MANUEL NORIEGA

(11.02.1934 - 29.05.2017)

[Manuel Noriega]
[Signatur]

Tabellarischer Lebenslauf
zusammengestellt von
Nikolas Dikigoros

[Wappen Panamas]

1934*
11. Februar: Manuel Antonio Noriega Moreno wird als unehelicher Sohn des Buchhalters Ricaurte Noriega und der Köchin María Moreno in Panama City geboren.
Die USA haben sich das - ursprünglich französische - Projekt eines Kanalbaus zwischen Atlantik und Pazifik am Isthmus von Panamá unter den Nagel gerissen, dazu einen Landstreifen im Nordwesten von Kolumbien, den sie als "Staat" anerkennen, mit einem ihnen hörigen Marionetten-Regime. Das Gebilde hat enorme wirtschaftliche - und in Kriegszeiten auch strategische - Bedeutung.


Über seine Kindheit und Jugend ist nichts Verläßliches in Erfahrung zu bringen. (Angeblich wächst er bei einer Tante auf und geht in Mexiko zur Schule.)
Auch über den Rest von Noriegas Leben gibt es kaum belastbare Informationen. Über keinen anderen westlichen Politiker aus der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts wird so viel Widersprüchliches kolportiert. Dikigoros referiert im folgenden Haupttext nicht, was er sicher wüßte, sondern was ihm aus dem Wust von Behauptungen einigermaßen glaubhaft erscheint. Seinen Kommentar zu strittigen Punkten setzt er klein gedruckt in Klammern hinzu.

1962
Noriega tritt als Leutnant in die "Nationalgarde" (die Streitkräfte Panamas) ein, nachdem er - angeblich - vier Jahre lang die Kriegsschule Chorillos in Lima (Perú) besucht hat.
Er wird der Garnison in Colón (nach "Kolumbus" benannt) am Nordende des Panamá-Kanals zugeteilt. Dort lernt er u.a. den Hauptmann Omar Torrijos kennen.

1964
Noriega wird - zusammen mit Torrijos - nach Chiriquí versetzt, dessen Garnison von Oberstleutnant Boris Martínez befehligt wird.
(Über seine Tätigkeit dortselbst kursieren widersprüchliche Behauptungen, denen Dikigoros nicht nachgehen kann und will.)

1966
Noriega wird zum Oberleutnant befördert.

1967
Noriega absolviert eine Ausbildung für den Militärischen Abwehrdienst der U.S. Army an der School of the Americas in Ft. Gulick (Panama) und in Ft. Bragg (North Carolina).
(Nach Berichten seiner Anhänger war er dort der brillanteste Absolvent aller Zeiten, nach denen seiner Gegner ein miserabler Schüler, der froh sein konnte, daß er nicht durchfiel und degradiert wurde. Einige behaupten sogar - wenig glaubhaft -, daß letzteres tatsächlich geschah und daß Noriega erst 1968 wieder zum OLt befördert wurde.)

1968
Juli: Noriega heiratet die Lehrerin Felicidad, geb. Sieiro. (Aus der Ehe - die hält, bis sein Tod sie scheidet - gehen drei Töchter hervor.**)
November: Das "Volk" von Panamá entblödet sich nicht wählt den zwielichtigen Arnulfo Arias - Führer der "National-Revolutionären Partei" - zum neuen Präsidenten. Dieser beginnt sogleich, die Nationalgarde zu "säubern", indem er mehrere Offiziere des "alten" (liberalen) Regimes in die Wüste schickt versetzt oder schaßt frühpensioniert, darunter auch Martínez und Torrijos.
Dezember: Das Militär putscht, stürzt Arias und bildet eine Junta unter Martínez.

