Hideki TŌJŌ

30.12.1884 - 23.12.1948

[Hideki Tōjō mit Brille (er war stark kurzsichtig)]

Tabellarischer Lebenslauf
zusammengestellt von
Nikolas Dikigoros

1884
30. Dezember: Hideki Tōjō* wird als Sohn der Eheleute Hidenori und Chitose Tōjō in Kōjimachi (einem Stadtbezirk von Tōkyō) geboren.
Man liest bisweilen, sein Vater sei "nur ein niederrangiger" ehemaliger** Samurai" gewesen. Das ist irreführend. Er mag kein hochrangiger Samurai gewesen sein - aber als solcher wäre er gar nicht in die neue kaiserliche Armee aufgenommen worden. Er war zwar zur Zeit von Hidekis Geburt "nur" Subalternoffizier; aber das lag am Anciennitätsprinzip - das in Japan noch bis Ende des 20. Jahrhunderts fast sakrosankt war, nicht nur beim Militär -; er sollte später bis zum Generalleutnant aufsteigen. Auch die Aussage, Hideki sei der "3." Sohn gewesenn, ist irreführend. Tatsächlich war er bei seiner Geburt der einzige Sohn, da seine beiden älteren Brüder bereits vorverstorben waren. (Meist wird auch vergessen zu erwähnen, daß er sieben Schwestern hatte - allesamt jünger als er.)

1899
Hideki tritt in die Kadettenanstalt des Heeres ein.

1904
Februar: Nach Auseinandersetzungen um Korea und die Mandschurei eröffnet Japan den Krieg gegen das Tsarenreich mit einem nächtlichen Überraschungsangriff auf Pt. Arthur, dessen Eroberung - unter extrem hohen Verlusten, vor allem durch blindes Anrennen gegen Maschinengewehrfeuer - vorentscheidend für den Kriegsausgang ist.

1905
März: Tōjō schließt seine Kadettenausbildung ab und wird zum Leutnant befördert.
September: Im Frieden von Portsmouth verhindern die USA und das Deutsche Reich - dessen Kaiser Wilhelm II seinem Vetter, dem russischen Tsaren Nikolaj II, etwas Gutes tun will, daß Japan mehr erhält als den Süden der damals so gut wie wertlosen - die Bodenschätze sind noch nicht entdeckt - Halbinsel Sachalin ("Karafuto") und das Protektorat über Korea.

1907
Juli: Japan - vom deutschen Verhalten schwer enttäuscht - schließt mit dem Tsarenreich einen Vertrag über die Abgrenzung der Interessensfären in Ostasien: Rußland erhält die Nord-Mandschurei, Japan die Süd-Mandschurei und Korea.
August: Japans Verbündeter Großbritannien zieht nach und verständigt sich mit dem Tsarenreich über die Abgrenzung der Interessensfären in Südasien: Rußland erhält den Nord-Iran, England den Südost-Iran und Afģānistān.
Japan ist damit de facto in die "Entente cordiale" zwischen Großbritannien, Frankreich und dem Tsarenreich eingebunden; die Fronten für den herauf ziehenden Weltkrieg zeichnen sich ab.

1909
Tōjō heiratet Katsuko Itō [1890-1982].***

1910
August: Japan annektiert Korea.

1914-18
Im Ersten Weltkrieg gewinnt Japan die deutschen Schutzgebiete in China (Kiautschou) und im Pazifik (Deutsch-Ozeanien).

1915
Tōjō wird zum Hauptmann befördert.
Er absolviert die Generalstabsausbildung an der Kriegsakademie.

1918/1919
Tōjō ist Teil des japanischen Expeditionskorps in Rußland, das die "Weißen" unterstützt, die vergeblich zu verhindern suchen, daß sich an Stelle des Tsarenreichs die Sowjet-Union bildet.

1919-21
Tōjō ist Militär-Attaché an der japanischen Botschaft in Berlin. Dort erlebt er hautnah das Chaos mit, das eine schwache, "demokratische" Regierung hervor rufen kann.

1922
Auf seiner Rückreise nach Japan durch die USA gewinnt Tōjō von den Amerikanern einen äußerst negativen Eindruck; er hält sie für materialistische Schlappschwänze.
Wieder zuhause wird Tōjō zum Major befördert.

1928
Tōjō wird zum Oberst befördert und zum Kommandeur des 8. Infanterie-Regiments ernannt.

1931
September: Japan beginnt mit der Besetzung der Mandschurei.

1934
Tōjō wird zum Generalmajor befördert und Leiter der Personalabteilung im Heeresministerium.

1935
September: Tōjō wird zum Generalleutnant befördert und zur Kwantung-Armee in die Mandschurei versetzt.

1936
Februar: Ein Putschversuch von Armee-Offizieren scheitert. Tōjō - der diesem fern geblieben ist - wird mit der Aufspürung und Aburteilung der Verantwortlichen beauftragt.
November: Deutschland und Japan schließen den - gegen die Sowjet-Union gerichteten - "Antikominternpakt".

