ROBERT  KOCH

(11.12.1843 - 27.5.1910)

[Robert Koch]

Tabellarischer Lebenslauf
zusammengestellt von
Nikolas Dikigoros

1843
11. Dezember: Robert Koch wird als Sohn des Steigers Hermann Koch und seiner Ehefrau Mathilde, geb. Biewend, in Clausthal geboren.

1853-62
Koch besucht in Clausthal das Gymnasium bis zum Abitur.

1854
In London grassiert eine Cholera-Epidemie, die eine fünfstellige Anzahl Todesopfer fordert. Filippo Pacini und John Snow entdecken zwar im notorisch verdreckten Trinkwasser der Stadt den - vermutlich aus Britisch-Indien eingeschleppten - Erreger; ihre Entdeckung bleibt jedoch auf dem Kontinent so gut wie unbekannt, zumal sie kein Gegenmittel finden.

1862-66
Koch studiert an den Universitäten Göttingen und Berlin Medizin, Physik und Chemie; er wird zum Dr. med. promoviert.
Nach der Famulatur in Hamburg und der Approbation in Hannover arbeitet er kurzzeitig in einem Kinderkrankenhaus in Langenhagen.

1867
Juli: Koch heiratet Emmy, geb. Fraatz (1847-1913). [Aus der Ehe geht eine Tochter hervor.]

1868
Koch läßt sich als Arzt in Niemegk nieder.

1869
Koch läßt sich als Arzt in Ragkwitz nieder.

1870/71
Im Deutsch-Französischen Krieg dient Koch als Arzt.
(Es ist der letzte europäische Krieg, in dem mehr Soldaten durch Krankheiten umkommen als durch Kampfhandlungen.)

1872
Koch legt die Physikatsprüfung ab und wird Amtsarzt für den Kreis Wollstein, wo der Milzbrand ("Anthrax") grassiert - eine Tierseuche, die auch auf Menschen übertragen werden kann.

1874
Durch das Reichsimpfgesetz wird die von dem britischen Arzt Edward Jenner erfundene Schutz-Impfung ("Vakzination") gegen Pocken in ganz Deutschland verpflichtend.
(Bereits vor Reichsgründung hatten einzelne Bundesstaaten eine Impfpflicht eingeführt, zuerst das 1806 von Frankreichs Gnaden gegründete Königreich Bayern. Napoléon Bonaparte war ein großer Impf-fan, der alle seine Soldaten zwangsimpfen ließ; Bayern folgte seinem Beispiel 1807.)
Der Wiener Arzt Theodor Billroth - der mit noch nicht 6 Jahren seinen Vater durch Tuberkulose verloren hatte - entdeckt, daß der Schimmelpilz Penicillum Bazillen abtöten kann. Diese Entdeckung gerät jedoch in Vergessenheit, zumal er sie nicht weiter verfolgt, sondern sich lieber seiner Karriere als Chirurg widmet.

1876
Koch "entdeckt" den Erreger des Milzbrands, ein sporenbildendes Bakterium, dem er den Namen "Bacillus anthracis" gibt.
Die Existenz von Kleinstlebewesen ("Mikroben") - Bakterien, Viren u.a. - war damals noch nicht allgemein bekannt, da sie nicht mit bloßem Auge erkennbar sind. Allerdings war Aloys Pollender dem Bakterium bereits 1849 durch indirekte Versuche auf die Spur gekommen, und der Zusammenhang mit der Krankheit wurde 1863 durch Casimir Davaine hergestellt. Koch standen freilich die durch Carl Zeiss und Ernst Abbe erheblich verbesserten Mikroskope zur Verfügung.


Noch im selben Jahr entwickelt der Italiener Bartolomeo Gosio aus dem Penicillium-Pilz ein wirksames Mittel gegen Milzbrand; seine Entdeckung wird jedoch allgemein ignoriert.
Gleichzeitig entwickelt der französische Bio-Chemiker Louis Pasteur die Idee von Schutz-Impfungen nicht nur gegen Pocken, sondern auch gegen alle möglichen anderen Krankheiten.
Auch dieser Idee liegt der Fortschritt im Mikroskopbau zugrunde. Bis 1872 hatte man geglaubt, Bakterie sei Bakterie; erst dann entdeckte Julius Cohn, daß es unterschiedliche Bakterien-Arten gibt; 1877 entdeckte er überdies die von ihnen gebildeten Sporen.

