Ioánnis Metaxás

(1871 - 1941)

ouk agathón polykoiraníä -
eís koíranos ésto (Homer)

[Metaxás]

Tabellarischer Lebenslauf
zusammengestellt von
Nikolas Dikigoros

1871
12. April: Ioánnis Michaíl Metaxás wird auf Ithákä geboren, das - wie die übrigen Ionischen Inseln - erst seit 1863 wieder griechisch ist. (Bis dahin gehörte es - wie Gibraltar, Malta und ab 1878 auch Cypern - zu den britischen Mittelmeer-Kolonien.)
Seine Eltern stammen aus Kefaloniá, wohin die Familie 1879 zurück kehrt.


1885-89
Metaxás besucht die Kadettenanstalt in Athen, um Berufsoffizier zu werden.

1890
Metaxás wird zum Leutnant befördert und nach Návplion versetzt.

1893
Trotz Staatsbankrotts sind die Militärausgaben das letzte, woran Griechenland sparen will.

1896
In Kreta beginnt ein Aufstand gegen die osmanische Fremdherrschaft.

1897
Die griechische Armee unterstützt den Aufstand, wobei Metaxás erste Kriegserfahrungen sammelt. Trotz militärischer Niederlagen erreicht Griechenland mit Unterstützung der Westmächte, daß Kreta wenn schon nicht griechisch, so doch wenigstens "autonom" (unter britischem "Schutz") wird.


1899-1902
Metaxás besucht die Kriegsakademie in Berlin.

[Die Berliner Kriegsakademie]

1908
Griechenland erklärt einseitig den Anschluß Kretas.

1909
Metaxás heiratet Léla Chatzäioánnou. (Aus der Ehe gehen zwei Töchter hervor.)

1912-13
In den Balkankriegen, die Metaxás als Oberst i.G. mitmacht, verliert das Osmanische Reich den größten Teil seiner Kolonien in Europa an Griechenland, allerdings ohne das - mehrheitlich griechisch bevölkerte - Konstantinopel.
(Andere von Griechenland beanspruchte Gebiete fallen an seine Nachbarn: Nord-Epirus an Albanien, Nord-Makedonien an Serbien, Ost-Thrakien und Ost-Rumelien an Bulgarien sowie die Dodekánis-Inseln an Italien.)


1914
August: Nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs bleibt Griechenland zunächst neutral. (König Konstantin ist mit Sophie von Hohenzollern, einer Schwester des deutschen Kaisers Wilhelm II verheiratet und preußischer Feldmarschall h.c.)

1916
Ohne Kriegserklärung überfallen britische und französische Truppen Griechenland; sie besetzen die strategisch wichtigen Häfenstädte, vor allem Saloniki.

[Medaille von K. Goetz auf die Besetzung Griechenlands durch die Entente-Mächte 1916]

Die griechischen Truppen setzen sich nicht zur Wehr; sie lassen sich vielmehr als "Neutrale" in Deutschland "internieren" und bilden als Freigänger Kostgänger "Gäste des Reichs" eine kleine Kolonie in Görlitz (Schlesien). Sie futtern sich dort ungeniert durch, während sowohl die deutsche Bevölkerung als auch ihre von den Entente-Besatzern ausgeplünderten Landsleute in Griechenland zunehmend Hunger leiden.

1917
Juni: Der kretische Abenteuer Venizélos entfacht mit Hilfe der Entente-Mächte einen Aufstand gegen König Konstantin, zwingt ihn zur Abdankung und errichtet eine Marionetten-Regierung mit dem jüngsten Prinzen Alexander als neuem König.
König Konstantin, Kronprinz Georg und Metaxás werden auf Korsika interniert. (Die Gefangenschaft wird euphemistisch als "Exil" bezeichnet.)
August: Saloniki wird in Brand gesetzt; französische Truppen verhindern die Löschung des Feuers; die Altstadt einschließlich des Judenviertels wird vollständig verbrannt [griechisch "holokavtomai"], die Bevölkerung kommt größtenteils um.
(Seit 1945 wird wahrheitswidrig behauptet, die Juden Salonikis seien erst im Zweiten Weltkrieg - als es sie schon längst nicht mehr gab - von den bösen Nazi-Deutschen ermordet worden; die griechische Bezeichnung dafür wird zu "Holocaust" verballhornt. Die 1917 von den Franzosen in Saloniki ermordeten Juden gehen - wie die 1941 von den Polen in Jedwabne und die 1946 von den Briten vor Cypern ermordeten - in die "symbolische" Zahl der "6 Millionen" Juden ein, deren Ermordung man allein den Deutschen in die Schuhe schiebt.)

