Mu'ammar äl-Ģađđāfī*

(1942 - 2011)

[Gaddafi]

Tabellarischer Lebenslauf
zusammengestellt von
Nikolas Dikigoros

18. Jahrhundert
Mit dem Niedergang des Osmanischen Reichs machen sich an der nordafrikanischen Küste - ähnlich wie 200 Jahre später am Horn von Afrika - einige Berberstämme ("Barbaresken") de facto unabhängig, die von Piraterie und erpreßten Tributzahlungen leben. Eine der wichtigsten Hochburgen - neben Algier und Tunis - ist Tripoli; einer der wichtigsten "Geldgeber" sind die USA, die nach ihrer Unabhängigkeit 1783 den Schutz der britischen Flotte verloren haben und noch über keine ausreichend starke Kriegsmarine verfügen - aber mit ihrer Handelsflotte im Mittelmeer verkehren. Die Tributzahlungen betragen bis zu 1 Mio US-$ p.a. - ca. 20% des US-Haushalts.

1801
Thomas Jefferson wird US-Präsident. Er verweigert weitere Tributzahlungen an den Pascha von Tripoli, der daraufhin den USA den Krieg erklärt, deren Handelsschiffe kapert und die Besatzungen in die Sklaverei führt. Die USA entsenden einige Kriegsschiffe ins Mittelmeer, die einen langen, mühsamen Kleinkrieg gegen die Piraten führen.

1805
Nach der Eroberung des Vororts Derna durch US-Marineinfanterie - bei der sich Oberleutnant z.S. Stephen Decatur ausgezeichnet hat - schließt der Pascha von Tripoli einen Waffenstillstand (die amerikanischen Sklaven werden freigelassen, die US-Tributzahlungen werden deutlich reduziert), den er jedoch bald wieder bricht.

1815
Die USA entsenden erneut eine Kriegsflotte, diesmal unter dem Kommando von Decatur, der im Bündnis mit britischen und niederländischen Marineeinheiten die Schiffe der Piraten versenkt und Algier, Tunis und Tripoli zusammenschießt. ("Right or wrong, my country".) Die Macht der Barbaresken ist gebrochen, der gegenseitige Haß zwischen Tripoli und den USA erlischt nie.

* * * * *

1911-1912
Italien führt Krieg gegen das Osmanische Reich, erobertbefreit Tripolitanien, die Cyrenaica und Fezzan und stellt sie unter seinen Schutz.


(Bereits 30 Jahre zuvor hatten Frankreich das benachbarte Tunesien und Großbritannien das benachbarte Ägypten unter ihren "Schutz" gestellt.)

1915
Nachdem Italien in den Ersten Weltkrieg eingetreten ist, unterstützen die Mittelmächte Aufstände der Berber gegen das Kolonialregime.

1917
Italien sieht sich gezwungen, den Berberstämmen vorübergehend Selbstverwaltung zuzugestehen.

1921-35
Italienische Truppen erobern die "Schutzgebiete" nach und nach zurück. Der Anführer der Aufständischen, Ämir Idris äs-Sänussī**, geht ins Exil.

1934
Italien faßt die drei Schutzgebiete zur Kolonie "Libia"*** zusammen.

1940
Juni: Italien tritt in den Zweiten Weltkrieg ein. Libyen wird zum Kriegsschauplatz.


1942
September (nach anderen Quellen: Juni): Mu'ammar Abu Minyar äl-Gaddafi wird als Angehöriger eines Beduinenstammes in der Syrte-Wüste geboren.****
November-Dezember: Britische Truppen erobern Libyen.

1947
Italien verzichtet auf Libyen, das weiterhin von den Alliierten besetzt bleibt. Idris kehrt zurück.

1951
Dezember: Mit Zustimmung der UNO ruft Idris das "Königreich Libyen" aus, mit sich selber als "König Idris I". De facto bleibt das Land von britischen und US-amerikanischen Truppen besetzt, denen Idris "Stützpunkte" einräumt.


1955-58
In Libyen werden Erdöl-Vorkommen entdeckt, die es binnen weniger Jahre von einem der ärmsten zu einem der reichsten Staaten Afrikas machen.


1956-61
Gaddafi besucht die höhere Schule in Sabhā. Nachdem er von dieser relegiert worden ist, macht er sein Abitur an einem italienischen Gymnasium in Misurata ("Mis'ratah").