1878
Koch forscht anhand von Tierversuchen über Wundinfektionen und Sepsis.

1879
Koch wird Amtsarzt in Breslau.

1880
Koch wird zum Regierungsrat am 1876 gegründeten Kaiserlichen Gesundheitsamt in Berlin ernannt.

1882
März: Auf einer Tagung der Physiologischen Gesellschaft verkündet Koch die Entdeckung des Erregers der Schwindsucht ("Tuberculosis", "Tuberkulose", "Tbc") - ebenfalls ein Bacterium/Bacillus.
Mit dieser Entdeckung verbindet Koch die Hoffnung, bald einen Impfstoff gegen die Krankheit entwickeln zu können.


1883/1884
Koch reist nach Ägypten und Indien, wo die Cholera grassiert. Er "entdeckt" - mit 30 Jahren Verspätung - auch deren Erreger noch einmal neu und gibt dem Bakterium den Namen "Kommabazillus" (heute: "Bakterium vibrio cholerae").

1885
Koch wird Professor für Hygiene an der Berliner Humboldt-Universität.
Er widmet sich vorwiegend der Tbc-Forschung.

1890
August: Koch stellt auf einem internationalen Mediciner-Congress in Berlin den von ihm entwickelten Anti-Tbc-Impfstoff "Tuberkulin" vor.


Die Erfindung wird mit großen Vorschußlorbeeren - und dem Großkreuz des Roten-Adler-Ordens - bedacht. Impfdrängler Erkrankte reißen sich um die Impfung; Koch rechnet sich ein Millionengeschäft aus.
Allerdings treten bald Fälle auf, in denen das Serum sich nicht nur als unwirksam erweist, sondern vielmehr als gesundheitsschädlich - bisweilen sogar tödlich.
Nachdem Rudolf Virchow seine diesbezüglichen Untersuchungen publik gemacht hat, entsteht ein handfester Skandal, und "Tuberkulin" muß vom Markt genommen werden.

1891
Januar: Koch läßt sich von der Universität Berlin beurlauben und begibt sich nach Ägypten. Wenig später gibt er seinen Lehrstuhl ganz auf.
Juli: Das Königlich Preußische Institut für Infektionskrankheiten (heute: "Robert-Koch-Institut") wird gegründet und Koch pro forma zu seinem Direktor bestellt.
(Das geschieht wahrscheinlich, um ihn zu einer Rückkehr nach Preußen zu bewegen, die jedoch zunächst nicht statt findet. Tatsächlich wird das Institut von Paul Ehrlich und Emil von Behring geführt.)

1892
August: Koch reist nach Hamburg, wo eine schwere Cholera-Epidemie ausgebrochen ist: Mehr als 16.000 Menschen erkranken; die Sterberate liegt über 50%, da es keine wirksamen Medikamente gibt und den Behörden nichts besseres einfällt, als eine "Quarantäne" [heute: "Lockdown"] (Schließung der Schulen und Geschäfte, Einreiseverbot für USA-Auswanderungswillige) zu verhängen, die nichts gegen die Cholera bewirkt, sondern ihre Auswirkungen - auch wirtschaftliche - lediglich verschlimmert.
Der Volksmund sagt: "Schnaps ist gut für Cholera"; aber Alkohol statt Wasser zu konsumieren ist letztlich auch keine Lösung. Tatsächlich gibt es bis heute kein wirksames Mittel gegen Cholera - die so genannte "Cholera-Schluckimpfung", d.h. die Einnahme abgetöteter Cholera-Bakterien, bietet keinen sicheren Schutz -, weshalb sie noch immer auftritt, vor allem in der "Dritten Welt", wo die hygienischen Bedingungen im allgemeinen und die Qualität des Trinkwassers im besonderen zu wünschen übrig lassen. Dikigoros hat auf seinen Reisen nach Indien stets höchste Vorsicht walten lassen, d.h. nur abgekochtes Wasser oder mit Mikropur versetztes Mineralwasser getrunken.)

1893
Juni/September: Koch läßt sich von seiner Frau Emmy scheiden und heiratet in 2. Ehe Hedwig, geb. Freiberg (1872-1945).