1969
Januar: Zwischen Martínez und Torrijos brechen alsbald Meinungsverschiedenheiten aus.
Februar: Torrijos setzt sich mit Noriegas energischer Hilfe durch, schickt Martínez ins Exil (dessen wichtigster Mitstreiter, der sefardische Arzt Hugo Spadafora, geht freiwillig - nach Guatemala), macht sich zum Chef der Militärjunta, befördert Noriega zum Hauptmann und sich selber zum General.
Dezember: Während Torrijos leichtsinniger Weise Weihnachtsurlaub im Ausland macht, unternehmen die Anhänger von Martínez einen erneuten Putschversuch. Noriega gelingt es jedoch, diesen niederzuschlagen, was ihm die Beförderung zum Major einträgt.

1970
Unterdessen haben die Anhänger von Arias die internen Streitigkeiten der Militärs genutzt, um eine Untergrundarmee aufzubauen.
August: Torrijos befördert Noriega zum Oberstleutnant und ernennt ihn zum Leiter des Militärischen Abschirmdienstes mit dem Auftrag, die Arias-Guerilla zu unterwandern und zu zerschlagen, was ihm binnen weniger Monate gelingt.
In der Folgezeit erweist sich Noriega als äußerst tüchtiger Geheimdienstchef, was ihm im Nachhinein Kritik von allen Seiten einträgt - von den Linken sowieso, aber später auch von den US-Amerikanern, in deren Auftrag/Interesse er damals doch handelte.
(Heute wird das meist so formuliert, daß Noriega damals heimlich "in die Dienste der C.I.A. eingetreten" sei. Was diese Behauptung unglaubhaft macht, ist sein angebliches Jahresgehalt von 100.000 US$ - so viel dürfte nicht mal der damalige CIA-Direktor George Bush verdient haben. Nach anderen, noch weniger glaubwürdigen Quellen, soll er bei der C.I.A. sogar 200.000 US$ p.a. verdient haben - also mehr als der US-Präsident. Die nüchterne Wahrheit ist vermutlich, daß Noriega ganz einfach mit der C.I.A. kooperierte - was ja für den Chef von deren Pendant in einem Marionettenstaat die natürlichste Sache der Welt war und weder der Begründung eines besonderen, geheimen Dienstverhältnisses noch irgendwelcher Zahlungen in fantastischer Höhe bedurfte.)

1971
Noriega steigt - angeblich - in den Drogenhandel ein.
(Wenn er tatsächlich CIA-Mitarbeiter mit Traumgehalt war, dann hatte er das kaum nötig - zumal das Dealen damals in den USA noch nicht sonderlich lukrativ war. Eine der beiden Behauptungen dürfte also unzutreffend sein. Nach anderen Quellen tat Noriega das nur zum Schein, d.h. er unterwanderte im Auftrag der C.I.A. die kolumbianische "Drogen-Mafia". Auch das ist indes wenig glaubhaft, denn die berüchtigten "Drogen-Kartelle" - insbesondere das von Pablo Escobar in Medellín aufgebaute - existierten damals noch gar nicht.)

1977
Januar: In den USA wird der Erdnußfarmer James ("Jimmy") Carter - genannt "Peanuts" - Präsident. Unter ihrem bis dahin unfähigsten Staatschef beschleunigt sich der politische und wirtschaftliche Niedergang der USA in beängstigendem Ausmaß.
Eine seiner vielen Eseleien ist es, einen Vertrag zu unterzeichnen, in dem sich die USA - ohne Gegenleistung - verpflichten, den Panamá-Kanal beim Jahreswechsel 1999/2000 dem "Staat" Panamá zu übereignen.

