![Manila 1945]](manila1945.jpg)

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*Hideki ist der Rufname, Tōjō der Familienname. Im Japanischen ist ersterer der Nach-, letzterer der Vorname; man sagt also "Tōjō Hideki".
Für sprachlich Interessierte: Der Familienname ist einfach aufzuschlüsseln: Das erste Kanji bedeutet "Osten", das zweite (heute nicht mehr gebräuchliche) Kanji setzt sich zusammen aus "Mensch" und "Ursprung", bedeutet also "von", d.h. der Familiename lautet "v. Osten". Schwieriger wird es beim Rufnamen: Das vierte Kanji - "Ki" (Nelson Nr. 2379) - steht heute allgemein für "Maschine" (früher speziell für "Webstuhl"). Das dritte Kanji (Nelson Nr. 3927 ) fällt dagegen völlig aus dem heutigen [Web-]Rahmen. Es steht für "brillant", "glänzend" - wer würde sein Kind nicht gerne so nennen? Aber es darf heute nicht mehr "hi[de]" ausgesprochen werden (wie ja auch Japan nicht mehr "Nippon" ausgesprochen werden darf, sondern nur noch "Nihon", als sei es enteiert worden), denn so bezöge es sich ja auf einen als "Kriegsverbrecher" Verurteilten. Statt dessen - ein unglaublicher Fall von Sprachvergewaltigung - muß es heute "ei" ausgesprochen und bezogen werden auf... die brillante englische Sprache! Ei-go heißt "Englisch"! (Sprache heißt auf Japanisch "go" und schreibt sich als Kanji: "5 Wörter in 2 Mündern" :-) Tōjōs viel zitierter Satz: "Ich habe keine brillanten Talente, sondern alles, was ich bin, nur durch harte Arbeit erreicht!" ist also nichts weiter als ein selbstironisches Wortspiel ("hi[de]" hat auch die Nebenbedeutung "Talent", "Begabung" :-) - aber das brauchen die doofen Gaijin ja nicht unbedingt zu wissen.
**Dieses Adjektiv hat in Japan nicht bloß eine umgangssprachliche Bedeutung. Die Samurai-Ränge waren zwar nach der Meiji-Restauration offiziell abgeschafft worden, wurden aber mit dem Vorsatz "ehemalig" weiter geführt.
***Manche Biografen - vor allem nicht-japanische - behaupten, Tōjō habe seine Frau nicht nur ohne Vermittlung, sondern sogar gegen den Willen seiner Familie geheiratet. Das ist wenig glaubhaft. Er hatte zwar bereits in jungen Jahren den Ruf eines "Dickkopfes", der alles, was er sich in denselben gesetzt hatte, mit besonderer Hartnäckigkeit verfolgte, bis er es erreicht hatte; aber in diesem Punkt wäre eine Grenze erreicht gewesen, die selbst er nicht überschritten hätte. Die Familien Tōjō und Itō waren seit vielen Jahren befreundet; Katsuko ging bei den Tōjō ein und aus; es bedurfte also keines von Eltern oder anderen Verwandten vermittelten "Miai". Katsuko war überdies nicht nur standesgemäß, sondern auch bildungsmäßig ebenbürtig, denn sie hatte eine höhere Schule besucht - was damals auch bei Japanerinnen aus gutem Hause nicht selbstverständlich war. (Sie ließ sich denn auch in die Erziehung der Kinder weder vom Ehemann noch von der Schwiegermutter hinein reden - das war in der Tat ungewöhnlich :-) Die Ehe hielt über seinen gewaltsamen Tod hinaus: Seine Witwe besuchte seinen Schrein täglich bis zu ihrem eigenen Tode.
****Der U.S. Supreme Court der USA erklärte diese Einweisung zwar im November 1944 für verfassungswidrig; das scherte Roosvelt jedoch herzlich wenig. (Ebenso wenig wie es ihn scherte, daß die US-Verfassung eine viermalige Präsidentschaft verbot.) Er ließ alle männlichen *****LeMay - der den Angriffsplan auch persönlich ausgearbeitet hatte - wird dafür knapp 20 Jahre später vom Tenno die höchste japanische Auszeichung, der Orden der aufgehenden Sonne I. Klasse mit Stern, Brillanten und großem Schulterband verliehen, der laut Stiftungsurkunde des Meiji Tenno von 1875 nur an Personen vergeben werden soll, "die sich in besonderem Maße um die Verbreitung der japanischen Kultur verdient gemacht haben". (Auch das erwähnt Dikigoros aus den vorgenannten Gründen, in diesem Fall um die "Belohnungen" - hier der Strick für nichts Nachweisbares, da der Orden für millionenfachen nachweislich begangenen Mord - in Relation zu setzen. Nein, nicht um zu "relativieren" - zwischen einem Massenmörder und einem Unschuldigen gibt es nichts zu relativieren!)