1937
April: Der chinesisch-japanische Krieg beginnt. Tōjō wird zum General befördert und zum Generalstabschef der Kwangung-Armee ernannt.
Oktober: US-Präsident Roosevelt reagiert mit einer üblen Hetzrede gegen Japan und das Deutsche Reich, denen er absurde "Welteroberungspläne" unterstellt, die in Wahrheit nur die USA selber hegen. Von da an arbeitet er konsequent auf einen neuen Weltkrieg hin.

[Die USA greifen nach der Weltherrschaft] [Roosevelts Kreuzzug gegen den Frieden]

1938
Mai: Tōjō wird Stellvertretender Kriegsminister.
Dezember: Tōjō wird zugleich General-Inspekteur der Heeresflieger.

1939
August: Durch den Abschluß des Deutsch-Sowjetischen Nichtangriffspakts fühlt sich Japan - das zuvor nicht informiert wurde - zwar vor den Kopf gestoßen, macht aber gute Miene zum bösen Spiel und schließt ebenfalls einen Nichtangriffspakt mit der Sowjet-Union.
September: Nach Beginn des Polenfeldzugs erklären Großbritannien und Frankreich dem Deutschen Reich den Krieg.

1940
Januar: Die USA verlängern den nach 30 Jahren auslaufenden Handelsvertrag mit Japan nicht.
Februar: Die USA stellen ihre - vorübergehend aufgelöste - Pazifikflotte neu zusammen aus 3 Flugzeugträgern, 9 Schlachtschiffen sowie zahlreichen Kreuzern, Zerstörern und kleineren Einheiten.
Mai/Juni: Die USA verlegen ihre Pazifikflotte von Kalifornien nach Pearl Harbor.
Juli: Tōjō wird Kriegsminister.
September: Japan läßt sich von der neuen französischen ("Vichy"-)Regierung Stützpunkte in Indochina einräumen. Die USA erlassen daraufhin ein Ausfuhrverbot für Stahl und Eisen nach Japan.
November: Roosevelt wird - mit dem Versprechen, die USA aus dem Krieg herauszuhalten - erneut zum US-Präsidenten gewählt. Nun braucht er sich keine Beschränkungen mehr aufzuerlegen.

1941
Januar-März: Auf einer Geheimkonferenz in Washington D.C. einigen sich der britische und der US-amerikanische Generalstab auf eine gemeinsame Kriegsführung: Erst soll Deutschland besiegt werden ("Germany first"), dann Japan.
Juli: Roosevelt läßt alle japanischen Vermögenswerte in den USA "einfrieren", d.h. enteignen.
August: Die USA erlassen ein Ausfuhrverbot für Flugbenzin nach Japan. In der "Atlantik-Charta" erklären sie offen ihre Kriegsabsichten gegen Deutschland, Italien und Japan.
September: Mit der "Shoot-on-sight-order" treten die USA in den Krieg gegen Deutschland und Italien ein.
Oktober: Tōjō wird Premierminister.
Als solcher bemüht er sich, den Konflikt mit den USA auf dem Verhandlungsweg beizulegen, bis er erkennt, daß Roosevelt omnimodo facturus, d.h. fest zum Krieg gegen Japan entschlossen ist.
(Das ist angesichts der Note des Außenministers Hull vom 26. November auch kaum zu verkennen: Die USA wollen China und Französisch-Indochina für sich - zumindest wirtschaftlich.)
Was Tōjō nicht erkennt ist, daß die USA den Funkcode der Japaner entschlüsselt haben und daher über alle ihre Schritte im Voraus informiert sind.
Trotz persönlicher Differenzen mit Admiral Isoroku Yamamoto greift Tōjō auf dessen Plan zu einem Präventivschlag gegen die US-Pazifikflotte in Pearl Harbor zurück.
07. Dezember: Japan greift mit sechs Flugzeugträgern Pearl Harbor an.
Der Angriff wird - ähnlich wie der Angriff des deutschen U-Boot-Kommandanten Günther Prien im Oktober 1939 auf den britischen Flottenstützpunkt Scapa Flow - sowohl militärisch als auch propagandistisch ein voller Mißerfolg: Zwar werden vier der dort vor Anker liegenden Schlachtschiffe versenkt (allerdings nur in seichtem Gewässer, so daß sie schnell gehoben und repariert werden können) und vier weitere beschädigt; aber da Roosevelt über den japanischen Angriff vorab in allen Einzelheiten informiert war, hat er die drei Flugzeugträger rechtzeitig abgezogen und nur die im modernen Krieg bedeutungslosen Schlachtschiffe bewußt geopfert, um die Stimmung in den USA kriegsreif zu machen.