1961-63
Gaddafi studiert in Tripoli Jura.

1963-65
Gaddafi besucht die libysche Militärakademie in Benģāzi.

1965-66
Gaddafi besucht die britische Militär-Akademie in Sandhurst.

1966-69
Gaddafi macht als Nachrichtenoffizier schnell Karriere; binnen drei Jahren ist er Hauptmann.

1967
Juni: Im "Sechs-Tage-Krieg" werden die arabischen Staaten Ägypten, Syrien, Jordanien und Libanon von Israel schwer geschlagen. Libyen verweist daraufhin alle Juden des Landes.

1969
4. August: Idris erklärt aus gesundheitlichen Gründen seine Abdankung zugunsten seines Neffen Hassan per 2. September und begibt sich zur ärztlichen Behandlung ins Ausland.


1. September: Gaddafi führt einen erfolgreichen Militärputsch an, stellt Prinz Hassan unter Hausarrest, erklärt die Monarchie für abgeschafft und Libyen zur "islamischen Republik". Sich selber befördert er vom Hauptmann zum Oberst und nennt sich fortan "Revolutionsführer". Sein erklärtes Vorbild ist der "Rais [Führer]" Ägyptens, Gamāl 'Abd-äl-Nāsir ("Nasser").


1970
Gaddafi enteignet die größeren Privat-Unternehmen in Libyen und verweist alle Ausländer des Landes. (Zahlenmäßig am meisten betroffen sind - mit ca. 20.000 Personen - die Italiener.) Keiner der betroffenen Staaten wagt eine Gegenwehr; die USA (Präsident Nixon) und Großbritannien räumen ihre Militärstützpunkte kampflos.
September: Nach Nassers Tod beansprucht Gaddafi eine politische Führungsrolle in der arabischen Welt.

1972
August: Gaddafi empfängt den neuen ägyptischen Präsidenten Anwar As-Sadat zum Staatsbesuch in Benģasi. Sie vereinbaren - in Nassers Fußstapfen - eine Föderation von Libyen, Ägypten und Syrien zur "Arabischen Republik", die freilich nie umgesetzt wird.

1973
Gaddafi läßt libysche Truppen im Tschad einrücken, deren nördlichen Wüstenstreifen ("Aozou") er beansprucht.


Oktober: Im "Yom-Kippur-Krieg" versuchen die arabischen Staaten erneut, Israel "von der Landkarte zu tilgen"; obwohl sie von der Sowjet-Union massiv unterstützt werden - während die USA in Person ihres jüdischen Außenministers Henry Kissinger Israel in den Rücken fallen - mißlingt dies wiederum.
Gaddafi wird zum Hauptfinanzier der "Palästinensischen Befreiungs-Organisation [PLO]" des Terroristen Yāsir 'Arafāt (die bereits im Vorjahr den Anschlag auf die Olympischen Spiele von München verübt hatte).


November: Gaddafi wird von Georg Goldappel, der unter dem Namen "Georges Pompidou" vom Generaldirektor des jüdischen Bankhauses Rothschild zum Präsidenten von Frankreich aufgestiegen ist, zum Staatsbesuch in Paris empfangen.


1974
Gaddafi versucht eine Union Libyens mit Tunesien, die nicht nur scheitert, sondern zur dauerhaften Verfeindung der beiden Staaten führt. Tunesien - das im Gegensatz zu Libyen kaum Bodenschätze, insbesondere kein Erdöl hat - orientiert sich künftig am Westen und versucht, vom Tourismus zu leben.
Eine Zeit lang versucht Gaddafi, sich dem Block der "Blockfreien" anzunähern, der nach dem Sturz Soekarnos und dem Tod Nassers vom jugoslawischen Diktator Tito angeführt wird. (Gaddafi sieht großzügig darüber hinweg, daß Tito Kettenraucher, Alkoholiker und passionierter Zocker ist, während er selber in Libyen Alkohol, Nikotin und Glücksspiel verboten hat und - im Gegensatz zu vielen anderen Machthabern in muslimischen Staaten, für deren Untertanen die gleichen Verbote gelten - auch persönlich abstinent lebt.)


1975-79
Gaddafi veröffentlicht sein politisches Credo des "islamischen Sozialismus" in drei Bänden, die er "Grünes Buch" [grün ist die Farbe des Islam] nennt.

