Aljaksandr Lukaschenka

(geb. 30. August 1954)

"Besser Diktator als Schwuchtel!"*


Tabellarischer Lebenslauf
zusammengestellt von
Nikolas Dikigoros**

1954
30./31. August: Aljaksandr "Ryhorawitsch" Lukaschenka*** wird in Kopys (Kreis Orscha, Regierungsbezirk Witebsk, Belorussische SSR) als Sohn der Melkerin Jekaterina Trofimowna Lukaschenka (1924-2015) geboren.
(Der Vater ist offiziell nicht bekannt - er wird wohl mit Vornamen "Grigorij" bzw. "Ryhorij" geheißen haben. Ein älterer [Halb-?]Bruder soll vorverstorben sein.)
Er wächst in Aleksandrija (Regierungsbezirk Mogilëw/Mahilëv) auf, wo er auch die Schule besucht.
(Ansonsten ist über seine Kindheit und Jugend partout nichts Verläßliches in Erfahrung zu bringen - auch nicht aus [weiß-]russischen Quellen und/oder Literatur.)

1971-75
Lukaschenka studiert Geschichte an der Pädagogischen Hochschule von Mogilëw.

1975
Lukaschenka heiratet seine Jugendliebe, die Kindergärtnerin Halina, geb. Zhelnerowitsch. Aus der Ehe gehen drei Söhne hervor.
(In der westlichen Lügenpresse den gut-demokratischen Qualitätsmedien des Westens wird bisweilen kolportiert, der dritte Sohn sei entweder nicht von ihm oder aber nicht von seiner Frau; belastbare Beweise für diese Behauptung gibt es indes nicht. Dikigoros will nicht ausschließen, daß da Geschichten aus den Klatschspalten der Regenbogenpresse über das englische Königshaus 1:1 abgeschrieben und lediglich die Namen ausgetauscht wurden :-)


1975-1977
Lukaschenka leistet seinen Wehrdienst als Politkommissar Hilfsdozent für Geschichte und Politik beim Grenzschutz in Brest-Litowsk ab.

1977-1978
Lukaschenka bekleidet die gleiche Position bei den Komsomolzen von Mogilëw.

1979
Lukaschenka wird Mitglied der KPdSU.
(Anders als bei Parteien im Westen kann man dieser nicht so einfach "beitreten". Man muß bestimmte Voraussetzungen erfüllen - und eine Wartezeit als "Anwärter" absolvieren -, bevor man der hohen Ehre teilhaftig wird, als Mitglied aufgenommen zu werden :-)

1980
Lukaschenka wird Polit-Offizier (Pendant zum "Offizier für Innere Führung" der Bundeswehr) in einem Bataillon der 120. Garde-Division in Minsk.
Im Westen wird sein damaliger Rang bisweilen als "Oberstleutnant" angegeben. Da scheint jemand Gustaf mit Gasthof "Oberstleutnant mit "Oberleutnant" verwechselt zu haben. (Auf Russisch wäre das nicht möglich; da heißt der OLtn "älterer Leutnant" und der OTL "Unteroberst" :-)

1982
Lukaschenka wird stellvertretender Leiter der auf Hühnerzucht spezialisierten Kolchose "Udarnik [Bestarbeiter]" im Kreis Schklow.


Nebenbei studiert er Agrar-Ökonomie an der Landwirtschaftlichen Akademie in Gorki.

[Die Landwirtschaftliche Akademie in Gorki]

1985
März: Michail Gorbatschow wird Generalsekretär der KPdSU. Er setzt sich die Zerstörung den "Umbau [Perestrojka]" der Sowjet-Union zum Ziel.
Lukaschenka schließt sein Landwirtschaftsstudium ab (mit einer Arbeit über effektive Wirtschafts-Organisation) und wird Parteisekretär der Kolchose "Lenin" im Kreis Schklow

1986
April: Nach dem Reaktorunfall im ukraïnischen Tschërnobyl - der im kaum betroffenen Westen Wasser auf den Mühlen der Gegner einer friedlichen Nutzung der Kernenergie ist - kräht in Weißrußland - das hauptsächlich betroffen ist - kein Moorhuhn Hühnerzüchter Hahn.


1987
März: Lukaschenka wird Leiter der Sowchose "Gorodets" im Kreis Schklow.

1989
März: Bei den Wahlen zum Kongreß der Volksdeputierten kandidiert Lukaschenka erfolglos im Wahlkreis Mogilëw. (Er erhält nur 5% der abgegebenen Stimmen.)
Unterdessen gewinnt ein gewisser Boris Jeltsin den Wahlkreis 1 in Moskau mit 80% der abgegebenen Stimmen.

1990
.

1991
August: Ein undurchsichtiger Putschversuch von Teilen des Militärs und des KGB wird in Moskau durch Jeltsin - inzwischen Präsident der russischen Sowjet-Republik - und in Sankt Peterburg durch Sobtschak und Putin nieder geschlagen; Gorbatschow (der möglicherweise selber hinter diesem Putsch steckte) wird von ihnen entmachtet.
Dezember: Die Sowjet-Union wird offiziell aufgelöst.

ab 1992
Die Nachfolgestaaten der Sowjet-Union privatisieren die ehemaligen Staatsbetriebe in Wildwest-Manier und stürzen die Wirtschaft so zunächst ins Chaos. Das Volk hungert; die Inflation grassiert; "Mafia"-ähnliche Strukturen entstehen.
Das kann man natürlich auch anders sehen: Fast alle Russen, Weißrussen und Ukraïner (Reihenfolge der Geldscheine v.l.n.r.) sind jetzt Millionäre; und anders als im dekadenten Westen mit seiner chronisch übergewichtigen Bevölkerung sind sie fast alle rank und schlank (von ihren Präsidenten mal abgesehen :-).


(Dikigoros weiß wohl, daß man das auch komplizierter komplexer darstellen könnte. Aber 1. ist dies eine Seite über Lukaschenka - der damals noch nicht das Sagen hatte -, und 2. ist er überzeugt, daß Ursache für Hyperinflation und Geldentwertung in Weißrußland nicht die Weigerung der russischen Zentralbank war, Weißrußland noch mehr bunt bedrucktes Papier mit immer längeren Zahlenreihen zu schicken, so daß man in Minsk schließlich eine eigene "Währung" einführen mußte, die mangels Deckung noch schneller den Bach hinunter ging als der russische Rubl. Denn so viel besser erging es Rußland ja auch nicht.)


