Hans-Dietrich Genscher

(21.3.1927-31.3.2016)

[Genscher mit eigenhändiger Unterschrift]

Tabellarischer Lebenslauf
zusammen gestellt von
Nikolas Dikigoros

1927
21. März: Hans-Dietrich Genscher wird als Sohn des Verbandsjuristen Kurt Genscher und seiner Ehfrau Hilde, geb. Kreime, in Reideburg/Saale geboren.

1933
Familie Genscher zieht nach Halle/Saale um.

1943
Genscher wird Luftwaffenhelfer.

1944
Genscher wird zum Reichsarbeitsdienst eingezogen.

1945
Genscher wird zur Wehrmacht eingezogen (seine spätere Behauptung, er habe sich freiwillig gemeldet, um einer Rekrutierung durch die Waffen-SS zu entgehen, ist ein Märchen) und gerät in der Endfase des Zweiten Weltkriegs kurz in amerikanische, dann ebenso kurz in britische Gefangenschaft.

1946
Genscher legt in Halle die Reifeprüfung ab und tritt der sowjetzonalen LDPD bei.

1946-1949
Genscher studiert Rechtswissenschaften an den Universitäten Halle und Leipzig.

1949
Genscher legt das 1. juristische Staatsexamen in Leipzig ab und absolviert anschließend den juristischen Vorbereitungsdienst ("Referendariat") im OLG-Bezirk Halle (bis 1952).

1952
Genscher verläßt - angeblich einen Tag vor Ablegung des 2. juristischen Staatsexamens - die DDR und siedelt in die Bundesrepublik über. Er tritt in die FDP ein, die damals als "rechte" (national-liberale) Partei gilt.

[Wahlplakat der FDP]

1952
Genscher absolviert im Westen noch einmal den juristischen Vorbereitungsdienst (bis 1954)

1954
Genscher legt in Hamburg das 2. juristische Staatsexamen ab und geht anschließend als Anwaltsassessor nach Bremen, wo er stellvertretender Landesvorsitzender der Jungdemokraten (die sich, um die ihnen peinliche Abkürzung "Juden" zu vermeiden, "Judos" nennen :-) wird.

1956
Genscher geht als Wissenschaftlicher Assistent der FDP-Bundestagsfraktion in die provisorische Bundeshauptstadt Bonn/Rhein.

1958
Genscher heiratet Luise, geb. Schweitzer. (Aus der Ehe - die 1966 geschieden wird - geht eine Tochter hervor.)

1959
Genscher wird Fraktionsgeschäftsführer der FDP im Bundestag (bis 1965)

1961
Nachdem Bundeskanzler Adenauer bei den Bundestagswahlen die absolute Mehrheit verloren hat, wird die FDP - die unter Erich Mende fast 13% der Wählerstimmen gewonnen hat - als Koalitionspartnerin der CDU/CSU Regierungspartei.

1962
Genscher wird Bundesgeschäftsführer der FDP.

1965
Bei den Bundestagswahlen wird die Koalition aus CDU/CSU (Bundeskanzler seit 1963: Ludwig Erhard) und FDP bestätigt. Genscher wird erstmals in den Bundestag gewählt und Parlamentarischer Geschäftsführer der FDP-Bundestagsfraktion (bis 1969).

1966
Oktober: Die Regierungs-Koalition bricht nach dem Rücktritt der FDP-Minister auseinander.
Dezember: Die CDU/CSU schließt mit der SPD eine "Große Koalition" mit Kurt-Georg Kiesinger als neuem Bundeskanzler; die FDP findet sich unversehens in der Opposition wieder.
Genscher wird Mitglied des Landesvorstandes der FDP von Nordrhein-Westfalen und läßt sich von seiner Ehefrau Luise scheiden.

1968
Dem linken Flügel der FDP (Scheel, Genscher, Baum, Hirsch) gelingt es, Erich Mende zu stürzen und das politische Steuer um 180° herum zu reißen: Statt rechts von der CDU/CSU steht die FDP nun links von der SPD.
Genscher wird Stellvertretender FDP-Bundesvorsitzender (bis 1974). Er läßt neue Autogrammkarten anfertigen, nachdem seine Imageberater heraus gefunden haben, daß er auf den alten - s.o. - auf die Wähler[innen] allzu widerwärtig wirkte.

