![[Léon Blum 1919]](blum1919top.jpg)





![[Ein Staatsgast drückt sein Beileid aus]](dogpeeing.gif)
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*Sein Vater tritt auch unter dem Falschnamen (nicht Taufnamen - er konvertiert nie) "Auguste" auf, seine Mutter unter dem Falschnamen (dto) "Marie". In Frankreich - dessen Bevölkerung nicht erst seit der "Affaire Dreyfus" überwiegend anti-semitisch eingestellt ist - erscheint ihnen das opportun, zumal sie auf Kundschaft aus "höheren" Kreisen abzielen. **So die herrschende Meinung unter Blum wohlgesonnenen Biografen. Dafür gibt es indes keine belastbaren Beweise, und es ist auch wenig glaubhaft. Seine häufigen Schulwechsel mag man noch mit "disziplinarischen Gründen" erklären; aber seine Unterschrift erinnert eher an einen geistig minderbemittelten Hilfsschüler als an einen brillanten Gymnasisten. Nach glaubhafteren Quellen - die freilich nur eine Mindermeinung darstellen - war Blum ein miserabler Schüler, dessen Leistungen vor allem in den Fremdsprachen Deutsch und Englisch mangelhaft waren, so daß er eigentlich gar nicht zur Reifeprüfung hätte zugelassen werden dürfen. Aber Abitur- und andere Zeugnisse waren - nicht nur damals - käuflich; und sein Vater konnte die dafür benötigten Mittel ohne weiteres aufbringen. Auch die E.N.S. war nur insofern eine "Elite-Hochschule" als allein die finanzielle Elite ihren Sprößlingen ein Studium dortselbst ermöglichen konnte; Blum mußte sie schon nach einem Jahr wegen ungenügender Leistungen verlassen. Das juristische Staatsexamen dürfte ihm ebenfalls sein Vater gekauft haben, ebenso das "Untauglichkeitsattest", das ihn vom Wehrdienst befreite: Die offizielle Begründung war "Kurzsichtigkeit"; aber das war noch nie ein Grund, seit es Brillen gab. (Und später, als Gasmasken notwendig wurden, sollte man die Brillengestelle durch Gummibänder ersetzen, die sich auch darunter tragen ließen.)
***Der "Conseil d'État" wird oft mit dem "Staatsgerichtshof" der Weimarer Republik verglichen. Ein solcher Vergleich ist zwar zulässig, aber er hinkt, wenn man nicht auch die Unterschiede aufzeigt:
****Das französische Wort "fortune" bedeutet sowohl "Glück[sfall]" als auch "Schicksal"; und was Abraham Blum betrieb, um die Karriere seines Sohnes Léon zu fördern, nannte man mal "corriger la fortune". *****Am ehesten dem bundesdeutschen "Kanzleramtsminister" vergleichbar. ******Die französische "Assemblée nationale [National-Versammlung]" besteht aus einem Oberhaus - dem "Sénat" (Dikigoros läßt dieses Wort der Einfachheit halber stehen) und einem Unterhaus - der "Chambre des députés". (Dikigoros scheut sich, das mit "Deputierten-Kammer" zu übersetzen. In die Kammer gehören Besen, und Brüsseler Spitzen hinter schwedische Gardinen - so jedenfalls der Dichter Rolf Lindner :-) Wenn im folgenden von einem "Abgeordnetenmandat" Blums die Rede ist, meint das eines im Unterhaus.
*******Nun rächte sich bitter, daß die Konservativen im Senat Jahre lang einen Gesetzentwurf zur Einführung des Frauenwahlrechts
********Dikigoros hat das Wort "Volksgenosse" gestrichen, da es nicht mehr den Geboten der weiter zu Pierre Laval zurück zu Politiker des 20. Jahrhunderts heim zu Von der Wiege bis zur Bahre |