BENITO  MUSSOLINI

(29.7.1883-28.4.1945)

"Wenn ich vorwärts gehe, folget mir!
Wenn ich zurückweiche, tötet mich!
Wenn sie mich töten, rächet mich!"

[Benito Mussolini]

Tabellarischer Lebenslauf
zusammengestellt von
Nikolas Dikigoros

1883
29. Juli: Benito Amilcare Andrea Mussolini wird in Dovia di Predappio (Emilia Romagna) geboren, als ältestes von drei Kindern des gelernten Schmieds (inzwischen Kneipenwirt und Bürgermeister) Alessandro Mussolini (1854-1910) und dessen Ehefrau, der Volksschullehrerin Rosa, geb. Maltoni (1858-1905). Als überzeugter Sozialist gibt ihm der Vater den Vornamen des mexikanischen Revolutionärs Benito Juárez. Sein zweiter Vorname ist der des italienischen Sozialisten Amilcare Cipriani (aber auch der des Karthagers Hamilcar Barca - dessen Sohn Hannibal vergeblich einen Marsch auf Rom unternahm), sein dritter der des italienischen Sozialisten Andrea Costa (aber auch der des venezianischen Dogen [Duce] Andrea Doria). Alle mit seinen drei Vornamen verbundenen historischen Vorbilder üben einen starken Einfluß auf sein späteres politisches Selbstverständnis aus.

1892
September: Mussolini wird in die Klosterschule der Salesianer in Faenza aufgenommen - dort unter dem Namen "Benedetto".

1895
Oktober: Nachdem Mussolini die Salesianer wegen einer Messerstecherei verlassen mußte, tritt er in die Technische Schule (staatliches Realgymnasium) in Forlimpopoli ein.

1896-98
Aufgestachelt von den Briten - die im Vorfeld der "Fachoda-Krise" in Nordostafrika Verbündete gegen Frankreich suchen - versucht Italien, Abessinien zu erobern. Der Versuch endet nach der Schlacht von Adua in einer vernichtenden Niederlage, die für viele Italiener auf Jahrzehnte hinaus ein Trauma bleibt.

1898
Mussolini wechselt an die Oberschule (Volksschullehrer-Seminar) von Forlimpopoli.

1901
Juli: Mussolini schließt seine Ausbildung mit dem Volksschullehrer-Diplom ab.
Mussolini tritt der Sozialistischen Partei Italiens (PSI) bei.
Mussolini wird Volksschullehrer in Gualtieri (bei Reggio Emilia).

1902
Juli: Mussolini übersiedelt in die Schweiz, um sich dem Militärdienst zu entziehen. Er arbeitet in Lausanne und Zürich, nach seiner Ausweisung auch für kurze Zeit in Frankreich und Deutschland, als Maurer, Sekretär und Übersetzer.

1903
Mussolini arbeitet in Bern, wird aber auch dort wegen eines Pistolenduells ausgewiesen und kehrt nach Predappio zurück.

[Fotografie Mussolinis, 1904]

1904
Mussolini kehrt mit einem falschen Paß in die Schweiz zurück, wird jedoch in Genf erkannt und ins Tessin abgeschoben.
Dezember: Nachdem Italien eine Amnestie für Militärdienstflüchtlinge, die sich freiwillig stellen, erlassen hat, kehrt Mussolini zurück und leistet seinen Wehrdienst beim 10. Bersaglieri-Regiment in Verona ab.

1906
September: Mussolini wird vom Militär entlassen und geht für ein Jahr als Volksschullehrer nach Caneva di Tolmezzo (Provinz Friaul).

1908
Januar: Mussolini erwirbt ein Diplom als Französischlehrer und geht als solcher an das Colleggio Ulisse Calvi in Oneglia (Riviera). Nebenbei schreibt er Artikel für die sozialistische Tageszeitung "La Lima".
Juni/Juli: Mussolini wird auf Betreiben der Kirche entlassen und kehrt nach Predappio zurück.

1909
März: Mussolini geht als Gewerkschaftssekretär und Chefredakteur der sozialistischen Zeitung "L'Avvenire del Lavoratore" nach Trient (Istrien).
August: Mussolini wird gleichzeitig Chefredakteur der nationalistischen Zeitung "Popolo". (Beide Zeitungen gehören dem selben Verleger, Cesare Battista.)
September: Mussolini wird von den österreichischen Behörden ausgewiesen. Er geht nach Forlì (Emilia Romagna) und schreibt dort für "La Voce".

1910
Mussolini gründet eine eigene sozialistische Zeitung, "La Lotta di Classe".

1911
Mussolini ruft zum Generalstreik gegen den italienischen Eroberungskrieg in Tripolitanien und Cyrenaica auf und wird zu einer fünfmonatigen Haftstrafe verurteilt. Bis 1915 muß er insgesamt elf Mal ins Gefängnis.

1912
Juli: Mussolini wird in den Exekutivausschuß der PSI berufen.
Dezember: Mussolini wird Chefredakteur der sozialistischen Tageszeitung "Avanti" in Mailand (Milano), deren Auflage er von 20.000 auf 100.000 Exemplare steigert.

1914
29. Juli: Mussolini unterzeichnet das Anti-Kriegsmanifest seiner Partei.1
Oktober: Mussolini tritt zu den Kriegsbefürwortern über, fordert nun die Teilnahme Italiens am Ersten Weltkrieg, und zwar auf Seiten der Entente, wiewohl es offiziell noch mit dem Deutschen Reich und Österreich-Ungarn verbündet ist, um Südtirol, Dalmatien einschließlich Albaniens, Süd-Anatolien und Deutsch-Ostafrika zu gewinnen. Er begründet das mit dem Satz: "Der Krieg ist die eigentliche Revolution" und wird daraufhin vom PSI ausgeschlossen. Mussolini verläßt "Avanti" und gründet eine eigene Zeitung, "Popolo d'Italia". Zusammen mit Gabriele d'Annunzio wird er zum Führer der Kampagne für den Kriegseintritt.


1915
Mussolini heiratet Rachele Guidi (*1892 oder 1893), mit der er bereits seit 1910 liiert ist. Aus der Ehe gehen die Kinder Vittorio (*1915), Bruno (*1918), Romano (*1927) und Anna Maria (*1929) hervor. Das Paar adoptiert außerdem Edda (*1910), Mussolinis Tochter aus einer vorehelichen Liaison mit einer Russin.
23. Mai: Italien erklärt Österreich-Ungarn den Krieg.2
31. August: Mussolini wird Soldat.

[Mussolini 1917]

1917
Februar: Mussolini wird zum Unterfeldwebel (Sargento maggiore) befördert, kurz darauf bei der Handgranaten-Wurfausbildung verwundet und aus der Armee entlassen.
Juni: Mussolini kehrt nach Mailand zurück, wo er wieder die Leitung des "Popolo d'Italia" übernimmt.
Dezembember: Um nach der Niederlage bei Caporetto (Karfreit) auftretende Bestrebungen nach einem Separatfrieden mit Österreich-Ungarn zu bekämpfen, wird von Abgeordenten aller Parteien der "Fascio parlamentare di difesa nazionale [parlamentarische Bund der nationalen Verteidigung]", kurz "Fascio nazi", gegründet.

1918
November: Nach der Kapitulation Österreich-Ungarns zählt Italien formell zu den Siegern des Ersten Weltkriegs, ist jedoch wirtschaftlich ruiniert.

1919
März: Mussolini beteiligt sich in Mailand an der Gründung der ersten, den deutschen Freikorps ähnelnden "fasci di combattimento [Kampfbünde]" (auch "squadri [Schwadrone]" genannt) aus Kriegsveteranen, deren Ziel eine neue, autoritäre Staatsordnung ist.


Als Symbol für ihre Forderung nach "unità (Einheit)", "forza (Kraft, Stärke, Gewalt)" und "giustizia (Gerechtigkeit)" wählen sie - ihrem Namen entsprechend - auf Vorschlag d'Annunzios das altrömische Rutenbündel ("fascio") mit Liktorenbeilen, das seit der Französischen Revolution von 1789 auch das französische Wappen ziert, ferner die Wappen der USA (bis 1945), des US-Senats, einiger US-Bundesstaaten (bis heute das Colorados) und Städte (bis heute das Newarks), der britischen Kolonie Südafrika (bis zur Unabhängigkeit 1961), einiger Schweizer Kantone (bis heute das St. Gallens), einiger französicher Ex-Kolonien in Afrika (bis heute das Kameruns) und einiger Republiken in Südamerika (bis heute das Ekuadors); es ist auch Bestandteil der Polizeiwappen einiger skandinavischer Länder.3


[Wappen St. Gallens]

10. September: Im Frieden von St. Germain erhält Italien das Trentino, Südtirol, Julisch-Venetien und Triest - nicht aber, wie erhofft, auch Fiume, Dalmatien und Albanien, was zu weit verbreiteter Unzufriedenheit über den "verstümmelten Sieg" führt.

1920
August: Im Frieden von Sèvres erhält Italien nur einen kleinen Streifen der "türkischen Riviera" um Antalya, während England, Frankreich, Griechenland und Armenien neun Zehntel des Osmanischen Reichs unter sich aufteilen.
November: Im Vertrag von Rapallo verzichtet Italien auf das von d'Annunzio besetzte Fiume, das - ähnlich wie das deutsche Danzig - zur "freien Stadt" erklärt wird.
Dezember: D'Annunzio wird aus Fiume vertrieben. Von Sozialisten und Kommunisten angezettelte Streiks in Piemont und der Lombardei, vor allem in den Industrie-Metropolen Mailand und Turin, legen die Wirtschaft Italiens weitgehend lahm. Angesichts des Versagens der staatlichen Ordnungshüter betätigen sich die Fascisten als Streikbrecher, die Gewalt mit Gegengewalt beantworten.