1978/79
In Nicaragua nutzen kommunistische Guerilleros (die sich nach einem gewissen Augusto Sandino "Sandinistas" nennen) die Schwäche der Carter-Administration, um einen Aufstand gegen den US-freundlichen Präsidenten Somoza zu unternehmen, der letztlich Erfolg hat.
(Im Nachhinein findet man auch den Schuldigen: Es war Noriega, der die Sandinisten und den sie unterstützenden Fidel Castro mit "wertvollen Informationen" über die USA versorgte. Welche Informationen sollten das gewesen sein? Daß Carter ein Volltrottel war, wußte inzwischen die ganze Welt - da brauchte es keinen "Informanten". Und um Waffen von Cuba nach Nicaragua zu schmuggeln, bedurfte es entgegen anders lautenden Gerüchten keines Umwegs über Panamá. Aber Dikigoros will nicht lästern. Er ist selber aus der US-Politik gegenüber Mittelamerika im allgemeinen und gegenüber Nicaragua und Panamá im besonderen nie so recht schlau geworden - "inkonsequent" wäre noch höflich formuliert, "inkompetent" träfe es wohl besser. Das gilt nicht nur für die Amtszeit Carters, sondern auch die seiner Vorgänger und Nachfolger. Aber für deren Versäumnisse ausgerechnet Noriega zum Sündenbock zu machen, erscheint ihm doch arg weit hergeholt. Nur der guten Ordnung halber sei noch erwähnt, daß man Noriega nachträglich auch vorwerfen sollte, die Kommunisten in El Salvador unterstützt zu haben. Kommentar überflüssig.)

1981
Juli: Torrijos wird bei einem Flugzeugabsturz getötet.
(Dikigoros enthält sich jeglicher Spekulationen, wer dahinter steckte. Nur so viel: Er ist kein Freund von Verschwörungstheorien, aber an manche "Zufälle" bzw. "Unfälle" glaubt er einfach nicht. Es gibt eben auch in der Praxis Verschwörungen, und einer davon dürfte Torrijos zum Opfer gefallen sein.)
Sein Nachfolger als Junta-Vorsitzender wird Oberst Florencio Flores. Noriega bleibt im Amt; Spadafora kehrt zurück.

1982
März: Flores wird freiwillig zurück getreten. Sein Nachfolger wird Oberst Rubén Darío Paredes.
Dieser befördert sich selber zum General und Noriega zum Oberst; er wird Chef des Generalstabs.

1983
August: Paredes übergibt die Führung der Junta einvernehmlich an Noriega, der sich zum General befördert.
Im Nachhinein wurde behauptet, im Gegenzug habe Noriega ihm versprochen, im nächten Jahr Wahlen zu veranstalten, bei denen Paredes dann zum "Präsidenten" gekürt werden sollte, dieses Versprechen jedoch gebrochen, um selber an der Macht zu bleiben. An dieser Geschichte ist kein Wort wahr: Erstens wäre eine Absprache, Paredes quasi per Scheinwahl zum "Präsidenten" zu machen, unwirksam gewesen. Zweitens fanden im Mai 1984 tatsächlich Wahlen statt, an denen sogar der aus dem Exil zurück gekehrte Arias teilnehmen durfte. Allerdings stellte die Nationaldemokratische Partei als dessen Gegenkandidaten nicht Paredes auf, sondern Nicolás Ardito Barletta, der denn auch knapp gewann und neuer Präsident wurde. (Arias' Anhänger behaupteten zwar hinterher, daß die Stimmenauszählung manipuliert worden sei - natürlich durch den bösen Noriega höchstpersönlich -, aber das kratzte damals niemanden.) Und drittens machte Noriega sich ja nicht selber zum Präsidenten, sondern blieb, was er war: Kommandeur der Nationalgarde und Chef des Militärischen Abwehrdienstes. (Ob er nun "der starke Mann" war oder nicht oder doch, ist eine müßige Frage. Auch in den USA und anderswo werden Präsidenten oft von Hintermännern und/oder -frauen "Beratern" manipuliert beeinflußt.

1984
Der zunehmend verkalkte Nachfolger Carters als US-Präsident Ronald Reagan läßt sich von seiner Zweitfrau Nancy - die ein großer Fan von Affenmusik Nigger-rap ist - bewegen, den gebleichten Neger, Päderasten und Drogen-Junkie allseits beliebten "King of Pop" Michael Jackson im Weißen Haus zu empfangen und zum "Vorkämpfer gegen den Drogenmißbrauch" zu ernennen.


