Isoroku Yamamoto

[geb. Isoroku Takano]

(1884 - 1943)*

[Isoroku Yamamoto]

Tabellarischer Lebenslauf
zusammengestellt von
Nikolas Dikigoros

1884
04. April: Isoroku Takano** wird in Nagaoka als 6. Kind eines ehemaligen Samurai geboren.
(Zwielichtige Kreise hatten 1867-69 den Shōgun gestürzt und an seiner Stelle ihre Marionette, den Tenno - der bis dahin "nur" ein religiöses Oberhaupt, ähnlich wie der Papst, war - auch zum weltlichen Herrscher gemacht. 1871-77 verloren die Samurai, unabhängig davon, ob sie für den Shōgun gekämpft hatten oder nicht, ihre militärischen, gesellschaftlichen und wirtschaftliche Positionen. Isorokus Vater muß sich als Schwertschmied durchschlagen - einst ein angesehener Beruf, aber im Zeitalter der Feuerwaffen eine fast brotlose Kunst.)

1890-94
Isoroku wird von christlichen Missionaren erzogen, bei denen er auch die englische Sprache erlernt.

1894-1901
Isoroku besucht die Realschule in Nagaoka.

1901
Isoroku wird in die Marine-Akademie Eta (einer preußischen Kadettenanstalt entsprechend) aufgenommen.

1904
Februar: Nach Auseinandersetzungen um Korea und die Mandschurei eröffnet Japan den Krieg gegen das Tsarenreich mit einem nächtlichen Überraschungsangriff auf den Hafen von Pt. Arthur, bei dem die russische Ostasien-Flotte vernichtet wird.
November: Isoroku schließt seine Ausbildung ab und wird zum Fähnrich zur See*** befördert.

1905
Januar: Isoroku wird dem Kreuzer Nisshin zugewiesen.


Mai: Isoroku nimmt an der Seeschlacht vor Tsushima teil, in der auch die um die halbe Welt heran geführte russische Ostsee-Flotte vernichtet wird.****
Er wird verwundet und verliert Zeige- und Mittelfinger der linken Hand.
August: Isoroku wird zum Leutnant z.S. befördert und auf die Marine-Artillerie-Schule Sasebo abkommandiert.
September: Im Frieden von Portsmouth verhindern die USA und das Deutsche Reich - dessen Kaiser Wilhelm II seinem Vetter, dem russischen Tsaren Nikolaj II, etwas Gutes tun will,***** daß Japan mehr erhält als den Süden der damals so gut wie wertlosen - die Bodenschätze sind noch nicht entdeckt - Halbinsel Sachalin ("Karafuto") und das Protektorat über Korea.

1907
Juli: Japan - vom deutschen Verhalten schwer enttäuscht - schließt mit dem Tsarenreich einen Vertrag über die Abgrenzung der Interessensfären in Ostasien: Rußland erhält die Nord-Mandschurei, Japan die Süd-Mandschurei und Korea.
August: Japans Verbündeter Großbritannien zieht nach und verständigt sich mit dem Tsarenreich über die Abgrenzung der Interessensfären in Südasien: Rußland erhält den Nord-Iran, England den Südost-Iran und Afģānistān.
Japan ist damit de facto in die "Entente cordiale" zwischen Großbritannien, Frankreich und dem Tsarenreich eingebunden; die Fronten für den herauf ziehenden Ersten Weltkrieg zeichnen sich ab.
September: Isoroku wird zum Oberleutnant z.S. befördert.

1908
Isoroku nimmt an der Amerika-Fahrt des Kreuzers Aso teil.
1909
Oktober: Isoroku wird zum Kapitänleutnant befördert.

1910
August: Japan annektiert Korea.

1912
Isoroku wird auf den Kreuzer Niitaka versetzt.


1913-15
Isoroku absolviert den Stabsoffizierslehrgang an der Marinehochschule Tsukiji.

1914-18
Im Ersten Weltkrieg gewinnt Japan die deutschen Kolonien in China (Kiautschou) und im Pazifik (Deutsch-Ozeanien).

