JOSEPH  GOEBBELS

(29.10.1897-1.5.1945)

[Joseph Goebbels - Gemälde von Wilhelm Otto Pitthan]
[Unterschrift]

Tabellarischer Lebenslauf
zusammengestellt von
Nikolas Dikigoros

[Volksempfänger alias 'Goebbels-Schnauze']

1897
29. Oktober: Paul Joseph ("Jupp") Goebbels wird als drittes von fünf Kindern des Buchhalters Friedrich Goebbels und dessen niederländischer Ehefrau Maria (geb. Oldenhausen) in Rheydt (damals Nachbarstadt von München-Gladbach, heute Stadtteil von Mönchengladbach) geboren; beide Eltern sind streng katholisch und haben ihn zum Priester bestimmt; er wird zu größter Sparsamkeit erzogen. Einziger "Luxus" ist ein altes Klavier.

1901
Goebbels behält von einer Erkrankung (Kinderlähmung? Knochenentzündung?) oder einem Unfall zeitlebens einen Klumpfuß und ein verkürztes Bein zurück.
(Eine merkwürdige Parallele zu Talleyrand, dem Propaganda-Minister von Napoléon Bonaparte :-)

1908
ab Ostern: Goebbels besucht die städtische Oberrealschule in Rheydt.

1914
Ostern: Goebbels wechselt auf das Reformgymnasium in Rheydt.
August: Goebbels meldet sich zu Beginn des Ersten Weltkriegs als Freiwilliger, wird jedoch wegen seiner Gehbehinderung vorläufig als wehruntauglich zurück gestellt.

1917
Ostern: Goebbels legt die Reifeprüfung als Jahrgangsbester ab und hält die Abiturientenrede, nach der ihm sein Schuldirektor sagt: "Ein guter Redner werden Sie nie."
April: Goebbels immatrikuliert sich an der Philosophischen Fakultät der Universität Bonn für das Fach Altphilologie.
Juni: Goebbels wird als Stabsdienstsoldat eingezogen, aber bald darauf endgültig als wehruntauglich entlassen.
Goebbels immatrikuliert sich erneut an der Universität für die Fächer Germanistik und Geschichte. Er tritt der katholischen Studentenverbindung Unitas bei und erhält ein "Stipendium" (in Form eines Darlehens von 180 Mark pro Semester) vom Albertus-Magnus-Verein.

1918-1920
Goebbels wechselt von Bonn über Freiburg, Würzburg und München an die Universität Heidelberg. Zu seinen wichtigsten akademischen Lehrern zählen die jüdischen Professoren v. Waldberg (der sein Doktorvater wird) und Gundelfinger ("Gundolf"), aber auch der Freiburger Prof. Mehler, der Goebbels' Begeisterung für Benito Mussolini weckt.
Goebbels liest Heine und Raabe ("Der Hungerpastor"), Marx und Engels, Tolstoj und Dostojewskij (in der Übersetzung von Möller van den Bruck, der später - 1923 - "Das Dritte Reich" verfaßt), Strindberg und George.
Politisch tendiert Goebbels damals zu einer Mischung aus Kommunismus und National-Bolschewismus. ("Man kann es den Kommunisten nicht verdenken, daß sie diese Bourgeoisie hassen wie die Pest.")

1921
21. April: Goebbels, der seine Dissertation über "Wilhelm Schütz als Dramatiker" geschrieben hat, wird zum Dr. phil. promoviert.
Wilhelm Schütz (1776-1847), ein harmloser Romantiker, gilt daher seit 1945 als Unperson und wird in keiner Literaturgeschichte mehr erwähnt.

1921-1924
Goebbels versucht vergeblich, eine Anstellung als Journalist oder Dramaturg zu erhalten, auch bei mehreren jüdischen Verlagshäusern (u.a. Ullstein). Ebenso erfolglos bleiben seine Versuche als Schriftsteller (autobiografischer Kurzroman "Michael, ein deutsches Schicksal", Christusdrama "Judas Ischariot", Dante-Abklatsch "Der Wanderer", nach der "Divina Comedia" u.a.). Er liest Spengler, Chamberlain und Wagner.

[Michael]

1923
1. Januar: Goebbels wird auf Vermittlung seiner Freundin Else Janke (einer Halbjüdin) bei der Dresdner Bank in Köln-Klettenberg angestellt (bis August). In den nächsten acht Monaten, der Zeit der Hyperinflation, lernt Goebbels in jenem "Tempel des Materialismus" die "jüdische Hochfinanz" hassen, ebenso die jüdischen Spekulanten und Schieber, welche die einfachen Leute um ihre Ersparnisse bringen. Von da an wird er zum Anti-Kapitalisten und zum Anti-Semiten - was für ihn gleichbedeutend ist.

[Inflation] [Inflation]

17. Oktober: Goebbels beginnt ein umfangreiches Tagebuch zu führen. Die Passagen, welche diese Zeit seines weltanschaulichen Schlüsselerlebnisses behandeln, dürfen bis heute nicht veröffentlicht werden.

1924
21. August: Goebbels gründet nach ersten Kontakten mit national-sozialistischen und "völkischen" Kreisen - darunter auch General a.D. Ludendorff - in Weimar eine Ortsgruppe der "Nationalsozialistischen Freiheitsbewegung Großdeutschlands", einer Tarnorganisation der seit dem später so genannten "Hitler-Putsch" verbotenen "Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP)" in Mönchengladbach.
1. Oktober: Goebbels wird Schriftleiter der Wochenzeitung "Völkische Freiheit".

1925
01. März: Goebbels wird Mitglied des Vorstands des Gaus Rheinland-Nord der NSDAP.
29. März: Nach dem Tod von Friedrich Ebert wird der Reichspräsident neu gewählt. Goebbels unterstützt Ludendorff, der mit knapp über 1% der abgegebenen Stimmen im 1. Wahlgang letzter wird. (Im 2. Wahlgang siegt Feldmarschall a.D. Paul v. Hindenburg.)
September: Goebbels wird Gaugeschäftsführer und Schriftleiter der "Nationalsozialistischen Briefe", die als Organ des anti-kapitalistischen Flügels der NSDAP um die Brüder Gregor und Otto Strasser die zentralistische Parteiführung der "Münchener Bonzen" um Adolf Hitler kritisieren.
Oktober: Goebbels liest Mein Kampf mit gemischten Gefühlen und bleibt auch danach ein "Linker".
(Angesichts des Vertrags von Locarno schreibt er - ganz entgegen Hitlers Intentionen in Bezug auf "Lebensraum im Osten": "Eine grauenhafte Aussicht: Deutschlands Söhne werden sich auf den Schlachtfeldern Europas im Dienste des Kapitalismus verbluten. Vielleicht, wahrscheinlich im 'heiligen Krieg gegen Moskau'! Gibt es eine größere politische Infamie?")
November: Goebbels lernt Hitler in Braunschweig persönlich kennen, erliegt der Faszination seiner "großen, blauen Augen" und ändert seine Meinung über ihn grundlegend. Nun sieht er ihn ihm den "geborenen Volkstribun" und "kommenden Diktator".
Dezember: Goebbels ist einer der Hauptredner auf der Schlageter-Feier in Düsseldorf.
Er liest "Das dritte Reich" von Möller van den Bruck und erkennt - noch durchaus kritisch - die Bedeutung des neuen Mediums Radio. ("Der Deutsche vergißt über Radio Beruf und Vaterland... Das moderne Verspießungsmittel!")


1926
Januar: Goebbels liest "Seefahrt ist not" von Gorch Fock.
Februar: Goebbels erkennt auf dem Parteileitertreffen in Bamberg Hitler als Führer an und wendet sich damit erstmals offen gegen die Gebrüder Strasser.
Mai: Goebbels lernt bei einem Besuch in Bayreuth die Engländer Houston Stewart Chamberlain - Richard Wagners Schwiegersohn - und Winifred Wagner - Richard Wagners Schwiegertochter - persönlich kennen.
Goebbels sieht im Kino den Stummfilm Panzerkreuzer Potëmkin von Sergej Eisenstein, der ihn schwer beeindruckt. ("Man kann von den Bolschewisten, vor allem in der Propganda, viel lernen.")
Juni: Goebbels erstes Buch, "Die zweite Revolution", bleibt weitgehend unbeachtet.
Juli: Goebbels beginnt Hitler als "Chef" zu bezeichnen; dieser "undeutsche" Titel behauptet sich im inneren Kreis gegen die von Rudolf Hess zur Verwendung in der Öffentlichkeit geprägte Bezeichnung "Führer".
Oktober: Goebbels wird von Hitler zum Gauleiter von Berlin-Brandenburg ernannt. Im "roten" Berlin zählte die NSDAP bis dahin kaum 500 Mitglieder.
Goebbels beendet seine Liaison mit Else Janke.

1927
4. Juli: Die von Goebbels gegründete Propagandazeitung "Der Angriff" erscheint, zunächst wöchentlich (ab Oktober zweimal wöchentlich, ab November 1930 täglich). Goebbels kritisiert darin u.a. den stellvertretenden Polizeipräsidenten von Berlin, Isidor "Bernhard" Weiß, der wiederholt öffentliche NSDAP-Auftritte verbietet.


1928
Mai: Bei den Reichstagswahlen erreicht die NSDAP nur bescheidene 2,6% der abgegebenen Stimmen, in Goebbels Berliner Wahlkreis sogar nur 1,5%*; dennoch zieht er über den Listenplatz als einer von 12 Abgeordneten der NSDAP in den Reichstag ein.
Goebbels internes Verhältnis zu seinen Fraktionskollegen ist gespannt, insbesondere zu Hermann Göring ("so dumm wie Stroh und so faul wie eine Kröte, [...] ein Haufen gefrorene Scheiße") und zu Julius Streicher ("Dieser bloße Antisemitismus ist zu primitiv [...] Der Jude ist nicht an allem schuld"), aber auch zu General a.D. Franz v. Epp ("ein Soldat soll aus der praktischen Politik bleiben").
ab Juli: Nach außen profiliert sich Goebbels durch demagogische und cynische Reden gegen einflußreiche Juden und linke Politiker, wobei er sich vor allem auf seinen Lieblingsgegner Gustav Stresemann einschießt. Berühmt wird sein Freispruch in einem auf Veranlassung von Weiß angestrengten Strafprozeß mit der Urteilsbegründung, es könne weder als Beleidigung noch als Verleumdung angesehen werden, einen Juden wahrheitsgemäß als "Juden" zu bezeichnen. (Diese Rechtsprechung wird nach 1945 aufgegeben - seitdem ist dies strafbar, gegenüber Juden als Beleidigung, gegenüber Nicht-Juden als Verleumdung. Was diese neue Rechtsprechung letztendlich besagt, hat sich offenbar noch niemand überlegt.) Sein zusammen mit Hans Schweitzer ("Mjoelnir") verfaßtes "Buch Isidor" wird ein Verkaufserfolg.


