JOHN J. PERSHING

(13.09.1860 - 15.07.1948)

[John J. Pershing]
[Pershings Unterschrift]

Tabellarischer Lebenslauf
zusammengestellt von
Nikolas Dikigoros

1860
13. September: John Joseph Pershing wird als ältester Sohn des Marketenders John F. Pershing und seiner Ehefrau Ann Elizabeth, geb. Thompson, in Laclede/Missouri geboren.
Als Kriegsgewinnler kann sein Vater ihm eine höhere Schulbildung finanzieren.

1878
Pershing wird Lehrer an einer Negerschule in Missouri.

1882
September: Pershing wird von der Militärakademie West Point als Kadett angenommen.


1886
September: Pershing schließt seine Ausbildung (als 30. von 77 seines Jahrgangs) ab, wird zum Leutnant befördert und dem 6. Kavallerie-Regiment in Fort Bayard/New Mexico zugeteilt.

1887-90
Pershing nimmt an den Feldzügen gegen die letzten frei lebenden Indianerstämme in Kalifornien, Arizona, Nord-Dakota und Iowa teil, die im Dezember 1890 mit der Tötung des Häuptlings "Sitting Bull" und dem "Massaker am Wounded Knee" (den meisten Deutschen erst bekannt geworden durch den Roman "Begrabt mein Herz an der Biegung des Flusses") abgeschlossen sind. Er wird entsprechend ausgezeichnet.


1891
Pershing wird Dozent für Militärtaktik an der Universität von Nebraska in Lincoln.
Nebenbei nimmt er selber an der örtlichen Law School ein Jura-Studium auf (das er 1893 mit dem LL.B. abschließt) und zeichnet sich als guter Gewehr- und Pistolenschütze aus.

1895
Oktober: Pershing wird zum Oberleutnant befördert und aufgrund seiner Erfahrungen als Lehrer an einer Negerschule zum Bataillons-Kommandeur im 10. Kavallerie-Regiment (einer Einheit von schwarzen "Büffel"-Soldaten*) in Assiniboine/Montana ernannt, dessen Kampfkraft nicht sonderlich hoch eingeschätzt wird und dessen (weiße) Offiziere daher nur niedere Ränge bekleiden.** Sie werden hauptsächlich gegen wehrlose Indianer eingesetzt (u.a. Deportation der Cree nach Kanada, bei der ein höherer Prozentsatz der Deportierten umkommt als 20 Jahre später bei der Deportation der Armenier durch die Türken).
Pershing, der die Schwarzen ebenso liebt wie er die "Rothäute" haßt, trägt maßgeblich zur beinahe vollständigen Ausrottung der letzteren bei; in jenen Jahren vollzieht sich der erste große "Austausch" der nordamerikanischen Bevölkerung: an die Stelle der einst aus Asien eingewanderten Indianer treten die aus Afrika importierten einstigen Sklaven. Diese "Säuberungen" machen den Weg frei für die großen Einwanderungswellen aus Süd- und Osteuropa in den nächsten zwei Jahrzehnten.

1897
Januar: Pershing lernt bei einem Besuch in New York City Theodore Roosevelt kennen, mit dem er sich anfreundet.
Juni: Pershing wird Dozent für Militärtaktik an der Militär-Akademie West Point. Da er die Kadetten behandelt wie seine "Buffalo Soldiers", wird er mit dem Schimpfnamen "Nigger Jack" belegt, der ihm auf lange Zeit anhängt und seiner regulären Beförderung im Wege steht.

[Explosion der 'Maine']

1898
Februar: Im Hafen von La Habana (Kuba) explodiert die U.S.S. "Maine".
April: Die USA nehmen dies zum Vorwand, um Spanien den Krieg zu erklären. Eigentlicher Kriegsgrund ist das Ziel, die spanischen Kolonien Kuba, Puerto Rico und Filipinen zu erobern.
Mai: Pershing - mit fast 38 Jahren der älteste West-Point-Absolvent in der U.S. Army, der noch als Oberleutnant herum läuft - wird zum Hauptmann befördert und mit seinem Regiment nach Tampa/Florida verlegt, um die Invasion Kubas vorzubereiten.