1915
Dezember: Isoroku wird zum Korvettenkapitän befördert.

1916
Isoroku - dessen Eltern beide 1912 verstorben sind - läßt sich von der kinderlosen Familie Yamamoto adoptieren.

1918
August: Yamamoto heiratet Reiko Mihashi.******

[Hochzeitsfoto]

1919
März: Yamamoto wird für zwei Jahre an die US-amerikanische Universität Harvard abkommandiert - offiziell, um seine Kenntnisse der englischen Sprache zu vertiefen (was er gar nicht nötig hat) und Erdölwirtschaft zu studieren.
Tatsächlich beschäftigt er sich mit dem Besuch von Automobil- und Flugzeugfabriken und gewinnt die Überzeugung, daß der nächste Krieg durch letztere entschieden werden wird.
Dezember: Die USA und Japan schließen einen Handelsvertrag mit Meistbegünstigungsklausel.

1921
April: Yamamoto wird - rückwirkend per Dezember 1919 - zum Fregattenkapitän befördert und zum Dozenten an der Marinehochschule Tsukiji ernannt.

1922
Yamamoto wird 1. Offizier auf dem erst 1921 in Dienst gestellten schnellen Kreuzer Kitakami.


1923
März: Yamamoto nimmt an der Europareise des Admirals Ide Kenji teil.
Dezember: Yamamoto wird zum Kapitän z.S. befördert und zum Kommandanten der Fuji ernannt.
(Es handelt sich um ein [ver]alte[te]s Schlachtschiff vom Baujahr 1897.)


1924-25
Yamamoto wird an die Marinefliegerschule Kasumigaura versetzt und nach wenigen Monaten zu deren Direktor ernannt.
Er bildet eine schlagkräftige Truppe von Piloten für Flugzeugträger aus.

1925-28
Yamamoto ist Marine-Attaché an der japanischen Botschaft in Washington D.C. Er kehrt mit folgenden Erkenntnissen heim:
  1. Japan ist den USA militärisch fast hoffnungslos unterlegen; einen Krieg zu riskieren wäre demnach ein unverantwortliches Va-banque-Spiel.
  2. Etwas anderes könnte nur gelten, wenn es gelänge, die Pazifikflotte der USA durch einen Überraschungsschlag - ähnlich dem gegen die russische Pazifikflotte 1904 - komplett auszuschalten. Solange diese aber in Kalifornien vor Anker liegt, ist dies nicht machbar.
  3. Ausschalten könnte man allenfalls den kleinen Flottenverband im Vorposten Pearl Harbor (Hawaii).******* Das würde die USA indes nicht hinreichend schwächen.

1928
Dezember: Yamamoto wird Kommandant der erst 1927 in Dienst gestellten Akagi.
(Der Flugzeugträger ist damals der modernste seiner Art im Pazifik.)


Die z.T. katastrofalen Manöver-Verluste an Flugzeugen und Piloten (bis zu 100%) tun seiner Karriere keinen Abbruch.

1929
November: Yamamoto wird zum Konteradmiral befördert und Abteilungsleiter im Marine-Ministerium, zuständig für Technik und Ausbildung der Marinefliegerei.

1930
Yamamoto nimmt an der Londoner Flottenkonferenz teil.
(Über deren Ergebnis und dessen zeitgenössische Bewertung kann man rückblickend nur den Kopf schütteln: Die USA und Großbritannien billigten Japan zwar "nur" 70% ihrer eigenen Flottenstärke zu - worob sich gewisse Marinekreise gewaltig aufregten -; Unterseeboote und Flugzeugträger - von denen sich die Angelsachsen nicht allzu viel versprachen - waren von dieser Regelung jedoch ausdrücklich ausgenommen.)
Auch das als "Niederlage" gewertete Ergebnis der Konferenz schadet Yamamoto nicht; der Tenno setzt sich vielmehr ausdrücklich für die Ratifizierung des Abkommens ein.

1931
September: Japan beginnt mit der Besetzung der Mandschurei. Das Heer gewinnt auf Kosten der Marine an politischem Einfluß.

1933
Oktober: Yamamoto wird zum Kommandeur der 1. Flugzeugträger-Division ernannt.

1934
November: Yamamoto wird zum Vizeadmiral befördert.
Dezember: Eine neuerliche Flottenkonferenz in London, auf der Japan wieder von Yamamoto vertreten wird, scheitert an der Weigerung der USA und Großbritanniens, Japan volle Gleichberechtigung bei der Flottenrüstung einzuräumen.