Weniger gnädig verfahren die Zivilgerichte mit Goebbels: Obwohl er sein Stipendium bereits im Mai 1923 an den Albertus-Magnus-Verein zurück gezahlt hatte (entsprechend der Inflation 10.000 Mark für 960 Mark gewährtes Darlehen), wird er verurteilt, dies noch einmal 1:1 in neuer Währung zu tun, obwohl die herrschende Rechtsprechung sonst alle privaten Darlehen vor der Währungsreform vom November 1923 als 1 : 1.000.000.000.000 abgewertet ansieht.

1929
ab Mai: Bei diversen Landtagswahlen kann die NSDAP ihren Stimmenanteil kontinuierlich steigern, bleibt jedoch vorerst noch im einstelligen Bereich.


2. September: Goebbels sieht - und hört - zum ersten Mal einen Tonfilm, "The Singing Fool [der singende Narr]" und ist einmal mehr schwer beeindruckt. ("Hier liegt eine Zukunft, und wir tun Unrecht daran, daß alles von uns als amerikanisches Gemache abgelehnt wird.")
23. September: Goebbels überlebt ein - offenbar mit stillschweigendem Einverständnis von Teilen der Berliner Polizei verübtes - kommunistisches Attentat.
29. September: Goebbels lernt den SA-Sturmführer (Leutnant) Horst Wessel kennen.


Goebbels agitiert gemeinsam mit dem Medienzaren Alfred Hugenberg gegen den 'Young Plan' und erwirkt einen diesbezüglichen Volksentscheid, der jedoch keinen Erfolg hat, da Hindenburg zum Boykott aufruft, so daß die Mindestbeteiligung (50%) nicht erreicht wird. Dies, obwohl nach dem Börsenkrach vom "Schwarzen Freitag" (24.10.1929) in New York eine weltweite Wirtschaftskrise einsetzt, infolge derer das Deutsche Reich die nunmehr festgesetzten Reparationen gar nicht aufbringen kann.
3. Oktober: Goebbels begrüßt den Tod Stresemanns. ("Hingerichtet durch einen Herzschlag. Ein Stein auf dem Weg zur deutschen Freiheit weggeräumt. Gut so!")
17. November: Nach den Berliner Stadt- und Bezirksverordnetenwahlen stellt die bisher in keinem Berliner Parlament vertretene NSDAP 13 Stadt- und 40 Bezirksverordnete. (Wesentlich größer sind freilich die Gewinne der KPD.)* Dazu tragen maßgeblich zwei Berliner Skandale um jüdische Kreditbetrüger (und deren korrupte Helfer in den "demokratischen" Parteien) bei, die Goebbels im Wahlkampf breit ausschlachten konnte: Die Brüder Barmat waren zwar wegen Kreditbetrugs verhaftet und verurteilt worden, aber auf Bewährung entlassen worden, woraufhin sie sich sofort ins Ausland absetzten; die Gebrüder Sklarek wurden vom Berliner Oberbürgermeister Gustav Böß (aus Stresemanns DDP) gedeckt - der schließlich zurück treten muß.
(Nach Böß - der heute als "armes Opfer des National-Sozialismus" gilt - wurde nach 1945 passenderweise die Straße am Roten Rathaus benannt.)

1930
4. Februar: Goebbels gewinnt auf einer Vortragsreise nach Prag von den Tschechen den Eindruck dreckiger, unschöpferischer Parasiten, die das deutsche Prag ruiniert haben, und schreibt nach seiner Rückkehr den Satz: "Hätte der Deutsche doch in der Vergangenheit immer auch soviel machtpolitischen Willen gehabt wie er Kultur hatte, wir wären heute die Herren Europas, vielleicht sogar der Welt."
23. Februar: Horst Wessel wird in Berlin von Mitgliedern der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) brutal ermordet. Goebbels, der darin sogleich einen Stoff "wie aus einem Roman von Dostojewski" erkennt, baut Wessel zum "Märtyrer für das Dritte Reich" auf und stilisiert das alte kommunistische Kampflied "Die Fahne hoch" von 1914 mit einem von Wessel 1927 verfaßten neuen Text zur Partei-Hymne der NSDAP ("Horst-Wessel-Lied") hoch.
Goebbels wird von Hitler zum "Reichspropagandaleiter" der NSDAP ernannt; sein Stellvertreter wird Heinrich Himmler. Goebbels' Hauptaufgabe ist die propagandistische Vorbereitung der Reichstagswahlen, vor allem der Kampf gegen den im März von Reichspräsident Hindenburg ohne parlamentarische Mehrheit zum Diktator berufenen "Hungerkanzler" Heinrich Brüning, der den Millionen Arbeitslosen und Sozialhilfe-Empfängern die ohnehin schon knappe Unterstützung noch weiter zusammen gestrichen hat. Goebbels verspricht den hungernden Wählern Brot und den der Straßenkämpfe Müden einen starken Mann, der Ruhe und Ordnung wieder herstellt und Schluß mit der Korruption und Klüngelwirtschaft der "demokratischen" Parteien macht.

[Wahlplakat: unsere letzte Hoffnung] [Karikatur: Goebbels malt Hitler] [Wahlplakat: Schluss mit der Korruption]

August: Der SA-Oberführer Walther Stennes läßt die Gauleitung der Berliner NSDAP stürmen ("Stennes-Putsch").
Goebbels gelingt es, zwischen Hitler und der SA zu vermitteln (was ihm in der Partei den Vorwurf einträgt, mit Stennes unter einer Decke gesteckt zu haben).
14. September: Bei den Reichstagswahlen gewinnt die NSDAP, einige Jahre zuvor noch eine bloße Splitterpartei, 107 Abgeordnetenmandate. (In Berlin liegt sie allerdings noch immer hinter KPD und SPD.*)
Dezember: Goebbels agitiert gegen den Film der jüdischen Regisseure Lämmle und Milestone "Im Westen nichts Neues", der eindrucksvoll die Schrecken des Ersten Weltkriegs aus deutscher Sicht schildert und daher von den Nazis als "Schmachfilm" empfunden wird, und läßt die Aufführungen u.a. durch Aussetzen von weißen Mäusen und Buhrufe stören. Er erreicht, daß der Film nach wenigen Tagen abgesetzt wird und daß die gut-demokratische Regierung der Weimarer Republik den gleichnamigen Roman von Erich Maria Remarque, der dem Film zugrunde liegt, verbietet.
(Seit 1945 wagt kaum eine deutsche Publikation über Goebbels, diese ruchlose Tat unerwähnt zu lassen.)

[Im Westen nichts Neues]

1931
19. Dezember: Goebbels heiratet Maria Magdalena ("Magda") Ritschel (geb. Behrend, adopt. Friedländer, gesch. Quandt). Trauzeugen sind - ausgerechnet - v. Epp und Hitler. (Die Ehe, aus der sechs Kinder hervor gehen, gilt nach außen als mustergültig; tatsächlich hat der eher polygam veranlagte Goebbels "die schöne Frau Quandt" nur auf Wunsch Hitlers geheiratet, der sie in seiner Nähe wissen will.)

[Heirat] [Kinder]

1932
März/April: Bei den Wahlen zum Reichspräsidenten unterliegt Hitler dem Amtsinhaber Hindenburg in zwei Wahlgängen deutlich, plaziert sich jedoch ebenso deutlich vor dem Kandidaten der Linken, Ernst Thälmann (KPD). Wenige Tage darauf werden die uniformierte SA und SS verboten; die NSDAP steht vor der Pleite.
15. April: Goebbels inszeniert im Berliner Sportpalast ein Rededuell mit Brüning in absentia, indem er Schallplatten mit dessen letzter Rede abspielen läßt und diese dann Satz für Satz hämisch kommentiert. Die Veranstaltung gilt als Goebbels' Meisterstück - die klassische Demaskierung des verlogenen Demokratismus Weimarer Prägung. Das Publikum tobt vor Begeisterung, spendet einen insgesamt sechsstelligen Betrag und saniert so Goebbels' leere Wahrkampfkasse.
24. April: Die NSDAP gewinnt die Landtagswahlen in Preußen.
30. Mai: Brüning tritt als Reichskankzler zurück. Unter seinen - ebenfalls ohne parlamentarische Mehrheit regierenden - Nachfolgern Franz v. Papen und Kurt v. Schleicher geht es mit Deutschland politisch und wirtschaftlich weiter bergab.
Juli: Goebbels organisiert anläßlich der Reichstagswahlen Flüge Hitlers zu öffentlichen Redeauftritten in über 50 Städte des Reiches. Der Erfolg ist überwältigend: Die NSDAP wird am 31.7. mit 230 Abgeordneten stärkste Partei im Reichstag.*
Goebbels übernimmt den im August 1930 von der Deutschnationalen Volkspartei (DNVP) und vom "Stahlhelm" gegründeten und seit März 1932 nationalsozialistisch beherrschten "Reichsverband Deutscher Rundfunkteilnehmer für Kultur, Beruf und Volkstum". Dessen "Betriebszellen" sollen in den Funkhäusern bei einer national-sozialistischen Machtübernahme die wichtigsten Funktionen des Sendebetriebs übernehmen.
Auf Goebbels Anordnung beteiligen sich die Nationalsozialisten am Streik der Beschäftigten der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG), zu dem die kommunistische "Revolutionäre Gewerkschafts-Opposition (RGO)" aufgerufen hat.