1976
Gaddafi kauft sich über seine StrohmannInvestment-Firma LAFICO beim italienischen Rüstungsbetrieb FIAT u.a. anderen europäischen Industrie-Unternehmen ein.

1979
Unter US-amerikanischem Druck schließen Israel und Ägypten Frieden, was Sadat den Haß aller Araber einträgt.

1980
Gaddafi schickt Killertrupps in alle Welt aus, die libysche Exilanten ermorden. Die betroffenen Länder - vor allem die Ex-Kolonialmacht Italien - wagen nicht zu reagieren, zumal Gaddafi gleichzeitig eine Propaganda-Offensive wegen angeblicher italienischer Greuel im Krieg von 1911/12 startet.*****


Larry Collins und Dominique Lapierre veröffentlichen "Der fünfte Reiter", die Geschichte eines versuchten Anschlags Gaddafis mit einer Wasserstoffbombe auf New York City. Da sich bisher alle Bücher der beiden Journalisten als sorgfältig recherchierte Tatsachenberichte erwiesen haben, wird die offizielle Bezeichnung "Roman" von vielen Lesern nicht ernst genommen. Gaddafi - dem jeder ein solches Schurkenstück zutraut - ist auf dem Tiefpunkt seines internationalen Ansehens angelangt.


Im Golfkrieg zwischen dem shi'itischen Iran und dem sunnitischen Iraq unterstützt Gaddafi überraschend den ersteren (bis 1988).
Oktober: Sadat fällt einem Attentat zum Opfer. Eine Tatbeteiligung Gaddafis wird nie bewiesen.

1982
US-Präsident Ronald Reagan - dessen erklärtes Vorbild Thomas Jefferson ist - verhängt ein Handelsembargo gegen Libyen, dem sich seine europäischen Verbündeten freilich nicht anschließen. [Sie können sich lediglich zu einem Waffenembargo durchringen, das Gaddafi jedoch leicht umgehen kann.]

1984
Nachdem Großbritannien (PM Thatcher) Anti-Gaddafi-Demonstrationen vor der libyschen Botschaft in London erlaubt hat, läßt Gaddafi seine Botschaftsangehörigen britische Polizisten erschießen. Der Vorfall führt zum vorübergehenden Abbruch der diplomatischen Beziehungen.

1986
Januar-März: Nachdem Gaddafi eine Erweiterung der libyschen Hoheitsgewässer in der Syrte-Bucht verkündet hat, kommt es wiederholt zu Gefechten zwischen libyschen und US-amerikanischen Kriegsschiffen.
5. April: Gaddafi läßt einen Bombenanschlag auf den Puff den Nachtclub die Discothek "La Belle" in Berlin verüben, dessen Opfer vor allem US-amerikanische BesatzungsBefreiungs-Soldaten sind.


15. April: Ein Vergeltungsschlag der USA (Bombenangriffe auf Gaddafis mutmaßliche Wohnstätten in Tripoli und Benģasi) mißlingt - was Gaddafi mit der Errichtung eines diesbezüglichen Denkmals feiert.


Immerhin erreichen die USA durch Druck auf ihre VasallenVerbündeten, daß Gaddafi seine Beteiligungen an europäischen Firmen vorübergehend aufgeben muß. (Er wird aber nicht etwa enteignet, sondern kann seine Anteile - mit z.T. erklecklichen Gewinnen - frei an der Börse verkaufen.)

1988
Dezember: Gaddafi läßt ein Flugzeug der U.S.-Fluglinie PanAm über dem schottischen Ort Lockerbie in die Luft jagen******; 270 Insassen sterben.


Die USA setzen daraufhin UN-Sanktionen gegen Libyen durch.

1994
Juni: Gaddafi zieht mit großer Geste die libyschen Truppen aus dem nördlichen Tschad ab. (Tatsächlich unterstützt er weiterhin massiv die dortigen Rebellengruppen, die gar nicht daran denken, ihren Kampf gegen die Zentralregierung einzustellen. Gaddafi erreicht damit allerdings nur, daß sich auch der Tschad künftig am Westen orientiert und mit dessen Hilfe eine Pipeline von seinen im Süden gelegenen Erdölfeldern durch Kamerum zum Atlantik baut.)