1921
15. Mai: Bei den Wahlen zum italienischen Parlament gewinnt Mussolini auf der Liste des "Blocco moderato [gemäßigter Block]" einen von 34 Abgeordneten-Sitzen.


11. November: In Rom organisieren sich die Fascisten zu einer politischen Partei ("Partito Nazionale Fascista, P.N.F."). Neben Mussolini sind ihre führenden Köpfe Balbo, de Bono, de Vecchi und Bianchi, die scherzhaft auch das "Quadruumvirat" genannt werden.
Dezember: Beim Bankrott der Italienischen Diskontbank verlieren zahlreiche Menschen ihre Ersparnisse, was die Stimmung gegen die korrupte Republik weiter anheizt.

1922
Februar: Zwei Wochen nach dem Tode Papst Benedikts XV, wird Achille Ratti, der Erzbischof von Mailand, zu seinem Nachfolger gewählt, der als "Pius XI" eine wohlwollende Haltung gegenüber dem Fascismus einnimmt.
März: Die Fascisten halten ihren Parteitag in der rote Hochburg Mailand ab, um die Sozialisten zu provozieren.
Mai: Die USA erlassen den "Emergency Quota Act", der die Einwanderung aus Asien, Süd- und Osteuropa erheblich beschränkt. Damit ist ein wesentliches Ventil für die Hungernden und sonstwie Unzufriedenen verstopft. (Seit Kriegsende waren über eine Million Italiener in die USA ausgewandert, nun wird die Zahl der US-Einwanderungsvisa für Italiener auf nur noch 5.802 Personen pro Jahr festgesetzt.)
August: In Mailand kommt es zu Straßenschlachten zwischen Fascisten und Sozialisten. Der Aufruf der Gewerkschaftsbonzen zum Generalstreik wird von der Mehrheit der Arbeiter nicht befolgt.
Nachdem die Türken unter ihrem neuen Führer Mustafa Kemal (später "Atatürk") die italienischen Truppen aus Antalya vertrieben haben, erreicht die Enttäuschung und Unzufriedenheit in Italien einen neuen Höhepunkt.
Oktober: Angesichts zunehmenden linken Terrors droht Mussolini mit einer gewaltsamen Machtübernahme, um die Ordnung wiederherzustellen. Nachdem König Viktor Emanuel III das Ansinnen des unfähigen Ministerpräsidenten Luigi Facta, die Armee gegen Mussolinis Schwarzhemden einzusetzen und damit einen Bürgerkrieg zu riskieren, abgelehnt hat, tritt dieser beleidigt zurück. Da die Quasselbudedas Parlament sich nicht auf einen Nachfolger einigen kann, beruft der König auf Drängen der Wirtschaft und des Militärs Mussolini zum neuen Ministerpräsidenten, so daß der "Marsch auf Rom" - entgegen später gedrehten Propagandafilmen - zu einer friedlichen Spazierfahrt wird (überwiegend mit Eisenbahnen und Kraftfahrzeugen - lediglich die letzten paar hundert Meter werden demonstrativ zu Fuß zurück gelegt :-).


Mussolini sieht sich in der Nachfolge von Giuseppe Mazzini, dem national-sozialistischen Revolutionsführer von 1848, dessen 50. Todestag er mit großem Brimborium nachfeiern läßt.

[Schwert der Gerechtigkeit und Liebe zum Vaterland: Briefmarke zu 25 Centesimi auf den 50. Todestag Mazzinis 1922]

November: Mussolini erhält durch ein auf zwei Jahre befristetes Ermächtigungsgesetz umfassende Vollmachten zur Reorganisation des Staates.


Er nimmt die Bezeichnung "Duce" (von Lateinisch "Dux", wörtlich "Führer", im übertragenen Sinne "Herzog", in Venedig in der Dialektform "Doge" auch republikanisches Staatsoberhaupt) an und führt - ebenfalls nach dem Vorbild der französischen Revolution von 1789 - eine neue Zeitrechnung ein, die mit dem Jahr der fascistischen Machtübernahme beginnt.
Dezember: Mit der Gründung von "L'Ambrosiano" haben die Fascisten eine eigene Tageszeitung.

1923
Juli: Im Frieden von Lausanne erreicht Mussolini die Abtretung der "Dodekánis ["Zwölfinseln"] von der Türkei.
Das amerikanische Nachrichten-Magazin Time kürt Mussolini zum "Mann des Jahres".

[Time]

1924
27. Januar: Mussolini erreicht die jugoslawische Zustimmung zum Anschluß der "freien Stadt Fiume" an Italien.
6. April: Bei den Parlamentswahlen gewinnen die Fascisten eine Zweidrittelmehrheit der Abgeordnetensitze.
30. Mai: Der Generalsekretär der Sozialistischen Partei, Giacomo Matteotti, hält im Parlament eine Hetzrede gegen die Regierung und wird noch in der selben Nacht, als er besoffen aus einer Bar torkelt, von empörten Fascisten auf offener Straße gekidnapt und später tot geschlagen. Um die Staatsanwaltschaft und den Untersuchungsrichter einzuschüchtern, sagt der wenig später verhaftete Haupttäter bei seiner Vernehmung aus, er habe im Auftrag Mussolinis gehandelt; nachdem diese Behauptung durch seine Frau auch in die Oppositionspresse lanciert worden ist, wird der Vorfall - vor allem im Ausland - groß aufgebauscht. Der Strafprozeß läuft jedoch weitgehend korrekt und unspektakulär ab: Die Täter werden wegen Entführung und Körperverletzung mit Todesfolge (bzw. Beihilfe) zu Freiheitsstrafen zwischen dreißig und sechs Jahren verurteilt; Mussolini wird nicht belangt, übernimmt aber später die "politische Verantwortung". In Italien verursacht der gleichzeitige Mordprozeß gegen die Gewerkschaftsführer Sacco und Vanzetti in den USA - der mit Schuldspruch und Hinrichtung der später als unschuldig erwiesenen beiden Italiener endet - weit größere Aufregung.
[1947 wird auf Betreiben der Witwe Matteottis ein Wiederaufnahmeverfahren gegen die noch lebenden Täter durchgeführt. Es endet mit einer Verurteilung wegen Entführung und Mord zu lebenslänglichem Zuchthaus, was jedoch per Begnadigung in 30 Jahre Gefängnis umgewandelt wird.]
Oktober: Großbritannien widersetzt sich der Aufnahme Abessiniens in den Völkerbund mit der Begründung, daß dort noch immer Sklaverei herrsche. Mussolini entlarvt dies als Heuchelei (auch im Hause des britischen Botschafters in Addis Abeba werden Sklaven gehalten) und setzt gemeinsam mit Frankreich die Aufnahme durch.

1925
Mussolini gewinnt mit der Gründung des OND (Opera Nazionale Dopolavoro [Nationales Feierabend-Werk]) - später Vorbild für die deutsche NS-Gemeinschaft KdF (Kraft durch Freude) von Robert Ley - breite Schichten der Arbeiterschaft für sich.


Gleichzeitig verschärft Mussolini den Kampf gegen Kommunisten, Sozialisten, Freimaurer, Mafiosi u.a. "Oppositionelle" und säubert inbesondere das Beamtentum von kriminellen Elementen. Zum ersten Mal in seiner Geschichte erlebt Italien eine nicht-korrupte Verwaltung und pünktliche Eisenbahnzüge. Die Pontischen Sümpfe werden trocken gelegt, Industrie und Landwirtschaft gefördert, um Italien "autark", d.h. unabhängig von Devisen kostenden Einfuhren zu machen. Mussolini läßt ganze Städte neu anlegen, u.a. "Mussolinia" (heute "Sabaudia"). Die Fortschritte Italiens seit 1923 sind - nicht nur in der Propaganda - unübersehbar, insbesondere wenn man sie mit den Zuständen von 1919 vergleicht.


Außenpolitisch versucht Mussolini, sich Jugo-Slawien anzunähern. Die Konvention von Nettuno, die als Ersatz für die de facto fortgefallenene italienische Auswanderung in die USA eine solche nach Dalmatien ermöglichen soll, wird jedoch nach Protesten der Kroaten vom Belgrader Parlament nicht ratifiziert.

1926
Februar: Mussolini gelingt im sizilianischen Gangi ein schwerer Schlag gegen die Mafia. Die letzten Mafiosi, die nicht rechtzeitig in die USA geflohen sind, werden verhaftet und auf eine Gefängnisinsel deportiert; Sizilien ist - für 17 Jahre - frei.
3. April: Mit dem Gesetz über kollektive Arbeitsbedingungen wird die so genannte "Tarif-Autonomie" der Gewerkschaften beseitigt und das Anzetteln von Streiks verboten; die Leistungskraft der italienischen Wirtschaft steigt dadurch spürbar an.
7. April: Mussolini entgeht in Rom dem Attentat einer irischen Kommunistin, von der er leicht an der Nase verletzt wird. (Das deutsche Satire-Blatt "Simplicissimus" nimmt das in seiner nächsten Ausgabe zum Anlaß für eine Titelblatt-Karikatur Mussolinis als Caesar mit verbundener Nase.)


