Mahathir ("Dr. M")

MAHATHIR  ("Dr. M")*

[10.07.1925 - xx.yy.202?]

[Mahathir]

Tabellarischer Lebenslauf
zusammengestellt von
Nikolas Dikigoros

1925
10. Juli**: Mahathir wird in Alor Setar, der Hauptstadt von Kedah (seit 1910 Bestandteil von British Malaya) geboren. Entgegen der Legende stammt er keineswegs aus ärmlichen Verhältnissen: Sein Vater Mohamad, ein Halb-Tamile, ist Schulrektor (später Direktor eines von ihm selber gegründeten Real-Gymnasiums); seine Mutter Tempawan stammt aus einer Nebenlinie der Fürstenfamilie von Kedah.***


1932-42
Mahathir besucht erst die Grundschule, dann die Gvmt English School (heute Sultan Abdul Hamid College) in Alor Setar.

1942
Januar: Japanische Truppen landen auf der Halbinsel Malakka und besetzen British Malaya.
Mahathir verläßt die Schule und schlägt sich als Straßenverkäufer durch.

1945
August: Nach Abwurf zweier amerikanischer Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki kapituliert Japan vor den Alliierten; die britischen Truppen kehren zurück nach Malaya.
Mahathir geht wieder zur Schule.

1948
Februar: Die Föderation von Malaya wird gegründet - ein Bundesstaat aus mehreren erblichen Fürstentümern unter britischem "Protektorat". (Der Staatsratsvorsitzende Bundesratsvorsitzende ["Yang dipertuan agung"] wird im Rotationsverfahren von den Herrschern der Mitgliedsfürstentümer gestellt.)


1949-53
Mahathir studiert Medizin am King Edward VII College in Singapur (heute Medizinische Fakultät der Universität Singapur).

1953-54
Mahathir arbeitet als Assistenz-Arzt am Großen Hospital von Penang.

1954-57
Mahathir arbeitet als Arzt im Staatsdienst.

1956
Mahathir heiratet seine Ex-Kommilitonin Siti Hasmah. (Aus der Ehe gehen 4 gemeinsame Kinder hervor; das Paar adoptiert 3 weitere Kinder.)

1957
August: Großbritannien entläßt Malaya - einschließlich der "Straits Settlements" (außer Singapur) - in die Unabhängigkeit.
Mahathir eröffnet eine Arzt-Praxis in Alor Setar.
Er tritt der 1946 gegründeten und seit 1951 von dem ebenfalls in Alor Setar geborenen und aus der Fürstenfamilie von Kedah stammenden "Tunku"**** Abdul Rahman (1903-1990) geführten Völkisch-Malaiischen Einheitspartei (PKMB/UMNO)***** bei, der maßgeblichen Kraft in der regierenden "Alliance" (gebildet aus den stärksten malaiischen, chinesischen und indischen Parteien des Landes). Differenzen mit Abdul Rahman****** verhindern jedoch vorerst Mahathirs Aufstieg.

1963
August: Großbritannien entläßt auch Sabah, Sarawak und Singapur in die Unabhängigkeit. Sie schließen sich mit Malaya zu einem Staat "Malaysia" zusammen. (Das [öl-]reiche Sultanat Brunei bleibt dagegen in Form von zwei Enklaven selbständig; zwischen West- und Ost-Malaysia liegen außerdem mehrere zu Indonesien gehörende Inseln im Südchinesischen Meer.)


1964
Bei den Parlamentswahlen gewinnt Mahathir ein Abgeordneten-Mandat, bleibt jedoch ein Hinterbänkler, der sich vor allem durch anti-chinesische Redebeiträge auszeichnet.

1965
Das überwiegend chinesisch besiedelte Singapur verläßt Malaysia; dadurch werden die Malaien zur Bevölkerungsmehrheit.*******

1969
Mai: Bei den Parlamentswahlen verliert Mahathir sein Abgeordenten-Mandat an den radikalen "Pan-Islamisten" Yusuf Rawa. In einem "offenen Brief" macht er dafür den "Verrat" der chinesischen Wählerschaft an der Regierungs-Koalition verantwortlich - und Abdul Rahman, der gegenüber den Chinesen zu nachsichtig gewesen sei.
In dem vergifteten Klima kommt es zu bürgerkriegsähnlichen Auseinandersetzungen zwischen Malaiien und Chinesen. Mahathir wird auf Betreiben Abdul Rahmans von der UMNO ausgeschlossen; Yusuf Rawa und seine PAS treten der "Alliance" bei.