1999
Der südafrikanische Terrorist Negerhäuptling Menschenfreund Nelson Mandela erreicht die Aufhebung der UN-Sanktionen gegen Lybien. Im Gegenzug liefert Gaddafi einen gewissen Äl-Megrahi als Lockerbie-Attentäter an die Niederlande (!) aus, wo er nach einem zweijährigen Prozeß zu einer Gefängnisstrafe verurteilt wird.

2001
11. September: Nach dem muslimischen Kamikaze-Anschlag auf das World Trade Center in New York City und das Pentagon in Washington D.C. distanziert sich Gaddafi aus Angst vor einem amerikanischen Vergeltungsschlag verbal von den Tätern.

2002
Januar: Gaddafi kauft sich beim italienischen Fußballverein Juventus Turin ein. (Da Gaddafi auch die notwendigen Schiedsrichter einkauft, wird Juventus Turin Abonnements-Meister, bis der Betrug auffliegt und der Verein zwangsrelegiert wird. Allerdings erreicht Gaddafi durch Bestechung auch der höheren Sportgerichte, daß die Bestrafung in zweiter Instanz abgemildert wird und "Juve" bald wieder oben "mitmischen" kann.)
März: Gaddafi kauft sich auch wieder bei Fiat ein.

2003
Gaddafi verspricht - ohne Anerkennung eines Rechtsgrunds -, den Angehörigen der Opfer des Lockerbie-Anschlags Schadensersatz zu leisten.*******

2004
Juni-Juli: Gaddafi, der selber gerne Schach spielt, holt als "Sponsor" eine Veranstaltung, die der korrupte Schachverband F.I.D.E. als "Weltmeisterschaft" bezeichnet, nach Tripoli. Da Gaddafi Juden die Einreise verweigert******** und 99% der weltbesten Schachspieler Juden sind, gerät das ganze zur Farce. "FIDE-Weltmeister" wird ein muslimischer FigurenschieberQualifikant aus Usbekistan, der beim Godesberger SK in der 2. Bundesliga spielt und von niemandem ernst genommen wird; er verschwindet bald wieder in der Versenkung.


Die Leser des ghanaïschen Nachrichtenmagazins New African wählen den "größten Afrikaner aller Zeiten". Gaddafi belegt den geteilten 11. Platz (zusammen mit dem südafrikanischen Terroristen Steve Biko und dem zum Islam konvertierten US-Boxer Cassius Clay alias Muhammad Ali).
März: Der britische Pudel Päderast Premierminister Blair fliegt nach Libyen und kriecht Gaddafi tief in den A..., lobt Gaddafi in den höchsten Tönen für seinen Jahrzehnte langen aufopferungsvollen Kampf gegen den internationalen Terrorismus und sagt ihm für dessen Fortsetzung umfangreiche Waffenlieferungen zu. Er muß sich dafür von bösartigen Journalisten üble Verunglimpfungen gefallen lassen - die er jedoch mit Fassung erträgt.


Oktober: Auch BRDDR-Kanzler Schröder (SPD) fliegt zum Staatsbesuch nach Libyen und tut es seinem britischen Verbündeten gleich. Der Bundesnachrichtendienst (BND) bildet künftig libysche TerroristenPolizisten aus; das Waffenembargo wird offiziell aufgehoben.*********


Die EU lädt ihren neuen braven Verbündeten Gaddafi nach Brüssel ein. (Die europäischen Staaten - insbesondere die BRDDR, deren Politverbrecher weise Politiker den Verzicht auf Kernenergie beschlossen haben - sind nach dem weitgehenden Ausfall der Öllieferungen aus dem Iraq, Nigeria und Venezuela und angesichts der Unzuverlässigkeit des Iran auf jeden Tropfen libyschen Erdöls dringend angewiesen.) Er reist dort in Begleitung seiner schwer bewaffneten "Amazonen"-Leibwache - einem weiblichen Killer-Kommando - an.


(Etwas Vergleichbares läßt sich nicht mal der korrupte Negerstaat die demokratische Republik Nigeria bieten: Als Gaddafi dort zum Staatsbesuch mit seinen "Amazonen" aufkreuzthalbmondt, müssen sie ihre Waffen abgeben :-)

2006
10. April: In einem Interview mit dem arabischen Fernsehsender Äl-Jazīra erklärt Gaddafi, warum er den bewaffneten Kampf gegen den Westen eingestellt hat - er benötigt ihn nicht mehr: "Allah wird dem Islam den Sieg in Europa verleihen, auch ohne Schwerter und Kanonen. Die 50 Millionen Muslime in Europa werden binnen weniger Jahrzehnte einen muslimischen Kontinent schaffen, durch die Fruchtbarkeit ihrer Frauen. Europa und Amerika sitzen in der Zwickmühle: Sie müssen sich entweder rechtzeitig zum Islam bekehren oder ihm den Krieg erklären." [Eine durchaus zutreffende Analyse, der sich Dikigoros nur anschließen kann - noch ist es Zeit!]