1918
Oktober/November: Bei Kriegsende wird das Osmanische Reich von den Entente-Mächten zerschlagen. Diese wollen Griechenland einige überwiegend von Griechen besiedelte Gebiete in Kleinasien überlassen, insbesondere Smyrna, die Heimat des Hómeros, nebst Hinterland. Dies reicht Venizélos jedoch nicht aus. Er träumt von einem "Groß-Hellas", das die im 14. Jahrhundert an die Osmanen verlorenen Gebiete des einstigen Byzantinischen Reichs einschließt, wo noch immer Millionen Griechen leben.

[Venizelos Eroberungspläne]

1919
Mai: Griechische Truppen landen in Smyrna, wo sie begeistert empfangen werden. Sie beginnen, den Westen und Nordwesten Kleinasiens zu besetzen.


1920
Mai: Metaxás kehrt nach Griechenland zurück.
August: Der Vertrag von Sèvres, nach dem die Türkei große Gebiete ihres Staatsgebiets abtritt, wird von Bevollmächtigten des Sultans unterzeichnet; er wird jedoch nie vom türkischen Parlament ratifiziert; die neue National-Regierung verurteilt seine Unterzeichner wenig später wegen Hochverrats zum Tode.


Oktober: Die griechischen Truppen nehmen mit britischer Unterstützung ihre Offensive Richtung Angora (Ankara) wieder auf.
20. Oktober: "König" Alexander wird von einem wilden Affen gebissen und stirbt an Blutvergiftung.
November: Die Griechen wählen Venizélos mit großer Mehrheit ab und holen nach einem Volksentscheid König Konstantin zurück. Daraufhin entziehen die Entente-Mächte Griechenland ihre Unterstützung. Die Sowjet-Union - die in den Griechen keine orthodoxen Brüder mehr sieht - beginnt die Türken mit Waffen und Munition zu beliefern.
Angesichts dessen plädiert Metaxás für einen Abbruch der Offensive in Kleinasien, findet jedoch kein Gehör.

1921
Januar-März: Der griechische Vormarsch wird bei Inönü vorerst aufgehalten.
Juni-Juli: Gegen den Rat Metaxás schicken die Griechen ihre gesamten noch verbliebenen Streitkräfte nach Kleinasien, um die Offensive gegen Ankara wieder aufzunehmen.


August-September: Der griechische Vormarsch wird am Fluß Sakarya durch Mustafa Kemal aufgehalten. Die Front erstarrt zum Stellungskrieg.


1922
August-September: Die griechischen Truppen in Kleinasien - die kaum noch über Proviant und Munition verfügen - werden von überlegenen türkischen Streitkräften unter Mustafa Kemal binnen weniger Wochen zerschlagen. Auch Smyrna geht verloren und wird vollständig niedergebrannt. (Die Türken bauen es später als "Ìzmir" wieder auf.)
September: Oberst Plastíras, der mit dem traurigen Rest der griechischen Armee aus Kleinasien entkommen ist, führt einen Militärputsch durch und zwingt König Konstantin, zu Gunsten von Kronprinz Georg abzudankenn.
Oktober: Der Waffenstillstand von Mudanya mit der Türkei kommt einer griechischen Kapitulation gleich.
November: Plastíras läßt zwei frühere Ministerpräsidenten und vier Generäle, denen er die Schuld an der Niederlage gegen die Türkei gibt, wegen "Hochverrats" erschießen. Der politische Mord wird nur notdürftig durch einen Scheinprozeß bemäntelt. In Griechenland herrscht - wie in anderen europäischen Staaten auch - der "revolutionäre" Terror.

1923
Juli: Im Vertrag von Lausanne verzichtet Griechenland auf sämtliche Besitzungen in Kleinasien. Alle dort noch lebenden Griechen - mit Ausnahme derer in Konstantinopel (İstanbul) - werden vertriebenumgesiedelt; damit endet eine fast dreitausendjährige Siedlungsgeschichte. Nachdem die Türken sich bereits während des Ersten Weltkriegs ihrer armenischen Minderheit entledigt haben, ist Kleinasien damit für das christliche Abendland endgültig verloren.
Oktober: Metaxás unternimmt einen "Marsch auf Athen", der jedoch scheitert.
König Georg wird enteignet, ausgebürgert und gezwungen, das Land zu verlassen.