1994
Januar: Der Hurenbock US-Präsident Billyboy Clinton kreuzt zum Staatsbesuch in Minsk auf. In seinem Troß sind Militärs, die eruieren sollen, ob man neben Polen, der Tschechei und Ungarn nicht auch Weißrußland in die NATO aufnehmen könnte. (Alle vier Länder liegen bekanntlich am Nord-Atlantik :-) Das Bestechungsgeld Die Finanzhilfe, die sie dafür anbieten (100 Millionen US-$) wird jedoch als zu niedrig angesehen.
April: Weißrußland tritt daher lieber dem Verteidigungsbündnis der GUS bei.
Juni/Juli:

Lukaschenka nach seinem Wahlsieg 1994]

1995
.****

1996
Mai: Sobtschak verliert - mit Putin als Wahlkampfmanager - die Neuwahlen und sein Amt als Oberbürgermeister. Er geht vorübergehend ins Exil nach Frankreich; Putin geht nach Moskau.
Putin wird Stellvertreter von Nikolaj Jegorow, dem Leiter der Geschäftsführung des Präsidenten der Russischen Föderation.

1997
Putin wird Stellvertretender Leiter der Präsidial-Administration und Mitglied der Kommission des Sicherheitsrates für Wirtschaftssicherheit.

1998
Juli: Putin wird Direktor des Föderalen Sicherheitsdienstes (FSB), dem Nachfolger des KGB.

1999
März: Putin wird Sekretär des Sicherheitsrats der Russischen Föderation.
August: Jeltsin entläßt Regierungschef Sergej Stepaschin.
Putin wird - mit Absegnung der Duma - dessen Nachfolger.


Dezember: Jeltsin tritt zurück; Putin übernimmt die Amtsvollmachten des Präsidenten der Russischen Föderation.

2000
März: Putin wird zum Präsidenten der Russischen Föderation gewählt. Er führt den von Jeltsin begonnenen Krieg gegen die nach Unabhängigkeit strebende Kaukasusregion Tschetschnien fort.
Juni: Putin stellt Tschetschnien per Dekret unter die direkte Verwaltung der Russischen Föderation.
(Putin kann auf die erdölreiche Region nicht verzichten. Rußland war 1998 zahlungsunfähig; es konnte zwar seine innere Verschuldung 1999 durch die Notenpresse - verbunden mit Hyperinflation - und anschließende Währungsreform beseitigen; die Auslandsverschuldung mußte jedoch durch Rohstoff-Exporte abgetragen werden, wobei Putin steigende Energiepreise zu Hilfe kamen.)

2001
Nach den muslimischen Terroranschlägen vom 11. September in New York City und Washington D.C. glaubt Putin, die USA dazu bewegen zu können, ihr "Feindbild Rußland" - das auch nach dem Untergang der Sowjet-Union fortbesteht - aufzugeben zugunsten eines gemeinsamen Feindbilds "Islamismus".
Er öffnet den USA den Luftraum über der Russischen Föderation für den Afģānistān-Krieg und vermittelt ihnen die Erlaubnis zur Einrichtung von Militärbasen in Usbekistan und Tadschikistan.

2002
Mai: Putin und US-Präsident Bush unterzeichnen einen Abrüstungsvertrag sowie eine Deklaration zur Kooperation im Kampf gegen den internationalen Terrorismus und in der Energiewirtschaft.

2003
März/April: Eine von den USA geführte Koalition der Westmächte überfällt den Irāq (mit der - unzutreffenden - Begründung, dieser verfüge über Massenvernichtungswaffen), stürzt das weltliche Regime von Saddām Hussein und errichtet ein shiïtisches Terror-Regime, das den iranischen Mullahs in die Hände spielt. Putin nimmt das schmunzelnd zur Kenntnis, ohne sich einzumischen.
November: In der Ukraïne wird Putins Freund und Kupferstecher Wiktor Janukowytsch zum neuen Präsidenten gewählt.
Dagegen erheben sich unter dem Vorwurf, die Stimmenauszählung sei manipuliert gewesen, vom westlichen Ausland gesteuerte "friedliche Demonstranten" ("Orange Revolution"), die das öffentliche Leben weitgehend lahm legen und so eine Neuwahl im
Dezember erzwingen, nach der Putins Gegner Wiktor Juschtschenko zum Sieger erklärt wird.
(Welche der beiden Auszählungen manipuliert war? Dikigoros weiß es nicht; für möglich hält er alles - selbst, daß keine von beiden manipuliert war, daß vielmehr ein Stimmungsumschwung statt fand: Juschtschenko erzielte einen riesigen Mitleidsbonus, indem er behauptete, Opfer eines Giftanschlags durch Putins Geheimdienst zu sein, den er nur knapp überlebt habe - eine in jeder Hinsicht abwegige Behauptung: 1. war Juschtschenko ganz schnell wieder putzmunter - die Narben auf seinem Gesicht stammten also mit hoher Wahrscheinlichkeit aus dem Schminkstudio -; 2. hatte Putin überhaupt kein Motiv für einen solchen Anschlag, denn "sein" Kandidat hatte ja schon obsiegt - weshalb sollte er der Gegenseite durch einen solchen Anschlag in die Hände spielen? Aber große Teile des Wahlviehs Wahlvolks fielen offenbar auf dieses Märchen herein.)

2004
Januar: Der Oberste Gerichtshof der Ukraïne bestätigt Juschtschenko als neuen Präsidenten. Putin muß das zähneknirschend hinnehmen.
(Der Westen drohte mit Einstellung der Lebensmittel-Lieferungen, auf welche die Sowjet-Union schon immer angewiesen war und Rußland noch immer angewiesen ist.)
14. März: Putin gewinnt die russische Präsidentschaftswahl mit 71% der Stimmen.
Als erstes setzt er ein umfangreiches Programm zur "Aufrüstung" der Landwirtschaft in Gang. (Im Ausland - wo man stets nur die militärische Aufrüstung Rußlands im Auge hat - bleibt das weitgehend unbemerkt, obwohl das eine Leistung ist, die man durchaus mit der Friedrichs des Großen vergleichen kann, der nach dem "Siebenjährigen Krieg" die Landwirtschaft Preußens wieder auf die Beine brachte.) Binnen weniger Jahre wird Rußland vom Nahrungsmittel-Importeur aus dem Westen zum Nahrungsmittel-Exporteur in den Westen; die Abhängigkeiten drehen sich vollständig um.
29. März: Bulgarien, Rumänien, Slowenien, die Slowakei sowie die drei ehemaligen Sowjet-Republiken Estland, Lettland und Litauen treten der NATO bei.
(Polen, die Tschechei und Ungarn waren bereits 1999 NATO-Mitglieder geworden; freilich hatten sie allesamt keine Grenzen zu Rußland, ebensowenig wie die Pissel-Balkan-Staaten Albanien, Kroatien, Montenegro und [Nord-]Mazedonien, die 2009-2020 folgen.)