Hinzu kommt das Versagen des mit der Leitung der Operation vor Ort betrauten Vizeadmirals Nagumo Chūichi, der nur zwei von drei geplanten Angriffswellen fliegen läßt - so daß die Werften und Erdöllager auf Hawaii intakt bleiben - und den für den Rückweg vorgesehen Angriff auf die Midway-Inseln ganz unterläßt.
Yamamoto erkennt, daß der Krieg somit bereits am ersten Tag verloren ist, egal wie viele schlecht oder gar nicht verteidigte Kolonien der Europäer und Amerikaner in Asien man auch besetzen mag.
Dikigoros geht hier nicht weiter auf diese Aktionen ein. (Er referiert sie jeweils mehr oder weniger ausführlich bei den Lebensläufen der Politiker jener Länder.)
Dagegen will Tōjō das nicht wahr haben und den Krieg bis zum Endsieg weiter führen.

1942
Juni: In der Seeschlacht bei den Midway-Inseln wird die japanische Flotte von eigentlich unterlegenen US-Kräften vernichtend geschlagen. Sie verliert ihre besten Flugzeugträger und Piloten.

1943
Januar: Auf einer geheimen Konferenz in Casablanca stellen Roosevelt und Churchill klar, daß sie keinen "normalen" Krieg gegen irgendwelche Politiker oder Ideologien führen - entgegen ihrer offiziellen Propaganda, wonach sie den "Rassismus" bekämpften, von dem sie die Deutschen und Japaner "befreien" wollten -, sondern einen Vernichtungskrieg gegen das deutsche und das japanische Volk, und zwar unabhängig von der Staatsangehörigkeit, allein nach rassischen Kriterien.
(Bereits im Dezember 1941 hatte Roosevelt die Verschleppung aller japanisch-stämmigen US-Amerikaner - eine knappe Million - ins Landesinnere und ihre Einweisung in Konzentrationslager ["Internment Camps"] angeordnet; im Mai 1942 war die "ethnische Säuberung" Kaliforniens und Oregons - wo die meisten von ihnen lebten - weitgehend abgeschlossen.)****
April: Auch die mehrere Monate währende Schlacht von Guadalcanal geht für Japan verloren.

1944
Januar-Juni: Die Japaner verlieren auch die langwierige Schlacht um die Marshall-Inseln. Dabei fallen ihre letzten erfahrenen Kampfpiloten.
Juni: In der Schlacht um die Marianen kann Japan nur noch halb-ausgebildete Nachwuchspiloten einsetzen, die fast ausnahmslos fallen - die USA sprechen spöttisch von einem "Truthahnschießen".
Danach bleibt Japan nur noch der Einsatz von Selbstmord-Bombern ("Kamikaze [Götterwind]", benannt nach dem legendären Sturm, der im Mittelalter eine chinesische Invasionsflotte entscheidend geschwächt haben soll).
Juli: Nach all diesen Mißerfolgen muß Tōjō als Premierminister zurück treten. (Er verübt jedoch kein Seppuku - wiewohl der Ehrenkodex der Samurai das eigentlich in dieser Situation verlangt.)

1945
Januar/Februar: Bomber der U.S.A.A.F. machen während der Rückeroberung ihrer 1942 von den Japanern besetzten Kolonie "The Philippines" deren Hauptstadt Manila dem Erdboden gleich.

Manila 1945]

Anschließend töten sie die überlebenden Zivilisten als "Kollaborateure der Japaner".
Die Gesamtzahl der Opfer wird auf "ca. 500.000" bis "ca. eine Million" geschätzt. Die Hauptstadt wird bis zur Wiederbesiedlung in das auf dem Reißbrett neu gegründete Quézon City verlegt. (Es ist heute mit Manila zusammen gewachsen und wird als dessen Stadtteil verstanden.)
Später hängen die USA diesen ihren Massenmord unter dem Stichwort "Manila massacre" den Japanern an und diejenigen, denen sie die Verantwortung dafür in die Schuhe schieben - allen voran General Yamashita -, auf.
10. Februar - 10. März ("Operation Slaughterhouse [Schlachthaus]"): Die U.S.A.A.F. unter General Curtis LeMay macht in mehreren Terror-Bombardements Tōkyō dem Erdboden gleich.