Dem stinkt es schon lange, daß die verdammten Kolumbianer seinen inländischen Kokain-Dealern aus Kuba Konkurrenz machen. Unter dem Vorwand, den Drogenhandel und -konsum in den USA generell bekämpfen zu wollen, gründet man eine "Drug Enforcement Agency" (DEA), die sich vor allem gegen den kolumbianischen "Drogenbaron" Pablo Escobar richtet. Zu seinem wichtigsten außenpolitischen Verbündeten in diesem Kampf macht Reagan niemand anderen als Noriega.
Er macht ihn auch zu seinem wichtigsten Verbündeten im Kampf gegen die "Sandinisten" in Nicaragua und läßt ihn die Streitkräfte Panamás zu diesem Zweck massiv aufrüsten. (Wie paßt das zu den später erhobenen Vorwürfen, Noriega sei Escobars wichtigster Komplize beim Drogenschmuggel aus Kolumbien in die USA gewesen und der wichtigste Unterstützer der "Sandinistas" gegen die "Contras"?!?)

1985
Noriega zerschlägt nach und nach alle Drogendealerringe in Panamá und macht auch der Geldwäsche bei Banken dortselbst ein Ende.
(Das ist - selbst heute noch - unstreitig. Seine Feinde unterstellen ihm jedoch, das nur getan zu haben, um die USA über seine "wahren Absichten" zu täuschen.)
September: Spadafora - vom Arzt zum "Aktivisten" mutiert - versucht, Noriega mit der Behauptung zu erpressen, er habe "Beweise", daß dieser in Drogenhandel und Geldwäsche verwickelt sei. Einige Tage später wird seine Leiche an der Grenze zwischen Costa Rica und Panamá aufgefunden.
Zwei jüdische Schmierfinken äußerst seriöse Journalisten behaupten, sie hätten - ungenannte - Zeugen gesprochen, die gesehen hätten, wie Spadafora durch "Mitarbeiter von Noriegas Geheimdienst" beim Grenzübertritt aus dem Bus gezerrt worden sei - er müsse also im Auftrag Noriegas ermordet worden sein.
(Für Nicht-Juristen: Woran erkennt man "Mitarbeiter des Geheimdienstes? Sie tragen ja keine Uniform!)
(Für Juristen: Das ist gleich doppeltes "Hearsay [Hörensagen]" und somit nach US-amerikanischem Strafprozeßrecht - das ja auch in Panamá gilt - kein vor Gericht zulässiges Beweismittel.)

Die jüdische Presse in den USA schreibt unisono, daß "weite Teile der Panamesen glauben, Noriega sei für den Mord an Spadafora verantwortlich". Dann muß es ja stimmen...
Präsident Barletta verspricht zügige Aufklärung, tritt jedoch schon wenig später zugunsten seines Vizes Eric Arturo Delvalle zurück.
(Noriegas Feinde konstruieren daraus einen durch ihn erzwungenen Rücktritt. Die USA reduzieren daraufhin ihre "Entwicklungshilfe" [...])

1986
[...]

1987
Der französische Präsident François Mitterrand ernennt Noriega (der für mehrere Millionen Francs Immobilien in Parislâm - wo kein gescheiter Mensch mehr einen Centime investieren würde - erworben hat) zum Commandeur der Légion d'honneur.