April: Mussolini reist nach Tripolitanien (Libyen), wo italienische Truppen im Kampf gegen muslimische Senussi stehen.
11. September: Mussolini entgeht in Rom einem weiteren Attentat.
31. Oktober: Ein neuerliches Attentat auf Mussolini durch einen 15-jährigen Kommunisten in Bologna scheitert.
November: Durch das Staatsschutzgesetz werden die Oppositions-Parteien aufgelöst und Neugründungen verboten.
Mussolini schafft es zum zweiten Mal auf die Titelseite des "Time Magazine" - zusammen mit seiner zahmen Tigerkatze "Bella Italia".


12. Dezember: Die "fasci" werden offiziell zum Staatssymbol Italiens erhoben, der "fascismo" zur "Wissenschaft" erklärt.


16. Dezember: Mussolinis Freund Giuseppe Motta wird Bundespräsident in der benachbarten Schweiz.

1927
15. Januar: Mussolini empfängt den britischen Finanzminister Winston Churchill, der ihn und seine Politik bei seiner Rückkehr nach England in den höchsten Tönen lobt.
März: Mussolini erläßt die "zehn Gebote des Fascismo", deren erstes lautet: "Du sollst nie an den ewigen Frieden glauben."
5. April: Mussolini schließt einen "Freundschafts-, Versöhnungs- und Schiedsvertrag" mit Ungarn, der sich vor allem gegen Jugoslawien richtet, das Albanien annektieren will.
21. April: Mussolini reorganisiert die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen Italiens von Grund auf: Mit der "Carta del Lavoro [Arbeits-Charta]" entsteht eine Art staatlich gelenkte Marktwirtschaft, d.h. ein Nebeneinander von Privatunternehmen (z.T. unter staatlicher Produktionsplanung und -kontrolle) und reinen Staatsbetrieben, wie es heute in den meisten westeuropäischen Staaten und Japan besteht; das (Zwangs-)Einigungsverfahren zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern erinnert entfernt an die ein halbes Jahrhundert später eingeführte "konzertierte Aktion". Vergleiche mit einer "Planwirtschaft" sowjetischer Machart weist Mussolini stets zurück.
15. Oktober: Die weltweite Mussolini-Begeisterung kennt kaum noch Grenzen. Auf einer Nietzsche-Tagung in Weimar hält der deutsche Kultur-Filosof und Schriftsteller Oswald Spengler einen Vortrag, in dem er sich zu der Behauptung versteigt, Mussolini sei der von Nietzsche profezeite Übermensch.
26. Oktober: Mussolini schickt Kriegsschiffe nach Tanger und stellt dessen "internationalen Status" in Frage, erreicht jedoch weder in Marokko noch in Tunesien Zugeständnisse der Kolonialmacht Frankreich.
11. November: Parlamentsreform: Die Zahl der Abgeordneten wird von 560 auf 400 reduziert.
22. November: Mussolini schließt ein Bündnis mit dem albanischen Räuberhauptmann Amet Zogu (der sich seit 1925 "Präsident" nennt und ab 1928 "König" nennen wird). Er gewährt Albanien großzügige Finanzspritzen und bringt es dadurch in wirtschaftliche Abhängigkeit von Italien.

1928
Nach einem Staatsbesuch des Negus bei Mussolini schließen Italien und Abessinien einen Freundschaftsvertrag.
Juli: Mussolini läßt in Bozen, der Hauptstadt Südtirols an der Stelle des früheren Kaiserjäger-Denkmals (die Italiener haben alle österreichischen Denkmäler in den annektierten Gebieten systematisch zerstört) einen Triumfbogen auf den glorreichen italienischen Sieg im Ersten Weltkrieg errichten. (Der im Volksmund "Fascistentempel" genannte Bogen steht dort, allen Protesten der Südtiroler zum Trotz, bis heute.)


Mussolini gründet den fascistischen "Gran Consiglio [Großen Rat]", der künftig Wahllisten nach korporativen Gesichtspunkten zusammen stellt. (In den folgenden Jahren geht die Verfassungsentwicklung immer weiter zu einem Stände-Parlament, das 1938 verwirklicht wird.)


Mussolini läßt Münzen prägen mit dem Spruch: "Besser einen Tag als Löwe leben denn hundert Jahre als Schaf."4

[meglio vivere un giorno da leone che cento anni da pecora - 20-Lire-Stück 1928]
1929
Februar: Mit den Lateranverträgen erkennen Vatikan und Italien einander nach 58 Jahren als eigenständige Staaten an. Die Lösung der Vatikanfrage und die Versöhnung mit der katholischen Kirche erhöhen Mussolinis Ansehen beim überwiegend fromm-katholischen Volk.


Weniger gut kommt bei den Untertanen an, daß das im
Juni verabschiedete Gesetz über die zugelassenen Religionen den jüdischen Kultgemeinden die gleichen Rechte einräumt wie den katholischen und daß Mussolini im

1930
Oktober auch mit ihnen ein entsprechendes Konkordat schließt, das Gesetzeskraft erhält.


Die Inschrift auf der Gedenkmedaille ist ungenau, da sie von "hebräischen Gemeinden" spricht;
im Gesetz steht "israelische Gemeinden". Dikigoros bleibt daher bei "jüdischen Gemeinden",
zumal es den heutigen Unterschied zwischen "Juden" und "Israelis" damals noch nicht gab.

1933
Juni: Mussolinis erstes Treffen mit dem neuen (seit Januar) deutschen Reichskanzler Adolf Hitler in Venedig verläuft frostig. Mussolini widersetzt sich insbesondere der Heimkehr der Deutsch-Österreicher ins Reich, welche die alliierten Besatzer schon 1919 unter Mißachtung des nach außen hin lautstark propagierten "Selbstbestimmungsrechts der Völker" verboten hatten, obwohl bei einer Volksabstimmung über 98% für den "Anschluß" gestimmt hatten.


1934
Ähnlich wie Hitler - der gleich nach seinem Regierungsantritt mit der Zionistischen Vereinigung für Deutschland das Ha'avara-Abkommen geschlossen hatte - unterstützt Mussolini die Auswanderung der in Italien lebenden Juden nach Eretz IsraelPalästina. Da die Briten dieser Einwanderung in ihre Kolonie Mandatsgebiet feindselig gegenüber stehen, läßt er an der Marine-Akademie von Civitavecchia ganze Klassen von Juden aus dem In- und Ausland zu Marine-Offizieren ausbilden, damit diese dereinst den militärischen Kampf gegen Großbritannien aufnehmen können.
(Die Absolventen tragen später maßgeblich dazu bei, einen Teil Palästinas für den neuen Staat Israel frei zu kämpfen.)
17. März: In den gegen Deutschland gerichteten "Römischen Protokollen" garantiert Mussolini der "Republik Österreich" und Ungarn Wirtschaftshilfe. Im Gegenzug erwartet er von den Westmächten Stillhalten bei seinem Plan, Italien zur "Schutzmacht" Abessiniens zu machen nach dem Muster Frankreichs in Marokko und Englands in Ägypten.
Mai-Juni: Italien richtet die 2. Fußball-"welt"-meisterschaft (ohne England und die stärksten Mannschaften Südamerikas) aus. Durch skandalöse Fehlentscheidungen der von Mussolini bestochenen Schiedsrichter - vor allem Baert aus dem "neutralen" Belgien, Mercet aus der "neutralen" Schweiz und Eklind aus dem "neutralen" Schweden - gegen Spanien, Österreich und die Tschecho-Slowakei gelingt der "squadra azzurra [blauen Schwadron]" (nach der Farbe der Trikots) überraschend der Titelgewinn.5 Mussolinis Popularität im Fußball-begeisterten Italien steigt daraufhin gewaltig an.
(Der Erfolg wird 1936 bei den Olympischen Spielen in Berlin - mit zu "Staatsamateuren" ernannten Profis - und 1938 bei der 3. Fußball-Weltmeisterschaft in Frankreich - mit im Schnellverfahren eingebürgerten Profis aus Argentinien - wiederholt.)
5. Dezember: Bei Wal-Wal (im zwischen Italienisch-Somalia, Britisch-Somalia und dem eigentlichen Abessinien gelegenen Ogaden, das hauptsächlich von muslimischen Somalis bewohnt wird) überfallen Eingeborene den britischen Sondergesandten Clifford, der nur durch das Eingreifen italienischer Kolonialtruppen gerettet wird.

1935
7. Januar: Mussolini empfängt in Rom den neuen französischen Ministerpräsidenten und Außenminister Pierre Laval zur Unterzeichnung eines Geheimvertrags ("Laval-Mussolini-Abkommen") in dem sich Frankreich und Italien zum einen auf die Verteidigung der "Republik Österreich" gegen das Deutsche Reich einigen, zum anderen über ihre Kolonial-Ansprüche in Afrika: Italien verzichtet endgültig auf das - überwiegend von italienischen Kolonisten besiedelte - Tunesien, das ihm Frankreich im 19. Jahrhundert vor der Nase weg geschnappt hatte; Frankreich läßt Italien dafür freie Hand in Abessinien.
April: In Stresa verbünden sich Italien, England und Frankreich gegen das Deutsche Reich, wobei sie einander ein Festhalten an den Bedingungen des Diktatvertrags von Versailles garantieren ("Stresa-Front").
Mussolini schafft es erneut auf die Titelseite des "Time Magazine" - zusammen mit seinen Söhnen Bruno und Vittorio.