2005
Putin läßt die Staatsfirma Gazprom der Ukraïne eine neue Rechnung für russische Gaslieferungen aufmachen.
Die Ukraïine hat den höchsten Pro-Kopf-Gasverbrauch der Welt. Sie kann sich das leisten, da Rußland ihr das Gas für weniger als ein Fünftel des Weltmarktpreises liefert (sie verkauft einen Teil davon zu diesem an ihre Nachbarstaaten weiter); außerdem zahlt Rußland 4 Milliarden US-$ p.a. an "Transit"-Gebühren. Die Ukraïne weist die Forderung zurück und bedient sich kaltlächelnd weiter aus den für die mittel- und westeuropäischen Staaten bestimmten Lieferungen. (Sie stiehlt im Durchschnitt ein Drittel der Liefermenge.)

2006
Januar: Gazprom stellt die Gaslieferungen über die Ukraïne ein. Auf massiven Druck der EU muß Putin - der noch keine alternative Leitungen durch das Schwarzmeer und die Ostsee zur Verfügung hat - nachgeben.
(Pro forma akzeptiert die Ukraïne eine moderate Preiserhöhung, allerdings auf Pump, d.h. sie bezahlt das gelieferte Gas nicht, sondern läßt Schulden in 10-stelliger US-$-Höhe auflaufen.)

2007
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2008
Mai: Da die russische Verfassung eine dritte Amtszeit als Präsident nicht zuläßt, wechselt Putin ins Amt des Ministerpräsidenten. Sein Nachfolger als Präsident wird Dimitrij Medwedew.
August: Der sakartwelische Präsident Sakaschwili versucht, die Ablenkung der Weltöffentlichkeit durch die Olympischen Sommerspiele in Peking zu nutzen, um ganz Ossetien seinem Raubstaat "Georgien" einzuverleiben.
(Später wird behauptet, er habe im Vertrauen auf Zusagen der USA gehandelt, ihn gegen etwaige russische Maßnahmen zu unterstützen und Georgien sogar in die NATO aufzunehmen. Belegen läßt sich das nicht.)
Putin schickt daraufhin Panzer in den Kaukasus, die nicht nur Nord-Ossetien wieder frei kämpfen, sondern auch gleich Süd-Ossetien - das sich für unabhängig erklärt hat - besetzen.
Westliche Medien eröffnen eine Hetz-Kampagne, wie sie seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr da gewesen ist:
In London tauchen "Dokumente" auf, die "beweisen" sollen, daß Putins Vater ein "Nazi-Kollaborateur" war, der für Hitler gegen die braven Sowjets gekämpft habe.
Reuters behauptet, daß Putin sich während seiner Präsidentschaft massiv bereichert habe und mit einem Privatvermögen von 40 Milliarden US-$ "der reichste Mann Europas" sei.
Der französische Sender RTL behauptet gar wenig später, Putin sei mit einem Privatvermögen von 175 Milliarden Euro "der reichste Mann der Welt".
Juli: Putin - der sich exakt an die einjährige Kündigungsfrist des Abrüstungsvertrags gehalten hat - beginnt, die russischen Streitkräfte massiv aufzurüsten.
Dazu zählt u.a. die Entwicklung von Lenkwaffen besonders hoher Geschwindigkeit, Reichweite und Durchschlagskraft ("Awangard [Vorhut]" alias "Avangard", "Kinzhál [Dolch]" alias "Killjoy", "Tsirkon" alias "Zircon", "Sarmat" alias "Satan II"), die mit Nuklear-Sprengköpfen bestückt werden können und denen die NATO keine wirksamen Abwehrwaffen, geschweige denn gleichwertige Angriffswaffen entgegen zu setzen hat.
Oktober: Gazprom verlangt von der Ukraïne ultimativ die Begleichung der Schulden aus Gaslieferungen. Die Ukraïne reagiert erneut mit Diebstahl des für die EU bestimmten Gases - diesmal zu 100%.
Die westlichen Medien hetzen daraufhin völlig unsachlich gegen Putin, der "Europa das Gas abgedreht" habe.
Dezember: Putin empfängt im Moskauer Kreml den libyschen "Revolutionsführer" Gaddafi und sagt ihm - wie bereits einige westliche Politiker zuvor - Unterstützung beim Bau von Atombomben zu.


2009
Januar: Putin wird auf dem Dresdner Semper-Opernball vom sächsischen Ministerpräsidenten der St.-Georgs-Orden für den Kampf gegen den Drachen gegen für das Gute verliehen.*

[Putin im Kampf für das Gute]

2010
Bei neuerlichen Präsidentschaftswahlen in der Ukraïne siegt wiederum Putins Freund Janukowytsch.
(Diesmal gibt es keine "Orange Revolution" - das Volk hat die Nase von Juschtschenko und dessen Oligarchen-Klüngel gestrichen voll.)
Dieser legt als erstes den Gasstreit mit Rußland bei. (Die Ukraïne erhält gut 20% Rabatt auf den Weltmarktpreis und darf die Kosten mit der Pacht für die Kriegshäfen auf der Krym verrechnen; für die Differenz erhält sie einen großzügigen Kreditrahmen.)

2011
März: Putin bricht mit seinem Freund Gaddafi. (Rußland verzichtet im "Sicherheitsrat" der UNO auf ein Veto gegen den von Frankreich begonnenen Krieg gegen Libyen, in den daraufhin auch die USA und Großbritannien eintreten.) Als Ersatzneuen Freund gewinnt Putin den kenyanischen Krypto-Muslim Barack Hussein Obama.


(Im Nachhinein wurde es - vor allem von russischer Seite - oft so dargestellt, als sei Putin dabei vom Westen "betrogen" worden; er hätte geglaubt, daß es lediglich um eine Flugverbotszone ginge, nicht etwa um einen Einmarsch mit Bodentruppen in Libyen. Das ist indes wenig glaubhaft: Putin sah durchaus, daß ein Ausgleich mit den USA - an den er damals noch geglaubt haben mag - unendlich viel wertvoller gewesen wäre als die Freundschaft mit Libyen. Rußland war auf das libysche Erdöl nicht angewiesen; es konnte ihm ganz im Gegenteil nur recht sein, wenn durch einen Krieg die libyschen Quellen und Pipelines zerstört wurden, weil das den Ölpreis in die Höhe treiben und so seine eigenen Einnahmen erhöhen würde.)
August: Im Rahmen der cynisch als "Arabischer Frühling" bezeichneten Aufstandsbewegungen, welche die USA in allen weltlich regierten Staaten Nordafrikas und des Nahen Ostens initiieren, wird auch eine radikal-islamische "Freie Syrien Armee" aufgestellt, die Putins Verbündeten Assad stürzen soll.
Putin gewährt Assad alle erdenkliche Hilfe, so daß sich dieser - anders als fast alle anderen Opfer dieser Umsturzversuche - langfristig behaupten kann.
November: Die VR China verleiht Putin als erstem Nicht-Chinesen den Konfuzius-Friedenspreis - Gegenstück zum Friedensnobelpreis.


