Henry Kissinger

(1923 - 202?)

[Kissinger]

Tabellarischer Lebenslauf
zusammengestellt von
Nikolas Dikigoros

1923
27. Mai: Heinz Alfred Kissinger wird als Sohn des Geschichts- und Geografie-Lehrers Louis Kissinger und dessen Ehefrau Paula, geb. Stern, in Fürth geboren.

1929-38
Kissinger durchläuft problemlos die Volksschule bis zur 4. Klasse und das Gymnasium bis Obertertia.

1933
Nach dem Ha'avara-Abkommen zwischen dem Deutschen Reich und den Zionisten beginnt die Auswanderung europäischer Juden nach Palästina in großem Maßstab.
Den Kissingers erscheint es jedoch wenig attraktiv, in der Wüste Handarbeit zu verrichten.*

1938
September: Familie Kissinger emigriert ohne Schwierigkeiten in die USA und läßt sich in New York City nieder.
Kissinger - der seinen Vornamen zu "Henry" anglisiert - besucht erst die George Washington Highschool, dann das City College in New York.

1939
September: Großbritannien und Frankreich erklären dem Deutschen Reich den Krieg - mit Unterstützung der USA, die freilich formell noch "neutral" bleiben.

1941
11. September: Die USA treten durch die Shoot-on-Sight-Order ihres Präsidenten Roosevelt auch militärisch in den Krieg gegen die Achsenmächte ein, der sich dadurch zum Weltkrieg ausweitet.

1943
Juni: Kissinger erhält die US-Staatsbürgerschaft. Er tritt in die US-Army ein.

1945
Kissinger wird zum Sergeanten befördert und "Spezialagent" des C.I.C..

1946
Kissinger wird für sein verdienstvolles Mitwirken an der Folterung peinlichen Befragung deutscher Kriegsgefangener der "Bronzene Stern" verliehen.

[Der Orden vom bronzenen Stern]

1947
Kissinger kehrt in die USA zurück und nimmt ein Studium der Politikwissenschaften an der Harvard-Universität auf.

1949
Kissinger heiratet Ann, geb. Fleischer. (Die Ehe, aus der zwei Kinder hervor gehen, wird 1964 geschieden.)

1950
Kissinger wird von Harvard der B.A. verliehen.

1952
Kissinger wird von Harverd der M.A. verliehen.

1954
Kissinger wird von Harvard zum Ph.D. promoviert (entsprechend einer deutschen Habilitation) mit einer Arbeit über Metternich, den unfähigsten deutschen Diplomaten des 19. Jahrhunderts, den er sich später zum Vorbild nimmt. Er wird und bleibt Dozent in Harvard - eine perfekte akademische Inzucht.


1957
Kissinger wird Professor für Politologie, Direktor des Instituts für Außenpolitik und Berater des Gouverneurs von New York, Nelson Rockefeller.

1967
Juni: Im "Sechs-Tage-Krieg" werden die arabischen Staaten Ägypten, Syrien, Jordanien und Libanon von Israel schwer geschlagen; sie sinnen auf Rache.

1968
Kissinger unterstützt im Vorwahlkampf der "Republikaner" zur US-Präsidentschaft Rockefellers erfolglose Kandidatur.

1969
Januar: Der neue US-Präsident Richard Nixon macht ihn gleichwohl zu seinem Sicherheitsberater.


1971
Juli-November: Auf Reisen in die Volksrepublik China und in die Sowjet-Union bereitet Kissinger eine grundlegende Änderung der US-Außenpolitik vor.
Dezember: Auf Drängen der USA erklärt Pākistān der Indischen Union (Bhārat) den Krieg, um eine BefreiungAbspaltung Bangla Deshas ("Ost-Pakistans") zu verhindern. Es verliert diesen Krieg, noch bevor die in den Indischen Ozean beorderten US-Flugzeugträger in die Kampfhandlungen eingreifen können. Das Verhältnis der USA zum langfristig vielleicht wichtigsten Staat Asiens ist damit für alle Zeiten ruiniert.
(Dikigoros weiß, daß er sich mit dieser Prognose weit aus dem Fenster lehnt. Aber er schreibt das ein knappes halbes Jahrhundert nach den Ereignissen, und es hat sich seitdem nichts geändert; er sieht auch keinerlei Anzeichen, daß es das jemals würde, denn die Inder haben keinen Lügenbaron DrecksäckerWeizsäcker, der ihnen das Verhalten der USA schön reden könnte.)