1970
Mahathir veröffentlicht "Dilema Melayu [The Malay Dilemma]". Das Buch - das einen radikalen malaiisch-muslimischen Nationalismus propagiert (Regierungsämter und Wirtschafts-Subventionen nur noch für "Söhne des Landes [Bumiputra]") und sich u.a. dezidiert gegen Chinesen und Juden richtet - macht ihn auf einen Schlag berühmt und wird von der malaysischen Regierung prompt verboten, was seine Popularität noch weiter steigert. (Es wird in Singapur gedruckt und erreicht Millionen-Auflagen, als meistverkauftes ausländisches Buch nach "Perjuanganku [Mein Kampf]".)


September: Durch die wiederholten Vorwürfe Mahathirs entnervt, tritt Abdul Rahman vom Amt des Ministerpräsidenten zurück.

1971
Juni: Abdul Rahman legt auch den Parteivorsitz der UMNO nieder. Mahathir wird wieder Mitglied.

1973
Mahathir steigt in den Parteivorstand der UMNO auf und wird Senator.

1974
Mai: Bei den Parlamentswahlen gewinnt Mahathir sein Abgeordneten-Mandat zurück. Er wird Bildungsminister in der Regierung Abdul Razak Hussein.
Juni: Die "Alliance" erhält einen neuen, malaiischen Namen: "Barisan Nasional [Nationale Front]".

1975
Mahathir wird Stellvertretender Vorsitzender der UMNO.

1978
Mahathir wird Minister für Handel und Industrie und zugleich Stellvertretender Ministerpräsident. Er beginnt die Wirtschaft anzukurbeln, indem er zunächst Malaysia ausländischen Unternehmen als Billiglohn-Fertigstätte schmackhaft macht ("NEP [New Economic Policy/Neue Wirtschaftspolitik]"). Vor allem namhafte Automobil-Hersteller - u.a. Mitsubishi und Daimler - lassen künftig in Malaysia "assemblieren". (Generell sucht Mahathir verstärkt die wirtschaftliche Kooperation mit Deutschland und vor allem mit Japan - "Look East" -, während er zur einstigen Kolonialmacht Großbritannien sowie zu ihrer "Ablegern" Australien und USA betont auf Distanz geht.)

1979
Durch die Machtergreifung fundamentalistischer Shi'iten im Iran unter Khomeini kommt es in der ganzen muslimischen Welt - auch in den sunnitischen Gebieten - zu einer Radikalisierung und "Wiedererweckung" der islamischen weltlichen Herrschaftsansprüche. In Südostasien betrifft dies insbesondere Malaysia und Indonesien, aber auch den - mehrheitlich von Malaien besiedelten - Süden Thailands und den Süden der Filipinen. Das traditionelle Nationalgericht der Malaien - Schweinebraten - beginnt von den Speisezetteln zu verschwinden; nicht nur Frauen, sondern auch noch nicht mannbare Mädchen und selbst Kleinkinder verhüllen sich mit dem "Tudung".********


1981
Juli: Hussein tritt aus gesundheitlichen Gründen zurück; Mahathir wird sein Nachfolger als Ministerpräsident.

1982
Mai: Bei den Parlamentswahlen wird die Regierungskoalition bestätigt; Mahathir bleibt Ministerpräsident.

1983
Mahathir beginnt, durch mehrere Verfassungsänderungen die Macht der Fürstentümer und des Y.d.a. systematisch zu unterminieren.

1985
Mahathir verfügt, daß an allen Schulen und Universitäten Malaysias nur noch in Bahasa Malaysia zu unterrichten ist.
(Damit sollen vor allem die chinesischen Sprachen zu Fremdsprachen degradiert werden. Mahathir verkennt jedoch - in Anbetracht seines Lebenslaufs und insbesondere seines familiären Hintergrunds schwer verständlich -, daß an den meisten chinesischen Privatschulen bis dahin Englisch als Unterrichtssprache verwendet wurde. Durch das Zurückdrängen auch dieser Weltsprache verliert Malaysia langfristig den Unterbau für ehrgeizige Projekte wie das im selben Jahr gegründete Forschungsinstitut MIMOS, mit dem Mahathir Anschluß an den internationalen Markt für Computer-Technologie gewinnen will.)

1986
Mai: Nach Auseinandersetzungen sowohl innerhalb der FN als auch der UMNO geraten die Parlamentswahlen zu einer Abstimmung zwischen deren eigenen Kandidaten und Gegenkandidaten. Mahathir setzt sich in einem Erdrutsch-Sieg gegen Yusuf Rawas Flügel durch.