2012
März: Putin tritt erneut zur Präsidentenwahl an. Da alle ernst zu nehmenden Gegenkandidaten - so sie nicht rechtzeitig ins Ausland geflohen sind - zufällig im Gefängnis sitzen, gewinnt er bereits im 1. Wahlgang die absolute Mehrheit - in manchen Wahlkreisen sogar mehr als 100% der abzugebenden Stimmen.


Weshalb Putin zu solchen Winkelzügen greift, die ihn im In- und Ausland diskreditieren, ist schwer nachzuvollziehen. Im Gegensatz zu gewissen US-Präsidenten - auch Obama erhielt 2012 in manchen Wahlkreisen mehr Stimmen als es Wahlberechtigte gab, während sein Gegenkandidat Romney völlig leer ausging - hätte er die Wahlen wohl auch ohne derartige Manipulationen gewonnen.
Oktober: Die Kanzler*in Der*Die*Das Kanzlernde der BRDDR gratuliert Putin überschwenglich zum 60. Geburtstag, beglückwünscht ihn zu seiner erfolgreichen Polik und bekräftigt das gute Verhältnis zwischen Rußland und der BRDDR.


Dazu besteht auch aller Grund: Wenige Monate zuvor ist die Ostsee-Pipeline (Germenglish: "Nord Stream 1") in Betrieb genommen worden, mit der russisches Erdgas von der Barentssee in den Greifswalder Hafen Lubmin gepumpt wird.
Kritiker behaupten, die BRDDR habe sich dadurch in ihrer Energieversorgung von Rußland abhängig gemacht. Das ist Unsinn - umgekehrt wird ein Schuh draus: Die BRDDR machte sich dadurch von den Schurkenstaaten der Ukraïne und Polen unabhängig, welche die Festland-Pipeline immer wieder - auch außerhalb des großen "Gasstreits" von 2005/06 und 2008/09 - heimlich angezapft und die BRDDR mit Drohungen, diese ganz zu unterbrechen, zur Zahlung von 'zig Milliarden "Wirtschaftshilfe" erpreßt hatten. (Die Schutzgelder Gebühren, welche die BRDDR an Finnland, Schweden und Dänemark zahlen muß - obwohl die Pipeline gar nicht durch deren Hoheitsgewässer verläuft, hätten diese doch die faktische Möglichkeit, die Pipeline zu zerstören - fallen demgegenüber kaum ins Gewicht.) Das Gas kam schon immer aus Rußland; diese Abhängigkeit bestand also längst vor "Nord Stream 1".

2013
Januar: Im äußersten Westen und im äußersten Osten der Ukraïne werden riesige Schiefergas-Vorkommen entdeckt.
So lauten jedenfalls die Schlagzeilen. Tatsächlich werden diese Vorkommen zunächst nur vermutet. Dies reicht jedoch den westlichen Firmen Shell, Chevron, und Exxon Mobile - die mit der neuen Technologie des "Fracking" bereits aus den USA bestens vertraut sind - aus, um so genannte "Product Sharing Agreements [PSA]" mit der ukraïnischen Regierung zu parafieren, in denen sie sich verpflichten, zunächst 9-stellige Summen in die Erforschung potentieller Abbaustätten zu investieren.
Februar: Putin nutzt eine vorübergehende Baisse am Edelmetallmarkt, um massiv in fysisches Gold zu investieren.


Alle Wirtschaftskeksperten lachen ihn ob so viel Dummheit aus, zumal er für dieses "tote Kapital" wertvolle US-$ vergeudet, die am Ende nur noch gut 4% der Reserven der russischen Staatsbank ausmachen, während der Goldanteil auf fast 24% gestiegen ist. (So ein blöder KGB-Spion a.D. versteht halt nichts von Finanzpolitik. Seine Verbündeten in spe, Modi und Erdogan, sind schlauer: Sie kaufen das Gold nicht im Ausland, sondern nehmen es - nach dem bewährten Vorbild des US-Präsidenten Roosevelt - ihren Untertanen fort :-) Kluge Russen haben längst die Kapitalflucht in die neue EU-Gemeinschaftswährung Euro angetreten, seit 2008 vorzugsweise im sicheren Hafen Cypern, wo die Zinsen am höchsten und die Kapitalsteuern am niedrigsten sind.


Was jene klugen Köpfe nicht bemerkt haben ist, daß die Banken dort nach dem Kettenbrief-Prinzip arbeiten: Zinsen werden nicht erwirtschaftet, sondern aus der Substanz gezahlt; dieses "Ponzi"-Schema beruht auf der Hoffnung, daß immer mehr Anleger es durch ihre Einlagen speisen.


Als Cypern vor dem Staatsbankrott steht, erklärt sich die Europäische Zentralbank zu einer Rettung nur unter der Bedingung bereit, daß Bankeinlagen oberhalb von 100.000 Euro verfallen.
Diese Lösung verschont die Einheimischen mit kleinen Sparguthaben und trifft vor allem Russen (und ein paar Festlands-Griechen :-), bei denen Heulen und Zähneklappern groß ist. Dies führt dazu - anders als Jahre lange Appelle an den "Patriotismus" -, daß die Kapitalflucht aus Rußland schlagartig aufhört. (Von ein paar superreichen Oligarchen abgesehen, die ihr Geld lieber in englischen Fußball-Vereinen, italienischen Palästen und deutschen Luxus-Yachten angelegt haben - die bekommen ihre Quittung erst ein paar Jahre später :-)


November: Nachdem Präsident Janukowytsch die Beitrittsverhandlungen der Ukraïne mit der EU - die bereits sehr weit fortgeschritten waren; ein Assoziierungsabkommen lag unterschriftsreif vor - abgebrochen hat und auch Anstalten macht, die PSAs mit den westlichen Öl- und Gas-Konzernen platzen zu lassen, erheben sich - wie bereits zehn Jahre zuvor - vom Westen gesteuerte Demonstranten, die - diesmal mit offener Gewalt - seinen erneuten Sturz betreiben.

2014
Februar: Janukowytsch wird wegen "Hochverrats" für abgesetzt erklärt; er flieht nach Rußland, wo Putin ihm politisches Asyl gewährt.****
März: Die fast ausschließlich von Russen bewohnten östlichen Randbezirke der Ukraïne im Donets-Becken erklären ihre Unabhängigkeit als Volksrepubliken "Donetsk" und "Lugansk".