1988
Noriega schlägt einen Putschversuch von Teilen des Militärs nieder.

1989
Januar: Reagans Amtszeit endet; neuer US-Präsident wird sein bisheriger Vize George W. Bush sen., der vergeblich versucht, den von seinem Vor-vorgänger Carter geschlossenen Vertrag über die "Rückgabe" des Panamá-Kanals (die keine ist, da der Kanal "Panamá" nie gehört hatte) rückgängig zu machen.
November: Im fernen Europa wird die "Berliner Mauer" geöffnet; das Ende des "Ostblocks" zeichnet sich ab; die "Weltöffentlichkeit" ist abgelenkt.
Dezember: Aus heiterem Himmel*** überfallen US-amerikanische Fallschirmjäger und Marines auf Panamá nieder und machen es - mit Ausnahme des Kanals - dem Erdboden gleich.****
("Operation Just Cause" ist die größte von den USA durchgeführte Invasion seit 1944 in der Normandie.)
Noriega sucht - und findet - zunächst Zuflucht in der Botschaft des Vatican.
Die USA sehen zwar großzügig davon ab, die Botschaft zu stürmen, riegeln sie jedoch vollständig ab, um sie auszuhungern, und beschallen sie rund um die Uhr mit Lärmmaschinen, so daß dort niemand schlafen kann. (Schlafentzug ist ein in den USA beliebtes Foltermittel.)

1990
Januar: Auf Bitten des Vatican stellt sich Noriega den Invasoren und wird in die USA verschlepptbracht, wo er mangels belastbarer Beweise für einen Strafprozeß zunächst als "Kriegsgefangener" eingekerkert wird. (Die Behandlung von Kriegsgefangenen durch die USA ist legendär.)

1991
September: Die USA haben endlich genügend "Beweise" für einen Strafprozeß getürkt "gesammelt" und erheben formell Anklage.

1992
April: Noriega wird wegen Drogenhandels, Geldwäsche und gewerbsmäßiger Erpressung ["Racketeering"] schuldig gesprochen.
10. Juli: Noriega wird zu 40 Jahren Gefängnis verurteilt.
Für Leser[innen] Lesende Lesend:innen, die mit dem US-amerikanischen Rechtssystem weniger vertraut sind: Anders als im deutschen Strafprozeßrecht, wo mit dem Urteilsspruch zugleich die Schuld des Angeklagten und das Strafmaß verkündet wird, ist die "Criminal Procedure" in den USA - außer in Bagatellsachen - zweigeteilt: Laien-Juries (nicht zu verwechseln mit "Grand Juries", die über eine Anklageerhebung ["indictment"] entscheiden) fällen den [Un-]Schuldspruch ["verdict"] (in deutschen Rechtswörterbüchern meist mit "Schuldinterlokut" übersetzt - was sachlich falsch ist, da ja im Falle eines "not guilty" gar kein Strafzumessungsverfahren mehr statt findet), wobei früher Einstimmgkeit vorgeschrieben war, heute in den meisten Bundesstaaten nur noch eine mehr oder weniger qualifizierte Mehrheit. Danach entscheiden Berufsrichter über das Strafmaß - wobei, wenn mehrere Straftaten vorliegen, einige Jahrhunderte oder "mehrmals lebenslänglich" Freiheitsstrafe zusammen kommen können. (Das deutsche Recht gewährt da ganz im Gegenteil Rabatt per "Gesamtstrafe".)
31. Juli: Der Film "The Panama Deception" von Barbara Trent und David Kaspar deckt die Verlogenheit des US-Vorgehens und die Haltlosigkeit der meisten Vorwürfe gegen Noriega auf.
Der Film wird zwar sowohl in den USA als auch im besetzten Panamá zunächst verboten - was ihn aber erst recht zum Kassenrenner macht, denn das Verbot wird allenthalben unterlaufen. Am Ende erhält er sogar einen Academy Award ("Oscar") als bester Dokumentarfilm.


1993
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1997
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1999
In Frankreich - wo inzwischen [seit 1995] der Jude Jacob Schirach Śirakh alias "Jacques Chirac" als Nachfolger Mitterrands präsidiert, beschließt man, sich auch ein Stück vom "Panamá-Kuchen" abzuschneiden, "friert" Noriegas Bankkonten - die er leichtsinniger Weise dort eröffnet hatte - ein, beschlagnahmt seine Immobilien und verurteilt ihn in einem vorbildlichen Verfahren absentia - also ohne Verteidigungsmöglichkeit - zu zehn Jahren Gefängnis.
Der Tatvorwurf: Geldwäsche. Der "Beweis": Noriegas Immobilien in Paris. Die Begründung: Er hätte nicht umgerechnet 3 Millionen US$ anlegen können, wenn es sich nicht um "gewaschenes" Geld gehandelt hätte - voilà!
(Das Gericht handelt auf Anweisung von ganz oben. Chirac hat als langjähriger Bürgermeister von Paris und Empfänger vieler Millionen Bestechungsgelder von seinem Spezi Saddām Ħusäin Erfahrung in derlei Dingen.*****)


