AMET  ZOGOLLI
1922: Amet Zogu
ab 1928: Zog I
(1895 - 1961)

[Amet Zogu]

Tabellarischer Lebenslauf
zusammengestellt von
Nikolas Dikigoros

1895
Amet* Zogolli wird als Sohn des Räuberhauptmanns** und Paschas (Generals) in türkischen Diensten Kämal Zogolli und seiner Zweitfrau [als Muslim hatte er deren vier] Sadi[j]e, geb. Toptani - Tochter eines anderen Räuberhauptmanns und Paschas - auf Burg Burgajet (Erbräuberhauptschaft Mat, Osmanisches Reich) geboren.
Er wächst in Konstantinopel (heute İstanbul) auf, wo er das französische Lyceum - nach anderen Quellen die Kadettenanstalt - in Galatasaray besucht.


1911
Nach dem Tode seines Vaters kehrt Zogolli nach Burgajet zurück und setzt sich gegen seinen älteren [Halb-]Bruder als dessen Erbe durch.

1912
November: Nach dem "1. Balkankrieg" nimmt der Räuberhauptmann Ismail Kämal den nordwestlichsten Teil des Osmanischen Reichs, der hauptsächlich von gegischen und toskischen Bergstämmen ("Shqipnitaren", seit Carl May auch "Skipetaren") besiedelt ist, unter dem Namen "Albanien" für sich in Anspruch.
Zogolli erklärt sich namens der Räuberhauptschaft Mat solidarisch.

1913
Mai: Im Frieden von London wird "Albanien" als unabhängiger Staat anerkannt, gegen den Widerstand Serbiens, Montenegros, Bulgariens und Griechenlands, die darüber - und über andere Punkte - in Streit geraten und im
Juni den "2. Balkankrieg" beginnen.


August: Im Frieden von Bukarest wird "Albaniens" Unabhängigkeit erneut bestätigt. Es wird künftig als "Fürstentum" geführt; als Herrscher wird von den Großmächten zunächst ein Ausländer bestimmt: der preußische Rittmeister Prinz Wilhelm zu Wied.


1914
März-September: Fürst Wilhelm residierthält sich in Durazzo (heute "Durrës") auf, de facto ohne zu regieren.
(Danach geht er zurück nach Preußen - und vier Jahre später ins Exil nach Rumänien, mit dessen König seine Tante verheiratet ist.)

1914-18
Im Ersten Weltkrieg wird "Albanien" abwechselnd von Truppen der Nachbarländer und Italiens besetzt, wobei Zogolli - der als "Oberst" geführt wird - in italienische Kriegsgefangenschaft gerät.


1919
Auf der Pariser Friedenskonferenz wird die Unabhängigkeit "Albaniens" wiederum bestätigt; es wird auch Mitglied des "Völkerbundes".
Zogolli wird aus der Kriegsgefangenschaft entlassen und kehrt in seine Heimat zurück.

1920
Nach Abzug der italienischen Besatzungstruppen beginnen langwierige Stammeskriege zwischen Tosken, Gegen, Mirditen u.a. Volksgrüppchen, in denen sich Zogolli bewährt.
(In heutigen Geschichts- und Märchenbüchern wird es meist so dargestellt, als hätten sich damals Anhänger unterschiedlicher politischer Parteien - "Volkspartei", "Demokratische Partei", "Progressive Partei" usw. - bekämpft; und Zogus Biografen reiten auf irgendwelchen "Parteiwechseln" herum; aber all das spielte in einem Staat wie Albanien mit Sicherheit keine ausschlaggebende Rolle; Dikigoros verzichtet daher auf diesbezügliche Ausführungen.)
Zogolli bekleidet kurzfristig mehrere politische Ämter, u.a. das des Innenministers und des Gouverneurs von Shkodër.

1921
Zogolli wird zum General befördert und zum Oberkommendierenden der albanischen Armee ernannt.

1922
Dezember: Zogolli wird "Premierminister". Um einen guten Patrioten zu geben, ändert er bei dieser Gelegenheit seinen italienisch klingenden Namen in eine Form, die sich "albanischer" anhört und nennt sich fortan "Zogu".
Er verlobt sich mit der Tochter seines wichtigsten Komplizen aus Räubertagen politischen Verbündeten, Shefqet Vërlaci.