Die ebenfalls fast ausschließlich von Russen bewohnte autonome Region Krym (die Chruschtschow einst aus verwaltungstechnischen Gründen der Ukraïnischen SSR zugeschlagen hatte) erklärt ihre Wiedervereinigung mit Rußland, was in einer Volksabstimmung mit überwältigender Mehrheit bestätigt wird.
Die westlichen "Demokratien" erkennen diesen "Anschluß" jedoch nicht an (Wen interessieren dort schon die Wünsche des blöden Volkes?!?) und bezeichnen das Vorgehen Putins als "illegal". Dieser beruft sich kühl auf das Kosovo-Urteil des "Internationalen Gerichtshofs" der UNO, wonach das 1917 von US-Präsident Wilson verkündete Selbstbestimmungsrecht der Völker dem Recht auf Unversehrtheit der Staatsgrenzen vorgehe.
Dagegen scheut Putin - noch - eine Anerkennung der beiden Volksrepubliken im Donbass. Allerdings übernimmt er, als die Ukraïne ihnen den Energie- und Geldhahn zudreht, deren Versorgung und unterstützt sie wohl auch unter der Hand mit Waffen und Gerät, als die Kiewer Regierung im
April Panzer ins Donbass rollen läßt, um die Separatisten nieder zu werfen.
In der Hafenstadt Odessa demonstrieren Angehörige der russischen Minderheit gegen die Terror-Maßnahmen der Kiewer Regierung. Die Proteste werden gewaltsam niedergeschlagen, wer nicht rechtzeitig flieht wird getötet. Im
Mai ist Odessa russenfrei. Putin schaut untätig zu.
(Er braucht Odessa nicht: Die russische Schwarzmeerflotte liegt seit eh und je in Sewastopol - bis vor wenigen Wochen gegen horrende Pachtgebühren -, das sich auch viel besser militärisch verteidigen läßt als das nicht kriegsmäßig befestigte und von schwer zu versorgenden Zivilunken Zivilisten übervölkerte Odessa :-)
August: Am 100. Jahrestag des Ausbruchs des Ersten Weltkriegs verhängt der Westen ein Waffenembargo gegen Rußland - das freilich nicht ernsthaft kontrolliert und vor allem von französischen, italienischen und deutschen Rüstungsfirmen unterlaufen wird.
Der Exil-Ukraïner Vladimir Fédorovski veröffentlicht "Poutine - l'itinéraire secret [Putin - der geheime Weg]". (Neuauflage 2022 unter dem Titel "Putin und die Ukraïne".)


Oktober: Durch einen faulen Kompromiß auf Druck der USA und der EU legen Rußland und die Ukraïne ihren nach dem Sturz Janukowytsch' erneut ausgebrochenen Gasstreit bei: Die Ukraïne bezieht formell kein Gas mehr aus Rußland, sondern läßt es nur in die EU "durchlaufen" und kauft es dann mit einem Riesenrabatt von dieser "zurück".
(Tatsächlich zweigt sie wie bisher das russische Gas direkt aus der Leitung ab und läßt die EU dafür bezahlen, d.h. hauptsächlich den deutschen Steuerzahler. Dies ist umso skandalöser, als die BRDDR inzwischen Dank der "Nordstream"-Leitung gar nicht mehr auf die Leitung durch die Ukraïne angewiesen wäre.)

2015
Februar: Als die Kiewer Truppen rund die Hälfte der abtrünnigen Volksrepubliken im Donbass "zurück" erobert haben, schreiten Frankreich und die BRDDR ein und vermitteln einen Waffenstillstand (Abkommen von Minsk). [Die Kämpfe gehen gleichwohl auf kleiner Flamme weiter.]

2017
Nachdem in den USA der Obama-Gegner Donald Duck Trump Präsident geworden ist, orientiert sich Putin außenpolitisch neu.
Zu seinen engsten Freunden und Verbündeten zählen nun die radikal-islamischen Machthaber des Iran und der Türkei, Rouhani und Erdogan.


(Alle Keksperten sind sich einig, daß dieser unnatürliche Dreibund mit dem fundamental-sunnitischen NATO-Mitglied und dem fundamental-shiïtischen Todfeind der USA nur "von zwölf bis mittags" halten kann. Ein indischer Bekannter von Dikigoros meint dazu: "Das wäre ja, als wenn Putin Bhārat und Pākistān gemeinsam hinter sich brächte oder Syrien und die Arabische Liga." :-)


2018
Januar: Das ukraïnische Parlament verabschiedet ein "Re-integrationsgesetz", das die Wiedereingliederung der "von russischen Aggressoren besetzten" Krym und des Donetsbeckens mit Waffengewalt vorsieht. Erneut rollen Panzer in den Donbass.

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2019
April: In der Ukraïne wird der von den USA (und jüdischen Oligarchen in der Schweiz) unterstützte Komödiant Wolodymyr Zelenskyj zum Präsidenten gewählt. Putin nimmt ihn vorerst nicht ernst.
Juli: Putin beglückwünscht Sarah Sauer zum 65. Geburtstag und zum Untergang Deutschlands, den sie eingeleitet hat.


(Dikigoros hält das linke Bild - wiewohl es auch von "Qualitätsmedien" verbreitet wurde - für eine Fotomontage.
An den Glückwünschen als solchen - die beiderseits amtlich verlautbart wurden - bestehen jedoch kaum Zweifel.)

Auch dazu besteht aller Grund: Die BRDDR ist mittlerweile von Lebensmittel-Importen aus Rußland und dessen Verbündetem China abhängig, da sie selber weder Getreide (vor allem Weizen) noch pflanzliche Fette noch Düngemittel (vor allem Kali) in ausreichender Menge produziert, um ihre Bevölkerung zu ernähren.


2020
August: Nachdem bei Präsidentschaftswahlen in Weißrußland der Amtsinhaber Lukaschenka erneut obsiegt hat, versuchen USA und EU - denen er als unbestechlicher hartnäckiger " Corona-Leugner" besonders verhaßt ist -, ihn nach dem gleichen Schema (zunächst "friedliche", dann gewalttätige Demonstrationen) wie 2014 Janukowytsch in der Ukraïne zu stürzen. Der Versuch mißlingt.
(Lukaschenka verteidigt sich nicht nur gegen die Umsturzversuche, sondern holt auf besonders pfiffige ruchlose Art und Weise zum Gegenschlag aus: Er läßt - über den Irāq - 'zigtausende muslimische Rapefugees "Flüchtlinge" aus Afrika und Asien einfliegen und dieselben auf Polen und Litauen los. [Zunächst mühsam abgewehrt, werden sie anno 2022 erneut - diesmal über die ukraïnische Grenze - los- und auf Druck der EU unkontrolliert eingelassen. Von den ca. 8 Millionen "Flüchtlingen" jener Welle sind nur ca. ein Viertel Ukraïner.] Den daraufhin verhängten Wirtschafts-Sanktionen trotz er mit Putins Hilfe.)
September: Die NATO hält in Litauen und der Ukraïne (die zwar offiziell noch kein Mitgliedsstaat ist, der aber - ebenso wie Georgien - bereits Beitrittsverhandlungen angeboten wurden) umfangreiche Militärmanöver ab, bei denen ganz unverhohlen ein Krieg gegen Rußland und Weißrußland geübt wird.
(Die Manöver werden - anders als die bereits seit 2015 in Bayern statt findende Ausbildung ukraïnischer Soldaten zum Kampf gegen die abtrünnigen Volksrepubliken im Donbass - keineswegs heimlich abgehalten, sondern ganz offen, z.T. vor laufenden Fernsehkameras - sie sind offenbar zur Einschüchterung der Nachbarstaaten gedacht. "Präsident" Zelenskyj zeigt sich persönlich. Ganz professioneller Schauspieler, spielt er seine Rolle als Oberbefehlshaber der teilnehmenden ukraïnischen Truppen perfekt.)
September-November: Im ersten Drohnenkrieg der Geschichte rotten die Aserbajdschaner mit Waffenhilfe der Türkei und des Iran die Armenier von Nagorny Karabach aus, ohne daß Putin eingreift - er opfert die christlichen Armenier ungerührt dem Bündnis mit seinen neuen muslimischen Freunden und läßt erst nach Abschluß der Kämpfe russische "Schutz"-Truppen in Rest-Armenien einrücken.