1933
30. Januar: Hindenburg beruft Hitler zum neuen Reichskanzler. Damit hat Deutschland zum ersten Mal seit drei Jahren wieder eine Regierung mit parlamentarischer Mehrheit.
13. März: Goebbels wird Leiter des neu geschaffenen "Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda"; er ist damit jüngster Minister im Kabinett Hitler-Papen-Hugenberg.


Goebbels erhält durch die so genannte "Gleichschaltung" nahezu uneingeschränkte Kontrolle über alle Bereiche des Kulturlebens und der Medien. Er konzentriert sich auf den Film und den Rundfunk als Instrumente der Massenbeeinflussung, beschränkt sich jedoch nicht auf politische Indoktrination, sondern verfährt nach dem erklärten Grundsatz: "Radio ist zur Unterhaltung und Entspannung da; wer Kant oder Hegel will, der kann die beiden ja lesen."
Goebbels treibt die Produktion eines für jedermann erschwinglichen Radios, des so genannten "Volksempfängers" voran, dessen Billigausführung im Volksmund bald liebevoll "Goebbels-Schnauze" genannt wird.

[Volksempfänger] [dto] [dto]

23. März: Der amerikanische World Jewish Congress erklärt dem Deutschen Reich theatralisch den Krieg und ruft zum weltweiten Boykott deutscher Waren auf.


1. April: Goebbels antwortet mit einem ebenso theatralischen Aufruf zu einem dreitägigen Abwehr-Boykott gegen jüdische Geschäfte in Deutschland. Der Aufruf wird jedoch kaum befolgt.**


23. April: Goebbels wird Ehrenbürger von Rheydt.
10. Mai: Goebbels hält in Berlin die "Feuerrede" bei der durch den Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbund nach dem Vorbild des Wartburgfestes von 1817 initiierten Bücherverbrennung; betroffen sind vor allem Schundliteratur und politisch unliebsame Werke linker (oft jüdischer) Autoren. Anders als bei den Büchervernichtungen nach 1945 handelt es sich jedoch lediglich um eine symbolische Verbrennung von Einzelexemplaren aus öffentlichen Bibliotheken; der private Handel und Besitz werden nicht verfolgt.

[Bücherverbrennung]

13. September: Goebbels ruft zur Errichtung des "Winterhilfswerks" zum Kampf gegen Hunger und Kälte - Erbe der Weimarer Mangelwirtschaft - auf. (Im Winter 1933/34 werden aus Spendengeldern 16,6 Millionen Menschen unterstützt; danach sinkt die Zahl der Bedürftigen durch die wirtschaftliche Gesundung des Reichs rapide.)
Dezember: Goebbels unterstützt die Ausarbeitung des populären Kulturprogramms der von Robert Ley gegründeten Freizeitorganisation "Kraft durch Freude (KdF)".

[KdF-Poster]

1934
Goebbels zieht in eine repräsentative Dienstvilla am Berliner Wannsee um und erwirbt ein Wochenendhaus in Saarow-Pieskow am Scharmützelsee. Dort sind seine Nachbarn die tschechische Schauspielerin und Film-Produzentin Anny Ondrakova und ihr Mann, der ehemalige Boxweltmeister Max Schmeling, den Goebbels' Propaganda zum Vorzeige-Arier und Muster-Nazi aufbaut.

[Schmeling nach Sieg über Hamas] [Ondrakova - Schmeling - Hitler]

30. Juni/1. Juli: Goebbels wird von der "Nacht der langen Messer", in der Hitler auf Drängen konservativer Kreise und der Wehrmacht den Stabschef der SA, Ernst Röhm, und dessen Anhänger in Bad Wiessee verhaften und später ohne ordentliche Gerichtsverfahren hinrichten läßt, völlig überrascht.
(Goebbels hatte bis zuletzt geglaubt, es würde die Niederwerfung der "reaktionären" Kreise - auch in der Wehrmacht - vorbereitet.)

[Ernst Röhm]

Dennoch übernimmt es Goebbels, in einer breit angelegten Medien-Kampagne die regierungsamtliche Version von der "Niederschlagung des Röhm-Putsches" zu verbreiten. In diesem Augenblick entscheidet er sich zur Aufgabe seiner letzten "sozialistischen" Ideale und für eine bedingungslose und unkritische Unterstützung Hitlers, dem er - als einziger führender NS-Politiker - bis zuletzt die Treue hält. Dagegen hält Goebbels zur Wehrmacht, insbesondere zu Göring, weiterhin Distanz; sein neuer Lieblings-Gegner wird jedoch der Chef-Ideologe der NSDAP, Alfred Rosenberg, den er als gefährlichen Konkurrenten auf dem Gebiet der Kulturpolitik betrachtet.

[Buch]

Goebbels gibt seine Tagebuchaufzeichnungen vom 1.1.32-1.5.33 unter dem Titel "Vom Kaiserhof zur Reichskanzlei" heraus.

1935

Um Aufbruchstimmung zu verbreiten, startet Goebbels eine auf Hitler zugeschnittene Propaganda-Kampagne unter dem Motto "Du bist Deutschland". [70 Jahre später wird die rot-grüne Bundesregierung unter dem selben Motto eine ähnliche Kampagne starten.]


1936
7. Februar: In einer jüdischen US-Zeitung erscheint die berühmt-berüchtigte Karikatur des "typischen Aryers": "groß wie Goebbels, schlank wie Goering, blond wie Hess". (Der Witz wird später in leicht veränderter Form - "groß wie Goebbels, schlank wie Goering, blond wie Hitler" - von der Sowjet-Propaganda wieder aufgegriffen.) Wegen seiner Behinderung wird Goebbels von jüdischen Karikaturisten ferner als Affe und Mickey-mouse karikiert.


Goebbels verfügt den Ausschluß von Mitgliedern der Reichskulturkammer, von denen mindestens ein Großelternteil jüdisch ist. Damit geht er über die Ausschlußbestimmungen der so genannten "Nürnberger Gesetze" hinaus (die Ausnahmen für Halb- und Viertel-Juden vorsehen, und die nicht für Personen gelten, die im Weltkrieg für Deutschland an der Front standen oder deren Söhne, Väter oder Ehemänner für Deutschland gefallen sind). Er orientiert sich vielmehr an den strengeren jüdischen Gesetzen, nach denen es keine "Halbheiten" gibt: Wer von einer jüdischen Mutter geboren ist, ist [Voll-]Jude, auch wenn der Vater kein Jude ist. Wer dagegen von einer "Schickse" geboren ist, gilt als "Goy", auch wenn der Vater Jude ist - dieses Frauenbild beruht auf der Annahme, daß Frauen, egal welcher Religions-Zugehörigkeit, ihre andersgläubigen Männer grundsätzlich mit Glaubensbrüdern betrügen. Auch Goebbels läßt es zu, daß "Mischlinge" durch die Vorlage eidesstattlicher Versicherungen, wonach ihre nichtjüdischen Mütter ihre jüdischen Ehemänner mit Nichtjuden betrogen hätten, zu "Ariern" mutieren.
August: Goebbels inszeniert die Olympischen Spiele von Berlin als große Propaganda-Schau des "Dritten Reiches".


1937
18./19. Juli: Goebbels läßt in München von Adolf Ziegler, dem später als "Schamhaar-Maler" diffamierten Präsidenten der "Reichskammer der bildenden Künste", parallel zwei Ausstellungen organisieren: zum einen (im neu eingeweihten "Haus der Deutschen Kunst") die "Grosse Deutsche Kunstausstellung", zum anderen (in den "Hofgarten-Arkaden") die Ausstellung "Entartete Kunst", bestehend aus 650 Exponaten, von denen man andere Museen "gesäubert" hat. Die letztere Ausstellung läßt Goebbels mit folgendem Text bewerben: "Gequälte Leinwand - Seelische Verwesung - Krankhafte Phantasten - Geisteskranke Nichtskönner - von Judencliquen preisgekrönt, von Literaten gepriesen, waren Produkte und Produzenten einer 'Kunst', für die staatliche und städtische Institute gewissenlos Millionenbeträge deutschen Volksvermögens verschleuderten, während deutsche Künstler zur gleichen Zeit verhungerten. So, wie jener 'Staat' war seine 'Kunst". Seht Euch das an! Urteilt selbst! Eintritt frei. Für Jugendliche verboten". (Die Abgrenzungs-Kriterien sind oft nur schwer nachvollziehbar: So sind z.B. die Werke der "arischen" Maler Barlach, Nolde und Mies van der Rohe objektiv betrachtet nicht weniger, sondern eher noch mehr "entartet" als die einiger jüdischer Maler; dennoch werden sie von Goebbels nicht "aussortiert". Beide Ausstellungen werden alljährlich bis 1944 mit großem Erfolg wiederholt; nach 1945 muß der BRD-Staat viele dieser "entarteten Kunstwerke" erneut für Millionenbeträge aus Steuermitteln von den Alliierten zurück kaufen; die Ausstellungsstücke der "Grossen Deutschen Kunstausstellung" sind dagegen von den Alliierten bei Kriegsende fast ausnahmslos zerstört, die Namen der Künstler - wie in Orwell's Roman "1984" - aus fast allen Lexika getilgt worden.)

[Adolf Ziegler, Die vier Elemente]
[Emil Nolde: 'Der Tanz um das goldene Kalb' (1910)]; diese abstoßend obszöne Schmiererei gilt heute offiziell wieder als 'eines der bedeutendsten Kunstwerke des 20. Jahrhunderts'] [entartete 'Kunst']

Goebbels zwingt Hugenberg zum Verkauf der Universum-Film AG (Ufa) und bringt damit eine der größten Filmgesellschaften in Staatsbesitz. Viele der in den folgenden Jahren entstandenen Filme werden 1945 von den alliierten Besatzern wegen ihrer großen Publikumswirksamkeit verboten; die meisten dieser Verbote bestehen bis heute fort.
8. November: Goebbels eröffnet im Deutschen Museum zu München die Wander-Ausstellung "Der ewige Jude", die ähnlich erfolgreich ist wie die beiden vorgenannten Kunstausstellungen.


1938
Mai: Goebbels läßt nach dem großen Erfolg der Ausstellung "Entartete Kunst" in Düsseldorf von Hans Severus Ziegler die Ausstellung "Entartete Musik" organisieren. Im Mittelpunkt der Kritik steht der so genannte "Nigger-Jazz".