1987
April: Nach einer Kampfabstimmung um den Vorsitz der UMNO beanspruchen sowohl Mahathir als auch sein ehemaliger Finanzminister Razaleigh Hamzah den Sieg. Sie bringen den Fall vor Gericht.

1988
Februar: Die Richter des erstinstanzlichen Gerichts haben die Stirnden Mut, die UMNO zur kriminellen Vereinigung zu erklären und aufzulösen.
Mahathir gründet sie unter dem Namen "UMNO baru [neue UMNO]" prompt neu und verabschiedet eine Verfassungsänderung - seine Anhänger haben weiterhin die Mehrheit im Parlament -, wonach die Gerichte keine Jurisdiktion über Parteiangelegenheiten mehr haben.
Den Protest des Obersten Gerichtshofs beim Y.d.a. beantwortet Mahathir mit der Einsetzung eines Sondergerichtshofs, der die bisherigen Richter wegen ungebührlichen Verhaltens absetzt und aus dem Justizdienst entläßt. Damit hat Mahathir alle drei Gewalten in seine Hand gebracht. Zur Sicherheit läßt er alle systemkritischen Zeitungen verbieten, die übrig gebliebenen Oppositionsführer - mit Ausnahme Razaleigh Hamzahs - verhaften.
Auch Malaysias Bildungs- und Wirtschaftssystem wird vollständig gleich geschaltet: Die chinesischen Schulen erhalten malaiische Leiter, die keiner chinesischen Sprache mehr mächtig sein müssen. Die chinesischen Betriebe - die schon seit einiger Zeit mehrheitlich in der Hand malaiischer Muslime sein müssen (diese Bestimmung aber durch die Einsetzung von Strohmännern zu umgehen pflegten) - müssen nun auch mehrheitlich malaiische Arbeinehmer beschäftigen, mit Quotenregelungen auch und insbesondere für die leitenden Angestellten. Die Bestimmungen führen zu einem Exodus chinesischer Eliten und zur Verlagerung ihrer wirtschaftlichen Aktivitäten vor allem ins benachbarte Singapur. (Dies ist jedoch von Mahathir durchaus gewollt.)

1990
Mai: Mahathir gewinnt die Parlamentswahlen gegen Razaleigh Hamzah mit großer Mehrheit.
Er verkündet die "Agenda 2020", basierend auf einer "Neuen Entwicklungs-Politik [NDP]", die aus der bloßen Assemblierungs-Stätte Malaysia einen Industrie-Standort mit eigener Produktion machen soll.
Malaysias Beispiel folgen Thailand, Indonesien und die Filipinen; für sie wird der Begriff "Panther"-Staaten geprägt - in Anspielung auf die "Tiger"-Staaten (Hongkong, Taiwan, Südkorea und Singapur), deren wirtschaftliche Erfolge sie imitieren wollen.
Die Anfangserfolge nehmen sich auf dem Papier beachtlich aus: Malaysia verzeichnet 1990-1996 ein Wirtschaftswachstum von durchschnittlich 8,5% p.a.
All dies geschieht auf Pumpdurch Ausweitung der Kreditaufnahme im In- und Ausland, die vom willfährigen Finanzminister Anwar Ibrahim bedenkenlos mitgetragen wird.


Mangels realem Wirtschaftswachstum dienen als "Deckung" für diese Kredite vornehmlich unproduktive "Sicherheiten" wie Aktien und Immobilien, die ohne realistische Basis immer höher bewertet werden ("Immobilienblase"), was zu hektischer Bautätigkeit sowohl der öffentlichen Hand als auch privater "Investoren" führt. Allenthalben entstehen unnütze überkapazitäre Prestigebauten; die einst beschauliche Hauptstadt Kuala Lumpur wird mit Wolkenkratzern zugepflastert; in Shah Alam wird die größte Moschee Südostasiens fertig gestellt.

[Das neue Gesicht Kuala Lumpurs] [Die 'blaue Moschee' in Shah Alam]

Industrielle Großprojekte wie HICOM (Autos), Telok Ewa (Zement) und Perjawa (Stahl) werden zwar erfolgreich angeschoben, können aber auf die Dauer nur mit hohen staatlichen Subventionen über Wasser gehalten werden, da ihre - eigentlich für den Export gedachten - Produkte sich im Ausland kaum verkaufen; auch die riesigen petrochemischen Anlagen bei Johore Bahru rentieren sich langfristig nicht.
Dagegen scheitern Mahathirs Pläne für produktive Projekte wie die Einrichtung eines "Multimedia-Super-Korridors" (nach dem Vorbild des kalifornischen "Silicon Valley") am Südrand von Kuala Lumpur oder die Errichtung eines Mammut-Staudamms in Bakun (Sarawak) an mangelndem Interesse zahlungskräftiger Investoren bzw. Protesten der Eingeborenen - die bereits verärgert darüber sind, daß der größte Teil "ihres" Regenwalds abgeholzt und durch Plantagen mit Ölpalmen ersetzt worden ist.