1935
Yamamoto wird Inspekteur der Marineluftwaffe.

1936
Februar: Ein Putschversuch von Armee-Offizieren scheitert; danach gewinnt die Marine wieder an politischem Einfluß.
November: Deutschland und Japan schließen den - gegen die Sowjet-Union gerichteten - "Antikominternpakt".
Dezember: Yamamoto wird stellvertretender Marineminister.

1937
April: Der chinesisch-japanische Krieg beginnt.
Oktober: US-Präsident Roosevelt reagiert mit einer üblen Hetzrede gegen Japan und das Deutsche Reich, denen er absurde "Welteroberungspläne" unterstellt, wie sie in Wahrheit nur die USA - nicht erst seit der Präsidentschaft von "Rule-the-World", wie er hinter vorgehaltener Hand genannt wird - selber hegen und zu diesem Zweck konsequent auf einen neuerlichen Weltkrieg hin arbeiten.


1939
August: Durch den Abschluß des Deutsch-Sowjetischen Nichtangriffspakts fühlt sich Japan - das zuvor nicht informiert wurde - zwar vor den Kopf gestoßen, macht aber gute Miene zum bösen Spiel und schließt ebenfalls einen Nichtangriffspakt mit der Sowjet-Union.
September: Nach Beginn des Polenfeldzugs erklären Großbritannien und Frankreich dem Deutschen Reich den Krieg. Yamamoto wird zum Oberbefehlshaber der japanischen Flotte ernannt.

1940
Januar: Die USA lehnen eine Erneuerung des nach 20 Jahren ausgelaufenen Handelsvertrags mit Japan ab.
Februar: Die USA stellen ihre - vorübergehend aufgelöste - Pazifikflotte neu zusammen aus 3 Flugzeugträgern, 9 Schlachtschiffen sowie zahlreichen Kreuzern, Zerstörern und kleineren Einheiten.
Mai/Juni: Die USA verlegen ihre Pazifikflotte von Kalifornien nach Pearl Harbor. Yamamoto beginnt daraufhin mit der Ausarbeitung von Planspielen zum Angriff auf dieselbe.*******
September: Deutschland, Japan und Italien schließen ein im Reich als "Dreimächtepakt" bezeichnetes Bündnis. Japan läßt sich von der neuen französischen ("Vichy"-)Regierung Stützpunkte in Indochina einräumen. Die USA erlassen daraufhin ein Ausfuhrverbot für Stahl und Eisen nach Japan.
November: Yamamoto wird zum Admiral befördert. Roosevelt wird - mit dem Versprechen, die USA aus dem Krieg herauszuhalten - erneu zum US-Präsidenten gewählt. Nun braucht er sich keine Beschränkungen mehr aufzuerlegen. Er läßt die Einweisung aller japanischstämmiger US-Amerikaner in Konzentrationslager vorbereiten.