[Plakat zur Ausstellung 'Entartete' Musik: Neger mit Davidsstern bläst Saxofon]

August: Magda Goebbels will sich scheiden lassen mit der Begründung, daß ihr Mann eine Affäre mit der tschechischen Schauspielerin Ludmila Babková ("Lida Baarova") unterhält. Die Trennung scheitert jedoch am Veto Hitlers.


(L.B. hat diese Affäre stets bestritten. Sie tat dies so überzeugend, daß Dikigoros geneigt wäre, ihr zu glauben, wenn er nicht aus seiner Berufspraxis wüßte, wie überzeugend Menschen - zumal in eigener Sache - lügen können, selbst solche, die keine professionellen Schauspieler[innen] sind. L.B. hatte nach dem Krieg gute Gründe, ein Verhältnis mit Goebbels zu bestreiten; und Magda war nicht die Frau, die wegen jeder harmlosen Lappalie gleich an Scheidung gedacht hätte.)

7. November: Der polnische Exilant Herschel Grynszpan (Grünspan) verübt in Paris ein Attentat auf den deutschen Botschaftssekretär Ernst v. Rath. Als Motiv gibt er an, daß die Deutschen seinen Vater als Juden nach Polen abgeschoben hätten. Rath erliegt seinen Verletzungen zwei Tage später.


9. November: Goebbels signalisiert in einer Rede vor der Parteiführung in München, daß anti-semitische Protestaktionen ob jenes Attentats weder vorzubereiten noch durchzuführen seien, daß aber auch nichts gegen "spontan erfolgende Ausschreitungen" unternommen werden solle.
Danach kommt es zu nächtlichen Ausschreitungen von SA-Rabauken (überwiegend Gewalt gegen Sachen, wie Geschäfte jüdischer Kaufleute und Synagogen, aber vereinzelt auch Körperverletzungen, davon einige mit Todesfolge). Der Volksmund spricht spöttisch von einer "Reichskristallnacht", da überwiegend Glasscheiben zu Bruch gegangen sind.*** (In der BRD wird später halbamtlich von "Reichsp[r]ogromnacht" gesprochen, obwohl von einem Pogrom im Sinne des - russischen - Wortes nicht die Rede sein kann.) Deutsche Versicherungen ersetzen die entstandenen Schäden in voller Höhe.

1939
3. September: Nach Beginn des Polenfeldzugs erklären Großbritannien und Frankreich dem Deutschen Reich den Krieg (nicht aber der Sowjetunion, als in Folge des "Hitler-Stalin-Pakts" auch die Rote Armee in Polen einmarschiert), der sich bald zum Zweiten Weltkrieg ausweitet.
Goebbels veranlaßt, daß die Propaganda - wie in allen Krieg führenden Staaten - massiv verstärkt wird, u.a. mit Sondermeldungen im Rundfunk und ausgedehnten Wochenschau-Programmen im Kino.

1940
26. Mai: Die erste Ausgabe der von Goebbels gegründeten Wochenzeitung "Das Reich" erscheint. Er verfaßt zahlreiche Leitartikel, die sich vor allem an die gebildeten Schichten des In- und Auslands wenden.
Für Kriegspropagandazwecke im In- und Ausland erscheint die Zeitschrift "Signal", die in fast alle europäischen Sprachen übersetzt wird.

[Titelblatt einer holländischen Ausgabe von 'Signaal', mit Schmeling als Fallschirmjäger]

1941
1. März: Der Jude Theodore Kaufman veröffentlicht in den - offiziell noch neutralen - USA die Denkschrift "Germany must perish [Deutschland muß zugrunde gehen]", in der er fordert, das deutschen Volk durch Zwangssterilisierung aller Männer unter 60 und aller Frauen unter 45 Jahren auszurotten.

[Kaufman: Deutschland muß untergehen]

August: Goebbels liest jenes Buch, macht den "Kaufman-Plan" in Deutschland bekannt und verschärft seinerseits die anti-jüdische Propaganda.
September: Goebbels veranlaßt die Einführung von Davidssternen zur "Kennzeichnung der Juden im Reichsgebiet". Dagegen dringt er mit seinem Anliegen, die 78.000 Berliner Juden sofort "nach Osten abzuschieben", bei Hitler nicht durch.
November: Schlechtes Wetter zwingt Goebbels, einen geplanten Truppenbesuch in Smolensk abzubrechen. Statt dessen bleibt er eine Nacht in der polnisch-litauischen Stadt Wilna und besichtigt das dortige Ghetto. Danach äußert er erstmals offen seine Auffassung, daß man die Juden "irgendwie ausrotten" müsse.

1942
Mai-Juni: Goebbels organisiert in Berlin die anti-bolschewistische Ausstellung "Das Sowjet-Paradies".****
Ein Bombenanschlag jüdischer Terroristen auf die Ausstellung liefert Goebbels Argumente für sein Anliegen, Berlin alsbald "judenfrei" zu machen.

1943
18. Februar: Nach der schweren Niederlage der Wehrmacht bei Stalingrad hält Goebbels im Berliner Sportpalast eine fast zweistündige Rede, in der er zunächst behauptet, jene Niederlage habe die Deutschen "geläutert". Er lobt die tapferen Verbündeten - allen voran die Italiener - über den grünen Klee und schimpft auf die Juden. Dann zitiert er britische und US-amerikanische Zeitungen, die darüber spotten, daß das Reich nach wie vor mit angezogener Handbremse kämpfe, weil seine Führung offenbar nicht wage, dem Volk mehr zuzumuten, während die Alliierten vom ersten Tag an einen "totalen Krieg" führten. Er stellt - eher beiläufig - die retorische Frage an seine Zuhörer, ob auch sie den "totalen Krieg" wollten und ob sie bereit wären, für den Endsieg notfalls bis zu 16 Stunden täglich zu arbeiten. Er schließt mit einem leicht abgeänderten Zitat von Theodor Körner, dem bekanntesten Dichter der Freiheitskriege gegen Napoleon: "Nun, Volk, steh auf, und Sturm brich los!" Die - handverlesenen - Zuhörer begleiten die Rede mit frenetischem Jubel und antworten auf alles brav mit "ja!"

[Propagandaplakat: Totaler Krieg - kürzester Krieg!]

Den einfachen Volksgenossen war dagegen weniger zum Jubeln zumute - das Tagebuch von Dikigoros' Großvater legt davon ein beredtes Zeugnis ab. Zwar waren die meisten Deutschen in Kenntnis der auf der Konferenz von Casablanca verkündeten Entschlossenheit der Alliierten, insbesondere der US-Regierung Roosevelt, den Krieg bis zur bedingungslosen Kapitulation der Wehrmacht und zur totalen Zerstörung Deutschlands fortzusetzen, grundsätzlich bereit, ihre letzten Reserven zu mobilisieren; aber in der konkreten Praxis empfanden es viele doch als sinnlose Härte. Die Kriegsdienstverpflichtung nicht nur aller Männer, sondern auch aller Frauen - die für viel böses Blut sorgte - kratzte ihn und die Großmutter weniger, da sie persönlich nicht betroffen waren. (Er sowieso nicht; und Frauen, die einen zumindest 50% schwerbeschädigten Ehemann zu versorgen hatten, waren von der Dienstpflicht vorerst ausgenommen. Dikigoros' Großmutter arbeitete allerdings täglich zwei Stunden freiwillig - und unbezahlt - auf der Feldpost-Sortierstelle, seit ihr Sohn an der Front war; es hätte ja etwas für sie dabei sein können; sie machte sich immer große Sorgen, wenn sie einige Tage keine Nachricht von ihm erhielt, während ihr Mann immer davon ausging, daß die alliierten Bomber bloß mal wieder einen Postzug platt gemacht hätten. Ab Juni 1944 wurde sie dann doch dienstverpflichtet, für 5 Stunden - das galt als "Halbtagsbeschäftigung" - Heimarbeit à 60 Pf Stundenlohn.) Dto, daß ab sofort alleinstehende Menschen und kinderlose Ehepaare über 60 zwangsweise ins Heim gesteckt werden konnten, um ihre Wohnungen für ausgebombte Großfamilien zu beschlagnahmen. (Im Gegenteil: In ihr kleines Kabuff paßte eh keine größere Familie; und wer wußte, ob sie nicht selber bald eine neue Bleibe benötigten. Beim 322. Luftangriff auf Hamburg erwischte es auch ihre Mietskaserne erstmals voll mit Brandbomben. Die Feuerwehr war zwar rechtzeitig da, so daß der Wasserschaden am Ende größer war als der Brandschaden; aber der nächste Angriff kam bestimmt, und dann würde es vielleicht nicht mehr mit einem "Antragsbogen für Fliegergeschädigte" abgehen.) Wohl aber, daß so genannte "nicht kriegswichtige" Betriebe und Läden "still gelegt" wurden. Nun mußten Leute, die in den Außenbezirken Hamburgs lebten, "wegen jeder Kleinigkeit" in die "Alt-Stadt" - wie er das nannte, was schon vor 1937 dazu gehört hatte -, was ja an sich schon ärgerlich genug war; aber nach dem alliierten Terror-Bombardement von Juli/August 1943 ("Operation Gomorrha") mit dem großen Feuersturm war die Altstadt nicht mehr; und man hätte die dicht gemachten Betriebe gut brauchen können. Wie schrieb Urs zum Abschluß jenes Tages: "Die Zugbrücke in Harburg nennt man jetzt 'Goebbels-Brücke', weil sie eine so große Klappe hat."
(Ein Menschenalter später wird Goebbels für seine Rede von gewissen Karikaturisten übel verunglimpft, die ihn in die Nähe von Kreaturen Gutmenschen rücken, die zur totalen Zerstörung Deutschlands entschlossen sind, indem sie Millionen Krieger Asylanten Rapefugees "Flüchtlinge" ins Land holen, die nicht als Freunde kommen, sondern als Feinde.)

[Wir kommen nicht als Freunde, wir kommen als Feind!] [Gutmenschen, Wollt Ihr die totale Asylantenflut?]