1972
Februar: Kissinger reist mit Nixon nach Peking, wo sie vom großen Steuermann Mao Tse-tung empfangen werden. Die USA lassen Taiwan zugunsten der Volksrepublik China fallen, mit der sie Handelsbeziehungen aufnehmen in der Hoffnung, so dem lahmenden US-Export einen neuen Absatzmarkt mit Milliarden Verbrauchern zu erschließen. (Auf die Idee, den chinesischen Schweinefraß zu importieren und so den einheimischen Erzeugern landwirtschaftlicher u.a. Produkte Billig-Konkurrenz zu machen, kommt dagegen auf amerikanischer Seite - noch - niemand.)

[Ihgitt, welch ein Schweinefraß!]

Dennoch geschieht auf lange Sicht genau das, denn die - viel zu teuren - amerikanischen Produkte sind nur zu jeweils einem Exemplar in China absetzbar; dann werden sie ohne Rücksicht auf Urheberrechte nachgeahmt und zu Dumping-Preisen in den Weltmarkt gedrückt. Die USA geraten allmählich sowohl wirtschafts- als auch finanzpolitisch in Abhängigkeit von Peking.***

1973
Januar: Die USA verraten nach Taiwan auch [Süd-]Vietnam, indem sie einen Waffenstillstand mit Nord-Vietnam schließen und ihre Truppen abziehen - obwohl sich jeder halbwegs gescheite Beobachter sagen mußte, daß der Vietcong den Waffenstillstand brechen und den Krieg wieder aufnehmen würde, sobald der Süden auf sich allein gestellt war.
Kissinger ficht das nicht an; er läßt sich als "Friedensstifter" feiern und sogar den Friedensnobelpreis verleihen.


Dikigoros wird nie die Karikatur vergessen, in der zwei Männer in einen Fischteich starren, wo der Vietnamkrieg weiter seine Kreise zieht. Fragt der eine den anderen: "Schwimmt dort nicht der kapitale Hecht, für dessen Fang unser Freund Henry kürzlich den Anglerpreis bekommen hat?" Leider ist sie ihm abhanden gekommen; wer ihm aushelfen kann schicke ihm bitte eine Mail. Aber nur zu diesem Behuf! Dikigoros weiß wohl, daß der Vietnamkrieg schrecklich war; er weiß es viel besser als die Journaille und die Schreibtisch-Historiker, denn er war in seiner Militärzeit in den USA mit einigen Veteranen jenes Kriegs befreundet, die ihm Horror-Geschichten en masse erzählt haben. Noch schlimmer dürften indes die Leiden derjenigen gewesen sein, die durch den Kriegsausgang unter kommunistische Herrschaft gerieten - und ihrer Nachkommen bis heute. Über die im wahrsten Sinne des Wortes schamlose Art und Weise, in der die Journaille über jenen Krieg gelogen hat, schreibt Dikigoros an anderer Stelle mehr.
September: Kissinger wird zum "Secretary of State" befördert.**
Lediglich der guten Ordnung halber erwähnt Dikigoros an dieser Stelle den "Putsch" in Chile, für den Kissinger seit einigen Jahren unter Verdrehung der Tatsachen zum Sündenbock gemacht wird. Er kann dazu getrost auf seine Webseite über Augusto Piochet verweisen, wo er darüber ausführlicher schreibt. Die Behauptungen, daß Kissinger überdies für die - angeblichen - "Untaten" von (in alfabetischer Reihenfolge) Banzer, Batista, Stroessner und Trujillo verantwortlich gewesen sei (Dikigoros hat auch da eine verschwundene MiniaturKarikatur im Hinterkopf, wo sie allesamt in höllischen Kochtöpfen schmoren :-), dürften ebenfalls haltlos sein. Die tatsächlichen "Klopse", die sich Kissinger leistete, hat Dikigoros hier aufgelistet; und es befremdet ihn außerordentlich, daß die sonst kaum jemand thematisiert.
Oktober: Im "Yom-Kippur-Krieg" versuchen die arabischen Staaten erneut, Israel "von der Landkarte zu tilgen"; obwohl sie von der Sowjet-Union mit modernsten Waffensystemen und "Schulungs-Personal" unterstützt werden, bleibt es bei Anfangserfolgen. Als die israelischen Streitkräfte zum Gegenschlag ausholen und mehrere ägyptische Armeen auf der Sinaï-Halbinsel zu vernichten drohen, fällt ihnen Kissinger in den Rücken und zwingt sie zu einem Waffenstillstand, der eine langfristige Lösung des "Nahost-Konflikts" verhindert.