Juni: Der britische Außenminister Eden macht Mussolini ein "Kompromißangebot": Italien soll das wertlose6 Ogaden erhalten, Großbritannien dafür das Protektorat über den Rest Abessiniens. Mussolini lehnt dies ab und schickt Truppen nach Eritrea.
September: Der Negus erklärt die Mobilmachung Abessiniens gegen Italien.
Oktober: Mussolini nimmt im Vertrauen auf ein Stillhalten der Westmächte den Krieg gegen Abessinien auf, der in Italien außerordentlich populär ist und sogar die Fußball-Begeisterung in den Schatten stellt. Selbst Mussolini-Gegner wie Benedetto Croce, der selbsternannt Vorkämpfer des Sozialismus, befürworten ihn wegen der barbarischen Rückständigkeit Abessiniens (wo u.a. noch Frauenbeschneidung und Kannibalismus üblich sind), dem Italien die Zivilisation bringen müsse. Bereits in der ersten Kriegswoche spenden 250.000 Römerinnen - allen voran die Königin - ihre goldenen Eheringe im Austausch für Eisenringe. Mussolini läßt auch Bombenflugzeuge und Giftgas gegen die Abessinier einsetzen, nach dem Vorbild der Briten, die dies bereits 14 Jahre zuvor (unter Kolonialminister Churchill) im Nordiraq gegen die Kurden getan hatten.
November: Völlig überraschend für Mussolini verkündet der Völkerbund ein Waffenembargo sowie eine Kredit- und Rohstoffsperre. Mussolini spricht daraufhin eine ordentliche Kündigung der Mitgliedschaft Italiens aus.
(Allerdings respektiert Großbritannien den Suez-Vertrag von 1888, der die Sperrung des Kanals auch in Kriegszeiten und auch für Kriegsschiffe ausdrücklich verbietet, so daß italienische Truppentransporter ihn passieren können.)
Ebenso überraschend kommt für Mussolini ein deutsches Hilfsangebot, das ihm erlaubt, die Sanktionen zu unterlaufen.
Dezember: Der neue britische Außenminister Samuel Hoare und Laval verständigen sich in Paris darauf, Italien einige Gebiete Abessiniens sowie eine "Einflußsfäre" dortselbst anzubieten.


Nach Bekanntwerden des "Hoare-Laval-Plans" werden jedoch beide zum Rücktritt gezwungen; der Krieg geht weiter.

1936
5. Mai: Italienische Truppen erobern Addis Abeba; der Negus flieht ins Exil. Mussolini wird von König Viktor Emanuel das Großkreuz des Ordens von Savoyen verliehen.

[Hailie Selassie, der 'Negus' von Abessinien]

9. Mai: Mussolini ruft Viktor Emanuel zum "Kaiser" aus und erklärt Italien zum "Kaiserreich (imperio)", bestehend aus dem Mutterland, Tripolitanien und Cyrenaica (seit 1929 zu "Libia" vereint), den Dodekanes-Inseln, Eritrea, Abessinien und Somalia. Er fordert die Vormachtstellung Italiens im Mittelmeer, das er als "mare nostro [unser Meer]" betrachtet - eine Forderung, die sich vor allem gegen England richtet, das noch immer Gibraltar, Menorca, Malta, Kreta, Cypern, Ägypten und Palästina besetzt hält.


4. Juli: Der Völkerbund hebt die Sanktionen gegen Italien auf; Mussolini nimmt die Kündigung jedoch nicht zurück.
18. Juli: Der spanische Bürgerkrieg bricht aus. Mussolini sagt den Aufständischen heimliche Hilfe zu, schickt ihnen jedoch zunächst nur schlecht ausgebildete und noch schlechter bewaffnete Freiwillige und ein paar schrottreife Flugzeuge. Als zwei der letzteren bereits in der 2. Kriegswoche in Französisch-Marokko notlanden müssen, wird die "geheime" Hilfe bekannt, woraufhin Frankreich und die Sowjet-Union beginnen, die Volksfront-Regierung massiv zu unterstützen.
Oktober: Mussolinis Schwiegersohn Ciano reist als italienischer Außenminister nach Deutschland. In einem Geheimprotokoll wird Einigung erzielt über die Anerkennung der Annexion Abessiniens und eine gemeinsame Unterstützung General Francos im Spanischen Bürgerkrieg (der 1939 mit der Niederlage der Volksfront-Regierung endet.)


1. November: Mussolini spricht auf dem Mailänder Domplatz erstmals von der "Achse Rom-Berlin".

[Wandteppich]

1937
2. Januar: Mussolini schließt mit Großbritannien ein Abkommen über die "Freiheit des Mittelmeers".
23. Januar: Mussolini empfängt den deutschen Feldmarschall Hermann Göring in Rom, weigert sich jedoch nach wie vor, dem "Anschluß" der "Republik Österreich" an das Deutsche Reich zuzustimmen.
März: Mussolini schließt einen Nichtangriffspakt mit Jugoslawien.
April: Um das "Gleichgewicht der Kräfte" am Roten Meer wieder herzustellen, erklärt Großbritannien Adän zur "Kronkolonie" und beginnt, dessen "Hinterland" zu besetzenbefreien.
(Selbstverständlich setzt es dabei auch Bombenflugzeuge und Giftgas ein; aber niemand regt sich darob auf, geschweige denn, daß irgend jemand Sanktionen verhängen würde - die heutigen Geschichts- und Märchenbücher verschweigen den ganzen Vorgang diskret.)
Am Ende besetzenbesitzen die Briten ca. ein Drittel der Arabischen Halbinsel, einschließlich der wertvollen Ögebiete von Kuwait, Bahrein und Qatar.
September: Mussolini reist auf Staatsbesuch nach Deutschland, von dem er stark beeindruckt ist.


6. November: Nach einem Besuch des deutschen Sonderbotschafters Ribbentrop bei Mussolini tritt Italien dem gegen die Sowjet-Union gerichteten "Antikominternpakt" zwischen Deutschland und Japan bei. Die "Achse Rom-Berlin" wird zur "Achse Berlin-Rom-Tōkyō".
Dezember: Italiens Austritt aus dem Völkerbund wird wirksam.
Mussolini läßt eine antike Stele aus dem abessinischen Aksun, um sie vor dem dortigen Verfall zu retten, nach Rom bringen und auf der Piazza Porta Capena aufstellen.


1938
15. März: Mussolini bewahrt beim friedlichen Anschluß der Ostmark [vormals "Republik Österreich]" an das Deutsche Reich wohlwollende Neutralität. Seinen Kritikern erklärt er, daß eine Unabhängigkeit, deren Wahrung den Einsatz ausländischer Truppen gegen die Mehrheit der Bevölkerung erforderte, diesen Namen nicht verdiene.
16. April: Mussolini schließt ein Freundschaftsabkommen mit Großbritannien, das Italiens Souveränität über Abessinien anerkennt.
2.-10. Mai: Mussolini empfängt Hitler, Goebbels, Hess, Himmler und Ribbentrop zum Staatsbesuch in Rom, Neapel und Florenz.


29. September: Mussolini vermittelt das Münchener Abkommen zwischen Deutschland, England und Frankreich, das den friedlichen Anschluß des Sudetenlandes an das Deutsche Reich ermöglicht, den die von den Tschechen brutal unterdrückten Sudetendeutschen seit zwei Jahrzehnten vergeblich herbei gesehnt hatten.


Trotz dieses Prestigeerfolgs gerät Mussolini zunehmend in Abhängigkeit von Hitler, was ihm feindlich gesonnene Karikaturisten weidlich ausschlachten.


2. November: Das englische Unterhaus ratifiziert das Abkommen vom April 1938.
Dezember: Nachdem die französische Regierung mitgeteilt hat, sie werde das mit dem inzwischen gestürzten Laval geschlossene Abkommen vom Januar 1935 nicht ratifizieren, erklärt Mussolini dieses für hinfällig. In Frankreich kommt es daraufhin zu "anti-fascistischen" Demonstrationen, die auf Spruchbändern das brave "demokratische" Ziel verkünden, Sardinien, Venedig, Mantua, die Toscana, Neapel und Sizilien zu annektieren, als "altes Erbe" des Hauses Anjou.

1939
7. April: Mussolini läßt italienische Truppen Albanien besetzen, dessen neuer König Viktor Emanuel in Personalunion wird.
13. April: US-Präsident Franklin Delano Roosevelt hält eine Hetzrede gegen Italien und Deutschland, in der er Hitler und Mussolini vorwirft, sie hätten "drei europäischen Nationen" (er meint Deutsch-Österreich, die Tschecho-Slowakei und die Stämme Albaniens) und "einem afrikanischen Volk" (er meint die Stämme Abessiniens) die Unabhängigkeit geraubt.
22. Mai: Nach einem erneuten Staatsbesuch Hitlers (in Rom, Florenz und Neapel) wird zwischen Italien und dem Deutschen Reich ein "Freundschafts- und Bündnispakt" geschlossen, von dem sich die deutsche Propaganda viel verspricht ("Stahlpakt"), der jedoch bereits eine Woche später de facto zu Altpapier wird, als Mussolini eine Zusatzerklärung nachschiebt, daß Italien vor 1943 nicht kriegsbereit sein werde.
3. September: Zwei Tage nach Beginn des Polenfeldzugs erklären Großbritannien und Frankreich dem Deutschen Reich den Krieg (nicht aber der Sowjetunion, als aufgrund des "Hitler-Stalin-Pakts" auch die Rote Armee in Polen einrückt), der sich bald zum Zweiten Weltkrieg ausweitet. Mussolini erklärt zunächst die "nonbelligerenza [Nichtkriegsführung]" (im Gegensatz zur Neutralität) Italiens - was ihm nicht nur in Deutschland, sondern auch bei den Alliierten Spott und Hohn einträgt.