[Chirac und Saddam]

2000
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2007
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2010
April: Noriega wird nach Frankreich ausgeliefert, wo ihm pro forma noch einmal der Prozeß gemacht wird.
Der Prozeß von 1999 war illegal, d.h. er verstieß gegen geltendes französisches Recht. Ein Prozeß in absentia ist zwar zulässig, wenn ein mutmaßlicher Täter "untergetaucht", in ein Land, das ihm Unterschlupf gewährt, geflohen oder sonstwiew nicht greifbar ist, nicht aber, wenn er bekanntermaßen im Gefängnis eines verbündeten Staates einsitzt, wo man ihn jederzeit hätte vernehmen können.)
Juli: Noriega wird erneut verurteilt, diesmal jedoch "nur" zu verflixten 7 Jahren Gefängnis. Seine Pariser Immobilien und seine "eingefrorenen" Bankguthaben werden endgültig enteignet. (Die Urteilsbegründung wird fast wörtlich aus dem rechtswidrigen Urteil von 1999 abgeschrieben.)

2011
Dezember: Um sich nicht die Finger schmutzig zu machen, liefert Frankreich Noriega an Panamá aus, wo man ihn zunächst ins Gefängnis steckt, um gleich danach "Nägel mit Köpfen" zu machen.

2012
Februar: Noriega wird "aus humanitären Gründen" in das Krankenhaus zum Heiligen Thomas eingeliefert, wo er wegen "zu hohen Blutdrucks" und eines "Gehirntumors" zu Tode operiert werden soll.
Die Ärzte weigern sich jedoch, einen verdeckten Mord zu begehen (acht Jahre vor "Corona" gibt es auf der Welt noch Ärzte, die ihren hyppokratischen Eid nicht zu brechen bereit sind), erklären den Bluthochdruck für harmlos und den Gehirntumor für gutartig.
März: Noriega wird einstweilen wieder ins Gefängnis gesteckt, bis die Ärzte ausgetauscht sind Gras über die Sache gewachsen ist.

2017
Januar: Noriega wird erneut "aus humanitären Gründen" aus der Haft entlassen und einstweilen unter Hausarrest gestellt.
März: Noriega wird erneut zwangsweise völlig freiwillig in das Krankenhaus zum Heiligen Thomas eingeliefert. Die neuen Ärzte haben weniger Skrupel.
29. Mai: Manuel Noriega stirbt in Panamá City.
Die offizielle Todesursache lautet: "Gestorben an einem bösartigen Gehirntumor". Tatsächlich hatte man ihn im März - angeblich zur Vorbereitung auf die angeblich notwendige Operation - in ein künstliches Koma versetzt, aus dem er nicht mehr aufwachte. Am 29.05. wurde er lediglich für Tod erklärt - von Staatspräsident Varela höchstpersönlich.

Um all das zu vertuschen, wird Noriegas Leiche verbrannt; die Hinterbliebenen erhalten lediglich eine Urne mit seiner - angeblichen - Asche.