[Tokyo 1945] [Der Schlächter Curtis Lemay]

Die Zahl der Todesopfer darf heute auf nicht höher als "50%" der Einwohner, maximal "500.000" geschätzt werden. (Einige Geschichtsklitterer wollen sie sogar - ähnlich wie bei Dresden - noch weiter herunter rechnen.) Tatsache ist aber, daß in der damals flächengrößten Stadt der Welt mehr als 6 Millionen Menschen lebten (und diese 6 Millionen sind echt, keine bloß "symbolische" Zahl wie die der Shoa-businessmen), die kaum eine Chance hatten, dem durch Napalm-Bomben entfachten Feuersturm lebend zu entkommen. Selbst wenn man von "nur" 50% ausgeht, macht dies Tōkyō zu der Stadt mit den meisten Todesopfern der alliierten Luftkriegsführung gegen die Zivilbevölkerung, mit weitem Abstand vor Manila, Hamburg, Dresden, Hiroshima und Nagasaki.*****
01. April (leider kein Aprilscherz): US-amerikanische Truppen landen auf Okinawa und beginnen, die Zivilbevölkerung abzuschlachten.****** Die Zahl der Opfer ist sechsstellig.
12. April: Nach Roosevelts Tod wird sein bisheriger Stellvertreter Harry S. Truman US-Präsident.
August: Obwohl Japan über die Sowjet-Union seine Kapitulationsbereitschaft mitgeteilt hat, läßt Truman - um Stalin zu imponieren - Atombomben über Hiroshima und Nagasaki abwerfen, denen jeweils ca. 300.000 Menschen - überwiegend Frauen, Kinder und Zivilisten - zum Opfer fallen.


September: Japan kapituliert; Tōjō wird den Besatzern ausgeliefert.
Diese richten in Tōkyō ein "Kriegsverbrecher-Tribunal" ein - Pendant zu seinem Namensvetter in Nürnberg -, das wie letzteres vor allem die eigenen Kriegsverbrechen verschleiern und/oder relativieren soll.
Zu diesem Zweck werden tausende Kriegsgefangene bestalisch gefoltert, um ihnen falsche Zeugenaussagen und/oder Geständnisse abzupressen zu "Kriegsverbrechen", die entweder nie begangen wurden oder an denen sie gar nicht beteiligt waren.
Im Fall von Tōjō sind dies der "Rape of Nanjing [Nanking]" und der "Todesmarsch von Bataan" (über beide Ereignisse schreibt Dikigoros an anderer Stelle ausführlicher) sowie die "Menschenversuche" der "Einheit 731". [Das erfolterte Geständnis, nicht der Tenno, sondern er selber sei der heimliche Herrscher Japans gewesen, zieht er während des Prozesses zurück.]

1948
23. Dezember: Unter diesem Vorwand wird Tōjō nach einem jahrelangen Schau-Prozeß von den Besatzern als "Hauptkriegsverbrecher" erjustizmordet.

seit 1948
Von der alliierten Hetz- und Greuel-Propaganda wird Tōjō noch auf Jahrzehnte hinaus als schlimmster aller nicht-deutschen "Kriegsverbrecher" verunglimpft, und die "Kriegsverbrecher-Prozesse" der West-Alliierten, insbesondere die der US-Amerikaner, als die fairsten und gerechtesten aller Zeiten belobhudelt - was auch von der großen Mehrheit der Japaner dankbar anerkannt worden sei.
(Einen der vielen Artikel, die das immer noch - im 21. Jahrhundert! - mit geradezu atemberaubender Chuzpe behaupten, hat Dikigoros für alle, die des Englischen mächtig sind, hier verlinkt.)
Tatsächlich glaubte das kein einziger Japaner; und selbst ein Großteil der zeitgenössichen US-amerikanischen Zeitungen bezeichnete die Tribunale als "Mickey Mouse Courts" und ihre Urteile als Rechtsbeugungen - damals gab es noch ein gewisses Maß an Pressefreiheit.
Doch das betraf in erster Linie die geradezu groteske Unfairness der Prozeßführung (über die Dikigoros an anderer Stelle schreibt). Dagegen wurden die verdrehten "Tatbestände", auf denen jene Prozesse fußten, nicht in Frage gestellt - das war Sache der Historiker, und die durften die Wahrheit nicht erforschen, geschweige denn veröffentlichen - das galt als "revisionism", was zum Schimpfwort wurde. Und als jemand darauf verwies, daß das nochmalige "Wiederanschauen" (nichts anderes bedeutet ja das lateinische Wort) historischer Fakten und Interpretationen eine, wenn nicht sogar die Hauptaufgabe der Geschichtswissenschaft sei, wurde das - jedenfalls im US-amerikanischen Sprachgebrauch - in "negationism" oder "denialiasm" umbenannt. (Auf Dummdeutsch hieß und heißt es dagegen weiterhin "Revisionismus".)