1894-97
Durch eine Reihe von Experimenten entlarvt der britische Arzt Ronald Ross das Anopheles-Moskito als Überträger der Schlafkrankheit (ein in Schüben auftretendes Wechselfieber, das heute "Malaria" genannt wird, aus itl. "Mal'aria" - schlechte Luft - die man bis dahin für die Ursache hielt).


1896
Koch reist auf Einladung der britischen Regierung nach Südafrika, wo die Rinderpest ausgebrochen ist. Er steht vor einem Rätsel.
Die Rinderpest wird nicht durch Bakterien, sondern durch einen Virus hervor gerufen, der erst 1902 von Maurice Nicolle entdeckt wurde. Sie wurde wahrscheinlich schon Jahrzehnte zuvor aus Indien nach Großbritannien eingeschleppt und griff von dort auf seine afrikanischen Kolonien über. Zwar gilt sie heute offiziell als "ausgerottet"; allerdings verfielen noch in den 1980er Jahren gewisse Politiker dem Wahn einer tödlichen Rinderseuche - "BSE" -, die sie zum Anlaß nahmen, Millionen Rinder zu töten und einen Panik-Testlauf unter der Bevölkerung zu veranstalten.
Dezember: Der schwedische Rüstungsmagnat Alfred Nobel stirbt; er vermacht sein Vermögen einer Stiftung, die aus den Zinsen jährlich an fünf Wohltäter[inne]n der Menschheit Preise verleihen soll (Nobelpreise für Frieden, Physik, Chemie, Medizin und Literatur).

1896/97
Der französische Sanitätsoffizier Ernest Duchesne entwickelt aus dem Penicillium-Pilz ein Medikament gegen Typhus und reicht seine Forschungsergebnisse als Dissertation ein - diese wird jedoch auf Betreiben von Pasteur nicht angenommen; die Entdeckung bleibt unbekannt, zumal sich auch das französische Militär nicht dafür interessiert.


1897
Koch reist erneut nach Indien, wo ebenfalls die Pest ausgebrochen ist.

1898
Koch bereist Deutsch-Ostafrika, um Pest, Schlafkrankheit, Malaria und Tsetse-Fieber zu studieren.


1899
Koch reist nach Italien, wo die Malaria grassiert.

1900
Koch reist nach Niederländisch-Indien ("Insul-Inde") und Deutsch-Neuguinea, wo ebenfalls die Malaria grassiert.


(Fällt Euch etwas auf, liebe Leser? In Ostafrika hatte man die Rupie eingeführt, die kompatibel mit der Rupee in British India war, dem nächst gelegenen Handelspartner. Und, wie Leser von Dikigoros' Webseite über Gunther Plüschow, den "Flieger von Tsingtau", wissen, zahlte man in Kiautschou mit dem China-Dollar. In Neuguinea verzichtete man dagegen darauf, die Währung dem niederländischen Gulden im benachbarten Ned. Indië anzupassen. 5 Gulden hätten 4 Reichsmark entsprochen, also exakt 3 DOA-Rupien.)
Der Kolonialverwaltung sind seine Experimente allerdings zu kostspielig; sie schickt ihn unverrichteter Dinge wieder nach Hause.

1901-1903
Beim preußischen Militär bricht eine Typhus-Epidemie aus.
Koch wird als Keksperte nach Südwest-Deutschland geschickt, wo er an der Zivilbevölkerung ein Exempel statuiert, das auf geradezu gespenstische Art und Weise vorweg nimmt, was das Berliner Verbrecher-Regime 120 Jahre später unter dem Vorwand einer "Coronavirus-Pandemie" (Typhus wird freilich nicht durch einen Virus hervor gerufen, sondern durch Salmonellen, also Bakterien) seinen Untertanen antut: Zwischen Trier und Saarbrücken werden 3,5 Millionen Menschen zunächst mit Hilfe der Kirchen, Schulen und Krankenkassen ausgeschnüffelt und Massentests unterworfen, sodann - egal ob krank oder gesund - einer ZWangsquarantäne unterworfen, isoliert und mit giftigen Substanzen traktiert "kuriert", die medizinisch völlig wirkungslos sind, aber schwere "Neben"-Wirkungen bis hin zum Tode haben.
Auf das einfachste und sicherste Mittel gegen die Krankheit - Beachtung gewisser Hygiene-Regeln (Hände waschen, Wasser abkochen, Obst vor dem Verzehr schälen) - kommt Koch nicht.
(Er steht damit nicht allein. Bis heute sind allerlei schwachsinnige Methoden en vogue, Typhus zu bekämpfen: von Impfungen, die bei etwa der Hälfte der Patienten nicht anschlagen, bis hin zu Antibiotika, gegen die der Bazillus relativ schnell resistent wird.)