1924
Februar: Zogu wird im Parlament von einem Attentäter angeschossen, jedoch nur leicht verletzt.
März: Zogu überläßt den Posten des Premierministers seinem Schwiegervater in spe Shefqet.
April: Zogu läßt Avni Rustemi, den mutmaßlichen Auftraggeber des Attentats vom Februar, eliminieren.
Juni: Eine Koalition linker Kräfte und orthodoxer Kirchenkreise unter Monsignore Noli putscht sich an die Macht.
Zogu und seine Anhänger gehen ins Exil nach Jugo-Slawien, dessen Regierung ihn unterstützt, da sie Noli als "Kommunistenfreund" fürchtet.
Dezember: Zogu marschiert - unter Einsatz ehemaliger Angehöriger der russischen "weißen Armee", die ebenfalls im jugo-slawischen Exil leben - in Albanien ein. Seine Gegner fliehen ohne große Gegenwehr.

1925
31. Januar/01. Februar: Zogu läßt sich von einer "Verfassunggebenden Versammlung" für 7 Jahre zum "Staatspräsidenten" der "Republik Albanien" wählen.
März: Zogu läßt eine neue Verfassung verabschieden, die dem Präsidenten weitgehende Vollmachten einräumt. (Vorsichtshalber übernimmt er auch noch das Kriegsministerium :-)
Nach dem Vorbild Kemal Atatürks in der Türkei versucht sich Zogu an einigen Reformen: Aufhebung der Leibeigenschaft, Verbot der Verschleierung von Frauen und des Schächtens von Tieren nach der grausamen Halal-Methode, Verstaatlichung aller privaten Konfessionsschulen (sowohl der muslimischen als auch der christlichen).
Bald wird deutlich, daß das armselige Bergland - das kaum ackerbaufähige Fläche hat - sich nicht unabhängigaus eigener Kraft ernähren kann.


Zogus Wunschdenken: Ein weites Feld wird besät; fette Ochsen ziehen den Pflug.  (Bei den abgebildeten
Münzen handelt es sich um - im Ausland geprägte - "Proben", die in Albanien nie in den Umlauf kamen.)

1926
November: Zogu schließt in Tiranë einen "Freundschafts- und Hilfsvertrag" mit Italiens Duce Benito Mussolini; dieser beinhaltet auch eine Zollunion. Fortan lebt Albanien hauptsächlich von italienischer Entwicklungshilfe Wirtschaftshilfe (und Krediten), ausgezahlt in Goldmünzen***, die in der Prägeanstalt Rom gleich mit Zogus Konterfei versehen werden - und dem Skanderbegs, seines angeblichen Vorfahren mütterlicherseits, Freiheitskämpfer gegen die Türken im Mittelalter.

[10 Goldfranken auf Zogu] [20 Goldfranken auf Skanderbeg] [100 Goldfranken auf Zogu]

1927
November: Zogu, der sich mit Jugo-Slawien überworfen hat - er unterstützt albanische Separatisten im Kosovo [Amselfeld]; Jugo-Slawien unterstützt Aufstände im Norden Albaniens - schließt in Tiranë einen zweiten Vertrag mit Mussolini, diesmal über militärische Zusammenarbeit: Italien hilft beim Ausbau der albanischen Armee und Polizei (sehr zum Ärger der Briten, die ihre "Berater" abziehen müssen); die italienische Kriegsmarine erhält Flottenstützpunkte in Vlora und Durazzo.

[Der Hafen von Vlora vor 1927]

1928
September: Zogu erklärt sich zum "Mbreti [König]" von Albanien und nimmt den Namen "Zog I" an.****


Unmittelbar nach seiner Krönung löst Zogu seine Verlobung mit der Tochter Shefqets, die ihm nun nicht mehr standesgemäß erscheint. Dieser schwört Blutrache zur Wiederherstellung der Familienehre und geht mit seinem Clan ins Exil nach Österreich. (Zogu vermeidet seitdem öffentliche Auftritte in Albanien.)
Dezember: Zogu wird zum Staatsbesuch in Italien empfangen. Er wird zum Ritter des Ordens der Santissima Annunziata ernannt; ihm wird das Großkreuz des Ordens des Heiligen Maurizius und des Heiligen Lazarus sowie das Großkreuz des italienischen Kronordens verliehen.