März: Nach verheerenden Luftangriffen der RAF auf Essen, bei denen die Innenstadt in einem Feuersturm zu 90% zerstört worden ist, hält Goebbels dortselbst eine salbungsvolle Rede, wobei er den Überlebenden verspricht, daß ihre Stadt nach dem Krieg "viel schöner" wieder aufgebaut werden soll. Er erntet Pfiffe und Buhrufe; am Ende bewahrt ihn sein Begleitschutz nur mühsam davor, von der aufgebrachten Menge gelyncht zu werden. Seitdem läßt er sich nie wieder im Ruhrgebiet blicken und hält auch keine öffentlichen Reden mehr in Städten, die gerade von Bombern heim gesucht worden sind.
(Auch dazu gibt es Parallelen im 21. Jahrhundert. Dikigoros vermutet, daß sich die Politverbrecher/Innen Sarah Sauer und Herschel Maas nach dem 1. Mai 2016 nie wieder in Zwickau blicken lassen und auch nie wieder öffentliche Reden in Städten halten werden, die gerade von Rapefugees heim gesucht worden sind.)
April: Nach der Entdeckung des Massenmords von Katyn an den "oberen 10.000" der [ost-]polnischen Intelligentsia durch die Sowjets versagt Goebbels' Propaganda-Arbeit auf internationalem Parkett völlig. Da auch das - angeblich neutrale, aber tatsächlich sowjet-hörige - Rote Kreuz Schwedens behauptet, einwandfrei festgestellt zu haben, daß die Morde von den bösen Nazi-Deutschen begangen wurden, wird das allgemein geglaubt (außer von den Polen, die es besser wissen - aber die fragt ja niemand).
Auch im Inland. Dikigoros' Großvater schrieb darüber am 27.04.1943 in seinem Tagebuch und beschloß den Eintrag mit den Worten: "Man möchte heute überhaupt nichts mehr glauben [...] so daß man sogar annehmen möchte, daß auch die alten Chroniken gefälscht sind, da die Geschichtsschreiber doch nur das geschrieben haben, was gewünscht wurde oder auch befohlen." Über den Wahrheitsgehalt der zeitgleichen Meldungen zum - laut Goebbels - "siegreichen Abwehrkampf" in Tunesien war er dagegen nicht im Zweifel - er wußte es besser: Sein Sohn, der für einen Einsatz dort vorgesehen war und vorher noch einen 14-tägigen Heimaturlaub erhalten hatte, wurde nach nur zwei Tagen aus demselben zu seiner Einheit zurück beordert - warum wohl? (Immerhin sollten ihn diese zwei Tage davor bewahren, rechtzeitig anzukommen, denn zwei Wochen später, als er noch in Sizilien auf sein Transportschiff wartete, kapitulierte die deutsche Heeresgruppe Afrika, einen Tag nachdem im "Hamburger Tageblatt" ein langer Artikel erschienen war, daß die alliierte Offensive keine Erfolgsaussichten habe und sich darob in England und USA bereits Kriegsmüdigkeit breit mache.)
Mai: Nach wiederum verheerenden Bombardierungen Dortmunds durch die RAF lassen Goebbels' Tagebucheintragungen erstmals erkennen, daß er angesichts der gewaltigen alliierten Luftüberlegenheit nicht mehr an den "Endsieg" glaubt.
September: Goebbels fliegt nach Rasteburg ins "Führerhauptquartier" und drängt Hitler zum Separatfrieden mit Stalin (den dieser ausdrücklich angeboten hatte). Er steht jedoch mit seiner Auffassung alleine - wenn überhaupt jemand etwas von einem Separatfrieden wissen will, dann allenfalls mit den West-Alliierten (die ausdrücklich erklärt haben, daß sie dazu nicht bereit sind).


1944
20. Juli: Der Staatsstreichversuch einiger Offiziere um Oberst Schenk von Stauffenberg scheitert nicht zuletzt an Goebbels' reaktionsschnellem Handeln. Er verkündet über den Rundfunk das Mißlingen des Anschlags und vermittelt Telefonate Hitlers mit dem zuvor unentschlossenen Kommandeur des Berliner Wachbataillons, Major Ernst Remer (1912-1997).


(Entgegen später - insbesondere von Remer selber - verbreiteten Gerüchten wurde der Putsch jedoch nicht durch letzteren "niedergeschlagen". Remer zog lediglich sein Wachbataillon - das zuvor die Attentäter geschützt hatte - ab, woraufhin einige Mitläufer des "Widerstands" kalte Füße bekamen und dem Putsch selber ein Ende bereiteten.)
Goebbels wird wenig später von Hitler zum "Reichsbevollmächtigten für den totalen Kriegseinsatz" ernannt.
August/September: Roosevelt bekennt sich offen zum "Kaufman-Plan", läßt diesen von seinem Finanzminister Morgenthau weiter ausarbeiten und auf der Konferenz von Quebec offiziell zum Kriegsziel der Alliierten erklären. Goebbels macht auch den "Morgenthau-Plan" - der die Ausrottung des deutschen Volkes durch Verhungern und die Umwandlung der deutschen Länder in Kartoffeläcker vorsieht - in Deutschland bekannt, schlachtet ihn propagandistisch aus und stärkt so den Widerstandswillen der Deutschen.

1945
28. Februar: Goebbels hält seine letzte Rundfunkansprache.
28. März: Goebbels schreibt in sein Tagebuch: "Die Geschichte wird uns freisprechen, wenn wir den Krieg gewinnen. Sie wird uns diesen Freispruch versagen, wenn wir ihn verlieren, gleichgültig, aus welchen Gründen das eine oder das andere geschähe."
22. April: Goebbels begibt sich mit seiner Familie zu Hitler in dessen Berliner Führungsbunker.
29. April: Goebbels ist Trauzeuge bei Hitlers Hochzeit mit Eva Braun.
Goebbels wird von Hitler testamentarisch zu seinem Nachfolger als Reichskanzler bestimmt.
1. Mai: Angesichts der bereits in Berlin stehenden sowjetischen Truppen und deren Greueltaten in anderen Städten Deutschlands begeht die Familie Goebbels - wie bereits zuvor die Eheleute Hitler - Selbstmord (vermutlich mit Zyankali-Ampullen).*****

* * * * *

1948
Louis P. Lochner gibt in Zürich Goebbels' "Kriegstagebücher" der Jahre 1942-43 heraus.

1949
Nach Gründung der beiden deutschen Teilstaaten werden auch wieder Ministerien für Volksverdummungaufklärung und Propaganda eingerichtet - freilich unter anderen Namen: In der BRD lautet die Bezeichnung "Bundespresse- und Informationsamt" und die ihres Leiters "Regierungssprecher"; in der DDR lautet sie "Abteilung für Agitation und Propaganda [AgitProp] des Zentralkomitees der SED".

1949-1950
Im liberalen "Bundesländle" Baden-Württemberg erscheinen zwei Biografien, welche die Dämonisierung Goebbels' zum Ziel haben, von Stephan Werner ("Joseph Goebbels. Dämon einer Diktatur") und Curt Riess ("Joseph Goebbels. Dämon der Macht").
Als Antwort veröffentlicht Wilfred v. Oven, Goebbels' im argentinischen Exil lebender ehemaliger persönlicher Referent, "Mit Goebbels bis zum Ende".

1958
Der Kommandant der französischen Besatzungstruppen (seit 1985: "Befreiungstruppen") in Berlin, General Gèze, verbietet in seinem Sektor die Aufführung des von dem jüdischen Regisseur Stanley Kubrick mit dem jüdischen Schauspieler "Kirk Douglas" in der Hauptrolle gedrehten Films "Paths of Glory [Wege zum Ruhm]", der eindrucksvoll die Schrecken des Ersten Weltkriegs aus französischer Sicht schildert und daher von den Franzosen als "Schmachfilm" empfunden wird. Die Kinos im britischen Sektor, die den Film auf dem Programm haben, läßt er durch bewaffnete Truppenkommandos überfallen und die Aufführungen unterbinden. Er erreicht, daß die gut-demokratische Regierung der Republik Frankreich den Film auf ihrem Territorium verbietet; dem Verbot schließt sich auch die gut-demokratische Regierung der U.S.A. an.
(Kaum eine deutsche Publikation wagt, diese brave Tat zu erwähnen, obwohl - oder weil? - das Verbot bis heute fortbesteht.)


1960
Helmut Heiber gibt in Stuttgart Goebbels' Tagebücher der Jahre 1925-26 heraus.

1962
Heibers Goebbels-Biografie erscheint.


1971
Die Goebbels-Biografie von Viktor Reimann erscheint. Mit diesem kritisch-sachlichen Werk des gebürtigen Österreichers - der zwischen 1938 und 1945 mehrere Jahre in Konzentrationslagern verbracht hat und daher persönlich nicht angreifbar ist - setzt eine vorübergehende Entdämonisierung Goebbels' ein. Das Buch wird in mehrere Sprachen übersetzt. (Der Untertitel - der Goebbels "genial" nennt - wird jeweils geändert oder gestrichen :-)


1972
Heiber veröffentlicht "Goebbels Reden 1932-1939" und "Goebbels Reden 1939-1945".

[Buch]

1973
Die kurze, aber umfangreich bebilderte Goebbels-Biografie von Alan Wykes erscheint; sie wird vor allem in den USA (wo sie für 1.- US-$ verkauft wird) zum Bestseller.


1974
Oven veröffentlicht eine erweiterte Neuauflage seiner Goebbels-Erinnerungen unter dem Titel "Finale Furioso. Die letzten Jahre des Krieges an der Seite von Joseph Goebbels".

1977
Mit Zustimmung des Schweizer Rechtsanwalts François Genoud, dem Inhaber der Rechte an Goebbels' Tagebüchern, werden die Aufzeichnungen vom 28.02.-10.04.1945 veröffentlicht. Die Ausgabe ist - außer den ersten 59 Seiten des 28.2. - vollständig, muß jedoch mit einem umfangreichen Vorwort von Rolf Hochhuth versehen werden, von dem sich Genoud als "nicht objektiv" distanziert. Um die Veröffentlichung der übrigen Bände, in deren fysischen Besitz sich das Bundesarchiv gesetzt hat, wird Jahre lang erbittert prozessiert.