Gaddafi organisiert und finanziert in großem Maßstab die Invasion Immivasion Immigration von afrikanischen Muslimen über Libyen auf die italienische Insel Lampedusa und damit in die EU - die keinerlei Gegenwehr leistet, sondern im Gegenteil alle im Mittelmeer verfügbaren Schiffe einsetzt, um etwa in Seenot geratene Immigranten zu retten, so daß Gaddafi die billigsten "Seelenverkäufer" einsetzen kann.


2007
Der neue Präsident Frankreichs, Miklós Sárközy ("Nicolas Sarkozy") - ein vom jüdischen Glauben abgefallener Ungar -, reist nach Libyen und sagt Gaddafi die Lieferung von Nuklear-Technologie zu, damit dieser Israel mit Atomwaffen vernichten kann - was weiterhin sein erklärtes Ziel ist.


Auch mit anderen Politverbrechern, wie dem Venezolaner Chávez und dem Brasilianer 'Lula' da Silva, pflegt Gaddafi enge Freundschaften.


2008
Juni: Gaddafi mischt sich in den US-amerikanischen Präsidentschafts-Wahlkampf ein. In einer viel beachteten Rede äußert er sich zuversichtlich, daß sein schwarzer Glaubensbruder, der aus Kenya stammende Krypto-Muslim Barack Hussein Obama mit Hilfe seiner Wahlkampflügen zum US-Präsident gewählt, sodann die Maske fallen lassen und eine streng pro-islamische Politik (Verrat Israels an seine arabischen Nachbarstaaten, Abzug der US-Truppen aus Afģānistān und dem Irāq, Freundschaft mit dem Îrân und Libyen) betreiben wird. (Obama wird im November tatsächlich gewählt.)


August: Auch der italienische Regierungschef Berlusconi muß vor Gaddafi zu Kreuze kriechen angesichts der Drohung, ihm den Ölhahn zuzudrehen und die Immivasion hunderttausender Afrikaner (ob derer Italien bereits den Staatsnotstand ausgerufen hat) noch weiter anzuheizen. Er verspricht Gaddafi im Rahmen eines "Freundschaftsabkommens" zwischen Italien und Libyen "Wiedergutmachungs"-Zahlungen in Höhe von 5 Milliarden US-$.

[Politclowns unter sich]

September: US-Präsident Bush schickt seine Außenministerin Rice nach Libyen, um sich bei seinem guten Freund Gaddafi für die völlig unberechtigten Bombenangriffe von 1986 zu entschuldigen.
(Nach unbestätigten Gerüchten sollen sich der Libyer und die US-Negerin bei dieser Gelegenheit auch persönlich näher gekommen sein; über Art und Umfang der dabei eingesetzten Mittel herrscht Uneinigkeit.)


November: Gaddafi schlägt seine Zelte im Moskauer Kreml auf und läßt sich von Regierungschef Putin empfangen, der zu seinen Ehren auch die französische Schnulzensängerin Mireille Mathieu - eine persönliche Freundin Sarkozys - hat einfliegen lassen und ihm ebenfalls Unterstützung beim Bau von Atombomben zusagt.


2009
Februar: Gaddafi wird in Addis Abeba zum Führer der "Afrikanischen Union" gewählt. Als solcher erklärt er, die Gründung der "Vereinigten Staaten von Afrika" anzustreben und rechtfertigt die Piraterie am Horn von Afrika als "Akt der legitimen Notwehr der Afrikaner gegen die gierigen Westler".
Juni: Nach dem Ableben des Gabuner Diktators Hadji Halef Omar Bingo Bängo Bongo ist Gaddafi das dienstälteste Staatsoberhaupt Afrikas. (Weltweit wird er nur noch von der britischen Queen Elizabeth II und König Bhumibol von Thailand übertroffen.)
September: In New York City tritt Gaddafi vor der Vollversammlung der UNO - deren Vorsitz man Libyen übertragen hat - als "König von Afrika" auf, zerreißt demonstrativ die UN-Charta und verlangt 7.77 Billionen US-$ "Entschädigung" für die Kolonialzeit. Ferner verlangt er von der UNO die zwangsweise Auflösung der Schweiz und die Verteilung ihrer Territorien an die Nachbarstaaten Frankreich, Deutschland und Italien - deren Regierungen sich durch besondere Untertätigkeit gegenüber Gaddafi auszeichnen.
November: Die Schweizer wagen es - nicht zuletzt als Reaktion auf Gaddafis Äußerungen -, in einer Volksabstimmung mit großer Mehrheit den Neubau von Minaretten zu verbieten. Die islamische Welt - allen voran Gaddafi - tobt vor Wut.**********