[Mussolini und seine Geliebte 'Clara Pettaci' - der Name ist in der Karikatur wohl bewußt falsch geschrieben]

1940
18. März: Bei einem Treffen am Brenner erklärt Mussolini Hitler erneut, daß Italien nicht kriegsbereit sei und deshalb nicht am "Westfeldzug" gegen Frankreich teilnehmen könne.
10. Mai: Beginn des Westfeldzugs ohne italienische Beteiligung.
10. Juni: Als Frankreich schon so gut wie geschlagen ist, erklärt Mussolini Frankreich und Großbritannien den Krieg, um ein Stück vom Kuchen abzubekommen.

[sowjetische Karikatur] [US-amerikanische Karikatur]

Italienische Truppen versuchen, in Savoyen einzudringen, werden jedoch zurück geschlagen.
Hitler weigert sich, Mussolinis Annexionswünsche (Korsika, die Côte d'Azur mit Nizza, Savoyen, Tunesien und Djibuti) zu erfüllen, da er eine ehrliche Aussöhnung mit Frankreich sucht.
27. September: Deutschland, Italien und Japan schließen den "Wehrpakt zur Wiederherstellung des Weltfriedens", später kurz - und ungenau - "Dreimächtepakt" genannt.
(Dem Pakt treten im folgenden noch Ungarn, Rumänien, die Slowakei, Dänemark, Finnland, China, Bulgarien und Kroatien bei.)


Oktober: Der von Mussolini völlig überflüssigerweise - zur Verfolgung einiger in Albanien eingedrungener griechischer Freischärler - begonnene Feldzug gegen Griechenland, das von General Metaxás geführt wird (der eigentlich mit den Achsenmächten sympathisiert und daher später von den Briten mittels Gift ermordet wird) endet mit einer peinlichen Niederlage, ebenso seine Versuche, von Libyen und Abessinien aus Ägypten und Britisch-Somalia zu erobern.


1941
April: Nachdem deutsche Truppen "Jugoslawien" und Griechenland erobert haben, erhält Italien Besatzungsrechte u.a. in Istrien, Dalmatien und dem Kosovo (den es Albanien zuschlägt).
Die italienischen Truppen müssen sich aus Abessinien zurück ziehen. Der Verlust Libyens kann nur durch den Einsatz des - seit 1940 im Lande stehenden - deutschen Afrikakorps (unter General Erwin Rommel) abgewendet werden.
Nach dem Tode seines Lieblingssohns Bruno veröffentlicht Mussolini "Parlo con Bruno [Ich spreche mit Bruno]".


(Bruno Mussolini - wie sein Vater gelernter Journalist - war zu Beginn des Abessinien-Krieges in die italienische Luftwaffe eingetreten und Pilot geworden. Er hatte bei der Erprobung eines Prototypen des neuen schweren Bombers P.108B ohne Feindeinwirkung eine Bruchlandung gebaut, die er nicht überlebte. Sein älterer Bruder Vittorio - ebenfalls Luftwaffenpilot mit Einsätzen in Abessinien und im Spanischen Bürgerkrieg - war bereits 1937 in die USA emigriert und wurde unter dem Namen "Silvio Mursino" Filmproduzent. Er starb erst 1997.)

1942
November: Nach der Niederlage Rommels bei El Alamein (durch italienisches Versagen) und der Landung alliierter Truppen in Algerien (durch Verrat der Vichy-Truppen Marschall Pétains) verschlechtert sich die militärische Lage der Achsenmächte in Nordafrika zusehens. (Inzwischen sind auch starke deutsche und italienische Verbände bei Stalingrad eingekesselt - ebenfalls durch italienisches Versagen.) Die Italiener lassen Anzeichen von Kriegsmüdigkeit erkennen. Wieder kann der Verlust Libyens nur durch den Einsatz deutscher Truppen in Tunesien vorerst abgewendet werden.

1943
13. Mai: Mit der Kapitulation der deutschen Heeresgruppe Afrika geht auch dieses endgültig an die Alliierten verloren.


9. Juli: Die Invasion der Alliierten auf Sizilien schwächt Mussolinis innere Position weiter; es kommt zu Massenstreiks.
24./25. Juli: Mussolini wird durch den "Gran Consiglio" abgesetzt und auf Anordnung Viktor Emanuels III. verhaftet.
Ins Reich wird dagegen gemeldet, Mussolini sei "freiwillig demissioniert" und habe sich ins Privatleben zurück gezogen. Am
31. Juli erscheint in deutschen Zeitungen - zwischen Meldungen über "erfolgreiche Abwehrkämpfe auf Sizilien" und die "tapfere Haltung der Hamburger Bevölkerung" während der schweren Luftangriffe - die folgende Notiz:
"Führergeschenk zum 60. Geburtstag Mussolinis
Führerhauptquartier, 30. Juli.
Der Führer hat dem Duce zu seinem 60. Geburtstage durch den Generalfeldmarschall von Kesselring als persönliches Geschenk die
Gesammelten Werke von Nietzsche in einer besonders gefertigten einmaligen Ausgabe mit einer herzlichen Widmung übersandt."


Erst 5 Wochen (!) später wurde den deutschen UntertanenVolksgenossen die traurige Wahrheit mitgeteilt. Das Tagebuch von Dikigoros' Großvater ist voll von erbosten Ausführungen über die "Lügenpropaganda" in Presse und Rundfunk, wobei er gleich zum sarkastischen Rundumschlag gegen die ganze Berichterstattung der letzten 10 Jahre ausholte und mit den Worten schloß: "Man vermißt förmlich einen großen Artikel mit der Schlagzeile: Deutschlands politische und militärische Lage so günstig wie nie zuvor!"
3. September: Italien verrät erneut das Bündnis mit Deutschland und wechselt zu günstigen Bedingungen (im Frieden von Paris verliert Italien lediglich seine Kolonien und Fiume) ins Lage der Aliierten. Die alliierten Besatzungs-Truppen werden von der offiziellen Propaganda des neuen Regimes als "Befreier vom Faschismus" dargestellt.


Inoffiziell kommt es freilich in von den Alliierten besetzten italienischen Städten zu Plünderungen und Vergewaltigungen erheblichen Ausmaßes; auch die Terror-Bombardements der Alliierten auf norditalienische Städte - vor allem Mailand - werden intensiv fortgesetzt.


Schwache deutsche Truppenteile entwaffnen die (zahlenmäßig mehr als 100-fach überlegenen) italienischen "Soldaten" und schicken sie nach Hause.
12. September: Deutsche Luftlandetruppen unter Otto Skorzeny befreien Mussolini aus seiner Internierung auf dem Gran Sasso (Abruzzen) und bringen ihn zunächst nach Deutschland.
23. September: Mussolini bildet mit deutscher Hilfe eine Gegenregierung und ruft die "Soziale Republik Italien" mit der Hauptstadt Salò (am Gardasee) aus.


13. Oktober: Die neue Regierung des Königreichs Italien erklärt dem Deutschen Reich den Krieg. Allerdings wagt sie nicht, eigene Truppen aufzustellen aus Angst, sie könnten überlaufen - die Bevölkerung hat angesichts der brutalen Unterdrückung durch die alliierten Besatzer schnell begriffen, was der Seitenwechsel für sie bedeutet. Während die Aufrufe des neuen Verteidigungs-Ministeriums, sich zwecks Wiederaufbaus der von den Alliierten zerstörten Städte freiwillig zu einem neu eingerichteten "Arbeitsdienst" zu melden, so gut wie ohne Resonanz bleiben, übertrifft der Andrang von Freiwilligen für die Truppen, die Mussolini im Norden neu aufstellt - einschließlich weiblicher Hilfskorps - selbst die kühnsten Erwartungen. Dennoch verringert sich das Gebiet der Republik von Salò mit dem allmählichen Rückzug der deutschen Truppen nach Norden immer weiter.


November: Auf dem Kongreß von Verona erklärt die fascistische Partei König Vittorio Emanuele wegen Hochverrats für abgesetzt und Italien zur Republik.
(Die alliierten BesatzerBefreier lassen darob nach Kriegsende eine Volksabstimmung durchführen, welche die Absetzung des Königs und die Abschaffung der Monarchie bestätigt.)
Dezember: Der deutschen Luftwaffe gelingt es, in einem Überraschungsangriff auf den Hafen von Bari die dort vor Anker liegenden US-amerikanischen Munitionstransporter zu versenken, deren Ladung - mit Lost gefüllte Fliegerbomben - nach Roosevelts Plänen die Zivilbevölkerung aller größeren mitteleuropäischen Städte vergasen sollte.

1944
5. Juni: Allierte Truppen besetzen Rom, das von den Deutschen zur offenen Stadt erklärt worden ist, um die mutwillige Zerstörung unersetzlicher Kulturgüter, wie sie die Alliierten z.B. in Monte Cassino praktiziert haben, zu vermeiden. Die Alliierten plündern es - wie schon andere besetzte Städte Italiens - gründlich aus und nehmen in Ermangelung Mussolinis eine seiner zahmen Löwinnen gefangen.


20. Juli: Mussolini besucht in der ostpreußischen "Wolfsschanze" Hitler, der gerade einem Attentat durch Oberst Stauffenberg entgangen ist.