1904
Koch tritt auch offiell in den Ruhestand.

1905
Dezember: Koch wird ob seiner vermeintlichen Verdienste um die Bekämpfung der Tuberkulose der Nobelpreis für Medizin verliehen - obwohl er zu dieser außer seinem unwirksamen, ja tödlichen "Tuberkulin" nichts beigetragen hat.


(Bereits drei Jahre zuvor hatte Ross den Nobelpreis für seine Malaria-Forschungen erhalten - ebenfalls ohne ein wirksames Gegenmittel gefunden zu haben.)

1906
Nachdem die Presse einige Malaria-Fälle in Deutsch-Ostafrika zur "Epidemie" aufgebauscht hat, reist Koch erneut dorthin, um ein Mittel gegen die "Schlafkrankheit" zu finden. Er verfällt auf Arsen ("Atoxyl") - das jedoch nicht nur unwirksam, sondern sogar [lebens]gefährlich für die Patienten ist. Allerdings gelingt es, diesen Skandal - anders als bei "Tuberkulin" - weitgehend zu vertuschen.


[Andere versuchten es mit Chinin, das zwar weniger schädlich, aber letzlich ebenso unwirksam ist. Einen wirksamen Impfstoff gegen Malaria gibt es bis heute nicht; die so genannte "Malaria-Prophylaxe" ist reine Geldschneiderei. Ebenso wenig gibt es ein Medikament, das die Krankheit tatsächlich "besiegt". Auch das berühmte "Germanin" (s.u.) alias "Suramin" bewirkt - entgegen den Behauptungen der Fa. Bayer und ihrer Claqueure - keine "vollständige Heilung", sondern beseitigt lediglich die präsenten Symptome; deren Wiederkehr - Malaria verläuft langfristig in mehreren Schüben - kann es nicht verhindern. Dikigoros hat freilich gut reden; er hat von seiner Mutter die glückliche Eigenschaft geerbt, nicht von Moskitos gestochen zu werden. Allein durch Ausrottung der letzteren - insbesondere der "Tsetse-Fliege" - wäre auch eine Ausrottung der Malaria möglich; dies wurde zwar gelegentlich versucht, z.T. auch mit vorübergehendem lokalem Erfolg, dürfte aber auf Dauer aussichtslos sein.]

1907
Die "Robert-Koch-Stiftung zur Bekämpfung der Tuberkulose" wird gegründet.

1908
Mangels Masse gehen Koch und seine Frau auf BetteltourWeltreise, um das notwenige Kapital zusammen zu bekommen.
Auf einem "Tuberkulose-Kongress" in Washington D.C. lernt Koch den Milliardär Andrew Carnegie kennen, der spontan 500.000 Goldmark spendet (von denen sich Koch in seiner Eigenschaft als "erster Stipendiat" der Stiftung 20.000 in die eigene Tasche steckt).
Juni-August: Die Eheleute Koch machen einen Abstecher nach Hawaii und legen dann einen mehrmonatigen Stop in Japan ein.


(Frau Koch gefällt es dort so gut, daß sie nach dem Tode ihres Mannes beschließt, dorthin auszuwandern. Der Plan zerschlägt sich jedoch nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs.)

1910
27. Mai: Robert Koch stirbt während eines Kuraufenthalts in Baden-Baden. Seine Leiche wird auf eigenen Wunsch verbrannt, die Urne im Berliner Charité-Krankenhaus deponiert.

* * * * *
1921
Die Franzosen Albert Calmette und Camille Guérin entwickeln einen neuen Impfstoff gegen Tuberkulose (BCG)
Die Impfung wird seit ihrer Empfehlung durch das Gesundheitsgremium des Völkerbunds - Vorläufer der WHO - 70 Jahre lang (1928-1998) weltweit durchgeführt, auch in Deutschland. Erst dann rafft sich die Bundesregierung auf, dem Spuk - der zwar nicht ganz so lebensgefährlich ist wie die Impfung mit Kochs "Tuberkulin", aber ebensowenig hilft - ein Ende zu bereiten.