2010
August: Gaddafi reist erneut nach Italien. Nachdem seine Schutzgeld-Erpressung zwei Jahre zuvor so gut funktioniert hat, verlangt er nunmehr jährlich 5 Milliarden Euro - aufzubringen von der ganzen EU -, damit er die Millionen Afrikaner, die sich bereits in libyschen Auffanglagern gesammelt haben, nicht auf Europa los läßt. Zum Entsetzen von Pro Asyl u.a. "Flüchtlings-Verbände" schaltet Berlusconi jedoch diesmal auf stur - er ist bereits seit dem Vorjahr dazu übergegangen, keine Immigranten aus Afrika mehr in Italien aufzunehmen*********** -, so daß Gaddafi unverrichteter Dinge wieder abreisen muß.

2011
Februar: Mit Unterstützung der ägyptischen Muslim-Bruderschaft und der sa'udischen äl-Qaidā beginnen radikal-islamische Elemente, denen Gaddafis "Schmusekurs" mit dem Westen mißfällt, in der Cyrenaika mit einem Aufstand gegen das Gaddafi-Regime, mit dem Ziel, in Libyen einen fundamentalistischen "Gottesstaat" zu errichten. Obwohl sie dies ganz offen aussprechen, glauben die Politiker in Ost und West in einem Anfall kollektiver geistiger Umnachtung, daß es sich bei diesen Elementen um "gute Demokraten" handele, die nichts sehnlicher wünschen, als in Frieden und Freundschaft mit ihnen zu leben. Niemand (außer ein paar Karikaturisten, die - noch - niemand ernst nimmt) will wahr haben, daß diese Elemente eine noch größere Gefahr darstellen als Gaddafi.


März: Der UN-Sicherheitsrat beschließt ohne Gegenstimmen, die Verhängung eines "Flugverbots" über Libyen zu erzwingen. Unmittelbar darauf beginnt die französische Luftwaffe ohne Kriegserklärung mit Bombenangriffen auf Libyen unter dem Vorwand, damit den "Schutz der Zivilbevölkerung vor Gaddafi" gewährleisten zu wollen. Die Luftstreitkräfte Großbritanniens und der USA schließen sich an, bomben den Aufständischen den Weg nach Tripoli frei und zerstören in wenigen Monaten Libyens gesamte Infrastruktur, u.a. die Ölförderanlagen und Pipelines. Der Ölpreis explodiert.
August: Tripoli fällt an die Aufständischen; während seine Tochter ins Exil nach Tunesien geht, schlägt Gaddafi Angebote seiner Freunde Ortega und Chavez aus, ihm Asyl in Nicaragua bzw. Venezuela zu gewähren, und flieht statt dessen nach Syrte in dem Glauben, den Bürgerkrieg noch für sich entscheiden zu können.
20. Oktober: Gaddafi wird bei dem Versuch, sich aus Syrte abzusetzen, von der USAAF entdeckt und sein Konvoi bombardiert. Er fällt verwundet in die Hände von Aufständischen, die ihn an Ort und Stelle tot schlagen. Seine Leiche wird zwei Tage zur Schau gestellt und dann bei Nacht und Nebel in der Wüste verscharrt.


23. Oktober: Die Aufständischen erklären Libyen zu einer islamischen Republik und führen die Sharia ein. Über Bengasi flattert die äl-Qaidā-Flagge; der Teufel ist - vor allem Dank Frankreich - mit Beelzebub ausgetrieben.

[Danke, Frankreich!]