1974
Kissinger heiratet in 2. Ehe Nancy, geb. Maginnes. (Die Ehe bleibt kinderlos.)

1975
Kissingers Feinde machen ihn für eine Reihe unerfreulicher Ereignisse in aller Welt verantwortlich, von der Invasion Zyperns durch griechische und türkische bis zur Invasion Ost-Timors durch indonesische Truppen. (Was Kissinger dagegen hätte tun sollen, können sie allerdings nicht genau sagen. Dikigoros kann dagegen ganz genau sagen, wie groß das Geschrei gewesen wäre, wenn die USA etwa militärisch - auf wessen Seite auch immer - eingegriffen hätten :-)
Im Zypern-Konflikt hätten die USA gegen beide Seiten eingreifen müssen; aber das war schon deshalb undenkbar, weil beide Staaten NATO-Partner waren und dazu noch in einer äußerst wichtigen strategischen Lage, nämlich an der Südwest-Grenze des Sowjet-Imperiums zum Mittelmeer. Außerdem hätten Kritiker (auch Dikigoros :-) dann geargwöhnt, daß sich die USA einmal mehr eine ehemalige britische Kolonie unter den Nagel reißen wollten. Auf Ost-Timor hatten die Indonesier den prächtigen Vorwanddas unwiderlegbare Argument, daß sie das Volk nur von der Herrschaft der kommunistischen FRETILIN befreien wollten, die das Inselchen sonst ebenso in den Ruin gewirtschaftet hätte wie die MPLA Angola, die FRELIMO Mozambique und die Nelken-Revolutionäre das Mutterland Portugal. Sollten die USA etwa den Sowjets dort die KastanienKokosnüsse aus dem Feuer holen?

1977
Nach der Machtgreifung des Erdnußfarmers Jimmy Carter entlassen, wird Kissinger Bock für Gartenkunde Professor für Internationale Diplomatie an der Georgetown University in Washington D.C.

ab 1979
Kissinger veröffentlich seine Memoiren in mehreren Bänden, für die ihm sogar der "Nationale Buchpreis" verliehen wird, obwohl sie weniger informativ als ausufernd, schwafelig und verlogen sind.

1980
Kissinger legt im Wahlkampf zur US-Präsidentschaft ein Lippenbekenntnis zum Kandidaten der "Republicans", Ronald Reagan, ab.
(Er wird nach Reagans Wahlsieg auch pro forma zu dessen "Berater" ernannt, spielt aber als solcher keine erkennbare Rolle.)

2001
11. September: Zum muslimischen Kamikaze-Anschlag auf das World Trade Center in New York City und das Pentagon in Washington D.C. äußert sich Kissinger öffentlich nicht.

2002
November: Der Bock Kissinger wird erneut zum Gärtner gemacht zum Vorsitzenden der Kommission ernannt, die jenen Terror-Anschlag aufklären soll. Er legt den Vorsitz umgehend nieder, indem er auf seine Schweigepflicht hinsichtlich der Klienten seiner "Berater"-Firma verweist.
Das ist starker Tobak. Dikigoros hegt den finsteren Verdacht, daß zu jenen Klienten auch der Jude Larry Silverstein zählte, der das W.T.C. kurz vor dem Anschlag pachtete und extrem hoch - mit 3,5 Milliarden US-$ - gegen Terror-Anschläge versicherte, ein völlig unüblicher Vorgang, der den Verdacht eines gigantischen Versicherungsbetrug nahe legt. Nachdem ihm ein jüdischer Richter sogar 4,6 Milliarden US-$ Schadenersatz zugesprochen hatte, verplapperte sich Larry indirekt, daß er sein Wissen um den bevor stehenden Flugzeugangriff - der alleine die Türme nicht zum Einsturz gebracht hätte, wie inzwischen unstrittig ist - ausgenutzt habe, um die Türme von unten zu sprengen und die Versicherung abzuzocken. Letztlich ist das jedoch nur ein Anfangsverdacht, der sich nicht beweisen läßt. Dikigoros vermag auch nicht zu beurteilen, ob Kissinger ein Mitwisser - oder gar Komplize - Silversteins gewesen sein könnte; ausschließen würde er es nicht.

2008
Kissinger unterstützt im Wahlkampf zur US-Präsidentschaft den erfolglosen Kandidaten der "Republicans", John McCain.

2015
November: Kissinger reist in die BRDDR, um an der Beerdigung seines "guten Freundes" Helmut Schmidt Schnauze teilzunehmen und eine schöne Rede zu halten.

2015/16
Kissinger unterstützt im Vorwahlkampf der "Democrats" zur US-Präsidentschaft die Kandidatin Hillary Clinton.