1998
Mai: In Japan läuft der Film "Pride" an.*******


Damit darf dort - in Tōjōs 50. Todesjahr - erstmals ein Film aufgeführt werden, der ihm Gerechtigkeit widerfahren läßt und die US-Amerikaner sowohl als die wahren Urheber des Krieges ("nicht wer den ersten Schuß abgibt, fängt einen Krieg an...") als auch der meisten und schlimmsten Kriegsverbrechen darstellt.********


*Hideki ist der Rufname, Tōjō der Familienname. Im Japanischen ist ersterer der Nach-, letzterer der Vorname; man sagt also "Tōjō Hideki".

Übrigens wurde Japanisch zu Tōjōs Lebzeiten von oben nach unten geschrieben - Namen auch später noch -; aber Dikigoros will seine Leser nicht unnötig verwirren, deshalb schreibt er ihn, wie heute zunehmend praktiziert, von links nach rechts.


Für sprachlich Interessierte: Der Familienname ist einfach aufzuschlüsseln: Das erste Kanji bedeutet "Osten", das zweite (heute nicht mehr gebräuchliche) Kanji setzt sich zusammen aus "Mensch" und "Ursprung", bedeutet also "von", d.h. der Familiename lautet "v. Osten". Schwieriger wird es beim Rufnamen: Das vierte Kanji - "Ki" (Nelson Nr. 2379) - steht heute allgemein für "Maschine" (früher speziell für "Webstuhl"). Das dritte Kanji (Nelson Nr. 3927 ) fällt dagegen völlig aus dem heutigen [Web-]Rahmen. Es steht für "brillant", "glänzend" - wer würde sein Kind nicht gerne so nennen? Aber es darf heute nicht mehr "hi[de]" ausgesprochen werden (wie ja auch Japan nicht mehr "Nippon" ausgesprochen werden darf, sondern nur noch "Nihon", als sei es enteiert worden), denn so bezöge es sich ja auf einen als "Kriegsverbrecher" Verurteilten. Statt dessen - ein unglaublicher Fall von Sprachvergewaltigung - muß es heute "ei" ausgesprochen und bezogen werden auf... die brillante englische Sprache! Ei-go heißt "Englisch"! (Sprache heißt auf Japanisch "go" und schreibt sich als Kanji: "5 Wörter in 2 Mündern" :-) Tōjōs viel zitierter Satz: "Ich habe keine brillanten Talente, sondern alles, was ich bin, nur durch harte Arbeit erreicht!" ist also nichts weiter als ein selbstironisches Wortspiel ("hi[de]" hat auch die Nebenbedeutung "Talent", "Begabung" :-) - aber das brauchen die doofen Gaijin ja nicht unbedingt zu wissen.

**Dieses Adjektiv hat in Japan nicht bloß eine umgangssprachliche Bedeutung. Die Samurai-Ränge waren zwar nach der Meiji-Restauration offiziell abgeschafft worden, wurden aber mit dem Vorsatz "ehemalig" weiter geführt.
(Das gleiche geschah nach dem 2. Weltkrieg mit den offiziell abgeschafften Adelstiteln. Man war dann halt kein "Graf", "Marquis" usw. mehr, sondern ein "ehemaliger Graf", "ehemaliger Marquis" usw.; auch diese "ehemaligen" Titel waren erblich und genossen das gleiche Ansehen :-)

