung des Islam in Almanistan. (Spätestens Mitte des 21. Jahrhunderts werden sie dort die Bevölkerungsmehrheit stellen und dies ganz "demokratisch" durch Wahlen bewerkstelligen können.)

6Auf diversen Internet-Seiten - auch solchen "rechter" Provenienz - kursiert das Märchen, Skorzeny sei von deutschen oder "österreichischen" Behörden wieder eingesperrt worden, nachdem die Alliierten ihn schon hätten laufen lassen. Aber damals existierten die BRD und die RÖ noch nicht, und es gab auch keine deutschen oder "österreichischen" Behörden, die dazu unabhängig von den alliierten Besatzern befugt gewesen wären.

7Dikigoros folgt hier einmal mehr Skorzenys eigenen Angaben, zum einen, weil man sich so etwas nicht ausdenkt (jedenfalls dann nicht, wenn man in Sicherheit ist und keinen Grund hat, einen etwaigen anderen Fluchtweg zu verschleiern), zum anderen, weil die ohnehin nicht sehr überzeugenden Behauptungen der "Besserwisser" - längerer Aufenthalt in Bayern, versteckt auf einem Bauernhof, Ausreise nach Spanien mit Hilfe des Vatikans über Italien oder auf einen "Nansen-Flüchtlingspaß - einander z.T. diametral widersprechen.

8Über die in der oben verlinkten Räuberpistole genannten Behauptungen hinaus wurde Skorzeny im neuen Jahrtausend auch nachgesagt, für die Militärjunta, die 1967-1974 Griechenland regierte, und für den libyschen Diktator Gaddafi Waffengeschäfte eingefädelt zu haben oder sonstwie tätig gewesen zu sein. Es ist allerdings nur zu offensichtlich, daß diese Märchen von jüngsten Entwicklungen ablenken sollten, die selbst in den Augen moderner Gutmenschen nicht gerade schmeichelhafte Vergleiche zwischen Skorzeny einerseits und den guten Demokraten unserer Tage andererseits heraus forderten: So bildete die BRDDR seit der Kanzlerschaft des Sozialisten Gerhard Schröder ganz offiziell libysche Terror-"Polizei"-Einheiten aus; und die sozialistische Regierung Griechenlands, die 2010 vor dem Staatsbankrott stand, hatte diesen vor allem den Milliarden schweren Waffenimporten aus der BRD und Frankreich zu verdanken, deren Kosten die zur Zeit der Militär-Regierung um mehr als das hundertfache überstiegen (und deren Weiterführung zur Bedingung für das Milliarden schwere "Rettungspaket" der EU für Griechenland gemacht wurde - so daß von dem Geld zuallererst weiter Waffen gekauft und bezahlt werden mußten.) In diesem Zusammenhang noch etwas grundsätzliches zur Quellenkritik und -bewertung: Für den Wahrheitsgehalt der Bücher Skorzenys spricht ganz massiv, daß sie Jahre lang in der BRD verboten waren. Merke: Lügen lassen sich ganz einfach aus der Welt schaffen, nämlich indem man sie mit der Wahrheit widerlegt. Nur die Wahrheit muß gesetzlich verboten und mit den Mitteln des Justizstaates verfolgt werden, deshalb hat der Inhalt jedes von Staats wegen verbotenen Buchs a priori die Vermutung der Richtigkeit für sich. Umgekehrt hat jedes Buch, das in staatlichem Auftrag geschrieben und unter die Leute gebracht wird - womöglich auch noch kostenlos, wie die Erzeugnisse der Bundeszentrale für politische Verblödung"Bildung", dto ihre Pendants in den Landeszentralen -, vorab die Vermutung der Unrichtigkeit gegen sich; denn keine Regierung hat es nötig, die Wahheit unters Volk zu bringen - wenn es denn wirklich die Wahrheit wäre. Dies solltet Ihr, liebe Leser, beim Studium aller Quellen - und erst recht aller Sekundär-Literatur - immer im Hinterkopf behalten!

9In den offiziellen Medien wird das heftig bestritten. Dort reichen die Spekulationen über das Bond-Vorbild von Sidney Reilly bis Dusko Popov.

10Erst 1961 gelang es dank der unermüdlichen Lobbyisten-Tätigkeit vornehmlich des Ex-Generalobersten der Waffen-SS Paul Hausser, die rentenrechtliche Gleichstellung mit ehemaligen Angehörigen der übrigen Wehrmachtsteile zu erreichen.

11Auf dem Döblinger Friedhof lagen auch zahlreiche prominente Juden begraben, u.a. der Zionist Theodor Herzl (bis 1949, als der neu gegründete Staat Israel die Leiche für sich beanspruchte und auch erhielt). Die Grabstätte der Skorzenys wird seit den 1980er Jahren regelmäßig von "Aktivisten" der "Friedensbewegung", "Antifa"-Gruppen u.a. kriminellen Elementen guten Demokraten ungestraft geschändet. Immerhin besteht sie noch. Wäre Skorzeny in Spanien beigesetzt worden, wäre seine Grabstätte 2006 im Zuge der "Defrankoïsierung" unter dem Regime des roten Banditen braven Sozialisten José Zapatero ganz offiziell zerstört worden.


weiter zu Sepp Dietrich

zurück zu Sic transit gloria

heim zu Von der Wiege bis zur Bahre