1941
Januar-März: Auf einer Geheimkonferenz in Washington D.C. einigen sich der britische und der US-amerikanische Generalstab auf eine gemeinsame Kriegsführung: Erst soll Deutschland besiegt werden ("Germany first"), dann Japan.
Juli: Roosevelt läßt alle japanischen Vermögenswerte in den USA "einfrieren", d.h. enteignen.
August: Die USA erlassen ein Ausfuhrverbot für Flugbenzin nach Japan. In der "Atlantik-Charta" erklären sie offen ihre Kriegsabsichten gegen Deutschland, Italien und Japan.
September: Mit der "Shoot-on-sight-order" treten die USA in den Krieg gegen Deutschland und Italien ein.
Oktober: General Hideki Tōjō wird Premierminister. Er bemüht sich, den Konflikt mit den USA auf dem Verhandlungsweg beizulegen, bis er erkennt, daß Roosevelt omnimodo facturus, d.h. fest zum Krieg gegen Japan entschlossen ist.
(Das ist angesichts der Note des Außenministers Hull vom 26.11. auch kaum zu verkennen: Die USA wollen China und Französisch-Indochina für sich - zumindest wirtschaftlich. Was Tōjō nicht erkennt ist, daß die USA den Funkcode der Japaner entschlüsselt haben und daher über alle ihre Schritte im Voraus informiert sind.)
Trotz persönlicher Differenzen mit Yamamoto kommt er auf dessen Plan zu einem Präventivschlag gegen Pearl Harbor zurück. Yamamoto - der ebenfalls erkannt hat, daß der Krieg unvermeidlich ist - ist zwar noch immer skeptisch bezüglich der Erfolgsaussichten, hält sie jedoch für größer als wenn man einen US-amerikanischen Angriff abwarten würde. Aus den Planspielen wird ein konkreter Angriffsplan.
07. Dezember: Japan greift mit sechs Flugzeugträgern Pearl Harbor an.
Der Angriff wird - ähnlich wie der Angriff des deutschen U-Boot-Kommandanten Günther Prien im Oktober 1939 auf den britischen Flottenstützpunkt Scapa Flow - sowohl militärisch als auch propagandistisch ein voller Mißerfolg: Zwar werden vier der dort vor Anker liegenden Schlachtschiffe versenkt (allerdings nur in seichtem Gewässer, so daß sie schnell gehoben und repariert werden können) und vier weitere beschädigt; aber da Roosevelt über den japanischen Angriff vorab in allen Einzelheiten informiert war, hat er die drei Flugzeugträger rechtzeitig abgezogen und nur die im modernen Krieg bedeutungslosen Schlachtschiffe bewußt geopfert, um die Stimmung in den USA kriegsreif zu machen.


Hinzu kommt das Versagen des mit der Leitung der Operation vor Ort betrauten Vizeadmirals Nagumo Chūichi, der nur zwei von drei geplanten Angriffswellen fliegen läßt - so daß die Werften und Erdöllager auf Hawaii intakt bleiben - und den für den Rückweg vorgesehen Angriff auf die Midway-Inseln ganz unterläßt. (Seine Ausrede: "schlechtes Wetter und Einbruch der Dunkelheit". Dabei hatte Yamamoto gerade die Angriffe bei schlechtem Wetter und bei Dunkelheit ausgiebig - und unter z.T. hohen Verlusten, s.o. - üben lassen.)
Yamamoto erkennt, daß der Krieg verloren ist, sieht jedoch keine Möglichkeit, jetzt noch einen Frieden zu erreichen.
Die japanische Propaganda ficht das indes nicht an. Sie stellt - wiederum eine Parallele zum Fall Prien - den verpatzten Angriff als großen Erfolg dar; die Verantwortlichen werden statt mit Disziplinar-Verfahren mit Orden und Ehrenzeichen überhäuft.


1942
Juni: In der Seeschlacht bei den Midway-Inseln wird die japanische Flotte von eigentlich unterlegenen US-Kräften vernichtend geschlagen. Sie verliert ihre besten Flugzeugträger und Piloten.
(Noch immer erkennt Yamamoto die Ursache - den geknackten Funkcode - nicht: Die Japaner pflegten - in bodenlosem Leichtsinn - alle ihre Flugzeuge gleichzeitig aufzutanken; die Amerikaner brauchten sie nur abzuhören und abzuwarten, bis sie allesamt an Deck waren und dann einen Überraschungsangriff zu fliegen.)
Die japanische Propaganda kehrt auch diesen Mißerfolg unter den Teppich und spricht von einer "unentschiedenen" Schlacht.

1943
18. April: Nach der - ebenfalls verlorenen - Schlacht von Guadalcanal bricht Yamamoto zu einem Inspektionsflug in den Südpazifik auf. Die US-Funker hören mit und setzen eine Staffel Jagdflugzeuge auf ihn an. Über Bougainville wird er abgeschossen und tödlich verwundet.
05. Juni: Yamamoto erhält ein Staatsbegräbnis, wird posthum zum Großadmiral befördert und mit Orden behängt. (Auch die deutschen Verbündeten entblöden sich nicht beehren sich, ihm das Ritterkreuz mit Eichenlaub und Schwertern zu verleihen.)


*Dikigoros widersteht der Versuchung, anstelle des schwarz-weiß-Fotos das nachcolorierte Portrait an den Anfang zu stellen; er will es seinen Lesern gleichwohl nicht vorenthalten:

**Isoroku ist der Rufname, Takano der Familienname. Im Japanischen ist ersterer der Nach-, letzterer der Vorname; man sagt also "Takano Isoroku". Dikigoros bleibt hier jedoch bei der in Deutschland üblichen Reihenfolge.