***Manche Biografen - vor allem nicht-japanische - behaupten, Tōjō habe seine Frau nicht nur ohne Vermittlung, sondern sogar gegen den Willen seiner Familie geheiratet. Das ist wenig glaubhaft. Er hatte zwar bereits in jungen Jahren den Ruf eines "Dickkopfes", der alles, was er sich in denselben gesetzt hatte, mit besonderer Hartnäckigkeit verfolgte, bis er es erreicht hatte; aber in diesem Punkt wäre eine Grenze erreicht gewesen, die selbst er nicht überschritten hätte. Die Familien Tōjō und Itō waren seit vielen Jahren befreundet; Katsuko ging bei den Tōjō ein und aus; es bedurfte also keines von Eltern oder anderen Verwandten vermittelten "Miai". Katsuko war überdies nicht nur standesgemäß, sondern auch bildungsmäßig ebenbürtig, denn sie hatte eine höhere Schule besucht - was damals auch bei Japanerinnen aus gutem Hause nicht selbstverständlich war. (Sie ließ sich denn auch in die Erziehung der Kinder weder vom Ehemann noch von der Schwiegermutter hinein reden - das war in der Tat ungewöhnlich :-) Die Ehe hielt über seinen gewaltsamen Tod hinaus: Seine Witwe besuchte seinen Schrein täglich bis zu ihrem eigenen Tode.
Die alliierten Justizmörder hatten - wie auch in Deutschland - die Leichen der Ermordeten zu Asche verbrannt und diese 50 km von der Küste entfernt ins Meer gestreut, um zu verhindern, daß ihre Gräber zu Pilgerstätten für die Nachwelt würden. Dies in völliger Verkennung der Tatsache, daß es in Japan keine Gräber gibt, sondern Schreine, die von der Leiche des Toten völlig unabhängig sind. Auch der im Wertewesten (aber auch in China und Korea) so verhaßte Yasukuni-Schrein enthält kein einziges "Grab" im herkömmlichen Sinne.
Auch die sieben gemeinsamen Kinder blieben ihrem Vater bis über seinen Tod hinaus treu: Anders als die mißratenen Sprößlinge gewisser anderer Kriegsverlierer, insbesondere in Mitteleuropa, ließen sie sich nicht von den US-amerikanischen Besatzern zum Haß auf ihre Väter "umerziehen", sondern vertraten unerschütterlich den Standpunkt, daß nicht die Achsenmächte, sondern die West-Alliierten die Hauptschuld am Zweiten Weltkrieg trugen, und daß sie, um ihre eigenen Kriegsverbrechen vergessen zu machen, solche der Unterlegenen frei erfanden - und durch erfolterte falsche Geständnisse und/oder Zeugenaussagen "bewiesen". (Speziell im Falle Tōjō war das ja auch so offensichtlich, daß es inzwischen nicht mal mehr seriöse US-amerikanische Historiker ernsthaft bestreiten. Lediglich bis in die Geschichts- und Märchenbücher der BRDDR ist diese Erkenntnis noch nicht vorgedrungen - und in die Rotchinas darf sie nicht vordringen :-)

****Der U.S. Supreme Court der USA erklärte diese Einweisung zwar im November 1944 für verfassungswidrig; das scherte Roosvelt jedoch herzlich wenig. (Ebenso wenig wie es ihn scherte, daß die US-Verfassung eine viermalige Präsidentschaft verbot.) Er ließ alle männlichen KZ-CC-Insassen zwangsweise zum Militär einziehen und an vorderster Front verheizen; unter ihnen gab es kaum Überlebende. Die überlebenden Frauen und Kinder - knapp 100.000 - wurden zwar 1945 entlassen; sie bleiben jedoch enteignet und entrechtet. Erst Jahrzehnte später, unter US-Präsident Ronald Reagan, wurden die dann noch immer lebenden - weniger als 100 - mit einigen tausend US-$ "entschädigt". (Dikigoros erwähnt das alles, da dies ja der Lebenslauf eines Soldaten und Politiker ist, dem "Kriegsverbrechen" vorgeworfen wurden und werden.)

*****LeMay - der den Angriffsplan auch persönlich ausgearbeitet hatte - wird dafür knapp 20 Jahre später vom Tenno die höchste japanische Auszeichung, der Orden der aufgehenden Sonne I. Klasse mit Stern, Brillanten und großem Schulterband verliehen, der laut Stiftungsurkunde des Meiji Tenno von 1875 nur an Personen vergeben werden soll, "die sich in besonderem Maße um die Verbreitung der japanischen Kultur verdient gemacht haben". (Auch das erwähnt Dikigoros aus den vorgenannten Gründen, in diesem Fall um die "Belohnungen" - hier der Strick für nichts Nachweisbares, da der Orden für millionenfachen nachweislich begangenen Mord - in Relation zu setzen. Nein, nicht um zu "relativieren" - zwischen einem Massenmörder und einem Unschuldigen gibt es nichts zu relativieren!)