(Zogu war ein großer Sammler von Orden und Ehren-Mitgliedschaften. Die einzigen kontinental-europäischen Staaten, von denen er keine bekam, waren die Sowjetunion - die keine Orden an Monarchen vergab - und das Deutsche Reich :-)

1929
Zogu schafft die Sharia in Zivilsachen ab und führt statt dessen ein Bürgerliches Gesetzbuch nach Schweizer Vorbild ein.

1931
Februar: Zogu besucht die Wiener Oper und entgeht bei deren Verlassen nur knapp einem Attentatsversuch zweier Exil-Albaner. (Sie verwechseln ihn mit seinem Leibwächter, der erschossen wird; Zogu selber bleibt unverletzt.)
(Die RÖ reagiert zwiespältig: Die Attentäter erhalten nur kurzjährige Haftstrafen; aber alle albanischen Asylanten werden des Landes verwiesen.)

1932/33
Inmitten der Weltwirtschaftskrise und andauernder Depression verlangt Italien Rückzahlung seiner Kredite - was Albanien trotz einer 30%igen Kürzung seiner Staatsausgaben nicht möglich ist. Zogu verpfändet dafür die Einnahmen der Elektrizitätswerke und der Telegrafenämter.
(Beide waren ohnehin von Italien aufgebaut und kontrolliert worden. Die Einnahmen waren gering, da es sie nur in wenigen Städten - auf dem Lande so gut wie gar nicht - gab. Auch die zugleich gewährte Niederlassungsfreiheit für Italiener in Albanien fand kaum Anklang; Auswanderer gingen lieber in die USA.)

1935
Dezember: Nach dem Tode seiner Mutter läßt Zogu ihr in Tiranë ein klotzigesimposantes Mausoleum errichten.
(Zogus Mutter bekleidete den zweitwichtigsten Posten im Präsidentenpalast: Ihr Sohn - der in ständiger Angst lebte, vergiftet zu werden - hatte sie zur Küchenchefin gemacht, und das nicht nur pro forma :-)


1938
April: Zog heiratet die ungarische "Gräfin"***** Geraldine Nagy-Apponyi (1915-2002).


Aus der Ehe geht ein Sohn namens Leka (1939-2011) hervor.


1939
April: Italienische Truppen besetzen Albanien und erklären es zum Protektorat unter Vittorio Emanuele III, der nun neben König von Italien und Kaiser von Abessinien/Äthiopien auch noch Oberster Räuberhauptmann der Shqipnitaren ist.


Zog flieht unter Mitnahme der gesamten Goldvorräte der albanischen Staatsbank über Griechenland, die Türkei und Frankreich nach Großbritannien, wo er eine Exil-Regierung bildet. Er residiert erst im Londoner Hotel "Ritz", später in Ascot u.a. noblen Adressen.


September: Beginn des Zweiten Weltkriegs. Italien bleibt vorerst de facto neutral ("nichtkriegführend") und Albanien somit von Kämpfen verschont.

1940
Juni: In der Endfase des Frankreichfeldzugs überlegt es sich Mussolini anders und führt Italien an der Seite des Deutschen Reichs in den Krieg, um auch ein großes Stück vom Kuchen abzubekommen.


Oktober: Italienische Truppen marschieren von Albanien aus in Griechenland ein, werden jedoch zurück geschlagen. Im Gegenzug besetzen griechische Truppen den Süden Albaniens ("Nord-Epiros").

1941
April: Im Zuge des Balkanfeldzugs werfen deutsche Truppen die Griechen wieder aus Albanien hinaus; die Italiener kehren zurück - diesmal mit Eisen und Stahl statt mit Silber und Gold.


1942
Die albanischen Kommunisten stellen eine "Nationale Befreiungs-Armee" auf, die von den "jugo-slawischen" Partisanen des Kroaten Tito unterstützt wird.