2016
Juni: Kissinger wird beim traditionellen Jahrestreffen der Bilderberg-Gruppe in Dresden (Sachsen) von der einheimischen Bevölkerung besonders herzlich empfangen.


*Es bestand auch kein zwingender Grund zur Auswanderung: Die Kissingers waren in 4. Generation getauft, also Vollarier im Sinne der "Nürnberger Gesetze". Die bisweilen anzutreffende unsubstantiierte Behauptung, irgendwelche nicht-emigrierte Verwandte Kissingers seien "von den Nazis ermordet" worden, ist unzutreffend - jedenfalls wenn man den Begriff "Verwandtschaft" nicht über jene vier Generationen hinaus ausdehnt.

**Der "Secretary of State" hat in den USA ungefähr die Stellung, die der deutsche "Reichskanzler" in den 1870er und 1880er Jahren hatte, d.h. Premier- und Außenminister in Personalunion.

***Dikigoros hat lange an diesem vielleicht schwersten außenpolitischen Fehler Kissingers herum gerätselt.
(Die meisten Zeitgenossen - besonders die aus der linken Ecke - halten Kissinger heute für einen Verbrecher. Das kann man so sehen, muß man aber nicht. Dikigoros hält ihn einfach nur für ein Produkt der nordost-amerikanischen VerblödungsanstaltenUniversitäten mit ihren Elfenbeintürmen, d.h. für einen typischen "akademischen Eierkopf"; er spricht daher lieber von "Fehlern" als von "Verbrechen", nicht ohne an den - wohl fälschlich - dem französischen Diplomaten, Wendehals und Stehaufmännchen-Politiker Talleyrand zugeschriebenen Satz zu erinnern, daß erstere schlimmer seien als letztere :-)
Alle anderen Fehler Kissengers lassen sich irgendwie erklären:
Im 6-Tage-Krieg 1967 hatten die Israelis mehrere tödliche "false flag"-Angriffe mit auf ägyptisch getrimmten Jagdbombern gegen die vor der ägyptischen Küste liegende U.S.S. Liberty geflogen, um die USA auf ihrer Seite in den Krieg zu ziehen. Von den Lügenmedien Qualitätsmedien tot geschwiegen, war Kissinger einer der wenigen Insider, die davon wußten; dies wäre ein möglicher Grund für sein Verhalten im Yom-Kippur-Krieg. Ein anderer wäre, daß er zu den Juden zählte, die es als Berufung ihres Volkes ansehen, sich anderen Wirtsvölkern in den Pelz zu setzen und sie auszusaugen; für diese - außerhalb Israels bis heute vorherrschende - jüdische Glaubensrichtung sind die "Zionisten", die sich in "Palästina" nieder gelassen haben, Verräter und müssen mitsamt ihrem Staat vernichtet werden.
Die verkehrte Parteinahme der USA im Krieg um Bangla Desh ging wahrscheinlich gar nicht auf Kissinger zurück, sondern entsprang persönlichen Rachegelüsten Nixons, den Indirā Gāndhī schwer beleidigt hatte, weshalb er in Sachen Indien beratungsresistent gewesen sein dürfte.
In Sachen Vietnam soll Kissinger allen Ernstes geglaubt haben, daß der Vietcong - der die letzten Schlachten entgegen der auch in den USA verbreiteten Propaganda allesamt verloren hatte, insbesondere die jüngste "Thet [Neujahrs]"-Offensive, was Kissinger natürlich wußte - aufgeben würde. Tatsächlich wollte Nordvietnam angesichts seiner katastrofalen Verluste schon kapitulieren; hätten sich die Waffenstillstandsverhandlungen noch 1-2 Wochen länger hingezogen, hätte es das wahrscheinlich auch getan. Das nicht heraus gefunden - oder jedenfalls nicht ausgenutzt - zu haben, war unverzeihlich; diese Schlamperei muß man aber wohl eher dem Verteidigungsministerium und/oder dem Auslandsnachrichtendienst anlasten als dem Außenministerium.