******In diesem Fall ist schwer zu sagen, wer "angefangen" hat, Kriegsverbrechen zu begehen. Zu letzteren zählt auch die Betätigung von Zivilisten als "Partisanen". Diese zu töten - und darüberhinaus auch diejenigen, die ihnen Unterschlupf oder sonstige Beihilfe geleistet haben - entsprach und entspricht unstreitig dem Kriegsrecht.
(Nur den Deutschen wurde dieses Recht nach 1945 abgesprochen und diejenigen, die es angewendet hatten, entweder von den alliierten Besatzern erjustizmordet oder von deren Vasallen lebenslänglich eingekerkert.)
Eine Wahrheitsfindung wird dadurch erschwert, daß beide Seiten (eigentlich waren es sogar drei, denn die Bewohner von Okinawa waren rassisch ethnisch ebenso wenig Japaner wie etwa die Taiwans, und sie fühlten sich auch nicht als solche) offensichtlich logen wie gedruckt - im wahrsten Sinne des Wortes: Die Japaner behaupteten, die getöteten Zivilisten seien kein Partisanen gewesen, sondern reguläre Kombattanten, eine Art Volkssturm, den man mangels Uniformen mit entsprechende Armbinden versehen habe. Die US-Amerikaner - statt darauf zu verweisen, daß ein solcher Stofflappen, womöglich noch bloß auf Japanisch beschriftet, völlig unbeachtlich war -, erfanden daraufhin das Märchen, daß die Zivilbevölkerung gar nicht getötet worden sei, sondern zu 'zigtausenden Selbstmord begangen habe. Und da diese Behauptung unter Besatzungsrecht nicht in Frage gestellt werden durfte, hatte ein okinawischer Schmierfink namens Ōe die Chuzpe zu schreiben, seine Landsleute seien von den bösen japanischen Militärs dazu gezwungen worden! (Er erhielt für diesen geistigen Dünnpfiff zwar nicht den Friedens-, aber immerhin den Literatur-Nobelpreis.) Und als die Behörden der Präfektur Okinawa versuchten, das Buch zu verbieten, zog er vor Gericht und... bekam Recht!
So weit der Sach- und Streitstand. Unstreitig ist nur, daß sich die Zivilbevölkerung von Okinawa mit Händen und Füßen - und Küchenmessern - gegen die Invasoren wehrte und daß auch die letzteren hohe Verluste erlitten. Der Abwurf der Atombomben wurde seitens der USA u.a. damit gerechtfertigt, daß eine Invasion der übrigen japanischen Inseln mit konventionellen, d.h. nicht-nuklearen Waffen vermutlich zu ähnlich hohen oder sogar noch höheren Verlusten geführt hätte.
Um die Ereignisse auf Okinawa vergessen zu machen, drehten die USA 1956 eine verharmlosende Filmkomödie mit dem Titel "The Teahouse of the August Moon" [dts.: "Das kleine Teehaus"], über die Dikigoros an anderer Stelle mehr schreibt. Die Insel wurde zwar 1972 formell an die Japaner zurück gegeben, die Militärbasen der US-Besatzer blieben jedoch bestehen, insbesondere Kadena Airfield, der größten Stützpunkt der U.S.A.A.F. in Asien, der bis heute eine eminent wichtige Rolle in den Planungen für einen etwaigen Krieg um die japanische Ex-Kolonie Taiwan spielt.

*******Wieder eine Anmerkung für sprachlich Interessierte: Das schreibt sich auf Japanisch weder in Kanji noch in Hiragana, sondern - da es ein nicht-chinesisches Fremdwort ist - in Katakana, und zwar wie folgt: "fu"+Kringel="pu", "ra", "i" und "to"+Ausführungsstrich="do", also "puraido", wobei das "u" und das "o" stumm sind - voilà! Noch etwas zum Untertitel: Er wird auf dem Cover der englischen DVD weg gelassen, aber auf der Rückseite mit "The Fateful Moment [Der schicksalhafte Moment]" übersetzt. Ist das korrekt? Schaun mer mal: Im Original lautet er "unmei-no shunkan". Fangen wir hinten an: Das vierte Kanji (Nelson Nr. 4.944) zeigt die Sonne zwischen zwei Torpfosten, bedeutet also "[Zeit-]Raum". Das dritte Kanji (Nelson Nr. 3.159) setzt sich zusammen aus "Auge" und "zucken", bedeutet also "blinzeln". "Moment/Augenblick" trifft es mithin exakt. "No" ist lediglich die Genitiv-Endung. Um welchen Moment geht es also? "Schicksal" ist ein wichtiges Wort, in allen Sprachen - außer im Englischen, das gar kein eigenes Wort dafür hat, sondern auf ein verballhorntes lateinisches Fremdwort zurück greift und dabei nicht mal unterscheidet, ob es ein glückliches (lat. "fas") oder ein unglückliches (lat. "nefas") Schicksal ist. (Nein, das haben nicht die Normannen aus Frankreich mitgebracht, denn auf Französisch heißt Schicksal "sort" - ebenfalls aus dem Lateinischen, aber darauf kann Dikigoros an dieser Stelle nicht auch noch eingehen.) Und im Japanischen? Nun, da gibt es - wie im Lateinischen - den Unterschied zwischen "Glück (un)" und "Un-glück (fu-un)". Und damit haben wir doch schon das das Wort für Schicksal - oder? Warum dann noch das zusätzliche "mei"? Nun, das erste Kanji (Nelson Nr. 4.725) bedeutet auch "Transport", und das ist wohl seine Grundbedeutung, denn es setzt sich zusammen aus "vorwärts gehen (oder fahren)" + "[überdachter] Wagen/Karren". Aber das ist noch nicht alles, denn ohne "vorwärts gehen" liest sich das "gun" und bedeutet "Krieg", "Armee", "Heer". (Der Soldat heißt "gunjin", wörtlich Kriegsmensch.) Es geht also um das Schicksal, das der Mensch im Krieg erleidet, je nachdem wie sich das Kriegsglück wendet. Und was ist nun mit dem zweiten Kanji (Nelson Nr. 430)? Das ist der eigentlich Knackpunkt, und das übersteigt auch Dikigoros' Vorstellungsvermögen, denn es hat so unterschiedliche - jedenfalls für sein Verständnis, aber offenbar nicht für das der Japaner - Bedeutungen wie "Leben", "Befehl" und "Schicksal" (wohlgemerkt: alle gleich geschrieben und alle gleich ausgesprochen)! In der Bedeutung "Schicksal" wäre "unmei" doppelt gemoppelt. "Befehl" würde zwar zu einem Soldaten irgendwie passen - aber wo sollte da der direkte Zusammeng sein? Nehmen wir also notgedrungen an, daß hier "Leben" gemeint ist, denn ein weiterer Untertitel - der auf dem japanischen Filmplakat nicht mit abgebildet ist - lautet: "Sie konnten ihm das Leben nehmen, aber nicht seinen Stolz." (Und der Satz ist auf dem englischen DVD-Cover nicht nur sprachlich, sondern auch sachlich kraß falsch übersetzt, denn das Tribunal der Kriegsverbrecher (die Doppeldeutigkeit dieser Übersetzung ist gewollt) nahm ihm ja nicht bloß die Freiheit, sondern eben... das Leben!