1943
Juli: In Italien wird Mussolini gestürzt.


August: In Albanien bilden Nationalisten und Kommunisten ein "anti-fascistisches Komitee zur nationalen Befreiung". Ziel ist es nicht nur, Albanien von den Italienern zu "befreien", sondern auch das Amselfeld (Kosovo) von den Serben und "Süd-Epiros" (die Heimat Skanderbegs) von den Griechen.


September: Nach dem Überlaufen Italiens ins Lager der Alliierten besetzen deutsche Truppen Albanien. Der Partisanenkrieg geht weiter.

1944
November: Die deutschen Truppen räumen Albanien.

1946
Januar: Der Kommunistenführer Enver Hoxha ruft die "Volksrepublik Albanien" aus.
Nachdem die Mohren ihre Schuldigkeit getan haben, hat Großbritannien die monarchistischen Exilregierungen Osteuropas eine nach der anderen fallen lassen. Nun ist auch die albanische an der Reihe.
März: Zog verläßt England, weigert sich jedoch weiterhin (wie der im Vorjahr im rumänischen Exil gestorbene Fürst Wilhelm :-) abzudanken. König Faruq von Ägypten (der albanische Vorfahren hat******) gewährt ihm Asyl.


1947
November: Die Kommunisten reißen das Zog-Mausoleum in Tiranë ab.

1949
Albanien wird Mitglied des "Rats für Gegenseitige Wirtschaftshilfe" (RGW, COMECON) und lebt fortan hauptsächlich von sowjetischer Entwicklungshilfe Wirtschaftshilfe.

1950-52
Zog versucht, mit Hilfe der Westmächte nach Albanien zurück zu kehren. Die Invasionsversuche seiner Trüppchen werden jedoch von dem britischen Doppel-Agenten Kim Philby an die Sowjet-Union verraten, welche die Informationen an Hoxha weiter gibt, so daß er sie mühelos vernichten kann.

1952
Juli: König Faruq wird durch einen Militärputsch gestürzt.

1954
November: Der Kommunistenfreund Ğamal 'Abd-äl-Nāsir putscht sich an die Macht. Zog wird der Boden in Ägypten allmählich zu heiß.

1955
August: Zog wechselt sein Exil; er geht nach Frankreich.

1961
09. April: Zog I stirbt in Suresnes an Lungenkrebs (er war Kettenraucher) und wird zunächst auf dem Pariser Friedhof in Thaiais beerdigt.


* * * * *

seit 1991
Nach dem Sturz des kommunistischen Regimes und dem Wahlsieg der "Demokratischen Partei" von Sali Berisha schließt Albanien ein "Kooperations-Abkommen" mit der EU und lebt fortan hauptsächlich von deutscher Entwicklungshilfe Wirtschaftshilfe.
Nach und nach zerfällt das Land wieder in einander bekriegende Familienclans und Räuberbanden; Hungersnöte treiben hunderttausende Albaner zur Auswanderung nach Italien und Deutschland, wo sie Dank ihrer herausragenden Brutalität kriminellen Energie Tüchtigkeit bald die bedeutenden Wirtschaftszweige Prostitution, Drogen- und Waffenhandel unter ihre Kontrolle bringen. Gleichwohl werden sie von Politiverbrechern weisen Staatsmännern aus "humanitären" Gründen im Lande geduldet.
Außenpolitisch wird der TerrorFreiheitskampf der ins Kosovo (Amselfeld) eingewanderten Albaner gegen die "eingeborenen" Serben unterstützt, der - mit BeiHilfe der NATO - gewonnen wird und schließlich zur Ausrottung der Serben in ihrem einstigen Herzland führt.

1997
Bei einem - wahrscheinlich manipulierten - Referendum sprechen sich die Albaner mit angeblich großer Mehrheit gegen die Wiedereinführung der Monarchie aus.

2002
Juni: Zogus Sohn Leka kehrt aus dem Exil nach Albanien zurück.

2012
November: Anläßlich des 100. Jahrestags der "Staatsgründung" wird Zogs Leiche wieder ausgebuddelt und von Frankreich nach Albanien überführt, wo sie in dem mit Geldern der Entwicklungshilfe Wirtschaftshilfe original-getreu wieder aufgebauten Familien-Mausoleum in Tiranë feierlich beigesetzt wird.
Außerdem wird der größte Boulevard Tiranës nach ihm benannt.