[Autogrammkarte 1968]

1969
Oktober: Nach den Bundestagswahlen schließen SPD und FDP eine "Kleine Koalition"; Genscher wird Bundesinnenminister unter im Kabinett Willy Brandt. Vorrangiges politisches Ziel der neuen Bundesregierung ist eine Annäherung an den sowjetischen Ostblock, eufemistisch als "Entspannungspolitik" bezeichnet.
(Tatsächlich führt sie weltweit zu neuen Spannungen, da sie die Sowjets ermutigt, in großem Maßstab "Weltpolitik" zu machen und allenthalben, besonders in der "Dritten Welt" (Asien, Afrika, Lateinamerika) so genannte "Stellvertreterkriege" zu beginnen.)
Genscher heiratet in 2. Ehe seine Sekretärin Barbara, geb. Schmidt.

1970
Juli: Genscher reist zusammen mit seinem Parteigenossen und neuen Außenminister Walter Scheel zu Gesprächen mit dem Sowjetführer Kossygin nach Moskau.
Wegen seines unvorteilhaften Äußeren wird Genscher hinter vorgehaltener Hand der Spitzname "Schweinchen Dick" - nach einer Zeichentrickfigur von Walt Disney - zugelegt.

[Laßt fette Schweine um mich sein...]

1972
August: Bei den Olympischen Spielen in München verschuldet Genscher die Entführung und Ermordung israelischer Sportler durch ein Terrorkommando der von ihm massiv unterstützten Palästinenser im Auftrag von Jassir Arafat.*

1974
Genscher, der als Innenminister nicht länger tragbar ist, wird statt dessen Bundesaußenminister.
(Damit hat er endlich das Amt inne, in dem ihn die DDR-Führung seit seiner Einschleusung in die BRD sehen wollte - möglicherweise hat er auch den Terroranschlag von München mit initiiert, um diesen Wechsel zu bewirken.)
Genscher wird als Nachfolger Scheels Bundesvorsitzender der FDP (bis 1985).

1974
Genscher ist maßgeblich an den Verhandlungen über den Text der KSZE-Schlußakte in Helsinki beteiligt, der ganz im Sinne der Sowjetunion abgefaßt wird.

1975
Genscher läßt sich das Große Bundesverdienstkreuz mit Stern und Schulterband verleihen.

1976
Dezember: Die Vollversammlung der Vereinten Nationen in New York City nimmt Genschers Vorschlag über eine Anti-Terrorismus-Konvention an. Darin ist u.a. vorgesehen, daß auf Forderungen von Geiselnehmern unter keinen Umständen eingegangen werden soll. Jeder weiß, daß sich niemand ernsthaft an dieses Lippenbekenntnis halten wird.

1977
Genscher wird der Fernsehpreis "Bambi" verliehen.


Er übersiedelt nach Wachtberg-Pech (bei Bonn).

1978
Genscher wird der Orden wider den tierischen Ernst verliehen.


1980
Juni/Juli: Genscher reist mit Bundeskanzler Schmidt nach Moskau, um das sowjetische Regime in seinen Bestrebungen zu unterstützen, den "NATO-Doppelbeschluß" zu kippen, der u.a. die Stationierung von US-amerikanischen Mittelstreckenraketen in Europa vorsieht.


In Westdeutschland wird - mit Hilfe der Stasi - die so genannte "Friedensbewegung" ins Leben gerufen, die eine einseitige Abrüstung des Westens fordert. (Im Ostblock wird ein derartiges Ansinnen in Bezug auf die eigene Rüstung mit Zuchthaus bestraft.)

1982
Oktober: Nach dem Austritt der FDP-Mitglieder aus dem Kabinett Schmidt initiiert Genscher Koalitionsverhandlungen mit der CDU/CSU.
Genscher unterstützt das konstruktive Mißtrauensvotum gegen Schmidt.
Genscher wird Bundesaußenminister und Vizekanzler unter dem neuen Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU). Er erreicht, daß die bisherige Politik praktisch unverändert fortgeführt wird (die CDU als "bessere SPD").