2021
13. Juni: Auf einem Gipfeltreffen in London beschließen die "G7" ein wirtschaftliches Vorgehen gegen den "Aggressor" Rußland.
14. Juni: Auf einem Gipfeltreffen in Brüssel beschließt die NATO ein militärisches Vorgehen gegen den "Aggressor" Rußland.
16. Juni: Putin trifft in Genf den neuen (seit Januar) US-Präsidenten Joe Biden. Er gewinnt den Eindruck, daß er es mit einem hoffnungslos verkalkten Vollidioten zu tun hat, und schließt daraus, daß er die USA derzeit nicht zu fürchten brauche.
Ein gefährlicher Trugschluß: Putin hat lediglich eine Marionette kennen gelernt, die über keinerlei Entscheidungskompetenz verfügt; wer, was und wie dessen Hintermännerfrauenperson*innen sind, weiß er nicht.
Juli/August: Putin wird in diesem Eindruck bestärkt, als die USA überstürzt Afģānistān räumen, das binnen weniger Wochen von den Tāliben erobert wird.
Putin läßt es sich auch nicht als Warnung dienen, daß die USA alle Vermögenswerte der neuen "islamischen Republik" enteignen "einfrieren" und auch die Entwicklungshilfe Wirtschaftshilfe einstellen.
Er nimmt lediglich zur Kenntnis, daß die BRDDRR "aus humanitären Gründen" brav weiter zahlt und schließt daraus, daß diese sich im Ernstfall US-amerikanischen Sanktionen nicht unbedingt anschließen würde. Im übrigen ist er überzeugt, daß Rußland über wirksamere Gegenmittel verfügen würde als die Tāliben, denen nichts besseres einfällt, als den - unter US-Besatzung enorm aufgeblühten - Anbau von Schlafmohn zu verbieten und so den US-Opium-Markt lahm zu legen.
Putin nimmt sofort diplomatische Beziehungen zu den neuen Machthabern in Kābul auf. Rußland fällt so das, wofür die Sowjet-Union 1979-1989 vergeblich und unter großen Verlusten gekämpft hatte, ohne einen Schuß abzugeben in den Schoß.
September: Die NATO hält erneut umfangreiche Militär-Manöver auf dem Boden der Ukraïne ab, bei denen wiederum Krieg gegen Rußland und Weißrußland geübt wird.
Dezember: In Kasachstan brechen nach dem Rücktritt des langjährigen Präsidenten Nursultan Nasarbajew - wahrscheinlich von den USA gesteuerte - Unruhen aus.

2022
Januar: Auf Bitten von Nasarbajews Nachfolger Toqajew schickt Putin russische Truppen nach Kasachstan, die den Aufstand niederwerfen.
Februar: Putin erkennt die beiden Volksrepubliken im Donetsbecken diplomatisch an und läßt russische Truppen in die Ukraïne einrücken*****, nach eigenem Bekunden, um sie vom Faschismus im allgemeinen und vom unheilvollen Andenken Stepan Banderas im besonderen zu befreien.


Dagegen spricht der Westen von einem "unprovozierten und ungerechtfertigten Krieg", bezeichnet Putin als "neuen Hitler" und fragt, ob er noch Herr seiner Sinne sei.
Beiderseitige Einigkeit besteht nur in einem Punkt: Schuld an der Ukraïne-Krise (und einem möglichen Dritten Weltkrieg als Atomkrieg) sind in erster Linie die bösen Nazi-Deutschen!


Alle selbsternannten Keksperten im Westen (östliche Feindsender zu hören ist ja wieder verboten, wie in der guten alten Zeit :-) sind überzeugt, daß dies der Anfang von Ende Putins ist, da er sich nun so mächtige Feinde gemacht hat wie die Vereiniggerten Staaten von Amerika unter ihrem geriatrischen genialen Führer sleepy woke Joe Biden mit seinen NATO-Vasallen und die BRDDR unter ihrem nicht minder genialen Führer Olaf Scholz mit ihren EU-Vasallen - alles kerngesunde, autarke Volkswirtschaften mit schlagkräftigem Militär - an dessen Waffen und Ausrüstung man auch die Ukraïne teilhaben läßt.


Die beiden genialen Führer der freien Welt, die der dumme
Wladimir sich leichtsinner Weise zu Feinden gemacht hat

Dagegen steht auf Putins Seite bloß der traurige Rest der Welt mit seinen unnützen Goldschätzen und Rohstoffen, die niemand wirklich braucht, wie z.B. Nickel, Palladium, Erdöl und Erdgas.
(Schließlich kommt der Strom aus der Steckdose; zur Not scheint auch ab und zu die Sonne oder es weht ein frischer Wind; außerdem kann man für die Freiheit schon mal ein bißchen frieren.
Im übrigen gilt: "Wer sein Auto - und seine Panzer und seine Flugzeuge, denen eine "strategische Treibstoff-Reserve" zur Verfügung steht, die für immerhin 4 Tage Kampfeinsatz reichen würde - liebt, schiebt!" :-)


vielleicht das letzte Foto des bösen Diktators und seiner Mitschurken vor
ihrem zu erwartenden gemeinsamen Selbstmord durch sich-tot-lachen

Besonders lächerlich wirkt Putins Allianz mit Bhārat und Rotchina, die ja kaum wissen, wie sie ihre Milliarden-Bevölkerung ernähren sollen ohne die regelmäßigen Lebensmittelgeschenke des Westens.
(So war es jedenfalls noch, als Dikigoros - und jene Keksperten - zur Schule gingen. Und so viel kann sich daran binnen eines halben Jahrhunderts ja nicht geändert - geschweige denn ins Gegenteil verkehrt - haben :-)******


*Lukaschenka zu BRDDR-Außenminister Guido SchWesterwelle - einem bekennenden Schwulen -, nachdem dieser ihn als "den letzten Diktator Europas" bezeichnet hatte. (Im [Weiß-]Russischen gibt es keine unbestimmten Artikel.) Seitdem bezeichnet sich Lukaschenka mehr oder weniger scherzhaft auch selber so - ansonsten läßt er sich bevorzugt "Batjka [Väterchen]" nennen. Äußerungen Lukaschenkas zu Guidos mutmaßlichem AIDS-Tod (in der BRDDR dementiert, in Osteuropa völlig herrschende Meinung) sind nicht überliefert - er dürfte aber insgeheim gefeixt haben.