* * * * * * *

2026
Januar: US-Truppen überfallen Venezuela, kidnappen nehmen den Präsidenten Nicolás Maduro und dessen Ehefrau gefangen und verschleppenbringen sie in die USA.
Böse Zungen sehen darin eine Parallele zum Überfall auf Panamá und die Entführung Noriegas im Dezember 1989.
Bei aller Liebe nachvollziehbaren Kritik am Vorgehen der USA: Da sieht Dikigoros nichts - im Gegenteil: Hätten die USA anno 1989 Venezuela statt Panamá überfallen (wofür es sicher bessere Gründe gab), dann wären Banditen wie Chávez und Maduro nie an die Macht gekommen; Venezuela und seinen 15 Millionen Menschen wäre unsägliches Leid erspart geblieben.
À propos: Erspart Dikigoros doch bitte die müßige Frage, ob etwa in beiden Fällen das 'Völkerrecht' verletzt wurde. "Völkerrecht" ist, laienhaft ausgedrückt, das Recht des Stärkeren. Juristisch korrekt formuliert: Es bedarf - wie jedes Recht und jedes Urteil - einer Instanz, die es vollstreckt, d.h. durchsetzt. Und daran mangelte es sowohl Panamá als auch Venezuela - aber darin nun eine fallspezifische Parallele zu sehen wäre naïv.
Eine klitzekleine Parallele wäre allenfalls der gleich lautende Vorwand Vorwurf in beiden Fällen, nämlich "Rauschgifthandel" bzw. dessen Haltlosigkeit. Aber selbst dieser Vergleich hinkt: Im ersteren Fall war allgemein bekannt, daß die Drogen aus Perú und/oder Bolivien über Kolumbien kamen (nicht mehr über Panamá - damit hatte Noriega ja gerade aufgeräumt). Im letzteren Fall wollte längst niemand mehr die Drogeneinfuhr in die USA bekämpfen: Die USA hatten 20 Jahre lang Krieg am Hindukusch geführt, um dort den weltweit größten Drogendealer - ihren Staatsbürger Karzai - an die Macht zu bringen bzw. ihn zu halten; in einigen Bundesstaaten war der Drogen-Konsum sogar ganz offiziell "legalisiert" worden, was die größte Binnenwanderung in den USA seit dem Bürgerkrieg 1861-65 ausgelöst hatte: Der Vorreiter-Staat Colorado verzeichnete das höchste Bevölkerungswachstum seiner Geschichte.


*Nach anderen Quellen: 1936, 1938 oder 1940 - Papier ist geduldig.
(A propos: Von allen unleserlichen Politiker-Unterschriften, die Dikigoros kennt - und er kennt eine ganze Menge - ist die Noriegas vielleicht nicht die schönste, aber bestimmt die originellste :-)

**Um ihren Kopf - und den ihrer Kinder - zu retten, läßt sie sich mehr als 20 Jahre später zu der Aussage nötigen, daß die Ehe ganz schrecklich gewesen sein, da ihr Mann ein "Macho" gewesen sei, der sie in einem fort betrogen habe, und zudem furchtbar abergläubisch - ständig habe er einen Talisman mit sich herum getragen. (Die Qualitätsmedien in aller Welt greifen das begierig auf.)