1983
März: Bei vorgezogenen Neuwahlen zieht die F.D.P. entgegen allen Unkenrufen wieder in den Bundestag ein.

1984
Juli: Genscher reist in die iranische Hauptstadt Tähran und kriecht den Ayatollas, die dort 1979 die Macht an sich gerissen haben und seither ein islamisches Terror-Regime führen, tief in den A... (Hintergrund sind Öl- und Waffengeschäfte - die BRD beliefert im Ersten Golfkrieg zwischen Iran und Irāq beide Seiten.)


Genscher wird Präsident des NATO-Rates und Präsident des Ministerrates der Westeuropäischen Union (bis 1985).

1985
Genscher tritt als FDP-Vorsitzender zurück. Sein Nachfolger wird Martin Bangemann.

1986
Genscher wird zum Ritter der französischen Ehrenlegion ernannt.

1988
Januar: Genscher trifft sich in Polen mit dem Deutschenhasser Lech Walesa und sichert ihm finanzielle Unterstützung für seine illegale Gewerkschaftsbewegung "Solidarnosc" zu. Der Druck, der damit auf die polnische Regierung ausgeübt wird, zwingt diese zu einem - eigentlich gar nicht gewollten - engen Schulterschluß mit Moskau.
Februar: Angesichts der Überlegenheit des Westens auf dem Gebiet der chemischen Forschung fordert Genscher auf der UN-Abrüstungskonferenz in Genf ein "weltweites" Verbot chemischer Waffen - wohl wissend, daß dessen Einhaltung im Ostblock praktisch nicht kontrolliert werden kann.

1989
Oktober: Genscher gratuliert dem SED-Regime unter Erich Honecker besonders herzlich zum 40. Jahrestag der DDR-Gründung. Die Bestrebungen des SPD-Vorsitzenden Oskar Lafontaine, die SPD mit der SED "wiederzuvereinigen" - ein gemeinsames Thesenpapier ist bereits erstellt - verfolgt Genscher mit Sympathie.
Zu Genschers Entsetzen nimmt unmittelbar darauf die im Spätsommer begonnene Fluchtbewegung von DDR-Bürgern über die ČSSR und Ungarn in den Westen bedrohliche Ausmaße an. Er handelt mit dem SED-Regime aus, daß die in BRD-Vertretungen im Ostblock geflüchteten DDR-Bürger zunächst in die DDR zurück kehren müssen, von dort aber in die BRD ausreisen dürfen.
November: Nach Öffnung der Berliner Mauer ergießt sich ein Strom von DDR-Bürgern in den Westen, was Genscher mit großer Sorge erfüllt.
26. Dezember: In einem theatralischen Akt von Selbstbeweihräucherung schneiden Genscher und sein tschechischer Amtskollege Dienstbier den - nunmehr bedeutungslosen - Grenzzaun zwischen beiden Staaten am Übergang Waidhaus-Roßhaupt durch. Anschließend läßt sich Genscher als "Batman" (nach dem Helden eines Kinder-Comic) feiern und maskiert sich entsprechend; um eine Assoziierung mit "bad man" zu vermeiden, weist das Auswärtige Amt die gleichgeschalteten Lügen-Mainstraem-Medien an, ihn künftig respektvoll als "Genschman" zu titulieren.

[Genschman]

1990
Genscher beteiligt sich an dem ersten (Bonn), zweiten (Berlin) und dritten (Paris) Außenministertreffen der "2+4"-Gespräche, in denen die Besatzungsmächte ihre Rechnung für die deutsche "Wiedervereinigung" präsentieren. Dazu gehört u.a. die endgültige Anerkennung der so genannten "Oder-Neiße-Linie" als polnische Westgrenze. (Tatsächlich ist die Bezeichnung falsch, denn sie beinhaltet auch die Abtretung Stettins, das westlich dieser Linie liegt.) Dies, obwohl SU-Präsident Gorbatschow ausweislich der Memoiren seines Chef-Dolmetschers gegen entsprechende Bezahlung bereit gewesen wäre, Polen zur Rückgabe der deutschen Ostgebiete zu zwingen; für diesen Fall hatten allerdings Großbritannien (PM Thatcher) und Frankreich (Präsident Mitterrand) mit Krieg gedroht, von dem sie ohnehin nur durch eine Erklärung der USA (Präsident Bush) abgehalten werden können, diesen nicht unterstützen zu wollen.
Genscher unterzeichnet in Warschau den Abtretungsvertrag; anschließend treten die in der DDR neu gegründeten Bundesländer (NBL) der BRD bei.