[Guido Schwesterwelle - Schwuchtel mit Herz] [Zitat Schwesterwelle] [Das geschieht ihm recht]

(Westerwelles Bemerkung - die übrigens nicht auf seinem eigenem Mist gewachsen war; er plapperte bloß nach, was seine Amtskollegin, die US-amerikanische Massenmörderin Gutmenschin Condy Rice vorgegeben hatte; seine Englisch-Kenntnisse sind legendär - war auch sachlich falsch. Ein Vierteljahrhundert später wurden nicht nur in der BRDDR, sondern in ganz Europa, unter dem Vorwand einer - frei erfundenen - "Pandemie" die brutalsten und totalitärsten Diktaturen der Weltgeschichte errichtet - mit einer einzigen Ausnahme (und das ist der Treppenwitz): Weißrußland, wo Lukaschenka dem anlaufenden Spuk ("Lockdown", Maskenzwang, 'Impf'-Pflicht) durch ein "diktatorisches" Machtwort gegenüber seinen Provinzfürsten Landräten ein Ende setzte. Seitdem hat Dikigoros über ihn umdenken gelernt.)

**Man muß kein professioneller Grafologe sein, um Lukaschenkas Handschrift zu analysieren. Dikigoros kennt keine andere Signatur eines Spitzenpolitikers - ausgenommen vielleicht Heinrich Himmler, wenn man den denn als solchen bezeichnen will -, die ein derart hohes Maß an Brutalität Härte und Durchsetzungsfähigkeit verrät. Aber das soll kein negatives Werturteil sein; manche Völker brauchen die Knute, und das [weiß-]russische zählt offenbar dazu. Oder, wie es ein - ukraïnischer - Bekannter von Dikigoros ausdrückt: "Besser Diktator als Schwuchtel Friedhofsruhe als Anarchie."

***Auf Russisch wird das "Aleksandr Grigorjewitsch Lukaschenko" geschrieben. Die Aussprache war aber immer die gleiche. In Weißrußland wurde nach der Unabhängigkeit eine Rechtschreibreform durchgeführt. Seitdem wird das unbetonte "o" - das auch im Russischen als "a" gesprochen wird, endlich auch so geschrieben. Das - aus dem Griechischen/Makedonischen übernommene - "g" wurde in den westlichen Randgebieten Rußlands - Belarus und Ukraïne - zu "h" aufgeweicht (und vor Konsonanten, mit denen es sich schlecht kombinieren läßt - wie z.B. "r" - weggelassen :-). In der Ukraïne änderte man darob auch die Schreibweise (durch ein zusätzliches Häkchen), in Belarus wurde das leider versäumt. Auch bei der neuen Schreibung des "i" wurde Murks gebaut: Statt das geschlossene russische "i" - geschrieben wie ein winkeliges deutsches "u" (nein, nicht wie ein lateinisches - das schrieb sich "v"! :-) zu übernehmen und das - weder im lateinischen noch im griechischen Alfabet vorhandene - "jiri" (für offenes "i") aus dem Asbuk zu streichen und durch ein lateinisches "i" zu ersetzen, schreiben sie nun statt des russischen "i" ein "jiri" und statt des russischen "jiri" ein lateinisches "i".
(Fairer Weise muß Dikigoros ergänzen, daß das westliche "i" erst mit der Rechtschreibreform von 1918 abgeschafft und durch das "Winkel-u" ersetzt wurde. Es war also eine Rückkehr zur altslawischen Rechtschreibung - freilich die einzige, so daß zumindest ein Eindruck von Inkonsequenz entsteht.)

****Wer das bekrittelt vergißt, daß Lukaschenka - anders als die meisten westlichen (und östlichen :-) Politiker, die nichts gelernt haben als Wähler zu belügen und zu betrügen - nicht nur studierter Agrarwissenschaftler, sondern auch studierter Historiker war und zudem eine Mutter und einen Großvater hatte, die etwa so alt waren wie Dikigoros' Eltern und Großeltern, die ihm also wahrscheinlich eine Menge mehr über jene Zeit erzählen konnten als in deutschen und [weiß-]russischen Schulbüchern stand und steht.
[...]

****Daraus hat man im Nachhinein geschlossen, daß der Abbruch der Verhandlungen mit der EU auf Putins Veranlassung - oder jedenfalls mit dessen Wissen - erfolgt sei. Damit tut man Janukowytsch bitter Unrecht. Er wollte gute Beziehungen sowohl zu Rußland als auch zur EU - die ihm jedoch beide zu einer einseitigen Wahl zwingen wollten. J. versuchte nur, das beste für die Ukraïne heraus zu schlagen: Ihm war bekannt, daß die Landwirtschaft Frankreichs und seiner "assoziierten" Ex-Kolonien - zu 100% von der EU (d.h. vom deutschen Steuerzahler) subventioniert wurde, und strebte gleiches für die Ukraïne an, wobei er davon ausging, daß Weizen und Sonnenblumenöl wohl wichtiger waren als z.B. minderwertige Bananen aus Afrika. Die EU war jedoch nur bereit, der Ukraïne 10% ihres Weizenüberschusses zu EU-Festpreisen abzunehmen. Rußland hatte selber genug Weizen und daher nicht mal Interesse an 10% - schon gar nicht zu den völlig überhöhten EU-Preisen. J. versuchte, zu "pokern", wobei er das Assoziierungsabkommen mit der EU nicht etwa zerriß, sondern für ein Jahr "auf Eis legte". Er hatte Pech, daß der Westen ihm sein überreiztes Blatt gewaltsam aus der Hand schlug, aber Glück im Unglück, daß Putin konziliant war und ihm trotz seines "Verrats" (an Rußland, nicht an der Ukraïne!) Schutz vor Verfolgung gewährte.

*****Die Frage, ob man diesen Einmarsch als regelrechten "Krieg" oder nur als "spezielle Kriegs-Operation" bezeichnet, ist keineswegs bloß propagandistischer, sondern auch und vor allem (versicherungs-)rechtlicher Natur. Die BRDDR hat seit den 1990er Jahren - genauer gesagt seit der rot-grünen Machtergreifung - ein Dutzend Angriffskriege in aller Welt geführt, die aber allesamt als "Friedensmissionen" bezeichnet wurden.

