Nachbemerkung: Da die Dynastie der Duvaliers damit erloschen ist, will Dikigoros die traurige Geschichte Haïtis nicht weiter verfolgen.
Dafür verlinkt er
hier
einen Artikel von Thomas Röper aus dessen Blog Anti-Spiegel. Nicht gerade ein Meisterwerk, aber jedenfalls ab 2014 besser als gar nichts.
*Angeblich besuchte Duvalier bis 1928 ein Lyceum, dann eine Ärzteschule in Port-au-Prince.
**Man hatte geunkt, daß "Baby Doc" die Regierungsgeschäfte und alles, was damit zusammen hing, seiner Mutter und seiner ältesten Schwester überlassen hatte. Wenn das wahr ist, dann wäre das eine schlechte Wahl gewesen, denn die hatten eine immerhin 7-stellige Summe des Familienvermögens in der Schweiz "angelegt", die bis dahin als sicherer Hafen für "recycelte" Gelder galt.
(Für unbedarfte ehrliche Leser: Cynischer Ausdruck westlicher Bankster, der besagt, daß Gelder aus der Entwicklungshilfe und aus Rohstoffverkäufen, die in die "Dritte Welt" fließen, alsbald in die Ursprungsländer zurück kehren, nämlich auf Privatkonten der dortigen Machthaber.)
Während die französische Regierung sich hartnäckig weigerte, gegen "Baby Doc" in irgend einer Form vorzugehen, fror die Regierung der Schweiz anno 2002 alle Vermögenswerte der Familie Duvalier ein und verfügte später deren "Rückgabe" an die Regierung von Haïti, d.h. an andere kriminelle Familienclans, wie den der Clintons. Es folgte eine Justizposse, in deren vermeintlich letzter Instanz das Schweizer Bundesgericht (dem deutschen BGH vergleichbar) anno 2010 entschied - gegen alle unteren Instanzen -, daß das Geld rechtmäßig der Familie Duvalier gehöre, da deren Straftaten "verjährt" seien (mit Verlaub eine hanebüchende Begründung, wenn sich Dikigoros diese Anmerkung erlauben darf: Solange die Duvaliers an der Macht waren, war der Lauf der Verjährungsfrist doch wohl gehemmt!) und freigegeben werden müsse. Die Schweizer Regierung setzte sich jedoch souverän über jenes Urteil hinweg (mit der Begründung, es liege ein "Notstand" vor - das war mit Verlaub noch hanebüchender***) und verfügte die Auszahlung nach Haïti.
Die Sache machte einen Riesenskandal, der weit über die Grenzen der Schweiz hinaus ging. Abgesehen davon, daß der Ruf sowohl der Schweizer Justiz (wegen des BG-Urteils) als auch der Schweiz als Rechtsstaat (wegen dessen Ignorierung durch die Regierung) schweren Schaden nahm, verloren die Banken - von denen die Schweiz schließlich lebte, seit Kuckucks- u.a. Uhren billiger aus Fernost und "Emmentaler" Käse aus dem Allgäu kam - um das Linsengericht von 7,6 Millionen politisch korrekt vergebener Fränkli hunderte Milliarden an Einlagen, die nun anderswo "recycled" werden.
***Dikigoros hat darüber mal mit einem Schweizer Kollegen gesprochen. (Nein, nicht mit einem, der die Duvaliers in jener Sache vertreten hat, sondern mit einem, der daran völlig unbeteiligt war, sich aber große Sorgen macht, daß die Stiftung Focus on Hope ob dieser blöden Geschichte ihren Sitz aus der Schweiz weg verlegen könnte - die Familie kann nämlich auch nicht mehr genau belegen, aus welchen "rechtmäßigen" Plattenverkäufen und/oder Konzertauftritten jedes einzelne Fränkli und Räppli ihres Vermögens stammt; aber das ist
eine andere Geschichte,
und es dürfte nicht die einzige Stiftung sein, die mit diesem Gedanken spielt :-)
"Weißt du, Niko, selbst wenn du dich irren solltest und die Erdbebenschäden auf Haïti wären nicht maßlos übertrieben und das Geld würde nicht in den Taschen der Clintons verschwinden - es geht doch ums Prinzip. Wieso ist Notstand in der Schweiz, wenn irgendwo am anderen Ende der Welt Erdbeben ist? Stell dir vor, demnächst schluckt Rotchina Taiwan und verlangt von den Schweizer Banken Auslieferung aller Guthaben von Taiwanesen, welche die hier in Sicherheit gebracht zu haben glauben - davon gibt es übrigens dem Vernehmen nach so einige. Und wenn die Gerichte nein sagen, aber die Regierung sagt: In China ist gerade ein Sack Reis umgefallen, oder meinetwegen auch zweie, deshalb ist Hungersnot und mithin Notstand, also liefern wir, egal wie das Bundesgericht geurteilt hat, alle Gelder an die Rotchinesen aus?!?" Da konnte Dikigoros nur schweigend bei sich denken: In der BRDDR wäre so etwas nicht möglich, denn deren oberste Gerichte sind ja streng nach Parteibuch besetzt; die Richter würden also niemals gegen die Regierung entscheiden - ein sehr beruhigendes Gefühl!
Nachtrag: Anno 2022 setzte die Schweizer Regierung noch eins drauf, als sie die Guthaben russischer Privatpersonen
("Oligarchen"
- bis dahin eine Bezeichnung für Regierungsbonzen wie die in Bern :-) auf Schweizer Banken "einfror". Als sie begriff, was sie damit angerichtet hatte, ruderte sie schnell zurück; aber der Schaden war getan. (Wer einmal raubt, dem glaubt man nicht... und vertraut ihm vor allem kein Geld mehr an - Kapital ist ein scheues Reh :-) Im März 2023 brach das Schweizer Bankensystem zusammen; einige machten dicht, andere wurden "geschluckt", die übrigen konnten nur noch mit künstlicher Beatmung durch staatliche Intervention mit Steuergeldern mühsam am Leben erhalten werden. Der internationale Finanzplatz Schweiz aber war tot - und sein Totengräber hieß nicht Duvalier!
![[Totengräber Bundesrat]](cardenasfossoyeur.jpg)
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