*Das "Ģ" wird hart und stimmlos gesprochen, daher bisweilen auch "K" oder "Q" geschrieben. Das "đ" entspricht einem neugriechischen "δ" bzw. einem stimmhaften englischen "th", wird daher bisweilen auch - irreführend - "dh" geschrieben. Das zweite "a" und das "i" sind lang. Im folgenden wird der Name vereinfacht "Gaddafi" geschrieben. Streng genommen bezeichnet dieser lediglich die Zugehörigkeit zum Clan der Gaddafa. Die korrekte deutsche Namensform wäre "Mu'ammar Minyarssohn".

**Idris war der Enkel von Sayid Muhammäd Ibn Ali äs-Sänussī, dem Gründer der gleichnamigen Wahhabiten-Sekte, deren erklärtes Ziel die Ausrottung aller Nicht-Muslime ist. Die Sekte, in Mäkka gegründet, verlegte ihren Sitz 1895 in die unzugängliche Wüsten-Oase Kufra im Südosten des heutigen Libyen, die erst Anfang der 1930er Jahre von den Italienern erobert wurde. Wer keine Lust hat, sie persönlich zu besuchen, dem empfiehlt Dikigoros die Reise-Erinnerungen des ungarischen Wüstenforschers Ladislaus Almásy (1895-1951), die in der BRDDR leider kaum jemand kennt, obwohl es seit 1997 auch eine Übersetzung ins Deutsche ("Schwimmer in der Wüste") gibt.

***Die Eingeborenen sagen "Lībya"; auf Hoch-Arabisch lautet der Name "Lībiyā".

****Das genaue Geburtsdatum ist nicht bekannt. Das heute meist genannte Datum - "19.06." - ist pure Fiktion. Nicht einmal das Geburtsjahr und der Geburtsort sind sicher. Nach einer italienischen Mindermeinung wurde Gaddafi 1938 in Misurata geboren. Nach einer französischen These ist er der uneheliche Sohn eines korsischen Luftwaffen-Offiziers namens Preziosi. Bisweilen wird auch behauptet, sein Großvater sei 1911 im Krieg gegen Italien gefallen und sein Vater sei unter Mussolini im Konzentrationslager umgekommen. (Tatsächlich starb sein Vater erst 1985 hoch betagt eines natürlichen Todes.) Nach einer in Israel vertretenen - und 2011 von Gaddafis innerlibyschen Gegnern bereitwillig aufgegriffenen - These ist Gaddafi jüdischer Abstammung: Seine Großmutter mütterlicherseits habe (in 2. Ehe) einen Muslim geheiratet und sei erst bei dieser Gelegenheit vom Judentum zum Islam konvertiert.

[Safiya Farkash, Gaddafis Frau]

Diese beiden Thesen widersprechen einander zwar nicht unbedingt - theoretisch könnte Gaddafi einen korsischen Vater und eine [halb-]jüdische Mutter gehabt haben -, sind aber beide nicht hinreichend belegt. Das einzige Indiz für eine Vaterschaft Preziosis ist eine vage Ähnlichkeit der Gesichtszüge. Das einzige Indiz für eine [viertel-]jüdische Abstammung Gaddafis (die ihn nach jüdischem Recht zum Volljuden machen würde, da Judentum ausschließlich matrilinear vererbt wird) ist seine über 40 Jahre bestehende monogame Ehe mit Titos Landsfrau, der mutmaßlichen Jüdin Sofia Farkaš ("Safiya Farkash") - eine unter muslimischen Potentaten weltweit einmalige Erscheinung.
Es dürfte zu weit gehen, auch seine guten Beziehungen zu Tito, Castro und Sarkozy als Indizien zu werten: Bei den beiden ersteren ist ihr Judentum nicht 100%ig gesichert, und Gaddafi dürfte ihnen eher aus politischen Gründen nahe gestanden haben; letzterer war vom Judentum abgefallen und hatte wohl eher wirtschaftliche Motive.

*****Diese Propaganda folgt dem Schema des Vorwurfs, daß Italien im Krieg gegen Abessinien Bombenflugzeuge einsetzte. Das war 1935 tatsächlich der Fall; 1911/12 gab es allerdings noch gar keine Bombenflugzeuge - geschweige denn italienische -; die Idee, Flugzeuge als Bomber einzusetzen, wurde erst im Ersten Weltkrieg von dem Franzosen Roland Garros entwickelt.