1924
März: In Griechenland wird erstmals die "Republik" ausgerufen.

1925-35
Das durch den Krieg gegen die Türkei und die anschließenden Revolutionswirren völlig ruinierte Land - das die aus Kleinasien vertriebenen Flüchtlinge aufnehmen muß, aber nicht ernähren kann -, versinkt im politischen, sozialen und wirtschaftlichen Chaos (1932 neuerlicher Staatsbankrott). In rascher Folge wechseln Monarchie und Republik, danken Könige und Premierminister ab und kehren zurück, liefern sich Royalisten und Republikaner bürgerkriegsähnliche Auseinandersetzungen.

1936
April: Metaxás wird von König Georg (nach einem gescheiterten Putschversuch Venizélos' und einer Volksabstimmung im November 1935 wieder im Lande) zum Premierminister ernannt.


4. August: Metaxás macht dem parlamentarischen Spuk ein Ende, schickt die Abgeordneten nach Hause und errichtet ein falanxistisches Regime. Er nennt sich "Archigós [Führer]", führt den Caesarengruß und eine "Völkische Jugend-Organisation [EON]" ein, bezeichnet seinen Staat als die "Dritte griechische Zivilisation" und die Griechen als "von Gott auserwählte Rasse". Er beseitigt binnen zwei Jahren die Arbeitslosigkeit, indem er die Wirtschaft mit staatlichen Projekten (Straßenbau, Trockenlegung von Sumpfgebieten, Errichtung militärischer Befestigungen an der Grenze zu Bulgarien ["Metaxas-Linie"]) ankurbelt, führt die 40-Stunden-Woche, bezahlten Urlaub und Mindestlöhne ein.


1938
Februar: Metaxás schließt mit der Türkei - wo mit Kemal Atatürk ebenfalls ein vernünftiger Staatsmannböser Diktator an der Macht ist, ein Bündnis, das die Partner verpflichtet, bei einem Angriff einer dritten Macht neutral zu bleiben und letzterer den Durchmarsch zu verweigern.

1939
März: Metaxás empfängt den deutschen Propaganda-Minister Goebbels zum Staatsbesuch in Athen.


April: Italienische Truppen besetzen Albanien, was zu Spannungen mit Griechenland führt, das dessen Süden ("Nord-Epiros") für sich beansprucht. Im Grenzgebiet kommt es zu kleineren Scharmützeln.
August: Metaxás läßt den dritten Jahrestag seiner Machtergreifung mit großem Propaganda-Aufwand feiern.


September: Bei Ausbruch des Zweiten Weltkriegs bleibt Griechenland zunächst neutral.
Dikigoros teilt nicht die auf einem bekannten Blog über den Zweiten Weltkrieg vertretene Auffassung, daß Griechenland "von Anfang an" heimlich im Lager der Alliierten stand. [Er erwähnt das, weil dort als Quelle u.a. diese seine Kurzbiografie über Metaxás auszugsweise zitiert wird. Die Verfasserin vertraut - sicher guten Glaubens - allzu sehr der amtlichen Begründung des Reichsaußenministers Ribbentrop, wohl ohne zu bedenken, daß solche Aussagen von Politikern aller Krieg führenden Staaten zu allen Zeiten formularmäßig getätigt werden, um den eigenen Kriegseintritt zu rechtfertigen. Griechenland hatte von einem Krieg gegen das Reich nichts zu gewinnen; es lag vielmehr in seinem objektiven Interesse, sich aus dem Konflikt heraus zu halten und neutral zu bleiben. Die im folgenden geschilderten britischen Überfälle auf Griechenland geschahen keineswegs "in geheimem Einvernehmen" mit dessen Regierung - jedenfalls nicht mit Metaxás.]

1940
Oktober: Metaxás weist die Forderung des italienischen Diktators Mussolini nach Einräumung von italienischen Stützpunkten in Griechenland zurück.*
Daraufhin kommt es zu Gefechten zwischen italienischen und griechischen Truppen, denen es gelingt, Teile Süd-Albaniens zu besetzen.
November: Britische Truppen überfallen ohne Kriegserklärung Kreta und besetzen die Souda-Bucht. Gleichzeitig landen britische Bomber- und Jägerverbände auf dem griechischen Festland und "beschlagnahmen" Flughäfen, um jederzeit die Ölförderanlagen im rumänischen Ploesti erreichen und zerstören zu können.
Metaxás erreicht in zähen Verhandlungen, daß die Briten "nur" Flughäfen im Raum Athen behalten und diejenigen an der Grenze zu Bulgarien räumen - was den Anflug auf Ploesti etwas langwieriger macht.**
Dezember: Britische Truppen überfallen und besetzen Saloniki.