1992
Auf der "Umweltkonferenz" von Rio de Janeiro widerspricht Mahathir Kritikern jener Regenwald-Abholzung, die einen Boykott von Tropenhölzern fordern, und weist die Schuld an dieser Entwicklung den Industrienationen der "Ersten Welt" zu.
(Dieser Einwand ist nur z.T. berechtigt - was die selbsternannten "Umweltschützer" freilich noch immer nicht begriffen haben: Der größte Teil der Umweltzerstörung geht längst nicht mehr von der "Ersten Welt" aus - wo der "Umweltschutz" inzwischen eher über- als untertrieben wird -, sondern von den "Schwellenländern". Die weltweit stärksten Luftverschmutzer (durch veraltete Kraftfahrzeuge und Industrie-Anlagen) sind Rotchina und Indien; Hauptabnehmer von Tropenhölzern - und damit hauptverantwortlich für das Verschwinden der Regenwälder, in denen die Luft wieder "aufgefrischt" werden könnte - ist ebenfalls Rotchina.)

1995
Mai: Mahathir gewinnt erneut die Parlamentswahlen mit großer Mehrheit (was immer das nach de-facto-Ausschaltung der Opposition noch besagen mag).
Er läßt eine neue Hauptstadt südlich von Kuala Lumpur aus dem Boden stampfen, die den Namen "Putrajaya" erhält.


1997
März: Von Thailand ausgehend kommt es zu Problemen bei der Refinanzierung diverser Bankkredite. Die so genannte "Asiatische Finanzkrise" beginnt.


April: Mahathir erkennt relativ früh - und als einziger Regierungschef der Region -, wodurch die Krise verursacht wurde und versucht ihr entgegen zu steuern, indem er die Staatsbank anweist, den Kredithahn für Aktien- und Immobilienkäufe zuzudrehen.
(Der Aktienindex der Börse von Kuala Lumpur fällt daraufhin um 75% bis Jahresende - was einem Kursverlust von umgerechnet 140 Milliarden US-$ entspricht.
Der Immobilienmarkt in Malaysia bricht zusammen - was er allerdings auch in Japan tut, aus ähnlichen Gründen, die aber nicht in direktem Zusammenhang stehen.)

Zugleich versucht Mahathir, den sinkenden Kurs des Ringgit zu stützen - bis Malaysias Währungsreserven aufgebraucht sind.
Juli: Mahathir muß den Wechselkurs des Ringgit frei geben; die Schuld daran gibt er - der von der fixen Idee einer jüdischer Weltverschwörung gegen Malaysia und alle anderen muslimischen Staaten besessen ist - dem US-amerikanischen Finanzjongleur George Soros, dessen Spezialität "Leerverkäufe" von Währungen sind, die er für Abwertungs-Kandidaten hält.
Wider Erwarten fällt der Ringgit aber zunächst "nur" von 2,5 auf 3,8 zum US-$. (Die Kursverluste der anderen "Panther"-Währungen sind erheblich höher.)


1998
Januar: Mahathir gibt eine staatliche Garantieerklärung für alle Einlagen bei malaysischen Banken ab.
Juni/August: Mahathir gründet "Danaharta" und "Danamodal", staatliche Auffanggesellschaften für faule Immobilienfonds und ebensolche Bankkredite. (Vergleichbare Einrichtungen, die eine Sanierung auf Kosten der Steuerzahler und/oder Gläubiger anstreben, werden im Westen später imitiert und flapsig als "bad banks" bezeichnet.)
September: Mahathir setzt Anwar Ibrahim, den er zum Sündenbock macht, als Finanzminister ab, schließt ihn von der UMNO aus und läßt ihn verhaften.
(Er wird später zu 6 Jahren Gefängnis wegen "Amtsmißbrauchs" und weiteren 9 Jahren wegen Sodomie verurteilt. Die Verurteilung wegen Sodomie wird 2004 auf Druck der USA - wo inzwischen die mächtigen Lobbyisten-Verbände der "LGBT-[Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transen-]"-Bewegung das Sagen haben - kassiert. 2008 stellt erstmals ein Sodomisten-Paar den US-Präsidenten und die First Ladyden First Ladyboy :-)


Mahathir koppelt den Ringgit wieder an den US-$ - zum Kurs von 3,8 (er war vorübergehend auf 4,4 gefallen). Die Finanzkrise ist für Malaysia beendet.