1987
Elke Fröhlich gibt im Auftrag des Bundesarchivs und des Münchner Instituts für Zeitgeschichte****** eine stark zensierte Fassung von Goebbels' Tagebüchern der Jahre 1924-1941 heraus.
Ovens drittes Buch über Goebbels erscheint unter dem Titel "Wer war Goebbels? Biographie aus der Nähe". Wiewohl kenntnisreich und sachlich geschrieben, wird es außerhalb "rechter" Kreise ebenso tot geschwiegen wie seine früheren Werke über Goebbels sowie seine beiden Bücher aus dem Jahre 1978 ("Hitler und der Spanische Bürgerkrieg" - äußerst Franco-kritisch - und "Verrat und Widerstand im Dritten Reich"). Zunehmend wird die Geschichtsschreibung in der BRD entsachlicht und zum bloßen Instrument "politisch-korrekter" Indoktrination degradiert. Unerwünschte Fragestellungen oder gar Antworten werden unter Strafe gestellt.

1989
Im Zuge dieser Entwicklung wird die "dämonisierende" Goebbels-Biografie von Curt Riess aus dem Jahre 1950, wiewohl in fast allen Punkten überholt, unverändert neu aufgelegt.

1990
Die Goebbels-Biografie des FAZ-Journalisten Ralf Georg Reuth, ein ebenso dicker wie schwafeliger Wälzer, erscheint und wird von unkritischen Kritikern sogleich zur "neuen Standardbiografie des nationalsozialistischen Demagogen" hoch gejubelt. (Tatsächlich muß bereits im nächsten Jahr eine 2., überarbeitete Auflage erscheinen, in der die peinlichsten Fehler stillschweigend korrigiert sind. Die 3. Auflage wird 2012 als "neueste Erkenntnis" und "brillant gelungene Mischung aus Persönlichem und Politischem" verkauft - allerdings nur an die allerdümmsten Zeitgenossen :-)

[Buch] [3. Auflage]

1992
Reuth gibt eine noch stärker zensierte Fassung von Goebbels' Tagebüchern der Jahre 1924-1945 heraus.*******

[Tagebücher]

seit 1993
Nach dem 1991 erfolgten Zusammenbruch der Sowjet-Union werden die russischen Archive auch zahlungskräftigen westlichen Historikern geöffnet. In Moskau tauchen vollständige Kopien von Goebbels' Tagebüchern auf. Um einer Veröffentlichung durch Konkurrenten vorzubeugen, entschließt sich das IfZ widerwillig zu einer umfangreichen Neuauflage, die nunmehr die Jahre 1923-45 umfaßt, aber immer noch zensurmäßig gekürzt ist.

1995/97
Der bis dahin hoch angesehene britische Historiker David Irving gibt die von Fröhlich und Reuth unterschlagenen Teile (über 400 Seiten) von Goebbels' Tagebüchern aus dem Jahre 1938 heraus und verfaßt, u.a. auf diese gestützt, eine umfangreiche Goebbels-Biografie. Dieser Tabubruch bedeutet sein berufliches Todesurteil - fortan wird er als "Nazi" diffamiert und mundtot gemacht.

[Tagebücher] [Buch] [Buch]

Aufhänger dafür ist Irvings Trugschluß, aus den Tagebüchern ergebe sich, daß Goebbels vom "Holocaust" nichts gewußt habe. (Dieser begann jedoch erst 1942 nach der so genannten Wannsee-Konferenz********; 1938 förderten die Nazis noch die im Ha'avara-Abkommen mit den deutschen Zionisten vereinbarte Auswanderung der Juden nach Palästina.)

2001
Januar: Nachdem aus immer mehr Quellen unliebsame historische Wahrheiten ans Licht gekommen sind, erläßt das Ministerium für Volksaufklärung und Propaganda das Museum für Kommunikation Berlin zur "Sicherstellung von Quellenmaterial" einen Aufruf an die Bevölkerung, alle noch in Privathänden befindlichen Kriegs- und sonstige "Lebensdokumente" aus der Zeit des "Dritten Reiches" bei den staatlichen Behörden abzuliefern - als Schenkung oder kostenlose Leihgabe. Die BRDDR will damit im Rahmen der Gleichschaltung und nahezu uneingeschränkten Kontrolle über alle Bereiche des Kulturlebens und der Medien ihre Deutungshoheit über die deutsche Geschichte absichern und alle Informationsquellen, die deren Ergebnisse in Frage stellen könnten, beseitigen. Die abgelieferten Dokumente sollen - nach Sichtung und Ausmerzung unerwünschten Materials - der "wissenschaftlichen Öffentlichkeit" - also ausschließlich staatlich besoldeten "Historikern" - zugänglich sein. Der Aufruf wird jedoch kaum befolgt.
Niemals würde Dikigoros dem BRDDR-Regime das Kriegstagebuch seines Großvaters zur Verfügung stellen, ein wohl einmaliges Dokument der Zeitgeschichte - zumal aus dem völlig zerbombten Hamburg -, nieder geschrieben in einem halben Dutzend DIN-A-3-Kladden à 382 Seiten zwischen dicken Pappdeckeln, in denen er jede noch so banale Kleinigkeit fest hielt, einschließlich dessen, was ihm von anderen zugetragen wurde, nach dem Motto: "Die jetzigen Lebensverhältnisse werden später einmal interessant sein und müssen heute bis in alle Einzelheiten naturgetreu wiedergegeben werden." Das Berliner Verbrecher-Regime würde es "bearbeiten", d.h. alle wirklich interessanten Eintragungen, insbesondere über die Luftkriegsverbrechen der Alliierten, ausmerzen und es zum "Tagebuch eines Anti-Faschisten" umfunktionieren - und so war es nicht gemeint. (Natürlich war Urs Anti-Fascist: Er hielt Mussolini für einen "Kasper" und die Italiener für "Feiglinge", seit Sommer 1943 auch für "Verräter"; und natürlich war er auch Anti-Nazi - "noch keine Regierung hat uns so tief ins Verderben geführt!" Damit könnte man vielleicht 200-300 Seiten füllen; aber gemessen am Gesamtvolumen sind das bloß Randbemerkungen, auf die sich zu kaprizieren ein völlig verzerrtes Bild ergäbe. Dikigoros wird die Passagen, die er für die wichtigsten hält, nach und nach in seine Webseiten einarbeiten und bedauert nur, daß er sie nicht für seine Filmseiten verwenden kann. Oma und Opa gingen zwar jeden Sonntag ins Kino (Kinos wurden nach jedem Bombenangriff als erstes wieder aufgebaut - im Gegensatz etwa zu Kirchen -, denn man wollte die Volksgenossen doch bei Laune halten, und Fernsehen gab es noch nicht), aber nur in Musikfilme und Komödien, die sie einer ausführlichen und erstaunlich sachkundigen Kritik unterzogen. [Sie waren z.B. richtig sauer, als sich die vermeintliche Musik-Komödie "Lache, Bajazzo" als Musik-Tragödie entpuppte; gleichwohl würdigten sie die gute gesangliche Leistung der Schauspieler.] "Historische" Spielfilme und Krimis dagegen haßten sie, denn "Krieg und Spannung haben wir in der Wirklichkeit genug; im Kino suchen wir nach Aufmunterung und Entspannung!" Für Urs war der große Veit Harlan nur "ein kleiner Sadist", und Filme mit "seiner Frau" - er nannte Kristina Söderbaum nie beim Namen - boykottierte er; er wollte Hans Moser, Theo Lingen oder Heinz Rühmann sehen! Dikigoros teilt die Ansichten seines Großvaters zwar nicht unbedingt; aber dieser Eintrag läßt ihn darüber nachdenken, ob nicht all die bis zuletzt mit großem propagandistischem Aufwand gedrehten Historienfilme des "Dritten Reichs" - in denen oft jede einzelne Szene von Goebbels persönlich vorab "begutachtet" und zensiert wurde - viel weniger beim Publikum bewirkt haben als man heute im Rückblick glaubt.

2004
1.18. April: US-Staatsanwalt a.D. John Luftikus Loftus behauptet, Goebbels sei im April 1939 unter dem Vorwand, die deutsche Schule in Kairo zu besuchen, nach Ägypten gereist und habe bei dieser Gelegenheit das "Terror-Netzwerk" Al-Qa'ida und die Moslem-Bruderschaft gegründet. Noch ahnt niemand, daß es sich dabei um ein plumpes Ablenkungs-Manöver handelt.*********

2005
Juli: Die palästinensische Terror-Gruppe OPGAI gründet in Brasilien die Bewegung "Boycott, Divestment and Sanctions (BDS)", die zum weltweiten Boykott israelischer Waren aufruft. Der Aufruf wird jedoch kaum befolgt.
August: Ein Redakteur des Rundfunks Berlin-Brandenburg (RBB) wird fristlos entlassen, weil er angesichts einer Programm-Gestaltung, die mit permanenter politischer Berieselung die letzten Hörer vergrault, zu schreiben wagt, der Rundfunk sei in erster Linie zur Unterhaltung und Entspannung da, und entsprechende Programm-Änderungen vorschlägt, was ihm als "Verherrlichung und Verharmlosung von Goebbels" ausgelegt wird. Der Vorgang zeigt exemplarisch, welche Fortschritte Meinungsfreiheit und Propaganda seit der Zeit des "Dritten Reiches" in Deutschland gemacht haben.

2006
Juni: Die Neuausgabe der Goebbel'schen Tagebücher wird abgeschlossen. Sie umfaßt knapp 15.000 Seiten in 29 Bänden vom prohibitiven Preis von 2.090.- Euro. Unabhängige Kritiker bescheinigen Elke Fröhlich und dem IfZ durch die Blume, erneut Pfusch abgeliefert zu haben.

2007
Oktober: Das rote Wochenblatt DER SPIEGEL hetzt gegen die Familie Quandt und ihre "Nazi-Vergangenheit". Für das Verbrechen, mit Goebbels versippt********** zu sein, soll sie Milliarden "Wiedergutmachung" an irgendwelche "Zwangsarbeiter" zahlen - obwohl diese längst umfangreich entschädigt worden sind. Zum Beweis für ihre Erbschuld wird ein Stammbaum veröffentlicht.