******In diesem Fall ist schwer zu sagen, wer "angefangen" hat, Kriegsverbrechen zu begehen. Zu letzteren zählt auch die Betätigung von Zivilisten als "Partisanen". Diese zu töten - und darüberhinaus auch diejenigen, die ihnen Unterschlupf oder sonstige Beihilfe geleistet haben - entsprach und entspricht unstreitig dem Kriegsrecht. *******Wieder eine Anmerkung für sprachlich Interessierte: Das schreibt sich auf Japanisch weder in Kanji noch in Hiragana, sondern - da es ein nicht-chinesisches Fremdwort ist - in Katakana, und zwar wie folgt: "fu"+Kringel="pu", "ra", "i" und "to"+Ausführungsstrich="do", also "puraido", wobei das "u" und das "o" stumm sind - voilà! Noch etwas zum Untertitel: Er wird auf dem Cover der englischen DVD weg gelassen, aber auf der Rückseite mit "The Fateful Moment [Der schicksalhafte Moment]" übersetzt. Ist das korrekt? Schaun mer mal: Im Original lautet er "unmei-no shunkan". Fangen wir hinten an: Das vierte Kanji (Nelson Nr. 4.944) zeigt die Sonne zwischen zwei Torpfosten, bedeutet also "[Zeit-]Raum". Das dritte Kanji (Nelson Nr. 3.159) setzt sich zusammen aus "Auge" und "zucken", bedeutet also "blinzeln". "Moment/Augenblick" trifft es mithin exakt. "No" ist lediglich die Genitiv-Endung. Um welchen Moment geht es also? "Schicksal" ist ein wichtiges Wort, in allen Sprachen - außer im Englischen, das gar kein eigenes Wort dafür hat, sondern auf ein verballhorntes lateinisches Fremdwort zurück greift und dabei nicht mal unterscheidet, ob es ein glückliches (lat. "fas") oder ein unglückliches (lat. "nefas") Schicksal ist. (Nein, das haben nicht die Normannen aus Frankreich mitgebracht, denn auf Französisch heißt Schicksal "sort" - ebenfalls aus dem Lateinischen, aber darauf kann Dikigoros an dieser Stelle nicht auch noch eingehen.) Und im Japanischen? Nun, da gibt es - wie im Lateinischen - den Unterschied zwischen "Glück (un)" und "Un-glück (fu-un)". Und damit haben wir doch schon das das Wort für Schicksal - oder? Warum dann noch das zusätzliche "mei"? Nun, das erste Kanji (Nelson Nr. 4.725) bedeutet auch "Transport", und das ist wohl seine Grundbedeutung, denn es setzt sich zusammen aus "vorwärts gehen (oder fahren)" + "[überdachter] Wagen/Karren". Aber das ist noch nicht alles, denn ohne "vorwärts gehen" liest sich das "gun" und bedeutet "Krieg", "Armee", "Heer". (Der Soldat heißt "gunjin", wörtlich Kriegsmensch.) Es geht also um das Schicksal, das der Mensch im Krieg erleidet, je nachdem wie sich das Kriegsglück wendet. Und was ist nun mit dem zweiten Kanji (Nelson Nr. 430)? Das ist der eigentlich Knackpunkt, und das übersteigt auch Dikigoros' Vorstellungsvermögen, denn es hat so unterschiedliche - jedenfalls für sein Verständnis, aber offenbar nicht für das der Japaner - Bedeutungen wie "Leben", "Befehl" und "Schicksal" (wohlgemerkt: alle gleich geschrieben und alle gleich ausgesprochen)! In der Bedeutung "Schicksal" wäre "unmei" doppelt gemoppelt. "Befehl" würde zwar zu einem Soldaten irgendwie passen - aber wo sollte da der direkte Zusammeng sein? Nehmen wir also notgedrungen an, daß hier "Leben" gemeint ist, denn ein weiterer Untertitel - der auf dem japanischen Filmplakat nicht mit abgebildet ist - lautet: "Sie konnten ihm das Leben nehmen, aber nicht seinen Stolz." (Und der Satz ist auf dem englischen DVD-Cover nicht nur sprachlich, sondern auch sachlich kraß falsch übersetzt, denn das Tribunal der Kriegsverbrecher (die Doppeldeutigkeit dieser Übersetzung ist gewollt) nahm ihm ja nicht bloß die Freiheit, sondern eben... das Leben!
********Dikigoros formuliert das bewußt so vorsichtig, denn er referiert diese Darstellung lediglich, ohne sie sich zu eigen zu machen. Er bezweifelt nämlich, daß es "die" US-Amerikaner gibt.
Dennoch würde Dikigoros auf der abgebildeten Zitat-Tafel das "Die" weglassen und es dafür - politisch korrekt - um die weiblichen Angehörigen jenes "auserwählten" Volkes erweitern. Roosevelt z.B. war, als er seine schlimmsten Verbrechen beging, nicht nur körperlich, sondern auch geistig ein Krüppel und als solcher unzurechnungs- und somit schuldunfähig; er tat nur, was ihm seine Cousine und Ehefrau Eleanor
Was geschah übrigens mit ihr? Wurde ein Kriegsverbrecher-Tribunal für sie und ihre Komplizen (lateinische Fremdwörter muß man doch nicht gendern, oder? Die alten Römer wären nie auf die Schnapsidee gekommen, "Kompliz:innen" - mit einem Schluckauf beim ":" - oder "Komplizende" zu sagen!) eingerichtet, das sie zum Tode verurteilte, hinrichtete und ihre Asche ins Meer streute? Aber nicht doch - ganz im Gegenteil: Ihr wurde der höchste Orden des Staates, den sie als ersten zu Grunde gerichtet hatte, verliehen! Noch Fragen?
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