Wladimir Putin

(1952 - 20xx)

Tabellarischer Lebenslauf
zusammengestellt von
Nikolas Dikigoros

1952
7. Oktober: Wladimir Wladimirowitsch Putin wird in Leningrad (bis 1917 und ab 1991: Sankt Peterburg) geboren. Er ist der zweite Sohn des Schlossers (und Reserve-Offiziers der Marine) Wladimir Spiridonowitsch Putin und seiner Ehefrau Marija Iwanowna, geb. Schelomowa.* (Ein älterer Bruder ist während der Belagerung Leningrads gestorben, ein jüngerer stirbt kurz nach der Geburt.)


Wiewohl nach außen linientreue Sowjet-Bürgerin, läßt Wladimirs Mutter ihren Sohn heimlich taufen.

1960-68
Putin besucht die Volksschule in Leningrad; nebenbei erhält er Kampfsport-Unterricht (Sambo und Jūdō) - in beiden Disziplinen bringt er es später zu Meisterehren).


1968-70
Putin besucht eine naturwissenschaftliche Mittelschule in Leningrad.

1970-75
Durch Vermittlung des Vaters eines ehemaligen Mitschülers wird Putin vom KGB angenommen und darf trotz fehlender schulischer Voraussetzungen an der juristischen Fakultät der Universität Leningrad (Fachrichtung Militärrecht) studieren. Zu seinen Professoren zählt u.a. Anatolij Sobtschak.

1976
Nach Abschluß seines Jurastudiums und eines einjährigen Speziallehrgangs beim KGB wird Putin "operativer KGB-Mitarbeiter" im Offiziersrang, zunächst in der Spionageabwehr, dann in der Auslandsaufklärung. Er wird Mitglied der KPdSU.


1983
Putin heiratet die Aeroflot-Stewardess und Sprachstudentin Ljudmila Schkrebnewa.
(Aus der Ehe - die 2014 geschieden wird - gehen zwei Töchter hervor.)

1985
März: Michail Gorbatschow wird Generalsekretär der KPdSU. Er versucht, alte Strukturen aufzubrechen, u.a. den KGB zu entmachten. Putin wird als Spion - offiziell als Angehöriger der sowjetischen Besatzungs-Bruder-Streitkräfte im Range eines Majors (später Oberstleutnants) - in die DDR versetzt und in Dresden stationiert, wo er angeblich** Deutsch lernt.

1989
Putin erlebt den Zusammenbruch des SED-Regimes mit.

1990
Putin kehrt nach Leningrad zurück, quittiert den KGB-Dienst*** und wird Universität-Assistent bei Sobtschak, der sich inzwischen zum Wirtschafts-Professor gemausert hat und Putin regelmäßig auf seinen Reisen ins westliche Ausland, vor allem nach Deutschland, als Dolmetscher mitnimmt.

1991
Juni: Sobtschak wird zum Oberbürgermeister der jetzt wieder Sankt Peterburg genannten Stadt gewählt und zieht Putin nach; dieser wird Vorsitzender des Städtischen Komitees für Auslandsbeziehungen.
August: Ein undurchsichtiger Putschversuch von Teilen des Militärs und des KGB wird in Moskau durch Boris Jeltsin - den Präsidenten der russischen Sowjet-Republik - und in Sankt Peterburg durch Sobtschak und Putin nieder geschlagen; Gorbatschow (der möglicherweise selber hinter diesem Putsch steckte) wird von ihnen entmachtet.
Dezember: Die Sowjet-Union wird offiziell aufgelöst.

ab 1992
Die Nachfolgestaaten der Sowjet-Union privatisieren die ehemaligen Staatsbetriebe in Wildwest-Manier und stürzen die Wirtschaft so zunächst ins Chaos. Das Volk hungert; die Inflation grassiert; "Mafia"-ähnliche Strukturen entstehen.


1994
März: Putin wird Erster stellvertretender Bürgermeister von Sankt Peterburg.

1996
Mai: Sobtschak verliert - mit Putin als Wahlkampfmanager - die Neuwahlen und sein Amt als Oberbürgermeister. Er geht vorübergehend ins Exil nach Frankreich; Putin geht nach Moskau.
Putin wird Stellvertreter von Nikolaj Jegorow, dem Leiter der Geschäftsführung des Präsidenten der Russischen Föderation.

1997
Putin wird Stellvertretender Leiter der Präsidial-Administration und Mitglied der Kommission des Sicherheitsrates für Wirtschaftssicherheit.

1998
Mai: Putin wird Erster Stellvertretender Leiter der Präsidial-Administration.
Juli: Putin wird Direktor des Föderalen Sicherheitsdienstes (FSB), des Nachfolgedienstes des KGB.

1999
März: Putin wird Sekretär des Sicherheitsrats der Russischen Föderation.
August: Jeltsin entläßt Regierungschef Sergej Stepaschin.
Putin wird - mit Absegnung der Duma - dessen Nachfolger.


Dezember: Jeltsin tritt zurück; Putin übernimmt die Amtsvollmachten des Präsidenten der Russischen Föderation.

2000
März: Putin wird zum Präsidenten der Russischen Föderation gewählt. Er führt den von Jeltsin begonnenen Krieg gegen die nach Unabhängigkeit strebende Kaukasusregion Tschetschnien fort.
Juni: Putin stellt Tschetschnien per Dekret unter die direkte Verwaltung der Russischen Föderation.
(Putin kann auf die erdölreiche Region nicht verzichten. Rußland war 1998 zahlungsunfähig; es konnte zwar seine innere Verschuldung 1999 durch die Notenpresse - verbunden mit Hyperinflation - und anschließende Währungsreform beseitigen; die Auslandsverschuldung mußte jedoch durch Rohstoffexporte abgetragen werden, wobei Putin steigende Energiepreise zu Hilfe kamen.)