1923-27
Clodomiro Picardo Twight entwickelt aus dem Penicillum-Pilz ein Mittel gegen Streptokokken. Auch seine Forschungsergebnisse werden weitgehend ignoriert.

1928
Auch der Brite Alexander Fleming "entdeckt" - eher durch Zufall - die Wirksamkeit des Penicillum-Pilzes gegen Streptokkken.
Er veröffentlicht diese "seine" Entdeckung im Folgejahr medienwirksam, nennt den Stoff - den er nicht zu einem Medikament weiter entwickelt, weshalb er in der Praxis weitgehend nutzlos ist - "Penicillin" und läßt sich als großer Forscher feiern.

1929
Nun erinnert man sich auch wieder an Billroth; die Republik Österreich widmet ihm anläßlich seines 100. Geburtstags eine Gedenkmünze zu 2 Schilling.


Der Augenarzt, Kriegsberichterstatter a.D., Weltreisende und Hobby-Schriftsteller Hellmuth Unger (1891-1953) schließt seine Praxis und be-schließt, das Schreiben zu seinem Hauptberuf zu machen. Sein Roman "Helfer der Menschheit" - eine beschönigende Biografie Robert Kochs - wird zum Bestseller.

1935
Mai: Aus Anlaß seines 25. Todestages erneuern die bösen Nazis die Robert-Koch-Stiftung - die infolge von Fehlspekulationen während der Inflation längst Pleite gemacht hat und aufgelöst wurde - das Stiftungskapital aus Steuergeldern.
(Sie wird daher 1945 von den alliierten Besatzern als "Nazi-Organisation" aufgelöst und eine Neugründung vorerst verboten.)

1936
Ungers Koch-Biografie wird, leicht gekürzt, unter dem Titel "Robert Koch - Roman eines großen Lebens" neu aufgelegt und erneut ein großer Verkaufserfolg.


1938
Unger veröffentlicht den - ebenfalls sehr erfolgreichen - Roman "Germanin", die Geschichte der Entdeckung eines Malaria-Medikaments durch Kochs Schüler Friedrich Karl Kleine.
(Unger schreibt später - in den letzten Jahren vor seinem Tode - auch biografische Romane über Kochs Intimfeinde Röntgen, Pasteur und Virchow.)

1939
Juni: Aus unerfindlichem Anlaß widmet die Freie Stadt Danzig Koch eine Briefmarke zu 15 Pfennig.
Danzig war die erste deutsche Stadt, in der die - vermutlich aus Rußland eingeschleppte - Cholera ausbrach. Das war allerdings schon 1831; die Zahl der Infizierten lag unter 1.500, die Mortalitätsrate über 2/3. Bis 1832 griff die Cholera auf mehrere europäische Städte über, vor allem Großstädte mit unhygienischem Trinkwasser, u.a. Berlin, Wien und Paris. Tödlich verlief sie besonders für ältere, bereits durch andere Vorerkrankungen geschwächte Menschen. Als prominenteste Opfer gelten der Filosof Hegel und der General Gneisenau.



September: Die Verfilmung von Ungers Koch-Roman kommt unter dem Titel "Robert Koch. Der Bekämpfer des Todes" in die Kinos - mit Emil Jannings als Produzent und Hauptdarsteller.


Der Film wird national und international mehrfach preiskrönt - u.a. auf der "Biennale" in Venedig - und hat auch an den Kinokassen großen Erfolg.