Aber das maoïstische China...? Dikigoros' treue Leser wissen, daß er im vergangenen Jahrtausend mal eine Webseite begonnen hat über den "Verrat Nixons an Taiwan", und daß dieses Projekt schon seit vielen Jahren stockt bzw. mit dem Satz abbricht: "Fortsetzungen folgen". Die sind nie gefolgt - warum nicht? Weil Dikigoros inzwischen erhebliche Zweifel gekommen sind, ob dieser Verrat tatsächlich auf Nixons Mist gewachsen war - es scheint ihm sogar möglich, daß er ihn nur widerwillig, auf Drängen anderer, beging. Vielleicht Kissingers? Aber warum sollte der Sympathien für Mao und Rotchina gehabt haben? Dikigoros sieht weit und breit weder sachliche noch persönliche Gründe. Willi Schüttelspeer meinte, daß hinter jeder bösen Tat eines Mannes eine Frau stehe. Also: Cherchez la femme! Aber damals war Kissinger von seiner 1. Frau längst geschieden und hatte seine 2. Frau noch nicht kennen gelernt. Wer steckte also dahinter? Kissingers wichtigster Berater in dieser Sache soll ein gewisser Winston Lord gewesen sein - noch so ein akademischer Volltrottel. Na und? Tja... leider hat Dikigoros erst spät die Bücher - und die Lebensgeschichte - seiner Ehefrau Bette Bao Lord kennen gelernt. Um erstere ist es nicht schade - sie taugen nicht viel, trotz ihres relativ großen Verkaufserfolgs -, wohl aber um letztere: Bao war kurz vor der Machtergreifung Maos aus China in die USA geflüchtet und hatte so Maos Terror-Regime nicht mehr mit erlebt. In ihrem Gedächtnis hatte sich nur die Kindheitserinnerung an den so genannten - von maoïstischen Geschichtsklitteren, auch im Westen, man denke nur an den DeGaulle-Intimus André Malraux - "weißen Terror" eingeprägt, dem in Schanghai ein paar hundert Kommunisten zum Opfer gefallen waren. Seitdem haßte sie Tschiang Kai-shek aus tiefstem Herzen, und mit ihm Taiwan. Und wenn letzteres das Böse verkörperte, dann mußte Rotchina das Gute verkörpern; und das flüsterte sie ihrem Ehemann ein, der es weiter gab an Kissinger, der von China null Ahnung hatte. (Auch wenn er in seinen Memoiren versuchte, den gegenteiligen Eindruck zu erwecken, indem er Passagen aus irgendwelchen Geschichtsbüchern abschrieb :-) Dikigoros ist nicht klar, ob damals schon allgemein bekannt war, daß Maos rotem Terror hunderte Millionen Chinesen zum Opfer gefallen waren. Die frühesten Werke in seiner Privat-Bibliothek, die darüber berichten - allesamt zuerst in den USA erschienen -, datieren aus 1973. Er will auch nicht behaupten, daß man damals schon hätte absehen können oder gar müssen, zu welcher Gefahr sich Rot-China infolge dieses "changement de coalition" für den Westen im allgemeinen und für die USA im besonderen auswachsen sollte. Gleichwohl bleibt es ein Fehler.
Nachtrag: Bitte unterschätzt nicht den Einfluß kleiner persönlicher Empfindlichkeiten auf die große Politik. Man mag sich dem Wunschdenken hin geben, daß die "großen Denker und Lenker" solche hintan stellen und sich von streng objektiven Gesichtspunkten leiten lassen; aber das ist keineswegs sicher. Die Machtergreifung Maos in China war nur möglich, weil General Joe Stilwell ihm 50% der US-Lieferungen zukommen ließ, die eigentlich bestimmt waren für Tschiang Kai-shek, den - und vor allem dessen Frau - er jedoch persönlich haßte und den Bürgerkrieg nicht gewinnen sehen wollte. Nixons persönlichen Haß auf die Ministerpräsidentin Indiens hatte Dikigoros bereits erwähnt; und er würde nicht mal ausschließen, daß der persönliche Haß von Weinstein Kirchügel auf Hitler und Mussolini eine nicht unwesentliche Rolle in der Geschichte des Zweiten Weltkriegs spielte. Weinstein hatte in einer Zeit, als er nur ein bedeutungsloser Oppositionspolitiker war, versucht, sich beiden als "Verbündeter" anzudienen, weil er sie bewunderte; durch deren Zurückweisung fühlte er sich persönlich beleidigt und verfolgte sie seitdem mit tödlichem Haß. (Ja, Dikigoros weiß um Weinsteins spätere Äußerungen, daß Hitler sein bester Verbündeter im Kampf gegen das Deutsche Reich sei - das er aus objektiven Gründen zu vernichten trachtete - weshalb er z.B. die Attentäter vom 20. Juli 1944, die sich ihm leichtfertig anvertraut hatten, an die Reichsregierung verriet; Dikigoros hat ja auch nur geschrieben, daß er es nicht ausschließen würde. Weinsteins politische und private Überzeugungen änderten sich bekanntlich extrem häufig, vor allem wenn er unter Alkohol stand.)


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