*So schrieb er sich auf seinen Münzen. Dikigoros sieht keinen Grund, das in "Ahmed", "Ahmet", "Achmed" oder "Achmet" zu ändern, wie das bisweilen geschieht.

**Dikigoros gebraucht diese Berufsbezeichnung ("Kapedan") nicht abwertend, sondern ganz neutral. Das edle Räuberhandwerk genoß und genießt bei allen albanischen Stämmen seit je her hohes Ansehen.

***In einer Zeit und in einer Gegend, wo die Mehrheit der Bevölkerung noch nicht an den Gebrauch von Papier-"Geld" gewöhnt war und ihm aus gutem Grundeaus unerfindlichen Gründen mißtraute, konnte man nicht einfach die Druckpresse anwerfen und "Fiat-money" in beliebiger Menge ausgeben. (1926 hatte man versucht, Geldscheine auszugeben; diese waren jedoch vor allem auf dem Lande nicht angenommen worden. Und in den Städten hatte man zumindest gerüchteweise schon mal gehört, was vor kurzem aus den Papiergeldwährungen der meisten europäischen Länder geworden war.)

[100 'Gold'-Franken aus Papier 1926] [Papiergeldschein zu 100 Millionen Mark 1923]

****Es ist ein Treppenwitz, daß das albanische Wort für "König" offenbar aus einer Verballhornung von "Umberto" - dem Vornamen eines italienischen Königs - entstanden ist, während Zogu, entgegen weltweit üblicher Praxis, nicht seinen Vornamen, sondern eine Verballhornung seines Nachnamens zum Herrschernamen machte, weil ihm - dem ja schon "Zogolli" zu italienisch geklungen hatte - "Amet" zu türkisch klang.
Das ulkige Monogramm, das Zogu, pardon, "Zog I" verwendete, inspirierte den belgischen Comic-Zeichner André Franquin zur Figur des größenwahnsinnigen "Zorglub", der in Deutschland durch den finnisch-sächsischen Humoristen Rolf Kauka als "Mister Z" oder "Zyklotrop" bekannt wurde. (Auch er regiertoperiert "im Zeichen des Z"; in einer Episode manipuliert er die Einwohner AlbaniensPalumbiens zum sinnlosen Kauf riesiger Mengen von "Zogul"-Zahnpasta - in der noch der alte Name "Zogolli" anklingt :-)

[König Zorglub I] [Eine Riesentube 'Zogul'-Zahnpasta]

*****Dikigoros setzt das in Anführungsstriche, weil die alten Adelstitel in Österreich und Ungarn seit 1919 abgeschafft waren. Es wurde auch kein Kompromiß getroffen wie etwa in Japan, wo nach dem verlorenen Zweiten Weltkrieg zwar die alten Adelstitel abgeschafft wurden, aber nur um ihren Trägern umgehend die - ebenfalls erblichen - neuen Titel "Ex-Graf" etc. zu verleihen. Die emigrierte "Gräfin" war von Beruf Zimmermädchen in einem Hotel in den USA, wo Zogu sie wohl kennen gelernt hatte.

******Faruq war ein Nachkomme des berühmt-berüchtigten Muhammad Ali Paşa (1770-1849), der sich - wiewohl im heutigen Griechenland geboren und zumindest teilweise kurdischer Abstammung - als Albaner fühlte. Jedenfalls befehligte er als Offizier des Osmanischen Reichs - zu dem Ägypten damals noch gehörte - das "albanische Korps". 1805 besetzte er mit diesem Kairo und wurde vom türkischen Sultan als "Wali" anerkannt. Unter ihm und seinen Nachkommen erlangte Ägypten eine kurze Quasi-Unabhängigkeit - die es freilich bald gegen eine de-facto-Abhängigkeit von Großbritannien eintauschen mußte.
Im übrigen war Faruq ein großzügiger Mann, der nicht nur seinen Verwandten Asyl gewährte, sondern z.B. auch dem griechischen König Geωrgios II.


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