1991
Genscher forciert die Anerkennung der ehemaligen jugoslawischen Teilrepubliken Slowenien und Kroatien als unabhängige Staaten - die unter Tito von Moskau abgefallene Bundesrepublik Jugoslawien war ihm schon lange ein Dorn im Auge. Zu seinem Entsetzen brechen bald darauf nicht nur CoMeCom und Warschauer Pakt, sondern auch die UdSSR bzw. deren Nachfolgerin GUS auseinander: Nach Niederschlagung eines stümperhaften Militärputsches erklärt der Präsident der russischen Föderation, Boris Jeltsin, deren Austritt. Die Ukraïne, Weißrußland, die baltischen, türkischen und kaukasischen Republiken folgen. Genschers Weltbild bricht zusammen.
Als kleiner Trost wird ihm das "Glas der Vernunft" verliehen, ein eigens für ihn geschaffener, mit 10.000.- Euro dotierter "Bürgerpreis" der Stadt ab nach Kassel.

[Das Glas der Vernunft]

1992
Genscher wird - wie so viele andere Politiker in Ost und West auch - als Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS, Stasi) der DDR enttarnt (IM "Tulpe"). Auf US-amerikanischen Druck muß er als Außenminister und Vizekanzler zurück treten; um einen Skandal zu vermeiden, wird der Grund vor der Öffentlichkeit geheim gehalten. Sein Abgeordnetenmandat darf er vorerst behalten (bis 1998).
Genscher wird Ehrenvorsitzender der FDP und Präsident der "Europäischen Bewegung Deutschland". In Polen und Ungarn werden ihm Orden verliehen; in Halle wird er zum Ehrenbürger ernannt. Der Internationale Club der Schlitzohren e.V. verleiht ihm das - ursprünglich für Franz Josef Strauß geschaffene - "Goldene Schlitzohr".


1994
Genscher wird Honorarprofessor für Politische Wissenschaften an der FU Berlin. Seine Auftritte sind so peinlich, daß sein Engagement nach nur einem Semester beendet wird.

1995
Genscher stellt seine "Erinnerungen" vor - die so manche "Gedächtnislücke" offenbaren.


1998
Genscher wird Aufsichtsratsvorsitzender der zwielichtigen "Beratergesellschaft" WMP EUROCOM AG in Berlin
April: Genscher hält seine Abschiedsrede im Bundestag.

1999
Genscher wird Mitglied der Anwaltskanzlei Büsing, Müffelmann & Theye in Berlin.

2000
Genscher gründet eine eigene Beratergesellschaft, die "Hans-Dietrich Genscher Consult GmbH".

2001
Genscher wird Frühstücksdirektor ("Präsident") der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik.


2002
Genscher wird zum Ehrendoktor der polnischen Universität Szczecin ernannt.

2003
Genscher wird zum Ehrendoktor der Universität Leipzig ernannt.
Bei einer vom Staatssender ZDF veranstalteten Wahl zum "besten Deutschen" belegt er Platz 39.

2004
Genscher wird aus unerfindlichen Gründen der Erich-Kästner-Preis verliehen.


2007
März: Trotz der angespannten Wirtschaftslage feiert Genscher seinen 80. Geburtstag mit enormem Aufwand; die dafür aufgewendeten Steuergelder sind höher als bei der berüchtigten Feier zu Görings 50. Geburtstag anno 1943, über dessen Kosten man sich früher sehr ereiferte; die gleichgeschalteten Medien der BRDDR verhindern jedoch öffentliche Unmutsäußerungen über die Prunk- und Verschwendungssucht des ehemaligen "Ministers des Äußersten", wie ihn unabhängige Journalisten hinter vorgehaltener Hand nennen.
Aus dem selben Anlaß wird ihm - zusammen mit dem obersten Rauschgiftdealer"Präsidenten" Afģānistāns Karsai - der Steiger Award** verliehen.