Aus welchen Gründen auch immer. (Man beachte, daß das - für damalige Verhältnisse recht "freizügige" - Titelbild des Film-Kuriers auf dem spanischen Kinoplakat - das auch den Untertitel falsch übersetzt, d.h. Koch statt als "Bekämpfer" als "Besieger" des Todes darstellt - zensiert züchtig retouchiert ist :-) Es ist zugleich der einzige Jannings-Film, der nach dem Krieg nicht von den alliierten Besatzern verboten wird, sondern erst von der "Freiwilligen Selbstzensurkontrolle der BRD. Begründung: Der Film "unterschlage" die "Verdienste" der mit Koch befreundeten Juden, sei somit "anti-semitisch". Der zugrunde liegende Roman wird mit der gleichen Begründung bereits 1945 von den Besatzern verboten, darf aber 1947 in einer 3., verjudeten Fassung mit entsprechenden "Ergänzungen" um "verdiente Juden" wieder erscheinen. Mit dem Film ist das nicht möglich, d.h. es können keine entsprechenden Szenen nachgedreht werden, da einige Darsteller den alliierten Terror-Bombardements zum Opfer gefallen durch die allierten Befreier ["Liberators"] von ihrem Nazi-Leben befreit worden sind.
Der Film ist heute nur noch auf einer russischen Webseite zugänglich.
Der Grund dürften weder pro-nationalsozialistische noch anti-semitische Szenen sein (die es gar nicht gibt), sondern ganz andere, die noch 80 Jahre später - bis unmittelbar vor Errichtung der Corona-Diktatur - ganz harmlos, ja selbstverständlich klangen. Aber ein Terror-Regime, das seine Untertanen unter dem Vorwand, etwas für ihre Gesundheit tun zu wollen, in Quarantäne/Hausarrest steckt und zwingt, mit die freie Atmung behindernden und somit gesundheitsschädlichen Maulkörben herum zu laufen, kann es nicht dulden, wenn ein Arzt - ein echter Arzt, kein aus partei-politischen Gründen zum Gesundheitsminister ernannter Osterhase Banklehrling - die Empfehlung ausspricht, sich möglichst viel im Freien aufzuhalten oder wenigstens die Fenster zu öffnen, um frische Luft einatmen zu können, und Typen, die dagegen sind, lächerlich macht.

1939-45
Im Zweiten Weltkrieg forcieren die USA erfolgreich die Weiterentwicklung von Penicillin und anderen "Antibiotika" zu wirksamen Medikamenten für ihre Soldaten. Damit sind insbesondere die Tuberkulose und der Typhus besiegt.
(Howard Florey und Ernst Chain erhalten dafür später - zusammen mit Fleming - den Nobelpreis für Medizin.)

1942
Auch "Germanin" wird verfilmt - mit dem Südtiroler Luigi Trenker in der Hauptrolle -, wobei Ungers Romanvorlage durch Max Kimmich den historischen Tatsachen stärker angepaßt wird als sein Koch-Roman für den vorigen Film. (Allerdings dürfte die Prognose, daß ohne "Germanin" halb Afrika entvölkert worden wäre, doch etwas gewagt sein :-)


Der Film wird - wie alle England-kritischen Filme Kimmichs - 1945 von den alliierten Besatzern verboten und bleibt es über 70 Jahre lang. Erst nach dem "Brexit"-Votum anno 2016 wird er in der BRDDR frei gegeben. (Ein Schelm, wer Böses dabei denkt :-) In England - wo man sich inzwischen in anti-kolonialer Nestbeschmutzung und Selbstbezichtigung gefällt, wie in vielen anderen westlichen Staaten auch - ist der Film dagegen schon seit vielen Jahren auf DVD erhältlich.

1943
Zu Kochs 100. Geburtstag widmet ihm das Großdeutsche Reich eine Briefmarke zu 12 (+38) Pfennig.



1960
Aus Anlaß seines 50. Todestags darf die Robert-Koch-Stiftung neu gegründet werden, allerdings juristisch gesehen nicht als Stiftung, sondern nur als eingetragener Verein ["e.V."].
Die [west-]Deutsche Bundespost widmet ihm eine Sondermarke zu 20 Pf.
Die "DDR" läßt dagegen nur eine Marke zu 10 Pf springen, die zwar Kochs Konterfei trägt, aber das 250-jährige Jubiläum der Berliner "Charité" in den Vordergrund stellt.


1968
Zu Kochs 125. Geburtstag widmet ihm die DDR eine 5-Mark-Gedenkmünze.


1982
Weltweit - von A wie Afģānistān bis Z wie Zimbabwe - wird des 100-jährigen Jubiläums der Entdeckung der Tbc-Erregers durch Koch gedacht.*




1993
Zu Kochs 150. Geburtstag widmet ihm die BRDDR eine 10-DM-Gedenkmünze.


2003/2004
Der Ausbruch einer Grippewelle mit dem bereits seit 1997 bekannten Virus H5N1, der vor allem Vögel befällt ("Vogelgrippe"), wird von gewissen selbst ernannten Keksperten - u.a. einem Chemo-Techniker, der auf wundersame Weise zum Mediziner und Virologen mutiert ist - zur "schlimmsten Erkrankungswelle, die jemals unter Tieren bekannt geworden ist und auch die Menschen massiv bedroht", aufgebauscht erklärt.
(Später stellt sich heraus, daß es sich um eine Abart der Geflügelpest handelt, die letztlich keine ernsthafte Gefahr - insbesondere nicht für den Menschen - darstellt; es bestand also keinerlei Grund zur Panik.)