Nach Besichtigung des Tatorts reist Mussolini sofort wieder ab; er sieht Deutschland und Hitler nie wieder.

1945
27. April: Nach erfolglosen Verhandlungen mit der Widerstandsbewegung und den Amerikanern versucht Mussolini in die Schweiz zu fliehen, wird aber am Comer See von Angehörigen der 52. Garibaldi-Brigade gefangen genommen.
28./29. April: Benito Mussolini und seine Geliebte Clarice ("Clara", "Claretta") Petacci werden in Giuliano di Mezzegra (Comer See) von kommunistischen Partisanen vergewaltigt und zu Tode gefoltert. (Anschließend werden auch die Angehörigen der 52. Garibaldi-Brigade, die Zeugen dieser Vorgänge geworden sind, von den Kommunisten ermordet.) Ihre geschändeten Leichen werden in Mailand auf der Piazza Loreto öffentlich zur Schau gestellt. (Es kann also kein Milanese behaupten, er habe es nicht gewußt. Dennoch wagt Jahrzehnte lang niemand, darüber öffentlich zu reden oder zu schreiben. Die Nachricht seines Endes soll Hitler und seine Frau Eva, geb. Braun, in ihrem Entschluß bestärkt haben, Selbstmord zu begehen, um einem ähnlichen Schicksal zu entgehen.)


1945-1994
Ein halbes Jahrhundert regiert de facto die von den US-Amerikanern bei ihrer Invasion 1943 wieder ins Land - und an die Hebel der Macht - gebrachte Mafia durch korrupte Strohmänner in den "demokratischen" Parteien ("partitocrazia"). [Die - 1946 unter dem Namen "Movimento Sociale Italiano" (M.S.I.) neu gegründete - fascistische Partei spielt zunächst keine nennenswerte Rolle.] Zu den übelsten Mafiosi zählen die langjährigen Ministerpräsidenten Giuglio Andreotti (Christdemokratische Partei) und Bettino Craxi (Sozialdemokratische Partei) sowie die obersten Richter am Corto di Cassazione (Bundesgerichtshof), vor allem dessen Vorsitzender Corrado Carnevale.


[Mafioso Andreotti] [Mafioso Craxi] [Mafiosi Bundesrichter]

Der alte Schlendrian, Korruption und Unfähigkeit wie vor Mussolinis Zeit reißen schnell wieder ein. Millionen Italiener - vor allem aus dem "mezzogiorno [Süden]" - müssen, um nicht zu verhungern, als "Gastarbeiter" ins Ausland gehen. Die meisten von ihnen gehen in die BRD (mit der 1955 ein "Anwerbe-Abkommen" geschlossen wird), nicht mehr - wie früher üblich - in die Schweiz, nach Frankreich oder USA. Die 1957 mit den "römischen Verträgen" gegründete "Europäische Wirtschaftsgemeinschaft" ("EWG", später "EG" und "EU") bringt trotz immenser Transferleistungen vor allem aus Deutschland kaum Besserung, da die Milliarden durchweg in den Taschen korrupter Parteipolitiker verschwinden ("Tangentopoli [Schmiergeldrepublik]").

1952
Die Mussolini-Biografie von Richard Wichterich erscheint.


seit 1952
Den ehemaligen Kolonien Italiens bringt die Unabhängigkeit kein Glück. Sie zeichnen den Weg der später ebenfalls "dekolonisierten" Länder Afrikas vor, der stets in politisches und wirtschaftliches Chaos führt. (In Addis Abeba findet 1963 die Gründung der OAS statt, die an dieser verhängnisvollen Entwicklung einen wesentlichen Anteil hat.)
In Libyen ergreift 1969 eine sozialistische Militärjunta (unter Mu'ammar äl-Ģaddāfī) die Macht, in Abessinien (jetzt "Äthiopien") 1974. Daraufhin brechen Jahrzehnte lange Stammeskriege im ehemaligen Italienisch-Ostafrika aus, insbesondere im von Äthiopien annektierten Eritrea und im Ogaden (der Grenzprovinz zu Somalia).
1977 erlangt die somalische Hauptstadt Mogadischu (Mogadiscio) traurige Berühmtheit durch eine Flugzeugentführung mit Geiselnahme. Aus Dankbarkeit für deren Beendigung alimentiert die BRD das korrupte Regime Jahrzehnte lang mit großzügiger Entwicklungshilfe.


Über Albanien senkt sich ein düsterer kommunistischer Vorhang; das Land verharrt auf dem letzten Platz Europas. Ein anhaltender Strom von Wirtschaftsflüchtlingen, die sich nach der Kolonialzeit zurück sehnen, ergießt sich nach Italien.
Der Dodekanes mit der Hauptinsel Rodos entwickelt sich zu einem fragwürdigen Urlaubsparadies, in dem sich die griechischen Eingeborenen bald als Kolonie der britischen Touristen fühlen.

1953
Giorgio Pini und Duilio Susmel veröffentlichen eine umfassende, vierbändige Mussolini-Biografie. Bis 1973 erscheint sie in vier Auflagen und gilt als Standardwerk, bis sie plötzlich - ohne offizielle Begründung - vom Markt verschwindet. (Heute wird sie auf dem grauen Markt antiquarisch zu Mondpreisen gehandelt.)


1964
Die Mussolini-Biografie von Ivone Kirkpatrick erscheint.


1969
Mussolinis Witwe Rachele wird nach Jahre langem Prozessieren eine monatliche Rente von 140.000 Lire (damals ca. 850.- DM) bewilligt. Im Laufe des Verfahrens wird bekannt, daß Mussolini sein Gehalt als Ministerpräsident nie in Anspruch genommen hat und "arm wie eine Kirchenmaus" gestorben ist. Der Komiker Walter Chiari hatte die öffentliche Diskussion im Vorjahr mit dem Satz angeheizt: "Als man Mussolini mit dem Kopf nach unten aufhängte, fiel aus seinen Taschen nicht mal eine einzige Lira. Das wäre sicher anders, wenn man das gleiche mit den heute Regierenden täte." Die Regierung (eine Mitte-Links-Koalition unter Aldo Moro, der als besonders korrupt galt) hatte diese Aussage als "Skandal" bezeichnet, doch viele Italiener fanden, daß man das ruhig einmal ausprobieren sollte. (Moro wird einige Jahre später von den "Brigate Rosse [Roten Brigaden]" entführt und wegen Korruption hingerichtet getötet ermordet - allerdings nicht mit dem Kopf nach unten. Er hinterläßt mehrere Milliarden Privatvermögen.)

[Aldo Moro - Personifizierung der 'Schmiergeld-Republik']

1972
Juni: Im amerikanischen Ballentine-Verlag erscheint die Mussolini-Biografie von Christopher Hibbert (die italienische Übersetzung erscheint im Garzanti-Verlag, die deutsche erst 1987 bei Moewig).


1974
"Mussolini - die letzten Tage" kommt in die Kinos; die Titelrolle spielt Rod Steiger (der zwei Jahre zuvor in "Waterloo" bereits den Napoleon gegeben hatte).
"Mussolini - the untold story" (mit George C. Scott in der Titelroll) wird als Mini-Serie im britischen Fernsehen ausgestrahlt.


1978
Die Mussolini-Biografien von Giovanni DeLuna und Franco Bandini erscheinen. In letzterer werden erstmals die näheren Umstände der Ermordung Mussolinis und seiner Mitgefangenen - die bis dahin als "Erschießungen" hingestellt wurden - aufgedeckt.

1982
Die Mussolini-Biografie von Richard Collier erscheint.

1983
Juli: Anläßlich seines 100. Geburtstages wird Mussolini in Italien inoffiziell rehabilitiert, ohne daß sich darob - außer in der BRD - irgend jemand groß aufregt. Das M.S.I. erhält bei den Parlamentswahlen knapp 7% der Wählerstimmen.


1988
Die Mussolini-Biografien von Denis Mack Smith und Willi Koerbel-Habsheim erscheinen (Neuauflage der letzteren 1997).


1993
Das Nachrichtenmagazin Der Spiegel macht die Umstände von Mussolinis Tod auch in Deutschland bekannt.

1994
Silvio Berlusconi - seit 1986 Präsident des populären Fußballvereins AC Milano und Betreiber einiger privater Fernsehsender (der staatliche Rundfunk verweigerte ihm Sendezeiten für seine Wahlspots) - gewinnt mit dem alten Schlachtruf der italienischen Nationalmannschaft (er nennt sein Wahlbündnis "Forza Italia!") als Wahlkampfparole die Parlamentswahlen und bildet eine Koalitions-Regierung mit der Lega Nord und dem M.S.I. - das ein Jahr später in "Alleanza Nazionale" umbenannt wird - unter Gianfranco Fini, der im Wahlkampf Mussolini als "den größten Staatsmann des 20. Jahrhunderts" bezeichnet hatte, was ihm 16% der Wählerstimmen bescherte. Das eigentliche Zugpferd der A.N. ist jedoch Mussolinis attraktive Enkelin (älteste Tochter seines jüngsten Sohnes Romano aus dessen Ehe mit Anna Maria Scicolone, der Schwester von "Sophia Loren") Alessandra ("Sandra"), die dem aus Ungarn stammenden Porno-Sternchen Ilona Staller alias "Cicciolina [Die Ausgekochte - auf Deutsch meist 'Schnuckelchen' genannt]" - dem letzten Aushängeschild der "Liberalen" - ihr Abgeordneten-Mandat abjagt.

