
![[Elena Petrescu 1946]](elenapetrescu.jpg)






Die Regierung
Brandt
nimmt ihm zu Ehren die 1957 unterbrochene Tradition der Verleihung der
"Sonderstufe des Großkreuzes des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland" (von dem großen Humoristen
Rolf Kauka
als "Bonhalla-Kriech-Kreuz" bezeichnet :-) an ausländische Regierungschefs wieder auf.**












![[Top - der Deal gilt!]](ceausescusbeikohl.jpg)



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*Dikigoros glaubte früher, daß dieser Staatsbesuch im Zusammenhang mit der von Nixon geplanten politischen Öffnung nach Rot-China stand, weil dies die einzige logische Erklärung gewesen wäre. (Nixon besuchte auf seiner Sommerreise 1969 sonst kein einziges osteuropäisches Land.) Diese Annahme hält jedoch den Quellen nicht stand: Die USA hatten unter Eisenhower, Kennedy und Johnson informelle Kontakte mit der VRC über Polen gepflegt; Peking hatte diese "Warschauer Gespräche" im Mai 1968 abgebrochen; für die Anbahnung der neuen Geheim-Verhandlungen zwischen Tschu En-lai und Nixons "Sicherheitsberater" Kissinger, die im Juli 1969 aufgenommen wurden, bedienten sich die USA ausschließlich der Vermittlung Pakistans. Dikigoros hatte sich auch durch die Zeitgleichheit dieser Verhandlungen mit dem Abschluß des rumänisch-chinesischen Freundschafts-Vertrags von 1969 täuschen lassen, der wohl nur eine Koïnzidenz darstellt. Kissingers Memoiren legen den Verdacht nahe, daß sich Nixon bei seiner Politik gegenüber Rumänien allein von persönlichen Sympathien für Ceauşescu leiten ließ, dessen Zuvorkommenheit - die in eklatantem Gegensatz zu dem stand, was er in anderen, auch "verbündeten" Staaten erlebt hatte - seiner Eitelkeit geschmeichelt hatte. (Dafür spricht auch, daß Nixon bereits im März 1967, als er seine Rückkehr auf die politische Bühne vorbereitete, eine "private" Reise durch diverse europäische Länder unternommen hatte, wo er sich zumeist "wie der letzte Dreck" behandelt fühlte - einige Länder des Ostblocks verweigerten ihm gar ein Einreise-Visum; allein Ceauşescu empfing ihn "wie einen Freund".) Aus dem gleichen Grund - persönliche Eitelkeit und Empfänglichkeit für "große Bahnhöfe" - dürfte auch Jimmy Carter die rumänienfreundliche Politik fortgesetzt haben. **Die SSdGKdBVK wurde 1953 geschaffen und bis 1957 vor allem an prunksüchtige Diktatoren aus Lateinamerika verliehen. Vor Ceauşescu erhielten es dann nur noch die Königinnen von England (1958) und den Niederlanden [nebst Prinzgemahl] (1969), nach ihm - außer "gekrönten Häuptern" - nur noch der "Jugoslawe" Tito (1974), der Ex-"Sowjetmensch" Gorbatschow (1999), eine Finnin (2001) und ein Negerhäuptling aus Madagaskar (2006). 2012 forderte die aus Rumänien stammende Literatur-Nobelpreisträgerin Herta Müller die Verantwortlichen des BRDDR-Regimes über das Boulevard-Blatt BILD öffentlich auf, Ceauşescu den Orden wieder zu entziehen - ohne Erfolg. (Die Entziehung hätte einen gefährlichen Präzedenzfall dargestellt, da die meisten Ordensträger kaum besser waren als der rumänische Diktator - was freilich für die Orden anderer Staaten gleichmaßen galt und gilt.) ***Der O.S.M. wurde 1972 geschaffen, vornehmlich für Ausländer, die man schlecht zu "Helden der Republik" oder "Helden der Arbeit" ernennen konnte. Vor C. war er nur dem chilenischen Präsidenten Salvador Allende verliehen worden, der bereits ein Jahr später vom Parlament abgewählt und bei dem Versuch, sich durch einen blutigen Putsch an der Macht zu halten, getötet wurde. Nach C. erhielten ihn noch Dutzende weiterer Politiker, darunter:
****Die 1. Auflage ist spurlos im Orwell'schen "memory hole" verschwunden, als hätte es sie nie gegeben; selbst die Ausgabe Nr. 36/78 des Spiegel, in der die erste Rezension - von Rudolf Augstein persönlich verfaßt - erschien, ist nicht mehr erhältlich. (Die wohl nicht ganz textgleiche 2. - nunmehr offiziell "1." - Auflage von 1987 und die Fortsetzung von 1990 sind dagegen frei verkäuflich.) Warum? Das entzieht sich Dikigoros' Kenntnis.
*****Dikigoros schreibt das - wie immer in seinen tabellarischen Lebensläufen - aus zeitgenössischer Perspektive, d.h. hier aus der des Jahres 1978. Lediglich der guten Ordnung halber will er erwähnen, daß sich das noch viel marodere Regime von Ceauşescus Nachfolgern erst recht nicht ohne die Geldspritzen aus Brüssel über Wasser halten könnte, die ein Vielfaches der damaligen Kredite betragen. Der Umsturz von 1989, der NATO-Beitritt von 2004 und erst recht der EU-Beitritt von 2007 haben Rumänien nicht stabilisiert, sondern politisch, militärisch und wirtschaftlich ruiniert. ******Ein rumänischer Anhänger Ceauşescus - der Wert auf die Feststellung legte, kein Cyniker zu sein - sagte Dikigoros einmal: "Was wollen Sie eigentlich? C. war doch damals der einzige ehrliche Politiker! Alle anderen Staaten in Ost- und Südeuropa haben Milliarden Schulden im Ausland gemacht - vor allem in Deutschland -, die sie später nie zurück gezahlt haben, um Konsumgüter zu importieren und ihren Völkern einen nicht vorhandenen Wohlstand vorzugaukeln. Dagegen hat C. Rumäniens Auslandsschulden korrekt beglichen, auch wenn das Volk dafür den Gürtel enger schnallen mußte. Und die Ausbildung von Ärzten u.a. Akademikern kostet nun mal Geld, im Westen doch auch. Wie käme also das arme Rumänien dazu, sie dem reichen Deutschland ohne Entschädigung zu finanzieren?"
*******Platz 1 belegt Ceauşescus erklärtes Vorbild, Stefan cel Mare [Stefan der Große] (1433-1504). Unter den Kindern des 20. Jahrhunderts steht C. an vierter Stelle, unter deren Politikern sogar an erster - vor ihm plazieren sich außer N.C. nur der christliche Schriftsteller Richard Wurmbrand (1909-2001) auf Platz 3 sowie der Kirchenhistoriker und Dichter Mircea Eliade (1907-1986) auf Platz 7. Anhang: Sehnsucht nach Ceauşescu (von Annett Müller-Heinze, MDR 2024) weiter zu Dom Mintoff zurück zu Politiker des 20. Jahrhunderts heim zu Von der Wiege bis zur Bahre |