***Die Rangliste der japanischen Marine ist kürzer als die der deutschen. Es gibt keinen "Seekadetten" und/oder "Säbelfähnrich", sondern nur den "Kaigun Shōi Kōhosei [Leutnantsanwärter z.S.]".

****Ein Erfolg, auf den die Japaner heute noch stolz sind, und der den Sieger, Admiral Heihachirō Tōgō, zum Nationalhelden macht. Für den Kriegsausgang war die Schlacht vor Tshushima indes völlig unerheblich, da Pt. Arthur inzwischen schon gefallen war. Auch militärisch war sie keine besondere Heldentat. Die russischen Seestreitkräfte waren zwar bis zum Kriegsausbruch die zweitgrößten der Welt (nach denen Großbritanniens); die Größe sagte aber nicht viel über die Stärke aus - viele [ver]alt[tet]e Schiffe der Ostseeflotte waren eigentlich schon eingemottet außer Dienst gestellt worden und der Kampfführung eher hinderlich als förderlich.

*****Dies geschah gegen den ausdrücklichen Rat des deutschen Generalstabs, der auf einen Präventivkrieg gegen das mit Rußland verbündete Frankreich drängte. Dadurch, daß Wilhelm diesen militärisch und diplomatisch außergewöhnlich günstigen Moment verstreichen ließ, verpaßte er die letzte Gelegenheit, einem Weltkrieg zuvor zu kommen, der für Deutschland 1914 nicht mehr zu gewinnen war.

******Über die Motive für diese Eheschließung ist viel spekuliert worden - vor allem im Ausland. Yamamoto hatte zuvor zwei ihm von der lieben (neuen) Verwandtschaft vorgestellte Kandidatinnen abgelehnt - was durchaus unüblich war - und mußte nunmehr die Vermittlungsdienste eines Kameraden von der Kriegshochschule in Anspruch nehmen. Böse Zungen behaupten, er habe Reiko - die als Tochter eines Rinderzüchters für einen Samurau, und zumal einen Yamamoto, eigentlich nicht standesgemäß sei, nur geheiratet, weil er sonst keine Frau gefunden hätte, die kleiner war als er selber, und die Ehe sei unglücklich gewesen.
All das hält einer nüchternen Betrachtung indes nicht stand: Erstens gab es - jedenfalls offiziell - keine Samurai mehr. Zweitens war Isoroku kein "echter" Yamamoto. Drittens konnte ein verarmter Ex-Samurai - zumal wenn er, wie Isoroku, ein notorischer Spieler war - eine ordentliche Mitgift immer gut brauchen, denn das Offiziersgehalt war in Japan ähnlich knapp bemessen wie in Preußen, und Rinderzüchter ist in Japan ein lukrativer Beruf - Rindfleisch war und ist dort, je nach Qualität, 10-20mal so teuer wie in Europa oder Amerika. Viertens gab es in Japan Frauen, die unter 1,58 m waren, damals wie Sand am Meer. (Die durchschnittliche Körpergröße der Japanerinnen sollte erst in den 1960er Jahren über 1,60 m steigen.) Und fünftens kann die Ehe ganz so unglücklich nicht gewesen sein, denn aus ihr gingen immerhin vier Kinder (zwei Söhne und zwei Töchter) hervor.

*******Yamamoto hatte möglicherweise das 1925 erschienene Buch "The Great Pacific War" von Hector C. Bywater gelesen, der davon ausging, daß die Japaner 1931 den Stützpunkt Pearl Harbor angreifen und den dort liegenden Flottenverband vernichten würden.

Wenn, dann jedenfalls nicht mit der gebotenen Aufmerksamkeit: Bywater hatte voraus gesagt, daß die Japaner auch den Panama-Kanal angreifen würden. Ohne dessen Zerstörung konnten die USA ihre Atlantik-Flotte leicht in den Pazifik verlegen - in einem Bruchteil der Zeit, welche die Russen 1905 benötigt hatten, um ihre Ostseeflotte nach Fernost zu überführen. In Anbetracht der Atlantik-Charta mochte man das für unwahrscheinlich halten; ausschließen konnte man es jedoch nicht.


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