[Berlusconi] [Fini] [Sandra] [Schnuckelchen]


2001
Gegen alle Widerstände und Intrigen seiner linken Gegner im In- und Ausland - die ihm u.a. Craxis Mafia-Geschäfte anhängen wollen - gewinnt Berlusconis Mitte-Rechts-Bündnis mit den Neo-Fascisten erneut die Parlamentswahlen.
Die Vergleiche Hitler/Mussolini, Berlusconi/Mussolini und Fini/Mussolini - allesamt als Verunglimpfung gedacht - erweisen sich als "Werbung durch die Hintertür".

[Mussolini gestern und heute]

2003
11. September: Am 2. Jahrestag des Kamikaze-Angriffs muslimischer Terroristen auf das New Yorker World Trade Center (und 77. des Attentats auf Mussolini) verteidigt Berlusconi in einer offiziellen Rede Mussolini und den Fascismo. Im Ausland wird diese Rede - vor allem von jüdischen Lobbyisten, Sozialisten und Kommunisten - heftig kritisiert. Unterdessen ist die Familiengruft der Mussolini zum Wallfahrtsort seiner Anhänger geworden, deren Faszination für die "Fasci" ungebrochen ist.

[Familiengruft der Mussolini]

2004
Die FascistenAlleanzisten stellen mit Fini erstmals nach dem Krieg den Außenminister und stellvertretenden Ministerpräsidenten. Ihre politischen Hauptanliegen sind die Unterdrückung des DeutschtumsÖstertums in Südtirol und die Rückeroberung DalmatiensWiedervereinigung mit Dalmatien.

2005
April: Die italienische Regierung gibt die 1937 von Mussolini gerettete - und zuvor noch gründlich renovierte - Stele an Äthiopien zurück, da sämtliche in Aksun verbliebene Stelen inzwischen ruiniert sind. Die Äthiopier sind allerding unfähig, die 33 m hohe Stele selber wieder aufzustellen, und Geld, um dies von Ausländern erledigen zu lassen, hat das Land, in dem Hunger und Elend herrschen, nicht; es hofft diesbezüglich auf großzügige Finanzspritzen aus der BRDDR, deren Machthaber dem korrupten Regime in Addis Abeba bereits mehrere Milliarden Schulden erlassen und Entwicklungshilfe geschenkt haben - diese Gelder sind allerdings überwiegend in Kriege gegen Eritrea und Somalia "investiert" worden. (Letzteres ist mittlerweile in mehrere "Teilstaaten" und Piratennester zerfallen.)


2007
Nicolas Sarkozy, ein größenwahnsinniger, vom jüdischen Glauben abgefallener Ungarder neue französische Staatspräsident, betreibt - auf den Spuren Mussolinis und dessen Traum vom "mare nostrum" wandelnd - die Gründung einer "Mittelmeerunion" in den Grenzen des antiken Imperium Romanum. (Der Plan wird von der EU vereitelt und ein Jahr später zu einer belanglosen - hauptsächlich vom deutschen Steuerzahler als Mittelmeer-Anrainer h.c. finanzierten - "Union für das Mittelmeer" [in der BRD irreführend ebenfalls als "Mittelmeerunion" bezeichnet] verwässert.)


2009
März: Fini - der sich inzwischen vom Neo-Fascisten zum Anti-Fascisten gewandelt hat, das Wahlrecht für illegale Immigranten fordert und als Außenminister hauptsächlich von einem Holocaust-Mahnmahl zum anderen reist - tritt mit einigen Gesinnungsgenossen zur Forza Italia über, die sich fortan "Popolo della libertà [Volk der Freiheit]" nennt. Die restlichen Mitglieder der Alleanza Nazionale unter Alessandra Mussolini benennen ihre Partei um in "Alternativa Sociale". (Fini wird ein Jahr später vom PDL ausgeschlossen und verschwindet in der Versenkung.)

2010
Januar: Von den staatlich zensiertengelenkten Monopol-Medien verschwiegen und daher von den EU-Untertanen praktisch unbemerkt, wird die so genannte "Euro-mediterrane Partnerschaft [EUROMED]" in Kraft gesetzt. Sie hat zum Ziel, binnen einer Generation 50 Millionen Muslime aus Nordafrika und Nahost nach Europa zu holen. Um dafür einen VorwandGrund zu schaffen, sollen in allen muslimischen Ländern des Mittelmeer-Raums Bürgerkriege angezettelt und dadurch ein "Flüchtlingsstrom" ausgelöst werden, in dem auch alle anderen Invasoren Immivasoren Immigranten mit nach Europa schwimmen können.

2011
Erster Schritt auf diesem Weg ist die durch Sarkozy eingeleitete Rückeroberung Libyens - allerdings nicht für Italien, sondern für Frankreich. Niemand regt sich darob auf, weder der Völkerbund-Nachfolger UNO - dessen Sicherheitsrat der Operation zugestimmt hat - noch die sonst so zurückhaltenden Friedensapostel in der EU.


Es folgen Aufstände durch vom Westen finanzierte und mit Waffen und Know-how versehene radikal-islamische Gruppen in Tunesien, Ägypten und vor allem Syrien, wo ein langjähriger Bürgerkrieg entbrennt. Italien trägt - neben der BRDDR - die Hauptlast dieser Invasion über das Mittelmeer und steht am Rande des wirtschaftlichen Zusammenbruchs.

2018
Februar: Der von Marco Cohen produzierte Film "Sono tornato [Ich bin zurückgekehrt]" kommt in die Kinos - ein Remake des kurz zuvor erschienenen Films "Er ist wieder da" von David Wnendt.


Die Macher der beiden als Satire gedachten Filme - ausgewiesene Anti-Fascisten - wollen vor den Gefahren des Neo-Fascismus warnen und Mussolinis bzw. Hitlers Rückkehr im 21. Jahrhundert lächerlich machen.
(Mussolini argumentiert schwadroniert z.B., daß die Demokratie - ein "verrottender Kadaver" - Italien seit 1945 'zig Regierungen beschert habe, welche alle die gleiche schlechte Politik machten, weshalb das "Wahlrecht" für die Untertanen völlig nutzlos sei. Dies läge daran, daß die Parteipolitiker - anders als ein allein entscheidender "Duce" - für ihr Handeln nicht zur Verantwortung gezogen werden können. Völlig abwegig ist auch sein Hinweis, daß er Albanien seinerzeit ohne Blutvergießen annektierte, während der Krieg der NATO an Seiten der Kosovo-Albaner gegen Serbien Millionen Opfer gefordert habe, dto die anderen mit dem Schwindel-Etikett "Friedenseinsätze" versehenen Kriege der Demokratien. Auch der Jahrzehnte lange Krieg zwischen Äthiopien, Somalia und Eritrea habe ein vielfaches der Opfer seines Abessinien-Krieges gekostet.)
Dementsprechend werden sie mit Vorschußlorbeeren in Form positiver Kritiken und staatlicher Filmpreise überschüttet. Nachdem viele Millionen Menschen die Filme gesehen haben stellt sich jedoch zum Entsetzen aller Gutmenschen heraus, daß sie genau das Gegenteil bewirkt haben: Die Zuschauer fragen sich, ob Hitler und Mussolini nicht Recht hatten und auch heute noch hätten.

2020
Dieser Eindruck verstärkt sich nach Errichtung totalitärer "Corona"-Diktaturen (nach einem Corona-Virus, dem man den Fantasienamen "CoVid19" gegeben hat) nicht nur in Italien und der BRDDR, sondern weltweit.
Als Vorwand Zur Rechtfertigung dient eine harmlose Grippe-Welle, wie sie seit Menschengedenken in jedem Frühling und Spätherbst vorkommt, die von den staatlich kontrollierten Medien zur "Pandemie" aufgebauscht wird. Mit falschen Todeszahlen - beruhend auf "faked Tests", die immer "positiv" ausfallen, auch wenn die Getesteten kerngesund sind, und dem auf Ärzte ausgeübten Druck, bei allen Todesfällen, incl. Autounfällen, Mord und Totschlag, als Todesursache "CoVid19" in den Totenschein zu schreiben - wird eine Panhysterie erzeugt, auf die freilich immer weniger Menschen herein fallen, so daß zu immer härteren Unterdrückungsmaßnahmen gegriffen wird. Vor allem ältere Menschen - die durch so genannte Anti-Corona-"Schutz"-Maßnahmen (Zwangstests, Zwangsimpfungen, Zwangsquarantäne incl. Isolationsfolter) besonders betroffen sind - sehnen sich nach der vergleichsweise milden Regierung Mussolinis und Hitlers zurück, als sie wenigstens noch die Freiheit hatten, ihre Wohnungen zu verlassen, Freunde und Verwandte zu treffen und sogar zu verreisen, während sie sich jetzt wie in einem riesigen Konzentrationslager fühlen. Bereits die Eingangsszene des ersten Films ist an Peinlichkeit kaum zu überbieten: Während es den Untertanen der "Corona"-Diktaturen streng verboten ist, einander die Hand zu geben und einen Mindestabstand von 1,50-2 m - je nach Diktatur - zu unterschreiten, erklärt ein höflicher Kellner im Film Hitler, daß der gute alte Händedruck einem auf Distanz entbotenen "römischen" Gruß unbedingt vorzuziehen sei.


