*In der BRD wird dies in der Regel verschwiegen, aus Angst, es könnte anti-semitichen Ressentiments Vorschub leisten. "Besso" dürfte es jedoch gewußt oder zumindest geahnt haben, denn er behandelte sowohl seine ungetreue Ehefrau als auch deren "Kuckucksei" ausgesprochen schlecht und verließ sie nach wenigen Jahren.
**Im Ausland - insbesondere in Deutschland zur Zeit des "Dritten Reichs" - hält sich hartnäckig das Gerücht, Stalin sei überdies mit einer Jüdin namens Ana Rubinstein verheiratet gewesen. Lange als "Nazi-Propaganda" abgetan, schließt sich dem seit 2007 die jüdische Presse, allen voran The Jewish News of Northern California, an. Dies kommt überraschend, auch für Dikigoros, der sich den Hinweis erlaubt, daß die National-Sozialisten als "Stalins Schwiegervater" nicht einen "Jud Rubinstein", sondern einen "Jud Mosessohn" nannten - Zweifel an dieser These sind also nach wie vor angebracht.

***Es gibt keinerlei objektive Indizien dafür, daß Stalin etwa nicht Lenins Politik getreu in dessen Geiste fortgeführt hätte bzw. daß Lenin, hätte er länger gelebt, eine andere Politik verfolgt hätte als Stalin. Es zählt zu den lieb gewonnenen Mythen einer verklärenden bzw. verdammenden Geschichts-Schreibung, daß alles Gute am Marxismus Lenin zuzuschreiben sei und alles Böse Stalin, und damit einen Gegensatz zwischen beiden zu konstruieren, der so nie bestanden hat.
(Ein vergleichbares Fänomen finden wir bei anderen Politkerpaaren wieder, z.B. in den USA bei Roosevelt - der bis heute als Gutmensch dasteht - und seinem Nachfolger Truman - dem man die Atombomben-Abwürfe auf Hiroshima und Nagasaki sowie seine verfehlte China-Politik anlastet - oder in der Slowakei bei Hlinka - der heute als vollständig rehabilitiert gilt - und seinem Nachfolger
Tiso -
der noch immer als böser Fascist und Kriegsverbrecher gilt. Auch in jenen Fällen ist der angebliche Gegensatz ihrer Politik an den Haaren herbei gezogen und entbehrt jeglicher objektiven Grundlage.)
****Insgesamt sollen ca. 20 Millionen Menschen umgekommen sein - die von sowjetischen Propaganda-Statistikern allesamt den im Zweiten Weltkrieg "von den deutschen Faschisten Ermordeten" zugeschlagen werden, während die Zahl der in den 1930er Jahren Verhungerten im Laufe der Zeit immer weiter herunter gerechnet wird (ähnlich wie die Zahl der von den alliierten Terrorbombern ermordeten deutschen Zivilisten, z.B. am Valentinstag 1945 in
Dresden
von 300.000 auf 25.000 (wie die der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki - merkwürdige Übereinstimmung!), während gleichzeitig die vom Schweizer Roten Kreuz ermittelte Gesamtzahl der in deutschen Konzentrationslagern umgekommenen Juden und Nicht-Juden (u.a. durch Bombenangriffe der Alliierten auf jene Lager, denen z.B.
Ernst Thälmann
zum Opfer fiel) von 300.000 auf die "symbolische" Zahl "sechs Millionen" hochgejubelt hochgerechnet wird, um "die Deutschen" im Wege der "Erbschuld" auf ewig abzuzocken ("Shoa-business").
In der jüngeren Geschichtsschreibung ist für die Stalin'sche Hungersnot der a-historische Ausdruck "Holodomor" geprägt worden, wohl in bewußter Analogie zum so genannten "Holocaust".
Wer das nicht unbesehen glauben will besorge sich die Originalausgabe von "The Harvest of Sorrow" von
Robert Conquest,
der den Ausdruck "Holodomor" anno 1986 noch nicht kennt (oder jedenfalls nicht verwendet), sondern im Untertitel von "Terror-Famine" spricht schreibt, und dazu die 1988 erschienene - schon im Titel ("Ernte des Todes") mehr durch Chuzpe als durch Richtigkeit glänzende - deutsche Übersetzung von E. Löwenstern, die den Untertitel trägt: "Stalins Holocaust in der Ukraine". Dies, obwohl die beiden Wörter etymologisch nicht das geringste miteinander zu tun haben: "Holodomor" ist verballhorntes Tschechisch für "Hungerpest" und wurde erst in den 1960er Jahren unter Dubček geprägt; "Holocaust" ist verballhorntes Griechisch für "vollständiges Brandopfer" und bezog sich ursprünglich auf die Kinderopfer der Hebräer im Alten Testament. (Bibelfeste Leser erinnern vielleicht die Geschichte von Abraham und Isaak aus Kapitel 22 des 1. Buchs Mose; für alle anderen hat Dikigoros sie
hier verlinkt.)