2008
Oktober: Genscher wird zum DschungelkönigAalkönig*** von Bad Honnef ernannt.

[Was ist grün und stinkt nach Fisch? IM Tulpe!]

2009
Genscher - der als GottloserKonfessionsloser dazu besonders prädestiniert ist - fordert den Rücktritt des Papstes.****

2011
Februar: Genscher hält die Laudatio auf den neuen Preisträger des Goldenen Schlitzohrs (für 2010), Sky du Mont.

[Genscher und Sky du Mont] [Buch]

November: Hans-DietrichDieter StrohkopfHeumann veröffentlicht eine lobhudelnde Genscher-Biographie nordkoreanischen Zuschnitts. Darin behauptet er u.a., daß das "Verdienst" um die "Wieder"-Vereinigung der BRD mit der DDR in erster Linie nicht Kohl, sondern Genscher zukomme.
(Eine völlig unhaltbare These. Heumann mag zuzugeben sein, daß Genscher das persönliche Verhältnis zwischen Kohl und Gorbatschow - das durch den flapsigen Vergleich mit Goebbels stark belastet war - wieder entspannt hat, aber in Moskau ließ man sich bei dieser politischen Frage kaum von persönlichen Gefühlen leiten. Vielmehr hatte man dort erkannt, daß die am Rande des Staatsbankrotts stehende Sowjet-Union sich die DDR u.a. kostspielige Satelliten-Staaten nicht länger leisten konnte und war bereit, sie meistbietend zu verhökern, zur Not an den Teufel persönlich. Auch in Washington rannte Genscher nur offene Türen ein, denn dort hatte man - anders als in Paris und London - ganz nüchtern kalkuliert, daß der Zusammenschluß der DDR mit der BRD Deutschland wirtschaftlich und somit auch politisch eher schwächen als stärken würde. Dagegen übergeht Heumann die interessanteste Frage mit Schweigen, nämlich wie es geschehen konnte, daß fast alle Mitarbeiter der StaSi nahtlos in den Staatsdienst der neuen BRDDR übernommen wurden und einige sogar zu höchsten Staatsämtern aufstiegen, nicht nur zu Minister-Präsidenten in den neuen Bundesländern, sondern am Ende sogar zur Bundeskanzlerin und zum Bundespräsidenten. Dies war in der Tat schwerlich das "Verdienst" Kohls; einer der wichtigsten Strippenzieher hinter den Kulissen könnte vielmehr der StaSi-Agent Genscher gewesen sein. Keineswegs teilt Dikigoros die Auffassung aus den berühmt-berüchtigten "Kohl-Protokollen", daß Genscher "nie etwas machte". Diese Behauptung zeigt lediglich, wie leichtfertig Kohl seine Mit- und Gegenspieler unterschätzte.)

[Kohl über Genscher: (...) nie etwas machte]

2012
Genscher wird der - ursprünglich für Vicco v. Bülow ("Loriot") geschaffene - Bremer-Stadtmusikanten-Preis verliehen.


2013
August: Im Zusammenhang mit dem Skandal um die Aufdeckung des systematischen Dopings von Leistungssportlern in der BRD seit den 1970er Jahren wird Genscher von Sportmedizinern vorgeworfen, er habe sie in seiner Eigenschaft als Innenminister unter Druck gesetzt, an diesem Doping mitzuwirken, um bei den Olympischen Spielen von München 1972 "Medaillen um jeden Preis" zu gewinnen. Genscher läßt ein empörtes Dementi veröffentlichen.*****

2015
11. September (14. Jahrestag des Terroranschlags auf das New Yorker World Trade Center): Heumann veröffentlicht eine Reihe von ihm geführter Interviews unter dem Titel "Hans-Dietrich Genscher. Meine Sicht der Dinge".