Das Berliner Verbrecherreime Die Bundesregierung zwang die Versicherungsträger, die Unfall- und Lebensversicherungen der an diesen Kriegen Friedens-Einsätzen beteiligten Soldaten im Schadensfall entgegen dem Wortlaut der Policen - die einen Versicherungsfall bei erhöhtem Risiko, insbesondere Krieg, ausschlossen - als "zivil" anzuerkennen und die Versicherungssummen auszuzahlen; sie wälzte so die Haftung auf elegante Art und Weise vom Steuerzahler - der ja schon für die Kriegs- Friedenseinsätze aufkommen mußte - auf die Versicherungskonzerne ab.
Es unterliegt keinem ernst zu nehmendem Zweifel, daß Putin den Militäreinsatz in der Ukraïne nicht als "Krieg" geplant hatte und zunächst auch nicht als solchen führte, sondern eher als eine Art Manöver. Nach wiederholtem Bekunden betrachtet[e] er Russen und Ukraïner (und "Belarussen" :-) als ein- und dasselbe Volk; daher wollte er Verluste an Mensch und Material - insbesondere ziviler Bausubstanz und Produktionsstätten - so gering wie möglich halten, auch um den Preis eines verlangsamten Vormarsches. (Die Behauptung der NATO, die russischen Truppen hätten einen "path of destruction" verfolgt, ist eine leicht durchschaubare Propagandalüge, ebenso die gebetsmühlenartig wiederholte Wendung vom "unprovoked and unjustified war" - der Einmarsch war durch die umfangreichen NATO-Manöver auf dem Boden der Ukraïne eindeutig provoziert und durch die Angriffe auf die Zivilbevölkerung des Donetsbeckens gerechtfertigt: Zelenskyj schoß mehr auf "sein eigenes Volk" als Gaddafi und Assad zusammen - was die USA zum Vorwand Anlaß für unprovozierte und illegale Angriffskriege "Militär-Intervention" gegen Libyen und Syrien nahmen.) Putin lieferte der Ukraïne - sogar unbezahlter Weise - weiterhin Gas, damit seine Landsleute - es war noch Winter - nicht frieren mußten. Erst nach vier Wochen, als der voreilig verkündete Sieg noch immer nicht eingefahren war, wähtend die Westmächte immer mehr Waffen und Söldner ins Land pumpten, schaltete Putin in den echten Kriegsmodus um, abzulesen wiederum an [sozialversicherungs-]rechtlichen Maßnahmen: Die beteiligten Soldaten erhielten für die Zeit nach ihrem Einsatz "Veteranen"-Status zuerkannt.
Wie konnte sich Putin so in der Reaktion der Ukraïner täuschen? Nein, mit "Caesarenwahn" läßt sich das nicht erklären. Aber die Antwort ist ganz einfach: Als Zelenskyj seinen Feldzug zur Rückeroberung der abtrünnigen Volksrepubliken im Donbass begann, liefen seine Truppen in Scharen zu den "Separatisten" über, mitsamt Waffen und Munition. Offenbar erwartete Putin wieder ein ähnliches Verhalten. Er verkannte, daß der Vorrat an potentiellen Deserteuren erschöpft war - wer bisher noch nicht übergelaufen war, der tat das auch jetzt nicht mehr; die verbliebenen Soldaten empfanden sich als "Ukraïner" und die einrückenden Russen als "fremde Besatzer".
Wer sich ein wenig in der Geschichte auskennt weiß, daß das kein Einzelfall ist: Die Niederländer waren bis ins 17. Jahrhundert ganz unzweifelhaft Deutsche - und mit die tüchtigsten -; dann sagten sie sich los, weil sie nicht länger von einem spanischen Kaiser, der sie unterdrückte und ausbeutete, regiert werden wollten; heute fühlen sie sich nicht nur nicht mehr als Deutsche, sondern hassen uns wie kein anderes Volk der Welt. Die Ostmärker fühlten sich noch ein Dreiviertel Jahrhundert, nachdem sie Bismarck aus dem Reich verstoßen hatte, als Deutsche (Dikigoros muß es wissen, seine Mutter hat beim "Anschluß" mit gejubelt, und mit ihr buchstäblich alle echten Ostmärker, d.h. mit Ausnahme der Juden und Tschechen.) Heute haben die "Österreicher" ihren größten berühmtesten berüchtigsten Sohn ausgebürgert, zum "Saupreißen" erklärt und fühlen sich selber als sein "erstes Opfer" - und natürlich nicht mehr als Deutsche. Als Dikigoros Anfang der 1990er Jahre in die Ukraïne reiste, fühlten sich deren Einwohner - so sie nicht aus der Ostmark Galizien stammten - in ihrer überwältigenden Mehrheit als Russen und wünschten sich nichts sehnlicher als die Wiedervereinigung mit dem großen Bruder ihren Brüdern (und Schwestern :-) in Moskau und Sankt Peterburg. Aber im Zeitalter der Massenverblödungsmedien braucht es nicht mehr Jahrhunderte, auch nicht mehr Jahrzehnte, sondern nur noch eine Generation, um solche [National-]Gefühle verschwinden oder entstehen zu lassen - und in der Ukraïne war das offenbar der Fall.

******Dikigoros' Leser werden ihm hoffentlich nachsehen, daß er hier so flapsig über ein so ernstes Thema schreibt. Aber er referiert nur die offiziell herrschende Meinung zum Gang der Ereignisse; denn auf Verbreitung der Wahrheit einer abwechenden Meinung steht ja inzwischen bis zu drei Jahre Gefängnis. Er will seinen Lesern jedoch nicht vorententhalten, was ihm ein alter Schachfreund - pensionierter Mitarbeiter des Auswärtigen Amts, allerdings weder in Rußland noch in der Ukraïne jemals tätig - dazu gesagt hat: "Wie immer man das Vorgehen der Russen militärisch und wirtschaftlich beurteilen mag - diplomatisch war das eine Meisterleistung: Nicht nur, daß sie die Türkei de facto aus dem NATO-Bündnis heraus gebrochen und mit dem Iran versöhnt haben, sie haben auch einen Keil zwischen die USA und Sa'udi-Arabien geschoben. Und was am sensationellsten ist: Sie haben einen Krieg zwischen Indien und Pākistān um Kaschmīr und einen zwischen Indien und China um Ladakh, Bhutān und Sikkim - die schon so gut wie angefangen hatten - in letzter Minute verhindert und es fertig gebracht, sie alle drei ins eigene Boot zu holen. Und nun erweist sich auch das Festhalten am Bündnis mit Kuba und Venezuela - über das du dich immer so echauffiert hast - als kluger Schachzug, dto die versöhnliche Politik mit den islamischen Tschetschniern und Kasachen, an deren Fingern so viel russisch-orthodoxes Blut klebt."

Das hätte Dikigoros in der Tat nie gedacht - und er hält es nach wie vor für schändlich -, aber er ist halt nicht so klug wie Putin...


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