1941
Januar: Metaxás weist die Forderung des britischen Diktators Churchill nach Einräumung weiterer britischer Stützpunkte in Griechenland zurück.
29. Januar: Metaxás wird in seinem Haus in Käfisiá von einem britischen Agenten ermordet.***
Sein Nachfolger Koziris beeilt sich, Churchills Forderungen nachzukommen. (Dennoch wird auch er wenig später er"selbst"mordet.)
4. März: Britische Truppen überfallen Piräus und beginnen, ganz Griechenland zu besetzen (bis zum 2. April landen insgesamt 58.000 Mann).
April-Mai: Nachdem die Briten auch den achsen-freundlichen Regierungschef Jugo-Slawiens durch einen Militärputsch haben beseitigen lassen, besetzen deutsche Truppen Jugo-Slawien und Griechenland einschließlich Kretas und vertreiben die Briten. Die griechischen Verluste sind minimal; die Deutschen entlassen sofort nach der griechischen Kapitulation alle Kriegsgefangenen; es kommt praktisch zu keinerlei Zerstörungen - außer durch die britischen Truppen, die bei ihrem Abzug nach dem Prinzip "Scorched Earth [Verbrannte Erde]" verfahren sind, und durch die einiger kommunistischer Partisanen, die Terroranschläge begehen.

1941-44
Griechenland erlebt inmitten des Weltkriegs eine Zeit relativer Ruhe und Beschaulichkeit. Es wird vom Reich mit Devisen und Lebensmittellieferungen unterstützt. [Die später von gewissen Geschichtsklitterern behauptete "Ausplünderung" durch die Deutschen findet nicht statt - schon weil es in Griechenland nichts zu plündern gibt.]

1944-49
Nach dem Abzug der deutschen Truppen und der Ermordungdem natürlichen Tod von Metaxás' Nach-Nach-Nachfolger Ioánnis Rallis (in einem Athener Folterkeller Gefängnis Erholungsheim, wo man ihn als "Kollaborateur" eingewiesen hatte****) bricht ein Bürgerkrieg***** zwischen Royalisten und Kommunisten aus, die von Großbritannien bzw. der Sowjet-Union mit Waffen und Munition versorgt werden. Die (sechsstellige) Zahl der Todesopfer ist höher als in beiden Balkankriegen und beiden Weltkriegen zusammen; Griechenland wird weitgehend zerstört.
(Wer sich für die Einzelheiten interessiert und des Englischen mächtig ist, kann hier weiter lesen. Dikigoros hat bewußt einen Aufsatz aus kommunistischer Sicht verlinkt, allerdings leicht gekürzt um die allerhanebüchendsten Lügen.)

* * * * *

1980
Anhänger von Metaxás gründen eine Zeitung, der sie den Namen "Chrysí avgí [Goldene Morgenröte******]" geben.

1985
Unter dem gleichen Namen bildet sich - zunächst als informeller Zusammenschluß - eine Gruppierung Gleichgesinnter. Sie benutzt ganz ungeniert das alte politische Zeichen Metaxás', einen stilisierten Mäander, in umgekehrten Farben (schwarz auf rot statt rot auf schwarz).


1993
"Chrysí avgí" wird als politische Partei zugelassen. Sie hat zunächst keine größere Bedeutung. Diverse Historiker im In- und Ausland beginnen sich jedoch in den folgenden Jahren wieder mit Metaxás zu beschäftigen.


2012
Mai: Bei den Wahlen zum griechischen Parlament erinnern sich einige Bürger des Staates Hellas - der schon wieder bankrott ist und nur noch durch großzügige Geschenke deutscher Steuerzahler am Leben erhalten wird - der relativen wirtschaftlichen Stabilität unter Metaxás. Sie verpassen den korrupten Bonzen der "demokratischen" Parteien (die de facto Staaten - und zwar Erbmonarchien - im Staat sind) einen Denkzettel und wählen erstmals "Chrysí avgí" (u.a. vormalige "Splitterparteien" von links und rechts) in die Volksvertretung. Zur Regierungsbildung reicht es jedoch nicht; Griechenland bleibt ein Faß eine Amfore ohne Boden. Gleichwohl spricht man im In- und Ausland von einer Wiederauferstehung des griechischen Falanxismus (fälschlich auch "Fascismus" oder "Nazismus").