***Nein, ganz aus heiterem Himmel kam diese Invasion für informierte Beobachter denn doch nicht:
Bereits 1988 hatten zwei konkurrierende Feme-Gerichte "Grand Juries" in Florida geheime Anklagen gegen Noriega in absentia erhoben mit so absurden glaubhaften Anschuldigungen wie: Er habe - im Dienste der "DDR"-Stasi - Waffengeschäfte zwischen der Sowjet-Union und Südafrika vermittelt, Kokain in die USA geschmuggelt und zugelassen, daß Gelder der kolumbianischen Drogen-Mafia auf Banken in Panamá deponiert wurden.
(Auf wessen "Mist" das gewachsen war, ist nur zu offensichtlich: In Florida beherrschte die kubanische Mafia den Drogen-Markt, deren Annäherungsversuche Noriega unverzeihlicher Weise zurück gewiesen hatte.)
Im Mai 1989 waren die Präsidentschaftswahlen in Panamá - für die Noriega wohlgemerkt nicht kandidiert hatte - wegen Unregelmäßigkeiten bei der Stimmenauszählung für unwirksam erklärt worden, woraufhin Jimmy Carter, der als selbsternannter "Wahlbeobachter" in Panamá herum schnüffelte, behauptete, an allem sei allein Noriega schuld, der darum "abgesetzt" werden müsse.
(Der früh verkalkte und/oder geistig verwirrte Carter hatte offenbar nicht mitbekommen, daß Noriega gar nicht zum Präsidenten gewählt worden war, also auch nicht "abgesetzt" werden konnte. Später sollte er übrigens als "Wahlbeobachter" in Venezuela behaupten, die - offensichtlich getürkte - Wiederwahl des Präsidenten Chávez sei "völlig regulär" abgelaufen.)
Im Oktober 1989 hatte Oberstleutnant Moisés Giroldi Vera einen Putschversuch unternommen, der jedoch kläglich gescheitert war. Er und neun seiner Komplizen wurden zum Tode verurteilt und hingerichtet (was später zum "Massaker von Albrook" umgelogen erklärt wurde).
Im November 1989 hatte der US-Senat einen "Untersuchungsausschuß" gebildet, der freilich nichts untersuchte, sondern lediglich nach Vorwänden Gründen suchte, die eine Invasion Panamás "rechtfertigen" könnten. Der übelste Hetzer in dem Haufen war sein Vorsitzender, der Zerstreuungsjude****** Jonas Kohn - der den pseudo-irischen Tarnnamen "John Kerry" angenommen hatte -, der zur Belohnung später Secretary of State [Außenminister] werden sollte - und danach einer der weltweit führenden Klimapanikmacher.

****Um vom Ausmaß der Zerstörungen und der großen Anzahl getöteter Zivilisten abzulenken, bauschen US-Medien die Niederwerfung eines maoïstischen "Studenten"-Aufstands in Peking vom Juni desselben Jahres zum "Massaker vom Tiananmen [Platz des himmlischen Friedens]" auf.

*****Dikigoros muß die Sache mit den Bestechungsgeldern aus dem Irāq zurück nehmen, da Chirac 12 Jahre später nicht deswegen, sondern lediglich wegen Bestechlichkeit bei der Vergabe öffentlicher Aufträge zu Gefängnis - allerdings nur auf Bewährung - verurteilt wurde. Bei den Geldern von Saddām handelte es sich dagegen um - völlig legale - "Provisionszahlungen" an Chirac als Vermittler, denn es war ja kein französisches Staatsunternehmen, das die Atomkraftanlagen an den Irāq verkaufte, sondern eine Privatfirma, mit der er ansonsten überhaupt nichts zu tun hatte.

******Dies ist Dikigoros' eigene Wortschöpfung. Er bezeichnet damit diejenigen Angehörigen des "auserwählten Volkes", die es als ihre Berufung ansehen, sich als Schmarotzer über alle anderen Völker der Welt zu "zerstreuen" - mit der verlogenen Begründung, von diesen dazu gezwungen worden zu sein -, um sich ihnen wie Läuse in den Pelz zu setzen und sie auszusaugen. Sie sind die Todfeinde der "Zionisten", die es - angeregt von einigen osteuropäischen Juden, vor allem dem aus Österreich-Ungarn stammenden Benjamin 'Theodor' Herzl und seiner Schrift "Der Judenstaat" - unternommen haben, sich im Land ihrer Vorfahren ("Erez Israel", "Zion") mit ihrer Hände Arbeit eine neue Heimstätte zu schaffen und aus den Wüsten, die arabische Eroberer im Laufe der Jahrhunderte geschaffen haben, wieder blühende Gärten zu machen. Dieses Unterfangen ist den "Zerstreuten" ein Dorn im Auge, da es ihre eigene Existenzberechtigung in Frage stellt. Ihr sehnlichster Wunsch ist die Zerstörung des Staates Israel und die Ausrottung der "Zionisten", weshalb sie stets auf der Seite seiner arabischen und sonstigen muslimischen Feinde stehen.

[Jüdische Volksverräter in New York City]


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