2005
Die Deutsche Post AG - Nachfolgerin der Bundespost - widmet Koch eine Briefmarke zu 1,44 Euro. (Das Porto hat sich seit der letzten Sondermarke mehr als verdoppelt.)


2009
Der britische Fysiker und selbst ernannte "Epidemiologist" Neil Ferguson entdeckt einen "neuen" Grippe-Virus, der den Namen H1N1 erhält. Die durch ihn ausgelöste "Schweinegrippe" wird erneut zur "weltweiten Bedrohung der Menschheit" aufgebauscht; das Wort "Pandemie" (anstelle von "Epidemie") wird erfunden, um Angst zu verbreiten. Millionen Schweine werden voreilig ermordet vorsorglich getötet und ihr Fleisch vernichtet.
(Später stellt sich heraus, daß es sich um eine eher harmlose Grippe handelt, die keinen Menschen ernsthaft bedroht. Für Milliarden Steuergelder angeschaffte Dosen mit dem Impfstoff "Tamiflu" - der sich nicht nur als unnütz, sondern auch als gesundheitsgefährdend, in einigen Fällen sogar tödlich für Probanden erwiesen hat - werden vernichtet.**)

2010
Mai: Kochs 100. Todestag vergeht staatlicherseits auffallend unbemerkt.
Das einzige Land, das ihm eine Briefmarke widmet ist die - als solche international nicht anerkannte - Republik Makedonien.


Allerdings werden zwei neue Koch-Biografien - die eine von Barbara Rusch, die andere von Johannes Grüntzig und Heinz Mehlhorn - veröffentlicht.


2012
Im Nahen Osten wird die vom Virus "MERS-CoV" verursachte "Kamelgrippe" entdeckt. Erneut wird weltweite Panik verbreitet.
(Später stellt sich heraus, daß auch dieser Virus für den Menschen relativ harmlos ist. Erneut werden - wirkungslose - Impfstoffe entwickelt, die anschließend vernichtet werden müssen.)

2019
In China wird ein "neuer" Grippe-Virus entdeckt, der angeblich durch Fledermäuse übertragen wird; er erhält den Namen "SARS CoVid19" - im Volksmund wird er "Corona"-Virus genannt.

2021
März: Mitten in die schönste Corona-Panhysterie platzt ein ebenso unerfreuliches wie dümmliches Buch von Michael Lichtwarck-Aschoff: "Robert Kochs Affe. Der grandiose Irrtum des berühmten Seuchenarztes".


L.-A. unterstellt - wie schon Paul Starzmann ein Jahr zuvor in einem Zeitungsartikel zum 110. Todestag Kochs, mit z.T. fast wörtlich überein stimmenden Formulierungen -, daß letzterer bei seinen mißglückten Anti-Malaria-Experimenten anno 1906 in Ostafrika - die er nicht unternommen habe, um den Menschen vor Ort zu helfen, sondern um die Arbeitskraft der schwarzen Untertanen zu erhalten, also aus "rassistischen" Motiven - schwere gesundheitliche Schäden bis hin zum Tode seiner Patienten billigend in Kauf genommen habe. Außerdem habe er als besonders grausame Maßnahme die Isolierung Erkrankter in Internierungs-Lagern befürwortet.
Über die ungleich grausameren Maßnahmen des Berliner Verbrecher-Regimes anno 2021, das auch die Einweisung gesunder ("a-symptomatisch kranker") Untertanen in "Quarantäne-Zentren (QZ)" vorsieht, wenn sie sich nicht "freiwillig" einer - oft tödlichen - Impfung mit der Giftspritze unterziehen, schreibt er nichts; er vermeidet auch die Frage, ob dies lediglich ein "billigend in Kauf genommener" Nebeneffekt ist oder nicht vielmehr der mit direktem Vorsatz angestrebte Hauptzweck.