Beide Filme werden nunmehr durch eine Flut neuer, negativer Kritiken verrissen und schließlich, als das nicht fruchtet, aus dem Verkehr gezogen: Der Verkauf von DVDs und CDs wird eingestellt, und sie werden im Internet und allen anderen "sozialen Medien" wegen Verstoßes gegen die Gebote der politischen Korrektheit gelöscht. (Kinos unterliegen ohnehin, wie alle Einrichtungen, in denen sich Menschen zum freien Meinungsaustausch treffen könnten, ausnahmslos der Zwangsschließung.)


1Der P.S.I. ist die einzige sozialistische Partei Europas, die sich 1914 gegen den Krieg ausspricht; sie muß sich darob von den Medien üble Verunglimpfungen gefallen lassen. Alle anderen Sozialisten reden sich den Krieg mit dessen edlen Zielen schön: Die SPD bewilligt die Kriegskredite, um die Völker Rußlands vom "Tsarismus" zu befreien, die SFIO will die Völker des Deutschen Reichs und Österreich-Ungarns vom "Kaiserismus" befreien; ihren pazifistischen Führer Jean Jaurès, der das anders sah, hatte man kurz nach dem österreichischen Thronfolger Franz-Ferdinand vorsorglich erschossen.

[Verunglimpfung der italienischen Sozialisten als Verbüdete des deutschen und österreichischen Kaisers] [Verunglimpfung der italienischen Sozialisten als von den Deutschen finanzierte Kriegssaboteure] [vorgebliches Kriegsziel der Entente: Befreiung der Deutschen vom 'Kaiserismus']

2In der Geschichtsschreibung der Mittelmächte hieß es später, Italien habe sich von der Entente "kaufen" lassen, die es leicht hatte, Italien österreichische Gebiete zu verprechen, während die Mittelmächte Skrupel gehabt hätten, umgekehrt Italien etwa französische Gebiete zu versprechen, wie Tunesien, Korsika, Savoyen und/oder die Côte d'Azur. Die Stimmung in Italien war jedoch seit Jahren auf einen Krieg gegen Österreich, nicht aber gegen Frankreich, gerichtet; Versprechungen irgendwelcher Art hätten daran schwerlich etwas geändert. Historiker, die auf Stimmungen im "Volk" nichts geben, vertreten noch eine andere Theorie: Der italienische König Vittorio Emanuele sei ursprünglich gegen einen Kriegseintritt gewesen und habe das auf Krieg drängende Kabinett Salandra am 13. Mai 1915 bereits entlassen; dann habe er aber erfahren, daß der deutsche Kaiser Wilhelm II seine Ehefrau - die jüngste Tochter des "Königs" Nikolaj von Montenegro - als "Tochter eines Hammeldiebes in den Schwarzen Bergen" bezeichnet habe; daraufhin habe er Salandra zurück geholt, und eine Woche später sei deshalb der Krieg erklärt worden. Dikigoros hält zwar für glaubhaft, daß Kaiser Wilhelm diese ebenso zutreffende wie taktlose Bemerkung fallen ließ - so etwas sah ihm ähnlich -; aber daß dies den Ausschlag zum Kriegseintritt Italiens gab, hält er für unwahrscheinlich, schon weil die italienische Kriegserklärung an Deutschland erst über ein Jahr nach der an Österreich-Ungarn erfolgte.

3Ein bekanntes Denkmal des 1. US-Präsidenten George Washington zeigt diesen an ein überdimensionales Rutenbündel gelehnt; im US-Congress sind die Fasci nebst Beilen bis heute die wichtigsten Symbole neben dem Sternenbanner.

[Die USA vertrauen auf Gott und die Liktorenbündel]

Auch die Weimarer Nationalversammlung hatte 1919 ursprünglich geplant, den alten, als "belastet" empfundenen Reichsadler durch die Fasces als Wappen der neuen deutschen Republik zu ersetzen; nachdem jedoch die überwältigende Mehrheit des Volkes bereits dem Ersetzen der alten, schwarz-weiß-roten Reichsflagge von 1871 durch die noch ätere, schwarz-rot-mostrichgoldene Flagge der Revoluzzer von 1848 ablehnend gegenüber stand, nahm man von diesem Vorhaben schweren Herzens Abstand. Die Fasces waren im Reich auch deshalb unpopulär, weil die Entente seit dem Kriegseintritt der USA unter diesem Symbol der "Zivilisation" ihren Krieg gegen Deutschland geführt hatte - es prangte u.a. auf ihrer "Victory Medal [Siegesmedaille]" von 1918, außerdem war es das Emblem der verhaßten französischen Besatzer; und schließlich hatten einige historisch Gebildete noch nicht vergessen, daß 1806, nach Zerstörung des alten Reichs durch Mussolinis Landsmann Napoleone Buonaparte, auch das traurige Provisorium "Rheinbund" im Zeichen der Fasces gegründet worden war.

[Der große Krieg für die Zivilisation - Siegesmedaille der Aliierten 1918 mit Beilen und Liktorenbündel] [Die französischen Besatzer im Zeichen der Fasces] [Medaille auf die Gründung des Rheinbunds 1806 - Schwur auf das Liktorenbündel]

4Der Satz stammt nicht von Mussolini selber, sondern von einem Bersagliere-Offizier namens Ignazio Pisciotta (1883-1977). Dieser hatte 1911 im Krieg um Libyen die rechte Hand verloren. Als die Kriegslage Ende 1917 für Italien kritisch wurde, meldete er sich wieder zum Dienst und wurde als Propaganda-Offizier eingesetzt. Als solcher erlebte er ein Scharmützel an der Piave aus nächster Nähe mit und feuerte die eigenen Soldaten mit markigen Sprüchen an, u.a diesem. Der König persönlich verlieh ihm dafür die Tapferkeitsmedaille und beförderte ihn zum Major. Nach dem Krieg wurde er Presse-Offizier des Bersagliere-Museums in Mailand; in den Ruhestand ging er als Charakter-MajorGeneral.
Ende 2015 verwendete ein italienisch-stämmiger Anhänger des US-Präsidentschatsbewerbers Donald Trump den Satz auf seiner Internetseite, und letzterer nahm ihn auf. Seine Gegner versuchten ihn daraufhin als "Faschisten" zu diffamieren und das Ganze zum "Skandal" aufzubauschen, erreichten aber das genaue Gegenteil, nämlich einen überwältigenden Sieg Trumps bei den Vorwahlen mit Rekordbeteiligung.

5Die betreffenden Schiedsrichter wurden zunächst von der FIFA pro forma auf Lebenszeit gesperrt, aber nur wenig später begnadigt; sie durften sogar wieder auf Weltmeisterschaften pfeifen und machten anschließend noch Karrieren in ihren nationalen Fußball-Verbänden. Fairerweise ist festzuhalten, daß die WM 1934 kein Einzelfall war. Belgien hatte bereits 1920 das Fußball-Turnier bei den Olympischen Spielen von Antwerpen durch Schiedsrichter-Bestechung gewonnen, ebenso Uruguay bei den Olympischen Spielen von 1924 und 1928 und bei der ersten WM 1930. Bei der WM 1966 erpreßte bzw. bestach das englische Königshaus die Schieds- bzw. Linienrichter Kreitlein (BRD), Dienst (Schweiz) und Bakhramow (UdSSR), im Viertelfinale gegen Argentinien bzw. im Finale gegen die DFB-Auswahl zu pfeifen und so der heimischen Mannschaft den Titel zu sichern. (Kreitlein und Dienst wurden mit der Drohung, ihre Homosexualität publik zu machen, erpreßt; Bakhramow - der hetero war - wurde bestochen. Er erhielt von den Windsors eine fürstliche Pension, und zwar nicht nur lebenslang, sondern über den Tod hinaus; sie wird bis heute an seinen Sohn weiter gezahlt - dies ganz offen und unverblümt. Im übrigen wurde und wird Bakhramow in England wie ein Heiliger verehrt.)

Bei der WM 2002 gaben die koreanischen Gastgeber die Devise aus: "Von Mussolini lernen heißt siegen lernen." Sie bestachen die Schiedsrichter Sanchez (Argentinien, Gruppenspiel gegen Portugal), Moreno (Ecuador, Achtelfinale gegen Italien) und Gamal äl-Ghandour (Ägypten, Viertelfinale gegen Spanien) - und gelangten so mit Hilfe krasser Fehlentscheidungen zu ihren Gunsten bis ins Halbfinale; auch deren "lebenslange" Suspendierungen wurden wenig später aufgehoben. Als korruptester Schiedsrichter der Gegenwart gilt jedoch Urs Meier (Schweiz), der sich nach Meinung vieler nicht nur bei der WM 2002, sondern auch bei den Europameisterschaften 2000 und 2004 Spiele "abkaufen" ließ. Er wurde allerdings nie offiziell überführt, geschweige denn suspendiert, vielmehr wiederholt zum "Schweizer Schiedsrichter des Jahres" ernannt und vom Staatsfernsehen der BRDDR mit einem lebenslangen Vertrag als "Kommentator" ausgestattet, der nach gut informierten Quellen wesentlich lukrativer war als das Bestechungsgeld, das ihm die Koreaner für einen Sieg ihrer Mannschaft im Halbfinale gegen die DFB-Auswahl geboten hatten.

6Wiewohl die US-Gesellschaft Standard Oil bereits seit 1920 im Ogaden herum buddelte, wurden die reichen Erdöl- und vor allem Erdgas-Vorkommen dortselbst erst 1974 entdeckt - was wenig später zu einem Jahre langen Krieg zwischen Äthiopien und Somalia führte.


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