Von den Mainstream-Medien wird Genscher für diese seine "Weisheiten" über den grünengelben Klee gelobt. (Originalzitat FAZ: "Vorausseher und Weltversteher") Bei näherem Hinsehen erweisen sie sich freilich als eine Ansammlung peinlich dummen Gewäschs: Genscher lobt die EU - die auf keinen Fall zerbrechen dürfe, sondern vielmehr auch noch die Türkei aufnehmen müsse - und die "liberale" Flüchtlingspolitik der Bundeskanzlerin - die gerade Millionen militanter junger Muslime unkontrolliert nach Deutschland einströmen läßt -; dagegen bezeichnet er die von Wladimir Putin unterstützte Ausübung des Selbstbestimmungsrechts der Russen auf der Krym als "unakzeptabel". (Wiewohl Genscher offenbar mit zweierlei Maß mißt, verlangt der Verband Deutscher Vermessungsingenieure das "Goldene Lot", das er ihm einst voreilig verliehen hatte, nicht zurück :-)

[Das goldene Lot]

2016
31. März: Hans-Dietrich Genscher stirbt in Wachtberg-Pech. Es wird Staatstrauer angeordnet.

[ein Trauernder drückt sein Mitgefühl aus]

(Wenige Tage zuvor war sein schwuler Nach-nach-nachfolger als Partei-Vorsitzender und Außenminister an AIDS verreckt verstorben******, und wenige weitere Tage zuvor war die FDP bei Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt mit Mann und Maus untergegangen, ohne ein einziges Abgeordneten-Mandat zu gewinnen.

[Der Untergang der FDP]

Millionen Mitteldeutsche - insbesondere in Sachsen-Anhalt - verfluchen den Tag, an dem Genscher die "Wieder"-Vereinigung der DDR mit der BRD angeleiert hat, die ihnen statt der versprochenen "blühenden Landschaften" lediglich Industriesterben, dauerhafte finanzielle Abhängigkeit von westdeutschen "Transfer"-Zahlungen und - last but not least - Überfremdung mit Millionen muslimischer Invasoren Immigranten "Flüchtlinge" eingetragen hat, die z.T. mit Waffengewalt in den Städten und Dörfern der ehemaligen DDR einquartiert werden. [Sarah Sauer wird zwar als Hauptschuldige der BRDDR-Misere angesehen, aber - da in Hamburg geboren - nicht als Mitteldeutsche wahrgenommen und daher nicht in gleichem Maße als "Verräterin" betrachtet.]

Der Untergang Deutschlands

Dagegen wird Genscher im Westen rückblickend als "Wanderer zwischen beiden Welten" wahr genommen. Da der Autor jenes Büchleins längst nicht mehr wohl gelitten ist, wird

2017
anläßlich seines 100. Todestages als Zeichen besonderer Pietätlosigkeit politischer Korrektheit die Bonner Walter-Flex-Straße in "Genscher-Allee" umbenannt.


*Genscher - der den "Krisenstab" leitete - hatte ein für solche Fälle eigens ausgebildetes Spezial-Kommando zur Verfügung (das später in "GSG 9" umbenannt wurde); er verbot jedoch dessen Einsatz und schickte statt dessen fünf (!) Verkehrspolizisten mit 08/15-Gewehren zum Flughafen, die nicht in der Lage waren, die Entführer zu erschießen. Dann ließ Genscher mit viel Brimborium Panzerspähwagen auffahren, woraufhin die Entführer ihre Geiseln und sich selber töteten.

**Einen "Award" für Politik gibt es eigentlich nicht; daher erhält Karsai den Preis für seine besondere "Toleranz" - unter seiner Herrschaft wird die Sharia wieder eingeführt -, Genscher erhält ihn für seine Verdienste um "Europa" - er hat maßgeblich dazu beigetragen, daß der Kontinent durch die Politik der "EU" ruiniert wurde. Fünf Jahre später sollte der Präsident der Islamischen Republik Türkei, ein gewisser Erdoğan, den "Award" erhalten; der nahm ihn jedoch nicht an, als er erfuhr, daß er mit keinerlei Preisgeld dotiert war.