2009
Mai: In Oldenburg taucht ein Wandteppich mit Motiven aus dem Nibelungenlied auf, den angeblich Goebbels anno 1943 anfertigen ließ.
Damit ist unumstößlich bewiesen, daß schon die alten Nibelungen schlimme Nazis waren.



2010
Juli: Die BDS-Bewegung erreicht die BRDDR, wo sie u.a. von der so genannten "Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen" und "Pax Christi" unterstützt wird.
November: Die Goebbels-Biografie von Peter Longerich kommt heraus. Von oberflächlichen Rezensenten voreilig zum "neuen Standardwerk" hoch gejubelt, ergibt sich bei genauerem Hinsehen, daß der Autor zwischen 900 Seiten pseudo-psychologischer und erotischer Belanglosigkeiten eine von ihm erstmals heraus gearbeitete und schlüssig belegte, aber politisch gänzlich unkorrekte Tatsache versteckt hat: daß Goebbels - der alles andere als ein ideologisch vernagelter"in seinem Weltbild verfestigter" Nazi gewesen sei - nicht annähernd die Machtfülle und totale Kontrolle über Büchermarkt, Zeitungspresse, Rundfunk, Theater u.a. "Kulturleben" hatte wie etwa die Zensurbehörden der BRDDR heute. Er schließt sich damit indirekt der bereits 1967 von Heinz Höhne in dem einst als "Standardwerk" über die SS gelobten Buch "Der Orden unter dem Totenkopf" vertretenen Auffassung an, daß die Parteien-Herrschaft im "Dritten Reich" bei weitem nicht so total[itär] war wie in der nach ihm gekommenen "Demokratie".***********


2011
1. Juli: Die BDS-Bewegung ruft zu einem dreitägigen Boykott gegen Geschäfte in Deutschland auf, die jüdische Waren führen - u.a. Kaufhof, Karstadt und Rewe.


BDS: "Boykottiert Israels Früchte! Rettet das palästinensische Volk!"

(Jegliche Ähnlichkeit mit Aktionen der Nazis anno 1933 wären rein zufällig :-)


*All diese Wahlergebnisse deuten darauf hin, daß Goebbels' Rolle beim Aufstieg der NSDAP im Nachhinein - bereits im "Dritten Reich", aber mehr noch danach - stark überschätzt wurde. Er war weit davon entfernt, den Nazis "das rote Berlin zu erobern"; und auch im übrigen Reich riß er keine Bäume aus. Solange Hitler öffentliches Redeverbot hatte und Goebbels ihn als Hauptredner vertrat, kam die NSDAP praktisch nicht vom Fleck. Das änderte sich erst, als Hitler wieder selber auftreten durfte. Seine rauh-heisere Stimme und seine emotionale Sprechweise faszinierten die Hörer; dagegen hatten Goebbels' Reden inhaltlich zwar ein deutlich höheres Niveau - und auch seine Vortragsweise war weitaus gediegener -, sie wirkten aber irgendwie zu "akademisch" und kamen bei der breiten Masse, insbesondere bei den Arbeitern, nicht an. Sie eigneten sich mehr, um in geschlossenen Gesellschaften vor Anhängern - die ohnehin brav klatschten - oder im Parlament "zum Fenster hinaus" gehalten und später in der Presse abgedruckt zu werden.

**In gewissen BRD-Publikationen - die überwiegend auf Greuel-Propaganda der Feindmächte beruhen - wird anhand gefälschter Fotografien so getan, als hätten bewaffnete SA-Männer durch drohendes Postenstehen direkt vor jüdischen Geschäften - deren Fensterscheiben sie mit Boykottaufrufen beklebt hätten - oder gar durch Anwendung von Gewalt die Bürger vom Betreten derselben abgehalten. Tatsächlich trotteten bloß ein paar unbewaffnete SA-Männer mit Plakaten um den Hals durch die Straßen, von den Passanten mehr oder weniger milde belächelt. Viele hielten das Ganze für einen Aprilscherz, zumal von den drei "Boykott"-Tagen zwei auf Samstag/Sonntag fielen. Auch in den USA war kaum jemand so naïv zu glauben, daß in Deutschland mit zweisprachigen Plakaten - auf Deutsch und auf Englisch - zum Boykott aufgerufen wurde.

***Im November 1897 hatte man bereits von einem "Kristalltag" gesprochen, nachdem tschechische Rabauken in Prag deutsche Geschäfte zerstört und geplündert und Studenten der deutschen Universität überfallen hatten. Anders als noch 1893 bei den Omladina-Unruhen - als die Rädelsführer vor Gericht gestellt und zu mehr oder weniger kurzen Haftstrafen verurteilt worden waren - blieben die Täter diesmal ungeschoren; vielmehr wurde den deutschen Studenten durch die k.u.k. Obrigkeit das Tragen von Verbindungsfarben als "Provokation" verboten.
Die "Kristallnacht" vom November 1938 unterliegt einer zunehmenden Mythenbildung; sie soll offenbar zu einer Vorläuferin des "Holocaust" gemacht werden, womit eine wundersame Opfervermehrung einher geht: Aus ursprünglich amtlich ermittelten "36 Verletzten" wurden zunächst "36 Verletzte und Tote", dann "36 Verletzte und 36 Tote" und von da an immer mehr - z.Z. sind es auf einer staatlich kontrollierten Webseite "etwa 400" Tote. Damit ist der übliche Übertreibungsfaktor (x20) schon beinahe erreicht. Dikigoros hält es aber durchaus für möglich, daß das BRDDR-Regime irgendwann eine "symbolische" Zahl weit über 720 Toten amtlich festlegen wird. Umgekehrt bemühen sich die Apologeten diverser NS-"Größen" krampfhaft, alle Schuld auf Goebbels zu schieben - eine Tendenz, die schon unter Zeitgenossen festzustellen war: SA-Chef Lutze habe eine Beteiligung an den Ausschreitungen ausdrücklich verboten; SS-Chef Himmler habe sogar befohlen, etwaigen Ausschreitungen entgegen zu treten; Göring als Beauftragter für den "Vierjahresplan" sei von Anfang an gegen die sinnlose Zerstörung von Sachgütern gewesen, ebenso Ribbentrop als frisch gebackener Außenminister, der um Deutschlands guten Ruf im Ausland besorgt gewesen sei etc. Tatsache ist jedoch, daß gerade Goebbels als einziger der Genannten über keinerlei Machtmittel verfügte, um die "Kristallnacht" anzuzetteln, und daß er seine "Anstiftungsrede" auch nicht zum Fenster hinaus - geschweige denn über den Rundfunk -, sondern nur im kleinen Kreis führender Bonzen hielt. Man kommt wohl nicht umhin festzustellen, daß tatsächlich ein "Ausbruch spontaner Volkswut" vorlag, wobei zum "Volk" halt auch untere Chargen der SA und der SS gehörten, die sich um offizielle Befehle von "oben" wenig scherten, in der - zutreffenden - Annahme, später schon nicht allzu sehr belangt zu werden. Auch die Polizei sah bei alledem weg - wer immer das befohlen oder nicht befohlen haben mag. So oder so ist wohl über kaum ein anderes Ereignis des Jahres 1938 im Nachhinein derart schamlos gelogen worden. Dies begann schon unmittelbar danach, vor allem in den US-amerikanischen Monopol-Medien, wo die Vorkommnisse maßlos übertrieben wurden. Dikigoros kann sich das nur so erklären, daß unliebsame Erinnerungen an das Jahr 1917 "übertroffen" werden sollten. Damals waren in den USA Millionen jüdische und nicht-jüdische Deutsche Opfer von echten Pogromen geworden, bei denen ungleich mehr Werte und Menschenleben vernichtet wurden als im November 1938 in Deutschland. Noch 1940 kam es in New York zu - heute tot geschwiegenen - anti-jüdischen Pogromen, gegen welche sich die "Kristallnacht" geradezu lächerlich harmlos ausnahm.

****Symptomatisch für die schlechte Vorbereitung des Rußlandfeldzugs nicht nur in militärischer, sondern auch in politischer Hinsicht ist Goebbels' in sich widersprüchliche Propaganda in den besetzten Gebieten. So kann man sich nicht darauf einigen, ob man die anti-bolschewistischen russischen Patrioten für sich gewinnen soll oder aber die Nationalisten der von den Russen - nicht erst seit Sowjet-Zeiten - unterdrückten kleineren Völker. Goebbels fährt nicht nur zwei-, sondern gleich dreigleisig, indem er auch noch an die - vermeintlichen - Anhänger Trotskis appelliert. Letztlich macht diese Schaukelpolitik die Deutschen in den Augen aller "Sowjet-Menschen" unglaubwürdig.

*****Daß Goebbels und seine Frau ihre Kinder mit in den Tod nahmen, wurde ihnen im Nachhinein schwer angekreidet, insbesondere von Hanna Reitsch, die in ihren Memoiren behauptet, sie hätte sich angeboten, sie unter Einsatz ihres eigenen Lebens in den Westen "auszufliegen". Die Erfolgschancen eines solchen Versuchs waren jedoch, objektiv betrachtet, äußerst gering. Magda Goebbels wollte ihren Töchtern wohl ein schlimmeres Schicksal als den "sanften" Tod ersparen. Aus den erst 2006 veröffentlichten Memoiren von Rochus Misch, dem letzten Chef-Telefonisten der Reichskanzlei {hier noch eine URL, wenn die andere - wie so oft - vom Zensor gelöscht wird}, wissen wir, was mit den Leichen der kleinen Mädchen geschah: Sie wurden von den Sowjets nackt ausgezogen und auf die Straße geworfen; sodann wurden gefangene deutsche Zivilisten gezwungen, die Leichen zu bespucken und zu steinigen. Wären die Mädchen lebend in die Hände der Sowjets gefallen, wäre es ihnen wohl genauso ergangen - lediglich mit dem Unterschied, daß sie zuvor ein paar dutzend Male vergewaltigt worden wären, wie praktisch alle Berlinerinnen zwischen 6 und 60. Und selbst wenn es gelungen wäre, sie auszufliegen und sie in die Hände der westlichen Alliierten geraten wären, wäre ihr Schicksal wohl nicht viel angenehmer gewesen - die Folterknechte hätten sie mittels brutaler Gehirnwäschen zu völligen Idioten gemacht, wie z.B. Richard, den jüngsten Sohn von Baldur v. Schirach, oder sie gleich ermordet, wie die Kinder von Leon Degrelle. (Edda Göring entging diesem Schicksal wohl nur, weil den Alliierten bekannt war, daß sie in Wahrheit gar nicht die leibliche Tochter Hermann Görings war. Sie wurde zwar qua Sippenhaft ebenfalls ein paar Jahre bei Wasser und Brot im Gefängnis gehalten, kam dann aber frei und tauchte unter, bis sie durch die Stern-Affäre um die 'Hitler-Tagebücher' wieder ans Licht der Öffentlichkeit gezerrt wurde.)