1999
Mai: Mahathir gewinnt erneut die Parlamentswahlen und bleibt Premierminister.

2001
September: Mahathir bezeichnet den Angriff muslimischer Terroristen auf das World Trade Center in New York City als "Insider Job" der US-Regierung.

2003
März: Mahathir kritisiert den Angriffskrieg der USA und Großbritanniens gegen den Iraq, der zum Sturz und zur Tötung von Saddam Hussein führt.
(Mahathir betrachtet ihn als Krieg christlicher "Kreuzfahrer" gegen ein islamisches Land - ein absurder Vorwurf. Tatsächlich brachten die USA im Iraq ein shi'itisches Terrorregime an die Macht, das um vieles schlimmer war als das seiner sunnitischen Vorgänger. Der Sunnit Mahathir hätte also insofern durchaus Grund zur Klage gehabt; Dikigoros bezweifelt indes, daß er - oder sonst irgendjemand - das damals schon hätte vorhersehen können.)
Juni: Mahathir empfängt den türkischen Ministerpräsidenten Erdoğan - der dem Laïzismus Atatürks abgeschworen und die Türkei wieder zu einem islamischen Gottesstaat gemacht hat - in Putrajaya. Sie vereinbaren eine verstärkte Unterstützung der palästinensischen Terror-Organisation "Hamas".


Oktober: Malaysia ist Gastgeber eines Gipfeltreffens der "Organisation islamischer Länder [OIC]", auf dem Mahathir sein politisches Vermächtnis verkündet: Vernichtung des Staates Israel nebst Ausrottung der Juden und aller anderen "Anti-Muslime". Die islamische Welt feiert ihn darob als "furchtlosen Cowboy".

[Mahathir, der furchtlose Cowboy, zähmt den internationalen Zionismus - Karikatur aus dem 'Muslim Observer']

Anschließend tritt Mahathir aus Altersgründen vom Vorsitz der UMNO und vom Amt des Premierministers zurück. Sein Nachfolger wird Abdullah Badawi, der Malaysia noch schärfer in Richtung auf ein fundamental-islamisches Regime steuert.
Mahathir wird "Berater" und Aufsichtsratsmitglied in diversen Staatsunternehmen, u.a. PROTON und PETRONAS.

seit 2005
Mahathir entdeckt seine Liebe zu Bosnien-Herzegowina - den neuen Hort des Islam in Europa, wo selbst Hunde mit erhobenem Hinterteil gen Mekka beten -, das er wiederholt besucht.


2006
Dezember: Mahathir empfängt George Soros zum Besuch in Malaysia und söhnt sich auf einer öffentlichen Pressekonferenz mit ihm aus - die beiden einigen sich auf die Formel, daß die Asiatische Finanzkrise 1997 nicht von Soros herbei geführt wurde, sondern von anderen Juden.
(Daran ist soviel richtig, daß Soros wohl nicht direkt gegen den Ringgit spekulierte, sondern "nur" gegen den Baht - und auch das nicht in einer Größenordnung, die alleine ausgereicht hätte, um die thailändische Währung einbrechen zu lassen. Aber sein Beispiel inspirierte andere Spekulanten zur Nachahmung; und als Thailand den Wechselkurs freigeben mußte und der Baht zu fallen begann, zog das in einer Kettenreaktion die anderen Währungen Südostasiens nach sich.)


2008
Mai: Bei den Parlamentswahlen verliert die UMNO zwar nicht ihre Mehrheit, aber einen großen Teil der Wählerstimmen.
Mahathir verläßt die Partei demonstrativ.

2009
Abdullah Badawi tritt als Premierminister zurück; Nachfolger wird Mahathirs Favorit Najib Razak.
Mahathir tritt der Partei demonstrativ wieder bei.

2011
August: Der Bakun-Staudamm - der inzwischen Milliarden verschlungen hat - wird doch noch fertig gestellt und pro forma "in Betrieb" genommen. Allerdings wird das unterseeische Transmissions-Kabel, durch das die Halbinsel Malakka mit Strom versorgt werden sollte, nie verlegt; die Anlage ist also ebenso nutzlos wie der von der BRDDR in der Nordsee vor Ostfriesland errichtete "Offshore"-Windpark RiffraffRiffgat (dessen GroWiAne mangels Wind mit Atomstrom aus Frankreich angetrieben werden müssen, um nicht einzurosten :-).