Vereinzelte Forderungen, das Robert-Koch-Institut in Berlin umzubenennen, da es nicht länger den Namen eines solch ruchlosen Verbrechers tragen dürfe - etwa nach dem Massenmörder Menschenfreund Nelson Mandela oder der geistig behinderten Schulschwänzerin Klimatologin und neuen Corona-Expertin Greta Thunberg, die von Humanmedizin ebenso viel versteht wie der amtierende RKI-Chef Wieler -, verstummen sehr schnell angesichts politisch unkorrekter Kommentare, daß dies genau der richtige Name sei für eine Einrichtung, die jener Diktatur mit pseudo-wissenschaftlichen Lügen und Fälschungen Vorschub leiste.
Offen bleibt nur die Frage, ob nicht wenigstens das überlebensgroße Robert-Koch-Denkmal vor dem RKI entsorgt entfernt werden soll, nach dem loblichen Vorbild der USA, wo die "cancel culture" bereits dazu geführt hat, daß Denkmäler auf so üble Rassisten und Sklavenhalter wie George Washington, Abraham Lincoln und Theodore Roosevelt zerstört abgebaut wurden.


L.-A. ignoriert ferner, daß die indische Regierung umfangreiche Untersuchungen nicht nur an einem, sondern an einer vierstelligen Anzahl von Rhesus-Affen vorgenommen hat, die fast alle am Impfstoff von Pfizer-Biontech gestorben sind, woraufhin dieser verboten wurde und sein Hauptbefürworter und -nutznießer zur persona non grata erklärt wurde.


Anhang: Impfstoffe (eine Übersicht aus dem Jahre 2017 - von "Toto")


*"Weltweit" ist vielleicht etwas zu undifferenziert ausgedrückt. Die Länder Nordeuropas beteiligen sich nicht am Koch-Hype; in Amerika tun dies nur Kuba, Mexiko und Niederländisch Guyana Surinam.
(Alle anderen haben offenbar erkannt, daß zwar Kochs Diagnosen richtig waren, seine Therapien aber durchweg falsch und mehr Schaden als Nutzen gebracht haben. Das gilt insbesondere für Tuberkulose, gegen die es noch immer keinen brauchbaren Impfstoff gibt. Die Entwicklung eines solchen wäre nach wie vor wünschenswert, da manche Bakterien im Laufe der Zeit gegen Antibiotika resistent werden.)

(Schweden hatte zwar bereits 1965 eine Briefmarke auf Robert Koch heraus gegeben. Das geschah jedoch nicht wegen seiner Entdeckung des Tbc-Erregers, sondern turnusmäßig in einer Serie über Nobelpreisträger. K. erschien zusammen mit Heini Sienkiewicz, der 1905 den Literatur-Nobelpreis erhalten hatte für seine Romanvorlage zu dem Kultfilm "Quo vadis".)

Ein besonders anschauliches Beispiel für die rasant ansteigende Wertschätzung, die Koch in Afrika genießt, ist "Zaïre" (vormals und nachmals "Kongo"), das Dank der genialen Finanz- und Wirtschaftspolitik seines Häuptlings Führers Mobutu zum Land der Millionäre wird:

**Der Unfähling Präsident des RKI, Jörg Hinrich Hacker, der die grundlose Panik mit apokalyptischen Prognosen kräftig mit geschürt hatte, wurde geschaßt weggelobt (an die "Leopoldina"). Dagegen blieb Ferguson in Amt und Würden. Er spielte auch eine Schlüsselrolle, als anno 2020 die britische Regierung - die zunächst auf Gruppen-Immunisierung der Bevölkerung durch Ansteckung und Auskurieren des ebenso harmlosen Grippe-Virus "CoVid19" gesetzt hatte - ihre Politik radikal änderte und sich der durch die WHO geschürten Pan-Hysterie anschloß, einen weitgehenden Stillstand des öffentlichen Lebens ("Lockdown") verfügte und eine totale "Corona"-Diktatur errichtete - wie in fast allen Staaten der Welt, auch der BRDDR, wo die gleiche Rolle von dem o.g. Chemo-Techniker gespielt wurde, der inzwischen Miteigentümer einer Impfstoff-Produktionsfirma geworden und kurz zuvor ans Robert-Koch-Institut berufen worden war. In den USA übernahm diese Rolle der zwielichtige "Gesundheitsberater" von Präsident Trump, Dr. Fauci.


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