Nachtrag: Jemand, der Dikigoros' Webseite "Ein' feste Burg..." gelesen hat, hat ihm noch ein anderes mögliches Motiv für die Tötung von Goebbels' Kindern gemailt: Magda sei zwar blond und blauäugig, aber ausweislich ihres Geburtsnamens "Behrend" Jüdin gewesen - ebenso wie Eva Braun; die "Top-Nazis" seien ja, wenn es um Frauen ging, nicht wählerisch gewesen, geschweige denn "rassebewußt". Magda habe halt genauso gehandelt, wie Juden zu allen Zeiten gehandelt haben, wenn es ihnen an den Kragen ging: Sie brachte sich und zuvor ihre Angehörigen um... Dikigoros war skeptisch; er mailte zurück, daß sowohl "Behrend" als auch "Braun" Namen seien, die ebensogut nicht-jüdisch sein könnten; seine eigene Schwester habe auch jemanden mit einem "Farben-Namen" geheiratet, und der sei bestimmt kein Jude; man müsse also mit solchen Schlußfolgerungen vorsichtig sein. Aber sein Leser ließ nicht locker: Ein eindeutiges Indiz sei, daß Magda von Herrn Friedländer adoptiert worden sei, der unzweifelhaft Jude war; und als solcher hätte er nach mosaischem Gesetz eine schwere Sünde begangen, wenn er eine Nicht-Jüdin an Kindes statt angenommen und aufgezogen hätte. Hm... das ist richtig und gibt auch Dikigoros zu denken. Ganz überzeugt, daß dies nun das ausschlaggebende Motiv für die Kindestötung war, ist er zwar noch nicht; aber er läßt das mal so stehen; wer andere, bessere Argumente für oder gegen diese These hat oder zu haben glaubt, kann ihm ja mal mailen. Nachtrag Ende.

******Einige Jahre später kommt heraus, daß Martin Broszat, der Leiter der IfZ, Mitglied der NSDAP war.

*******Während die Aufzeichnungen vom 28.2.-10.4.45 - also fünfeinhalb Wochen - einen Umfang von über 500 Seiten hatten und die 17 Jahre von 1924-41 immerhin von 3.300 Seiten, haben die 21 Jahre der Reuth-Ausgabe insgesamt nur noch etwas über 2.300 Seiten, davon ca. ein Viertel Anmerkungen des Herausgebers. Alle Hinweise auf alliierte Kriegsverbrechen sind sorgfältig getilgt; ebenso fehlen die Tage, an denen kriegsentscheidende und/oder besonders umstrittene Ereignisse (z.B. Hitlers Haltebefehl vor Dünkirchen, Hess' Flug nach Schottland und der japanische Angriff auf Pearl Harbor) statt fanden. Goebbels' Tagebücher sind eine Quelle ersten Ranges, allerdings mehr für seine Person als für die historischen Ereignisse um ihn herum, und auch ersteres nicht durchgehend: Die - offenbar noch unbearbeiteten - Aufzeichnungen bis Ende 1931 zeigen einen labilen, leicht beeinflußbaren, zwischen Höhen und Tiefen schwankenden Menschen, der an sich und der Welt zweifelt. Die Aufzeichnungen danach (bis Ende April 1933) sind für die Veröffentlichung von "Vom Kaiserhof zur Reichskanzlei" bearbeitet und entsprechend geschönt, also wenig glaubwürdig. Die Aufzeichnungen danach bis zum Juni 1941 zeigen, wie Goebbels mehr und mehr der Wirkung seiner eigenen Propaganda erliegt und den Bezug zur Realität verliert. Ab Juni 1941 sind die Aufzeichnungen nicht mehr von Goebbels selber nieder geschrieben, sondern diktiert und kaum noch persönlich; sie wirken eher wie Kriegspropaganda denn wie Tagebücher und sind am Ende nur noch Wunschdenken. (Symptomatisch dafür ist Goebbels' Haltung zu Italien. Während er die Italiener - einschließlich der fascistischen Parteiführung - zuvor militärisch, politisch und menschlich als völlig minderwertig dartellt, sind sie ab Juni 1941 "bewunderswürdige" Verbündete mit einer "großartigen Führungselite", von denen er "den allerbesten Eindruck" hat. Auch Goebbels zuvor ständig wiederkehrende Haßtiraden gegen seinen Intimfeind Ribbentrop hören schlagartig auf.)

********Zwar erwähnt Goebbels in seinen Tagebüchern die Wannsee-Konferenz mit keinem Wort; vor dieser äußert er jedoch wiederholt, daß die Juden aus Deutschland zunächst "nach dem Osten abgeschoben" und nach dem Krieg eventuell nach Madagaskar gebracht werden sollten; nach der Konferenz schreibt er dagegen wiederholt, daß diese "ausgerottet" werden müßten; die Änderung in der national-sozialistischen Juden-Politik scheint ihm also nicht entgangen zu sein. Allerdings klagt er noch im Mai 1942 darüber, daß in Berlin 40.000 Juden lebten, die sich nicht ohne weiteres "abschieben" ließen.
70 Jahre nach Goebbels' Tod leben in Berlin ca. 400.000 Ausländer und "Bürger mit Migrationshintergrund" (mehrheitlich Muslime in waffenfähigem Alter) - über 90% von Sozialhilfe -, und niemand denkt daran, sie abzuschieben. Ganz im Gegenteil tut das Regime alles, um noch Millionen mehr ins Land zu holen. Das Volk beginnt zu fragen, wer schlimmer war oder ist - und niemand antwortet mit "Goebbels".

[Sarah I alias IM Erika - Königin der Schlepper] [Das undankbare Volk ihrer Untertanen]

*********Ein "Terrornetzwerk Al-Qa'ida" gibt es nicht. Auf Arabisch bedeutet "al-qa'ida" nichts weiter als "das Fundament"; jeder rechtgläubige Muslim, der die Lehren des Qur'an ernst nimmt, also auch bereit ist, im Kampf gegen Nicht-Muslime Terror-Akte zu begehen, kann als "Fundamentalist" bezeichnet werden; dafür bedarf es keines eigens organisierten "Netzwerks". Hinsichtlich Goebbels angeblicher Beziehungen zur Muslim-Bruderschaft stützt sich Loftus offenbar auf einen Artikel des jüdischen Hetzblatts "The Palestine Post" (Vorläufer der "Jerusalem Post") vom 2. März 1939, in dem auch behauptet wird, "Yussuf Goebbels" habe sich dem Jihād gegen die Ungläubigen angeschlossen. Die Muslim-Bruderschaft wurde bereits 1928 gegründet, jedoch 1954 nach einem mißglückten Attentat auf Nasser als kriminelle Vereinigung verboten. Die unter der irreführenden Bezeichnung "Al-Qa'ida" zusammengefaßten muslimischen Terror-Gruppen - auch und insbesondere die "Muslim-Bruderschaft" - wurden im 21. Jahrhundert neu belebt durch ein Zusammenwirken Sa'udi-Arabiens (dessen "Wahhabitentum" die radikalste Richtung aller "fundamentalistischen" Gruppen im Islam darstellt) und der US-Geheimmdienste, die sich dazu des kenyanischen Luo-Stammes bedienen, über dessen Clans die Finanzierung erfolgt. 2008 gelang ihnen als vorläufige Krönung, ein Clan-Mitglied - den Krypto-Muslim Barack Hussein Obama - durch Urkundenfälschung und Wahlbetrug zum US-Präsidenten zu machen. In diesem Amt begann er 2011 unter dem Schlagwort "Arabischer Frühling", alle "weltlichen" Regimes in Nordafrika und Nahost zu stürzen und sie durch fundamentalistische zu ersetzen. In Tunesien und Libyen ist dies gelungen. Die Herrschaft der von den USA installierten Muslim-Bruderschaft in Ägypten fand dagegen 2013 ein Ende, als die Bevölkerung von der islamistischen Diktatur genug hatte (trotz einer Verdoppelung der US-Finanzhilfen brach eine Hungersnot aus) und sie stürzte. Der Versuch der USA, auch das weltliche Regime in Syrien durch ein fundamentalistisches zu ersetzen, dauert noch an, da sich die Syrer gegen die aus Europa und Amerika eingeschleusten Jihadis zur Wehr setzen. (Sollte der Versuch scheitern, wird man sicher "beweisen", daß Goebbels schuld daran war :-)

**********Da in der BRDDR alles, was es im "Dritten Reich" gab, schlecht gewesen sein muß, muß im Umkehrschluß alles, was es nicht gab, gut sein; dazu zählt offenbar auch die Sippenhaft.

***********Der als "Holocaust-Historiker" geltende Longerich - der auch Bücher über Ribbentrop, Hess, Bormann und Himmler veröffentlicht hat - widerstand schon als junger Doktorand dem von interessierter Seite ausgeübten Druck, in seiner Dissertation dem Auswärtigen Amt die Schuld am "Holocaust" anzuhängen, wofür er im Nachhinein schwer getadelt wurde. Dikigoros fürchtet, daß Longerich bei weiteren "Fauxpas" so enden wird wie sein Kollege David Irving, nämlich als geächteter "Holocaust-Leugner" in einem "demokratischen" Gefängnis. Da wird ihm auch die zwischenzeitlich erfolgte Emigration nach England nichts helfen - im Gegenteil.


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