Juli: Pershing nimmt an den Kämpfen auf Kuba teil und wird wegen angeblicher Tapferkeit angeblich ausgezeichnet.
August: Pershing wird zum Major auf Zeit befördert und als Koordinator der Freiwilligen-Verbände nach Washington versetzt.
[Pershings Rolle im spanisch-amerikanischen Krieg ist völlig undurchsichtig und unterliegt der nachträglichen Legendenbildung. Wahrscheinlich ist, daß er zur Eroberung Kubas etwa so viel beigetragen hat wie sein Freund Roosevelt mit seinem Freiwilligen-Verband, den "Rauhen Reitern".]
Dezember: Pershing wird in das neu geschaffene Ministerium für die eroberten Insel-Kolonien versetzt.

1899
August: Pershing wird mit der 8. Armee auf die Filipinen versetzt, um die "Eingeborenen-Aufstände" nieder zu schlagen.
[Die offizielle Armee-Statistik zählt derer insgesamt 2.811 allein in den ersten drei Jahren der Besatzung. Die Filipinos, die von der "Befreiung vom spanischen Kolonialjoch" durch die US-Amerikaner alles andere als begeistert sind, führen einen verzweifelten, aber letztlich aussichtslosen Widerstandskampf gegen die Besatzer.]

1901
März: Pershing erhält wieder seinen "regulären" Dienstgrad als Hauptmann und wird weiter bei der Bekämpfung filipinischer "Rebellen" eingesetzt.
[Auch Pershings Rolle auf den Filipinen ist völlig unklar: Nach einigen Quellen zeichnete er sich durch besondere "Tapferkeit" und Brutalität aus, nach anderen durch besondere Diplomatie; am Ende seien die "Eingeborenen" so begeistert von ihm gewesen, daß sie ihn sogar zum Ehrenhäuptling gemacht hätten - wie es tatsächlich war, läßt sich nicht mehr mit Sicherheit rekonstruieren.]
September: Nach der Ermordung Präsident McKinleys wird dessen Stellvertreter, Pershings Freund Roosevelt, neuer US-Präsident.

1903
Juni: Pershing wird in die USA zurück versetzt und Generalstabsoffizier bei der Südwest-Armee in Oklahoma.

1904
Auf Vermittlung Roosevelts lernt Pershing den Senator von Wyoming und Vorsitzenden des Verteidigungsausschusses im US-Congress, Francis E. Warren, sowie dessen Tochter Helen kennen.

1905
Januar: Pershing heiratet Helen Warren und wird als Militär-Attaché an die amerikanische Botschaft in Tōkyō versetzt.

1906
September: Pershing wird durch Präsidenten-Erlaß vom Hauptmann zum Brigadegeneral sprungbefördert und als Brigadekommandeur zurück auf die Filipinen versetzt.


Leser von Dikigoros' Webseite über den Film "They died with their boots on" [dts.: "Sein letztes Kommando"] werden sich an einen scheinbaren Präzendenzfall aus dem Sezessionskrieg erinnert fühlen. Doch die damalige Beförderung von Captain George Armstrong Custer zum Brigadier General (und später Major General) war nur "temporär", d.h. nach Kriegsende wurde er wieder Hauptmann. Pershings Beförderung war dagegen permanent.

1913
Dezember: Pershing wird als Kommandeur der 8. Brigade nach Fort Bliss/Texas versetzt.

1914
April: Die USA greifen in den mexikanischen Bürgerkrieg ein, indem sie Tampico und Veracruz besetzen. Dagegen setzen sich einige Revolutions-"Generäle", vor allem der legendäre Francisco 'Pancho' Villa - den die USA zunächst gegen die Regierung des deutschfreundlichen Präsidenten Huerta unterstützt hatten - zur Wehr.

[Pershing mit Obregon und Villa]

1916
März: Die USA marschieren - angeblich, um den "Räuberhauptmann" Villa zu fangen - mit 12.000 Mann in Mexiko ein; Pershing wird Befehlshaber der Invasionstruppen, vermag Villa jedoch nicht zu stellen.
Mai: Pershing wird zum Generalmajor befördert.