September: Mahathirs "Globale Friedens-Stiftung" richtet in Kuala Lumpur ein "Kriegsverbrecher-Tribunal" ein, das nach viertägiger (!) "Verhandlung" ehemalige US-Politiker - allen voran George Bush, Dick Cheney und Donald Rumsfeld - sowie den britischen Pudel Päderasten Premierminister a.D. Antony Blair (allesamt in absentia :-) einstimmig wegen Verbrechen im Iraq, im Libanon und in "Palästina" verurteilt.


Zum Vergleich: Der Strafprozeß gegen eine Malaysierin, die des schrecklichen Verbrechens angeklagt war, anno 2008 ein Glas Bier getrunken zu haben (wiewohl der Qur'an ausdrücklich nur den Genuß von "Sharab [Wein]" verbietet, wird dies heute als generelles Alkoholverbot ausgelegt), dauerte mehr als zwei Jahre. Die Täterin wurde letztinstanzlich zur öffentlichen Bastonade verurteilt, jedoch vom Sultan zu 3 Wochen Zwangsarbeit begnadigt. In Malaysia gilt die Sharia, zwar "nur" für Muslime, aber Art. 160 der Verfassung legt fest, daß alle Malaiien automatisch als Muslime gelten, mit im wahrsten Sinne des Wortes einschneidenden Konsequenzen: So sind z.B. alle Malaien und Malaiinnen gesetzlich zur Genitalverstümmelung Beschneidung verpflichtet, nachdem ein Fatwa im April 2009 dies zur religiösen Pflicht im Islam erklärt hat (wiewohl auch davon nichts im Qur'an steht). Die Praxis war allerdings schon vorher weit verbreitet. (Westliche Produzenten liefern dafür gerne die Rasierklingen.)


2013
Oktober: Da will der Oberste Gerichtshof Malaysias nicht nachstehen. Er verurteilt in letzter Instanz einen christlichen Zeitungsredakteur wegen Gotteslästerung. Sein Verbrechen: Er hatte behauptet, der christliche Gott und der muslimische Allah seien ein- und derselbe. Der Papst u.a. Hanswürste Islam-Freunde, die das ebenfalls glauben und laut verkünden, riskieren also, wenn sie sich jemals in Malaysia blicken lassen sollten, Gefängnis.
(Dikigoros ist jedoch zuversichtlich, daß man beim neuen Papst Franciscus eine Ausnahme machen würde, wohl wissend, daß dieser damit nicht meint, daß Allah nur ein anderer Name für Gott sei, sondern ganz im Gegenteil, daß Gott nur ein anderer Name für Allah sei; schließlich hat er wiederholt seine Sympathien für die islamische Invasion Europas zum Ausdruck gebracht - wer dagegen sei, sei für ihn kein Christ - und für eine weltweite Einheitsreligion plädiert, womit nur der Islam gemeint sein kann.)

2015
November: Der kenyanische Krypto-Muslim Barack Hussein Obama besucht Malaysia. Er lobt die Verdienste Mahathirs in den höchsten Tönen und verspricht seinen Glaubensbrüdern, auch die Vereiniggerten Staaten von Amerika in einen islamischen Gottesstaat umwandeln zu wollen. (Die Flagge ist ja schon fast die gleiche - Sonne und Mond oder Sterne :-)

[Zwei Flaggen, ein Ziel: Sonne, Mond und Sterne] [King Barack I]

2018
Mahathir schmiedet ein Oppositions-Bündnis gegen die UMNO baru, dem er den Namen "Pakatan harapan [Pakt der Hoffnung]" gibt. Dieses gewinnt im
Mai überraschend die Parlamentswahlen. Mahathir wird erneut Premierminister. Mit 92 Jahren ist er der älteste Regierungschef der Welt.

2019
Dezember: Mahathir beruft eine "Gipfel-Konferenz" aller Schurkenstaatenislamischen Staaten nach Kuala Lumpur ein, um zu diskutieren, wie man das von den USA gegen den Irân wegen dessen Atombombenbaus verhängte Wirtschaftsembargo umgehen könnte. (Freilich entsendet nur ein Drittel der Eingeladenen Teilnmehmer.) Malaysia, die Türkei, Qatar und der Irân kommen überein, den US-Dollar als internationales Zahlungsmittel abzuschaffen und wieder zum Goldstandard und zum Barter [Tauschhandel] zurück zu kehren. (Die Frage, woher man das dafür notwendige Gold nehmen soll, bleibt indes unbeantwortet :-)

2020
Februar: Mahathir tritt als Premierminister zurück.
(Die Gründe sind unklar. Seine Partei verläßt die Regierungskoalition; vermutlich spekuliert M. darauf, daß die Minderheitsregierung früher oder später aufgelöst wird und er bei Neuwahlen die absolut Mehrheit erlangen kann.)