2001
Nach den muslimischen Terroranschlägen vom 11. September auf New York City und Washington D.C. öffnet Putin den USA den Luftraum über der Russischen Föderation für den Afģānistān-Krieg und erlaubt ihnen die Einrichtung von Militärbasen in Usbekistan und Tadschikistan.

2002
Mai: Putin und US-Präsident Bush unterzeichnen einen Abrüstungsvertrag sowie eine Deklaration zur Kooperation im Kampf gegen den internationalen Terrorismus und in der Energiewirtschaft.
(Beide sind das Papier nicht wert, auf das sie gedruckt sind)

2004
März: Putin gewinnt die Präsidentschaftswahlen mit 71% der Stimmen.

2006
Putin wird für seine besonderen Verdienste um die Republik Frankreich von Präsident Jacques Chirac das Großkreuz der Ehrenlegion verliehen (als erstem Russen seit Tsar Aleksandr I anno 1807).


2007
Juli: Putin - der versucht, Rußland wieder zur Großmacht aufzubauen - kündigt den Abrüstungsvertrag mit den USA. Seine Anhänger feiern ihn als neuen Koltschak.


Dezember: Das US-amerikanische Nachrichten-Magazin Time kürt Putin zum "Mann des Jahres" - wie vor ihm schon Mussolini, Hitler, Roosevelt, Churchill, Stalin, Mao, Brandt, Arafat, Mandela u.a. verdiente Politiker.


2008
Mai: Da die russische Verfassung eine dritte Amtszeit als Präsident nicht zuläßt, wechselt Putin ins Amt des Ministerpräsidenten. Sein Nachfolger als Präsident wird Dimitrij Medwedew.
August: Der sakartwelische Präsident Sakaschwili versucht, die Ablenkung der Weltöffentlichkeit durch die Olympischen Sommerspiele in Peking zu nutzen, um ganz Ossetien seinem Raubstaat "Georgien" einzuverleiben.
Putin schickt daraufhin Panzer in den Kaukasus, die nicht nur Nord-Ossetien wieder frei kämpfen, sondern auch gleich Süd-Ossetien - das sich für unabhängig erklärt hat - besetzen.
Die westlichen Medien reagieren mit einer Hetz-Kampagne, wie sie seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr da gewesen ist:
In London tauchen "Dokumente" auf, die "beweisen" sollen, daß Putins Vater ein "Nazi-Kollaborateur" war, der für Hitler gegen die braven Sowjets gekämpft habe.
Reuters behauptet, daß Putin sich während seiner Präsidentschaft massiv bereichert habe und mit einem Privatvermögen von 40 Milliarden US-$ "der reichste Mann Europas" sei.
Der französische Sender RTL behauptet gar wenig später, Putin sei mit einem Privatvermögen von 175 Milliarden Euro "der reichste Mann der Welt".
Dezember: Putin empfängt im Moskauer Kreml den libyschen "Revolutionsführer" Gaddafi und sagt ihm - wie bereits einige westliche Politiker zuvor - Unterstützung beim Bau von Atombomben zu.


2011
März: Putin bricht mit seinem Freund Gaddafi. (Rußland verzichtet im "Sicherheitsrat" der UNO auf ein Veto gegen den von Frankreich begonnenen Krieg gegen Libyen, in den daraufhin auch die USA und Großbritannien eintreten.) Als Ersatzneuen Freund gewinnt Putin den kenyanischen Krypto-Muslim Barack Hussein Obama.


November: Die VR China verleiht Putin als erstem Nicht-Chinesen den Konfuzius-Friedenspreis - Gegenstück zum Friedensnobelpreis.


2012
März: Putin tritt erneut zur Präsidentenwahl an. Da alle ernst zu nehmenden Gegenkandidaten - so sie nicht rechtzeitig ins Ausland geflohen sind - zufällig im Gefängnis sitzen, gewinnt er bereits im 1. Wahlgang die absolute Mehrheit - in manchen Wahlkreisen sogar mehr als 100% der abzugebenden Stimmen.****

2017
Nachdem in den USA der Obama-Gegner Donald Duck Trump Präsident geworden ist, orientiert sich Putin außenpolitisch neu.
Zu seinen engsten Freunden und Verbündeten zählen nun die radikal-islamischen Machthaber des Iran und der Türkei, Rouhani und Erdogan.


*Wiewohl dies offiziell nie thematisiert wurde: Der Vatersname seines Vaters deutet ebenso eindeutig auf eine griechische Abstammung hin wie der Familienname seiner Mutter [Salomon, Schlomo] auf eine jüdische. Auch Putins Ehefrau war Jüdin - sie konvertierte erst 1993 zum orthodoxen Christentum.
Nur der guten Ordnung halber - und weil Dikigoros das außerhalb Rußlands so oft falsch hört: Sein Name spricht sich "Wladiimir Puutiin" und sein Geburtsort "Ljäningrát" bzw. "ßankt Pjätärbuurg" - ohne Fugen-s zwischen "Pjätär" und "buurg".

**Das ist wenig glaubhaft, denn Putin spricht Hochdeutsch, nicht Sächsisch. Außerdem pflegte der KGB seine Mitarbeiter, bevor er sie ins Ausland schickte, ordentlich in den erforderlichen Fremdsprachen zu schulen.

***Angeblich schied Putin offiziell erst 1991 aus; welche KGB-Funktion er bis dahin bekleidet haben soll, ist allerdings unklar.

****Weshalb Putin - der die Wahl wohl auch ohne derartige Manipulationen gewonnen hätte - zu solchen Winkelzügen greift, die ihn im In- und Ausland diskreditieren, ist schwer nachzuvollziehen.


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