1917
Februar: Präsident Wilson - der längst beschlossen hat, in den Ersten Weltkrieg einzutreten - beruft Pershing nach Washington zurück.
April: Die USA erklären dem Deutschen Reich den Krieg.
Mai: Pershing wird beauftragt, die Invasionsverbände für Europa zusammenzustellen, deren Kommandeur er werden soll.
Die US-Propaganda zieht die amerikanische Intervention als "Kreuzzug gegen die Hunnen" auf. Man greift dabei auf Klischees aus dem Sezessionskrieg zurück: Irischstämmigen Nordstaatlern, die nicht bereit waren, "für die Befreiung der Negersklaven" in den Krieg gegen die Konföderierten zu ziehen und den Wehrdienst verweigerten, wurde unterstellt, sie würden schwarze Babies am Spieß braten und verzehren. Nun wird deutschen Truppen unterstellt, sie würden belgische Babies am Spieß braten und verzehren.***


Pershing und seine "dough boys" werden in regierungsamtlichen Propagandafilmen wie "Pershing's Crusaders" und "America Must Conquer [Amerika muß erobern]" als Kreuzritter ("crusaders") dargestellt, deren Aufgabe es ist, die barbarischen "Hunnen" entweder zu erschießen oder zu entmannen.
Die Begleitumstände sind nicht viel anders als sieben Jahrhunderte zuvor: Der Kreuzzug beginnt bereits zuhause mit landesweit ausgedehnten Pogromen gegen Deutschstämmige, die zur Ausrottung der deutschen Kultur in den USA führen. Diese Vernichtung einer bis dahin staatstragenden Elite - die kein "Kollateral-Schaden" ist, sondern ein von der Regierung bewußt angestrebtes Ziel ("Kultur" wird zum Schimpfwort und soll durch "Humanität" bzw. "Zivilisation" - was immer darunter zu verstehen ist - ersetzt werden) - leitet den Niedergang der USA ein. Übrigens wird dieser "Groß[artig]e Krieg für die Zivilisation" im Zeichen der "Fasces [Liktorenbündel]" geführt, die damals bereits das Staatswappen der USA und Frankreichs - aber noch nicht Italiens - zieren.

[Schlagt den Hunnen zurück - US-amerikanische Greuelpropaganda] [Kultur gegen Humanität - US-amerikanische Greuelpropaganda] [The great war for civilization]

Als sich trotz dieser massiven Propaganda nicht genügend Kriegsfreiwillige finden, wird die allgemeine Wehrpflicht eingeführt.


Oktober: Pershing wird zum General befördert und schifft sich mit seinem "Expeditionskorps" nach Frankreich ein.

1918
Unter Pershings Kommando tragen die US-amerikanischen Truppen maßgeblich zum Sieg der Entente über die Mittelmächte bei. Allerdings erntet Pershing auch Kritik aus den eigenen Reihen (u.a. durch General Douglas MacArthur), weil er seine Truppen allzu rücksichtslos vom Schreibtisch aus verheizt, ohne jemals selber einen Schützengraben aus der Nähe gesehen zu haben.
(Pershing unterscheidet sich darin jedoch nicht von anderen Oberbefehlshabern des Ersten Weltkriegs wie Brusílow, Falkenhayn, Haig oder Nivelle.)


November: Waffenstillstand.

1919
Mai: Pershing kehrt in die USA zurück.
September: Pershing wird zum Feldmarschall ("General of the Armies") befördert.

1924
Pershing geht in Pension.

1932
Pershing veröffentlicht seine Memoiren unter dem Titel "Meine Erfahrungen im Weltkrieg". Ihm werden dafür der Pulitzer-Preis und der Orden vom Silbernen Stern (offiziell nachträglich für seine angeblichen Heldentaten im spanisch-amerikanischen Krieg 1898) verliehen. Ferner wird die Presse von der Regierung angewiesen, seinen Schimpfnamen "Nigger Jack" durch den Spitznamen "Black Jack" zu ersetzen, der wegen des gleichnamigen Kartenspiels als harmloser gilt.**** Seine alten Schwarz-weiß-Fotos werden nachcoloriert


1939
September: Nach dem Einmarsch deutscher und sowjet-russischer Truppen in Polen erklären Großbritannien und Frankreich dem Deutschen Reich (nicht aber der Sowjet-Union) den Krieg.
Pershing hetzt vom ersten Tag an zu einem neuerlichen "Kreuzzug" der USA gegen Deutschland, das für ihn noch immer das "Land der Hunnen" ist.