*Der bisweilen gebrauchte Namenszusatz "ibn" (oder "bin") Mohamad [Sohn des Mohamad] ist eine - inkorrekte - Konzession an den muslimischen Zeitgeist. Der korrekte Name lautet allein "Mahathir". Das M in dem - nur im Volksmund, niemals offiziell gebrauchten - Spitznamen "Dr. M." steht nicht als Abkürzung für "Mahathir" oder "Mohamad", sondern vielmehr für "Mamak [Mischling]". Dies steht seinem betonten malaiischen Nationalismus nicht entgegen - im Gegenteil: Er zählt zu den "150%igen", die den Makel ihrer ausländischen Abstammung und/oder Geburt durch besonders patriotisches Auftreten wett zu machen suchen, wie so viele Politiker des 20. Jahrhunderts (Atatürk, Erdoğan, Franco, Hitler, Mannerheim, Masaryk, Ne Win, Nehrū, Pavelić, Piłsudski, Soekarno, Stalin, Sun Yat-sen, Tito, Valera, Venizelos).
[Im 21. Jahrhundert gibt es erst einen Fall - und der hat es noch nicht mal bis zum Regierungschef oder Staatsoberhaupt gebracht: Nigel Farage, den Führer der "Unabhängigkeitspartei des Vereinigten Königreichs", der 2016 den EU-Austritt Großbritanniens ("Brexit") erkämpfte. Seine Vorfahren waren freilich schon Jahrhunderte zuvor aus Frankreich eingewandert - einem Land, mit dem er nichts mehr zu tun haben wollte. (Er lehnte die Zusammenarbeit mit Marine LePen, der Führerin des Front national, strikt ab; statt dessen heiratete er erst eine Irin, dann eine Deutsche :-)]

**Das Schulregister weist als Geburtsdatum den 20. Dezember 1925 aus. Angeblich machten ihn seine Eltern gegenüber den Behörden gut 5 Monate jünger, um ihn ein Jahr später einschulen zu können. Dikigoros hält das für nachvollziehbar und glaubhaft.

***Mahathir ist das 9. Kind - das 3. gemeinsame. (Beide Elternteile hatten weitere Kinder aus 1. Ehe.)

****Der regierende Fürst von Kedah trägt den Titel "Sultan"; seine Söhne heißen "Tunku". Abdul Rahman war der Sohn einer Nebenfrau des Sultans. Auch er zählte zu den o.g. "150%igen"; er war überwiegend in England und Thailand aufgewachsen.

*****Die im Westen verbreitete englische Übersetzung von "Pertubuhan Kebangsaan Melayu Bersatu" - "United Malays National Organisation" - ist ein politisch-korrekter Euphemismus. "Bangsa" ist "das Volk"/"die Rasse"; man könnte "Kebangsaan" auch mit "Rassismus" übersetzen. Gleichwohl übernimmt Dikigoros im folgenden die - auch in Malaysia übliche - Abkürzung "UMNO".

******Mahathir plädierte dafür, bei Wahlen nur Kandidaten aufzustellen, die des Lesens und Schreibens kundig waren - wohlgemerkt nicht als generelle Zulassungsbeschränkung, sondern nur als innerparteiliche, speziell für die UMNO. Abdul Rahman lehnte dies jedoch strikt ab. Der Teufel lag im Detail, nämlich in der Frage, welche Schrift die Kandidaten beherrschten konnten/sollten/mußten: Bahasa wurde bis 1962 - und in Teilen des Landes noch lange danach - in Jawi-Arabisch geschrieben, die indischen Sprachen in Silbenschrift (Dewnagrī, Tamilisch), die chinesischen in Piktogrammen und last not least Englisch in lateinischen Buchstaben. Nur eine kleine Minderheit beherrschte mehr als eine Schrift, alle zugleich praktisch niemand. Es gab auch noch viele völlige Analfabeten, vor allem in Sabah und Sarawak.