******Einige Zeit wurde - auch in den USA - die These vertreten, daß der Anschlag nicht von Gaddafi ausging, sondern von den iranischen Ayatullahs, als Rache für ein iranisches Zivilflugzeug, das ein übereifriger amerikanischer Kapitän im Persischen Golf als vermeintliches feindliches Kampfflugzeug hatte abschießen lassen. Diese These ist jedoch nicht schlüssig: Selbst wenn die Iraner den Anschlag angestiftet hätten, oblag die Durchführung wohl Gaddafi; denn die Bombe, die zur Explosion führte - oder zumindest der Zeitzünder -, wurde von der Schweiz an Libyen geliefert und von dort über Malta in ein Zubringerflugzeug nach Frankfurt geschmuggelt.

*******Die zugesagten Gelder werden jedoch nie ausgezahlt, bis auf einen geringen Teil, den der Westen 2007 an Gaddafi zurück zahlen muß, um einige bulgarische Ärzte und Krankenschwestern, die er als Geiseln genommen hat und zu ermordenhinzurichten droht, frei zu kaufen. Im Gegenzug wird das Urteil gegen Äl-Megrahi - den die Niederlande nach Großbritannien abgeschoben haben - kassiert; er wird im August 2009 klammheimlich nach Libyen entlassen und kann dort seinen wohlverdienten Ruhestand als staatlich anerkannter Terrorist genießen.

********Gaddafis Apologeten behaupten folgendes: 1. Libyen habe den Juden nicht die Einreise verweigert, sondern lediglich die vorherige Erteilung der Einreisevisa; diese hätten sie jedoch bei Ankunft am Flughafen in Tripoli bestimmt erhalten. (Aber wie jeder wußte, hätte keine Fluggesellschaft der Welt Personen auf einen Flug nach Tripoli mitgenommen, die beim Einchecken kein libysches Visum vorweisen konnten :-) 2. Das ganze sei nicht die Idee des braven Gaddafi gewesen, sondern die seines bösen Sohnes. (Als ob sich der über die Entscheidungen seines Vaters hätte hinweg setzen können :-)

*********Gaddafi kauft von da an jährlich für 8-stellige Euro-Beträge Waffen in der EU - vor allem in Italien, Frankreich, der BRD und Großbritannien.

**********Vor Gaddafis Äußerungen hatten Umfragen noch eine deutliche Mehrheit für die Gegner des Referendums gezeitigt. Neben Gaddafis regten sich vor allem solche muslimischen Staats- und Regierungschefs über die "intoleranten" Schweizer auf, in denen nicht nur die Errichtung nicht-muslimischer Gotteshäuser, sondern auch die nicht-muslimische Religionsausübung überhaupt streng verboten - und z.T. mit der Todesstrafe bedroht - ist. In der Schweiz gibt es 400 Moscheen - d.h. rund eine für je 1.000 Muslime -; das Referendum betraf lediglich den Neubau von Minaretten. Die Schweizer Regierung - besorgt, daß noch mehr muslimische Bankkunden dem Beispiel Gaddafis folgen könnten, ihre Gelder aus der Schweiz abzuziehen - bemüht sich, den Volkswillen zu umgehen, indem sie das Gesetz vom "Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte" auf Unzulässigkeit "prüfen" läßt. Bei jenem "Gerichtshof" handelt es sich um eine Ansammlung zwielichtiger Individuenhochkomptenter Juristen, die bereits knapp vier Wochen vor dem Referendum "geurteilt" hatten, daß das Aufhängen christlicher Kreuze in öffentlichen Schulen Italiens gegen die "Menschenrechte" verstieße und zur Zahlung von "Schmerzensgeld" an die durch ihren Anblick "verletzten" Menschen verpflichte. Die Chancen stehen also gut, daß jene Christenfeinde und Islamfreunde auch zu dem "Urteil" gelangen werden, daß der Nichtbau von Minaretten in der Schweiz gegen die "Menschenrechte" verstößt und zur Zahlung von "Schmerzensgeld" an alle Muslime verpflichtet, die durch den Anblick von neu erbauten Moscheen ohne Minarette "verletzt" werden.

***********Die Immivasoren reisen danach kurzfristig über Spanien (via Marokko) oder Griechenland (via Türkei) nach Europa ein; nach dem Sturz Berlusconis werden sie auch wieder in Italien (über Lampedusa) aufgenommen und bevorzugt in die BRDDR - wo die Sozialleistungen am höchsten sind - weiter geleitet.


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