********Dikigoros formuliert das bewußt so vorsichtig, denn er referiert diese Darstellung lediglich, ohne sie sich zu eigen zu machen. Er bezweifelt nämlich, daß es "die" US-Amerikaner gibt.
(Dabei will er die grundsätzliche Frage, ob es "die" Angehörigen [irgend]einer Nation - denen man so etwas wie eine "Kollektivschuld" anhängen könnte - überhaupt gibt, außen vor lassen. Als gebürtiger Norddeutscher huldigt er dem Satz: "Es gibt überall so'ne und so'ne!")
Die USA sind keine "Nation" im herkömmlichen Sinne; sie sind vielmehr ein Konglomerat vieler früher oder später eingewanderter Völker und Stämme, genauer gesagt - wenn man denn der Inschrift auf ihrer "Freiheitsstatue" glauben darf - deren Abschaum. (Aber das ist eine andere Geschichte.) Allerdings ist ihm schon aufgefallen, daß es besonders ein Volk ist, das die meisten Kriegstreiber und Kriegsverbrecher der überlieferten Geschichte hervorgebracht hat, nämlich das, dem auch die US-Präsidenten Roosevelt und Truman angehörten. Aber das gilt nicht allein für die USA, sondern für alle Staaten der Welt, die so dumm waren, dessen Angehörige nicht nur aufzunehmen, sondern sie sogar an die Schalthebel der politischen Macht gelangen zu lassen.

Dennoch würde Dikigoros auf der abgebildeten Zitat-Tafel das "Die" weglassen und es dafür - politisch korrekt - um die weiblichen Angehörigen jenes "auserwählten" Volkes erweitern. Roosevelt z.B. war, als er seine schlimmsten Verbrechen beging, nicht nur körperlich, sondern auch geistig ein Krüppel und als solcher unzurechnungs- und somit schuldunfähig; er tat nur, was ihm seine Cousine und Ehefrau Eleanor einflüsterte auftrug. Und vergeßt nicht, daß auch Sarah Dorothea Sauer, geb. Kasner, die größte Politverbrecherin der Weltgeschichte, jenem Volk angehört!


Sarah Dorothea Sauer, geb. Kasner, betet für den Untergang Deutschlands und Europas

Was geschah übrigens mit ihr? Wurde ein Kriegsverbrecher-Tribunal für sie und ihre Komplizen (lateinische Fremdwörter muß man doch nicht gendern, oder? Die alten Römer wären nie auf die Schnapsidee gekommen, "Kompliz:innen" - mit einem Schluckauf beim ":" - oder "Komplizende" zu sagen!) eingerichtet, das sie zum Tode verurteilte, hinrichtete und ihre Asche ins Meer streute? Aber nicht doch - ganz im Gegenteil: Ihr wurde der höchste Orden des Staates, den sie als ersten zu Grunde gerichtet hatte, verliehen! Noch Fragen?


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