[Das Credo des Beinahe-Preisträgers]

***Als jener Titel kreïert wurde, soll es im Rhein noch Aale gegeben haben.

****Papst Benedikt hatte, um ein Zeichen der Versöhnung mit der Pius-Bruderschaft zu setzen, der Aufhebung der Exkommunikation von vier suspendierten Anhängern des 1991 verstorbenen Erzbischofs Marcel Lefebvre durch die Bischofskongregation zugestimmt. Auf jüdischen Druck hatten daraufhin diverse gleichgeschaltete Medien wahrheitswidrig behauptet, einer der Betroffenen, der britische Bischof Richard Williamson, sei ein "Holocaust"-Leugner, und der Papst habe ihn "rehabilitiert"; deshalb verlangten besagte Medien, der Papst müsse dies sofort rückgängig machen oder aber selber zurück treten, um die Beziehungen zum Judentum nicht zu belasten. In Wahrheit wurde nur die Exkommunikation, nicht aber die Suspendierung, aufgehoben; und Richardson hatte nicht den "Holocaust" geleugnet, sondern lediglich die - längst von keinem seriösen Historiker und auch sonst von niemandem außerhalb der BRDDR mehr ernst genommene - "symbolische" Zahl "6 Millionen" sowie die Methoden der Judentötungen angezweifelt. Gleichwohl entblödete sich die Staatsanwaltschaft Regensburg - die sich offenbar für örtlich zuständig hielt, da Papst Benedikt auch mal in Regensburg war - nicht, ein Ermittlungsverfahren wegen "Holocaustleugnung" einzuleiten. Der Papst trat später tatsächlich "freiwillig" zurück - ein Novum in der Geschichte der Neuzeit.

*****Es liegt Dikigoros fern, Genscher - dem er im Prinzip jedes Verbrechen zutraut - vor diesen Vorwürfen in Schutz nehmen zu wollen; aber er weiß es besser, aus sicheren Quellen, nämlich persönlichen Aussagen damals betroffener Sportler[innen], die er z.T. schon seit Jahrzehnten kennt und deren Glaubwürdigkeit für ihn völlig außer Frage steht - sie hatten sich ihm zwar erst nach vielen Jahren, aber deutlich vor offizieller Aufdeckung jener Praktiken offenbart. Er kann daher mit Bestimmtheit sagen, daß das flächendeckende Doping der BRD-Sportler von Staats wegen - mittels massiven politischen Drucks auf das NOK und die großen Sportverbände - nicht schon in Vorbereitung auf die Olympischen Spiele von 1972, sondern erst auf die von 1976 begann, nämlich im Sommer 1975. Damals war aber nicht der völlig unsportliche und persönlich desinteressierte Genscher Innenminister, sondern dessen Parteigenosse Werner Maihofer, ein ehemaliger Leistungssportler (1936 Teilnehmer der Olympischen Winterspiele von Garmisch). Die Ärzte, die überführt worden waren, ihre Schützlinge bereits 1972 gedopt zu haben und daraufhin Genscher belasteten, taten das offenbar, um sich auf "höheren Befehl" berufen zu können. Möglich ist auch, daß gewisse Leute die Dopinggeschichte erfanden, um von den eigentlichen, viel schwerer wiegenden Verbrechen Genschers im Zusammenhang mit den Olympischen Spielen von München abzulenken.

******Als offizielle Todesursache wird "Krebs" angegeben - wie fast immer, wenn Schwule an AIDS sterben. Tatsächlich hatte "Schwesterwelle" Krebs gehabt, diesen jedoch überwunden, und zwar nach einstimmigen Aussagen aller Ärzte und seiner selbst - er war wiederholt öffentlich (auch live im Staatsfernsehen) als "vollständig geheilt" aufgetreten. Das Krebsmärchen wird denn auch nur in der BRDDR geglaubt. Dikigoros kam wenig später zufällig mit einem US-amerikanischen Kollegen auf W. zu sprechen, der verwundert meinte: "Bei uns weiß jeder, daß der an AIDS gestorben ist; es ist auch nie etwas anderes behauptet worden, nichtmal von den kühnsten Verschwörungstheoretikern, an denen wir bekanntlich keinen Mangel haben."


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