Zu erwähnen ist, daß auch Conquest genötigt wurde, bei Neuauflagen seines Buches die Zahl der Opfer der Hungersnot immer weiter herunter zu rechnen, bis auf zuletzt ca. 7,5 Millionen, davon ca. 3,5 Millionen in der Ukraïne. (Dikigoros stützt sich weiterhin auf die Zahlen aus der 1. Auflage - nicht ohne anzumerken, daß auch das selbstverständlich nur Schätzungen sind, denn exakte Zahlen lassen sich im Nachhinein nicht mehr ermitteln.)
Im neuen Jahrtausend log bog die Regierung in Kijiw die Vorgänge zu einem "Genozid [Völkermord]" (ebenfalls ein a-historischer Begriff, den erst der polnische Jude Raphael Lemkin Anfang der 1950er Jahre zwecks anti-deutscher Haß-Propaganda erfunden hatte) an "den Ukraïnern" um - obwohl andere Völker der Sowjet-Union von Stalins Mißwirtschaft ebenso betroffen waren - und goß dieses Märchen sogar in Gesetzesform. Seit dem 2022 offen ausgebrochenen Krieg um die Bodenschätze im Donetsbecken wird die Stalin'sche Hungersnot auch von den Regierenden des
"Wertewestens" explizit für
anti-russische Propaganda mißbraucht, wobei meist die abstruse Formulierung "Anerkennung als Genozid" verwendet wird.
Da müßten sich nicht nur Juristen fragen: Wie kann man einen Völkermord "anerkennen"?!?
Nachtrag: Ein Leser hat Dikigoros auf diese - eigentlich nur retorisch gemeinte - Frage eine flapsige Antwort gemailt: "Seien Sie nicht so kleinlich. Bei Regierungen, die man von Rechts wegen gar nicht anerkennen dürfte, da sie durch Staatsstreich, Wahlbetrug oder sonstwie illegal an die Macht gelangt oder geblieben sind, kommt es doch auf eine etwas ungenaue Formulierung auch nicht mehr an!" (Dikigoros hat sich die Gegenfrage verkniffen: "Wenn schon der Dativ dem Genetiv sein Tod ist, kommt es dann nicht mehr darauf an, ob irgendwann auch der Akkusativ den Dativ sein Tod ist?" Er selber formuliert immer noch: "an der Macht... geblieben" :-)
*****Der Grund dafür ist sicher nicht in einer anhaltenden Bewunderung Stalins auf dem Kontinent zu suchen. Deutscher war jedoch objektiv genug, um Stalins Taten insoweit zu "relativieren", als er sie mit denen anderer Politiker verglich. [...]
******Nach mosaïschem Recht kann Stalin kein Jude gewesen sein, da zumindest seine Mutter unzweifelhaft eine Schickse war.
(Nachtrag: inzwischen gibt es eine Mindermeinung, wonach sie gar nicht "Katerina" hieß, sondern "Ketura", ossisch verballhornt zu "Ketevan". [Jüdische Wörter/Namen bestehen ursprünglich nur aus Konsonanten; die Vokale können mehr oder weniger beliebig ergänzt werden.] Diesen für eine Christin doch recht ungewöhnlichen Namen trug auch eine der Frauen des biblischen Abraham. Dikigoros würde diese These indes mit der gleichen Vorsicht genießen wie die angebliche Ehe mit "Ana Rubinstein", s.o.) Judentum wird aber allein durch die Mutter vererbt - "Halb-Juden" o.ä. Mischlinge gibt es danach nicht. Nach den Protesten wird die Abstimmung unter dem Etikett einer "Endrunde" und nach neuen, undurchsichtigen "Regeln" wiederholt. Im Dezember 2008 wird dann das "offizielle Endergebnis" verkündet, wonach Stalin auf Platz 3 zurück gefallen ist. Nikolaj II ist ganz verschwunden und durch seinen Premierminister Stolypin ersetzt, der besonders durch eine verunglückte Agrarreform und seinen "Martyrertod" - er fiel 1911 einem Attentat zum Opfer - in die Geschichte eingegangen ist. Platz 1 nimmt Aleksandr Newskij ein. Im übrigen landet auf den vorderen Plätzen eine fein ausgewogene, beinahe politisch-korrekte Mischung von historischen Herrschern, Schriftstellern und Wissenschaftlern.
Nachtrag auf Lesermail: Welche drei Russen Dikigoros gewählt hätte? Ganz einfach: 1.
Aleksandr Solzhenitsyn,
2. Pjotr welikij [Peter den Großen], 3. Pjotr Tschajkowskij - also einen Schriftsteller, einen Herrscher und einen Komponisten. (Große russische Wissenschaftler fallen ihm gerade keine ein - außer vielleicht Lomonosow, aber der käme bei ihm nicht in die Top 10; auf die folgenden Plätze kämen vielmehr weitere Schriftsteller und Komponisten sowie ein Maler.)
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