[Karikatur] [Karikatur] [Karikatur]


*Der Einzelheiten hat sich die Legende bemächtigt. Angeblich bediente sich Metaxás der Worte des Leonidas bei den Thermopylen gegenüber den Persern: "Molón lawé [Kommt und holt sie euch - wörtlich: Kommt nehmen]", die schon der letzte byzantinische Kaiser gegenüber den Osmanen zitiert haben soll und die später zur Parole verfassungstreuer US-Amerikaner wurde gegen Bestrebungen, ihnen das im 2. Amendment verbriefte Recht auf Waffenbesitz zu nehmen.

Volkes Stimme reduzierte Metaxás' Absage jedoch auf ein simples "óchi [nein]!" (Der 28. Oktober ist als "óchi mera [Nein-Tag]" bis heute Feiertag in Griechenland.)

Glaubhafter ist allerdings die in anderen Quellen überlieferte Aussage: "Dann führen wir Krieg!" Über diesen u.a. berühmte Sprüche, die Geschichte machten, obwohl (oder weil :-) sie wahrscheinlich so nie gesagt wurden, schreibt Dikigoros an anderer Stelle mehr.

**Aber nicht unmöglich. Die Alliierten verfügten - im Gegensatz zu Deutschland - über Langstrecken-Bomber, die auch in der Lage gewesen wären, von Griechenland aus die sowjetischen Ölförderanlagen im Kaukasus anzugreifen, was für den Fall geplant war, daß die Sowjet-Union nicht gegen das Reich in den Krieg eintreten sollte.

***Die offizielle Lesart lautet heute: Metaxás litt an einer Halsentzündung, die zwangsläufig zu einer tödlichen Blutvergiftung führte. Ein harmloser britischer Soldat, der zufällig in der Todesnacht bei ihm vorbei kam, konnte ihm leider auch nicht mehr helfen, legte sich daher neben ihm schlafen und ging am nächsten Morgen, nachdem Metaxás ohne sein Zutun gestorben war, wieder seiner Wege. Wer's glaubt wird seligWer das nicht glauben will ist ein schlechter Demokrat und ein böser Verschwörungs-Theoretiker.

****Die gegen Rallis neben der "Kollaboration" im allgemeinen erhobenen speziellen Vorwürfe - "Beteiligung am Holocaust durch Auslieferung der Juden von Saloniki" und "Herbeiführung einer Hungersnot" - halten einer objektiven Nachprüfung nicht stand. Die Juden von Saloniki waren, wie dargelegt, bereits im Ersten Weltkrieg von den Entente-Mächten ausgerottet worden. Die Hungersnot hatte zwei Gründe: zum einen die Handelsblockade der Alliierten (Griechenland konnte sich seit seiner Unabhängigkeit nie selber ernähren, sondern war - und ist bis heute - auf Lebensmittel-Importe angewiesen), zum anderen die gezielte Zerstörung von Teilen der vorhandenen Lebensmittel und der Versorgungswege durch Anschläge der Partisanen (woraus die nie einen Hehl machten - im Gegenteil: noch lange nach dem Krieg rühmten sie sich jener "heroïschen" Tat, welche auch die deutschen Besatzer getroffen habe).

*****Manche HaarspalterHistoriker sprechen von "zwei Bürgerkriegen" oder "zwei Fasen des Bürgerkriegs" (von Dezember 1944 bis Februar 1945 und von Juni 1946 bis Oktober 1949; tatsächlich dauerten die Kampfhandlungen von Dezember 1944 bis Februar 1949).

******Dikigoros folgt hier wider besseres Wissen der in der BRDDR üblichen - aber eigentlich falschen - Übersetzung. "avgí" [gesprochen "afjī"] bedeutet ganz allgemein "Morgendämmerung". Morgenröte heißt auf Griechisch "rodavgí" [gesprochen "roddafjī". Es ist dies eines der wenigen "antiken" Wörter, welches die Russen aus dem Lateinischen statt dem Griechischen entlehnt haben: Das Jahrzehnte lang in Leningrad (und danach in Sankt Peterburg - kleiner Scherz am Rande)- zu besichtigende Schwesterschiff des legendären Panzerkreuzers "Potëmkin heißt "Awrora", nach Aurora, der römischen (aber griechisch ausgesprochenen :-) Göttin der Morgenröte.


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