*******Mit Singapur hätten die Chinesen die relative Bevölkerungsmehrheit gehabt. Die Spannungen zwischen den Volksgruppen waren und sind erheblich, nicht nur, weil sowohl Malaien als auch Chinesen ihre gesunden Rasseninstinkte bewahrt habenböse Rassisten sind, sondern auch, weil alle Chinesen von den übrigen Völkern als Bedrohung empfunden werden: die kommunistischen, weil sie Jahre lang von Rotchina geschürte Dschungelkriege im Landesinneren führten, die kapitalistischen, weil sie immer größere Teile der Wirtschaft an sich rissen. Die unterschiedlichen Volksgruppen hält allein die Angst zusammen vor der noch größeren Bedrohung durch ausländische Mächte: Sowohl die Filipinen als auch Indonesien beanspruchen die auf Borneo ("Kalimantan") gelegenen Gebiete Ost-Malaysias für sich; die Indonesier bezeichnen die Malaysier als Diebe (javanisch "maling") und prägen das Wort "Malingsia"; die Malaysier revanchieren sich mit dem Wort "Indonesial" (malaiisch "sial" bedeutet "Unglück"); die Indonesier hängen dann ebenfalls noch ein "l" an und kommen auf "Malingsial" (Unglücksdiebe :-)

********Unter Mahathir wird später auch Schokolade verboten, da sie Schweinefett enthalten könnte. Die traditionelle Vorliebe der Malaien für Schweinefleisch erklärt sich aus ihrer Vergangenheit als Kannibalen. Ältere Malaien haben Dikigoros glaubhaft versichert, daß "babi [Schweinefleisch]" genauso schmecke wie "babi orang [Menschenfleisch]". Dies ist nachvollziehbar, da Menschen und Schweine gleichermaßen Allesfresser sind. Unter Mahathir wird ferner das professionelle Fußballspielen für Frauen verboten (das es in Malaysia noch gar nicht gibt - also vorbeugend). Dagegen wird die liebste "Sportart" - der Hahnenkampf - zwar nicht verboten; Mahathir versucht jedoch, das theoretisch schon länger bestehende Verbot, auf Hahnenkämpfe zu wetten - was deren einzigeneigentlichen Reiz ausmacht - endlich auch in die Praxis umzusetzen. Dieses Verbot gilt freilich nur für Muslime; ein generelles Verbot des Wett- und Glücksspiels kann sich Malaysia nicht leisten, da sonst auch die staatlichen Spielcasinos geschlossen werden müßten, die einen wesentlichen Bestandteil der Staatseinnahmen ausmachen - besonders in wirtschaftlichen Krisenzeiten.
Zurück zur Frauenverhüllung. Dikigoros wird nie vergessen, wie auf dem Rückflug von seiner letzten Malaysia-Reise die Bordansage kam: "Wir überfliegen jetzt Tähran." Wie auf Kommando zogen sich alle Malaysierinnen den Tudung über. Es stand wohlgemerkt keine Zwischenlandung im Iran an; es war lediglich ein Ausdruck kollektiver Solidarität mit dem Ayatullah-Regime. Dikigoros ist seitdem nie wieder nach Malaysia zurück gekehrt, sondern hat dessen Absturz nur aus der Ferne verfolgt. Es ging alles ganz schnell: In jenem Frühjahr 1982 gab es noch in ganz Malaysia Imbiß-Stände mit Schweinefleisch. Aber schon im Herbst 1982 ließ der amerikanische Reiseschriftsteller Paul Theroux in "The London Embassy" einen aus Malaysia heim gekehrten Diplomaten berichten, daß dort inzwischen auf den Verzehr von Schweinefleisch Gefängnis stehe. Mahathir muß das Verbot also nach seinem Wahlsieg im Mai 1982 verhängt haben.
A propos Absturz: Als Dikigoros 2014 vom rätselhaften Ende des Fluges MH370 erfuhr und die Bilder der verhüllten Musliminnen sah, die hysterisch ob ihrer Angehörigen zeterten, die auf jenem Flug mutmaßlich getötet worden waren, verspürte er kein Mitleid - er wußte ja, daß sie nur deshalb zeterten, weil ihre Glaubensbrüder nicht im heiligen Krieg gegen die Christenhunde o.a. Ungläubige gestorben waren, sondern bei einem banalen Unfall, folglich nicht ins Firdaus eingehen würden, wo sie jeden Tag 72 Jungfrauen hätten ficken und sich bis zur Besinnungslosigkeit mit Alkohol hätten besaufen dürfen. Er selber empfand nur eine tiefe - freilich ganz anders geartete - Trauer; für ihn waren jene Menschen schon seit Jahrzehnten gestorben.

[Der Heilige Qur'an - dieses Buch ist voller Scheiße und stinkt nach Kamelpisse!] [Scheiß der Hund drauf!]


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