1944
Der Rang des General-Oberst ("General of the Army") wird eingeführt; Pershings Dienstgrad ("General of the Armies") wird jedoch offiziell als höherrangig eingestuft, d.h. er wird zu einer Art "Reichsmarschall" aufgewertet.


1945
Nach dem Sieg der Alliierten im Zweiten Weltkrieg gegen die Deutschen übernehmen die Amerikaner - neben deren Armbanduhren und Konzentrationslagern - auch deren Kriegstechnik, u.a. die "V1", die sie zu "cruise missiles [Marschflugkörpern]" weiter entwickeln und nach dem alten "crusader" Pershing benennen.

[Pershing]

1948
15. Juli: John J. Pershing stirbt im 88. Lebensjahr in Washington D.C. und erhält ein Staatsbegräbnis auf dem Heldenfriedhof von Arlington.


2004
Im Verlag des berüchtigten Lungenkrebsgewinnlers, Geschichtsfälschers und Wehrmachts-Verleumders Jan Philipp Reemtsma erscheint die deutsche Übersetzung eines Machwerks der Volksverhetzer John Horne und Alan Kramer, in dem die anti-deutsche Greuelpropaganda der Entente aus dem Ersten Weltkrieg - unter besonderer Berücksichtigung Belgiens - wiederholt und als die reine Wahrheit verkauft wird. Pershings "Kreuzzug" war also voll und ganz gerechtfertigt.

*Die Rassentrennung in den US-Streitkräften wird erst 1948 unter Präsident Truman aufgehoben.

**In dem peinlich lächerlichen Film "Glory" von 1989 wird suggeriert, daß die weißen Offiziere der ersten Negertruppen von 1862 großartige Karrieresprünge gemacht hätten; so wird der Kommandeur eines neu aufgestellten Neger-Regiments vom Hauptmann zum Obristen sprungbefördert, der Kommandeur eines neu aufgestellten Neger-Bataillons vom Fähnrich zum Major. Daran ist nur so viel richtig, daß diese Einheiten durchweg jungen, unerfahrenen Offizieren anvertraut wurden; falsch ist dagegen, daß die letzteren dadurch schneller befördert wurden - ganz im Gegenteil.

***Leser[innen] Lesende Lesend*innen, die glauben mögen, die Zeiten, in denen man mit solchen Lügen Propaganda machen konnte, wären doch längst vorbei, seien daran erinnert, daß die USA noch 1990, als sie einen Vorwand für den Irāq-Krieg suchten, auf das Märchen verfielen, dessen Soldaten seien in Kuwaitische Krankenhäuser eingedrungen und hätten dort Babys aus ihren Brutkästen gerissen und so ermordet. Selbst Leute, die ob der offensichtlichen Lüge, daß der Irāq über "Massenvernichtungswaffen" verfüge und deshalb angegriffen werden müsse, skeptisch geblieben waren, fielen auf diesen Wiederaufguß der alten Hetz- und Greuel-Propaganda herein.

****Dem liegt ein völlig gewandelter Sprachgebrauch zugrunde: Das Wort "nigger" wurde ursprünglich eingeführt, weil die Bezeichnung "black" oder "negro" (englisch bzw. spanisch für "schwarz") als zu abwertend empfunden wurde. Das lateinische Wort (männlich "nĭger" - gesprochen wie englisch "nigger" -, weiblich "nīgra") klang dagegen dezenter. Es wurde zunächst auch in der Werbung eingesetzt und galt sogar als Empfehlung. (Wer z.B. Tabak der Marke "Nigger Hair" rauchte, der bekam schönes, volles Haar; und wer "Nigger Head" rauchte, der wurde ein besonders treffsicherer Bogenschütze :-)

Daß diese Entwicklung nun wieder umgekehrt wurde, darf als Treppenwitz der Sprachgeschichte angesehen werden.


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